Der Wahlkampf für die ganze Familie

Das Wahlkämpfe heute nicht mehr ohne dazugehörige Weblogs geführt werden können, ist wohl ohnehin bekannt, doch nicht jeder Kandidat kann von sich behaupten, dass er online von seinen eigenen Sprösslingen unterstützt wird (www.http://mccainblogette.com). John McCain, Republikaner, wird von seiner Tochter in deren eigenem Blog auf die denkbar poppigste Variante angefeuert. Mit Songverweisen und favorisierten Playlists. Politik wird hier stellenweise mit Rockmusik verglichen, und soll so womöglich der unpolitischen Jugend schmackhaft gemacht werden. Aber wie bitte passt Rockmusik zu den Republikanern? Würde „Sid Vicious“ (Platz 4 ihrer Lieblingsplaylist) John McCain wählen?

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,530712,00.html

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5 Gedanken zu „Der Wahlkampf für die ganze Familie

  1. Inzwischen wird einfach alles versucht, um die Wählerschaft von sich zu überzeugen, egal ob es nun zum Konzept passt oder nicht.Wahrscheinlich merken es die, die aufgrund des Blogs McCain wählen werden, noch nicht einmal…

  2. Also warum soll man nicht versuchen Wähler übers Internet, bzw. Weblogs oder meinetwegen sogar noch MySpace zu gewinnen. Nur denke ich, dass die Playlist vieleicht dann nicht so gut ausgewählt wurde.

  3. Ich finde das Konzept interessant. McCains Tochter benutzt ihr Talent und ihre jounalistische Erfahrung und die der beiden anderen Journalistinnen (also Shannon, die Filme macht und Heather, die Fotografin) um mit ihrem Vater herumzureisen und Wahlkampf zu machen.
    Das erscheint einfach so typisch amerikanisch, wie es mehr nicht geht. Die totale Selbstdarstellung.

  4. Es ist erschütternd wie heute Wahlkampf geführt wird. Vorallem in welcher Weise Medien dafür genutzt werden. Was hat ein seriöser Wahlkampf mit Musik zu tun? Ich dachte die TV-Duell Schlachten von Politikern seien schon peinlich genug…aber es gibt eben immer wieder eine Steigerung!

  5. Man kann der Berwertung Sreenath Sreenivasans, Leiter für neue Medien an der Columbia University, wohl nur zustimmen.
    Besucht man http://mccainblogette.com/, wird doch sehr schnell deutlich, dass vor allem durch Bilder, die McCain während des Wahlkampfs mit Familie und „hinter den Kulissen“ darstellen, ein persönlicher Bezug zum Kandidaten hergestellt werden soll.

    Dieser Blog ist wohl keineswegs nur der Ausdruck einer Kandidatentochter, die ihren Vater anhimmelt, sondern vielmehr Teil einer geschickten Wahlkampfstrategie oder doch zumindest das Produkt einer 23-Jährigen, die sich bewusst ist, wie sie ihrem „Dad“ neue Wählergruppen erschließen kann.

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