Premiere-Übernahme durch Murdoch?

Mit der erneuten Beteiligung des Medienmoguls Rupert Murdoch an Premiere schreitet die Oligopolisierung der Medienlandschaft weiter voran. Nicht nur die Financial Times Deutschland und die Taz berichten, dass der Besitzer des drittgrößten transnationalen Medienkonzerns News Corporation diesmal nicht wie einst Minderheitengesellschafter, sondern mit fast 15 % der Anteile der größte Einzelaktionär des deutschen Pay-TV-Senders wurde. Murdoch begründet dies mit „enormen Wachstumschancen“ des deutschen Pay-TV-Marktes, wohl insbesondere in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung des Fernsehens. Ein weiterer Vorteil dürfte das Mitspracherecht beim operativen Geschäft sein, was dem deutschen Kabelnetzbetreiber Unity Media weiterhin versagt bleibt. Auch der vorherige Anteilseigner, das Bankhaus Pictet, hatte bislang darauf verzichtet.

Durch den Kauf der Premiere-Anteile, nach Beteiligungen am britischen und italienischen Bezahlfernsehen, baut Murdoch seinen Einfluss auf den Pay-TV-Markt in Europa weiter aus, woraraufhin der Aktienkurs des Bezahl-Senders schlagartig in die Höhe schnellte. Branchenintern wird nun spekuliert, ob Murdoch plant Premiere auf lange Sicht komplett zu übernehmen, was aber von der News Corporation bislang bestritten wird.

Wichtig für Premiere sind weiterhin die Bundesliga-Rechte, die Leo Kirch heute vermarktet. Die Taz spekuliert schon mal, Rupert Murdoch könne sich da finanziell behilflich zeigen.

Zum weiterlesen:

Financial Times Deutschland

TAZ

Süddeutsche

Tagesspiegel

print