Nomophobie

Bist du auch betroffen?

Wer kennt es nicht… nur mal schnell die WhatsApp Nachrichten checken, die letzten zwei Fotos irgendwelcher aber vermeintlich doch sehr wichtigen Influencer auf Instagram liken, nebenher noch ein paar unnötige Snapchat-Bilder an Freunde verschicken, damit man die heißbegehrte Flamme nicht verliert und – ach ja – Facebook gibt es ja auch noch. Alles schön und gut, aber was passiert eigentlich, wenn man mal kein Smartphone zur Hand hat ?

Das Wort „Nomophobie“ wurde erstmals 2008 in England von der UK Post Office eingeführt und bedeutet soviel wie „Kein-Mobiltelefon-Angst“. Betroffene Personen dieser Krankheit haben angst- ähnliche Zustände vor dem Gefühl, für soziale und geschäftliche Kontakte nicht mehr erreichbar und somit von der Welt abgeschirmt zu sein.[1]Eine britische Studie aus dem Jahr 2008 hat gezeigt, dass zu dem Zeitpunkt etwa die Hälfte aller britischen Handynutzer von dieser Phobie betroffen waren. Im Lauf der Jahre stieg diese Prozentzahl bis 2012 sogar weiter auf 66% an.[2]
Des Weiteren, gaben zwei Drittel der Probanden zu, dass Sie direkt neben ihrem Mobiltelefon schlafen und das dieses auch in 50% der Fälle über Nacht nicht ausgeschaltet ist.[3]

Im Allgemeinen wird unser treuester Begleiter also am Tag rund 88 Mal angeschaltet, 35 davon um die Uhrzeit und mögliche Nachrichten zu checken sowie 53 Mal um sich die Zeit mit Apps oder im Internet selbst zu vertreiben.[4]Schlussfolgernd lässt sich laut einer Studie der DAK feststellen, dass 85% der 12-17-jährigen durchschnittlich 3 Stunden am Handy verbringen, wobei die sozialen Medien, wie WhatsApp, Instagram, Facebook oder Snapchat am häufigsten benutzt werden[5]. Erst in den nachfolgenden Generationen, lässt sich ein leichtes (25-34-jährige) bis stärkeres (Ü50) Absinken dieser Prozentzahl nachweisen.



Foto: imago/Westend61[6]

Na, fühlen Sie sich jetzt auch angesprochen? Macht es Sie nervös oder bekommen Sie ein mulmiges Gefühl, im schlimmsten Fall sogar Panik, wenn Ihr Handy nicht in der Nähe bzw. der Akku niedrig ist oder wenn Leute auf Ihre Nachricht nicht direkt antworten? Können Sie nicht schlafen, aus Angst etwas Wichtiges zu verpassen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen und um eine mögliche Nomophobie festzustellen, hat Caglar Yildirim (Assistenzprofessor für Mensch-Computer Interaktion an der Staatlichen Universität von Iowa) einen standardisierten Test aus 20 Fragen entwickelt (https://www.news.iastate.edu/news/2015/08/26/nomophobia).Sollte sich nach dem Test herausstellen, dass Sie auch betroffen sind, gibt es mehrere Möglichkeiten diese Phobie in den Griff zu bekommen. Eine Option wäre zum Beispiel, sich festgelegte Handypausen zu setzten oder es im besten Fall, einfach direkt zu Hause zu lassen. Anderweitige Beschäftigungen, die nichts mit elektronischer Nutzung zu tun haben, können ebenso dabei helfen, dem Drang der Benutzung des Smartphones zu widerstehen. Bei schwerwiegenderen Fällen ist es aber jedoch empfehlenswert, einen Psychologen zu Rate und eine Therapie in Erwägung zu ziehen. Abschließend ein Zitat, dass den zuvor geschilderten Sachverhalt verdeutlicht.

„Früher war es Luxus, sich ein Handy zu leisten, um erreichbar zu sein. Heute ist es Luxus, es sich leisten zu können, nicht erreichbar zu sein.“

Author unbekannt[7] 

Quellen

[1] Christof Fröhlich, Titel:“Krankheit Nomophobie“, Wissen.de (aufgerufen am 14.12.18)https://www.wissen.de/krankheit-nomophobie/page/0/2?

[2] Titel:“ 66% of the population suffer from Nomophobia the fear of being without their phone“, SecurEnvoy, Erscheinungsdatum 16.02.12, (aufgerufen am 14.12.18)https://www.securenvoy.com/en-gb/blog/66-population-suffer-nomophobia-fear-being-without-their-phone

[3]Tim Elmore, Titel:“Nomophobia: A rising Trend in Students“, Psychology Today, Erscheinungsdatum 18.09.14, (aufgerufen am 14.12.18)https://www.psychologytoday.com/us/blog/artificial-maturity/201409/nomophobia-rising- trend-in-students

[4]Anna Fischhaber und Miriam Hauck, Titel: „Im Digitalen Dauerstress“, Süddeutsche Zeitung.de, Erscheinungsdatum 6.01.17, (aufgerufen 14.12.18)https://www.sueddeutsche.de/digital/immer-online-digitaler-dauerstress-1.3322626

[5]Dagnyy Lüdemann, Titel:“ Drei Stunden am Tag sind normal“, Zeit-Online.de, Erscheinungsdatum 1.03.18, (aufgerufen am 14.12.18)https://www.zeit.de/digital/internet/2018-03/social-media-dak-studie-instagram-whatsapp-sucht-jugendliche

[6]Bildquelle, Titel des Beitrags.“ Was tun, wenn mein Kind dauernd vorm Smartphone hängt“, Express.de, Erscheinungsdatum 20.09.16, (aufgerufen am 14.12.18)https://www.express.de/ratgeber/familie/handysucht-bei-teenies-was-tun–wenn-mein-kind-dauernd-vorm-smartphone-haengt—-24773456

[7] https://www.haefft.de/7-lustige-sprueche-ueber-handys.html

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