Instagram und die Welt der #Mode

#fashion, #fashionlove, #ootd (=outfit of the day, für die wenigen Nichtinstagramnutzer unter uns). Mit diesen Hashtags werden minütlich, ja sekündlich unzählige Bilder vom neuesten Outfit, der letzten Shoppingtour oder der täglichen Kleiderwahl im aufstrebenden sozialen Netzwerk Instagram versehen und verbreitet. Mit 200 Millionen aktiven Nutzern pro Monat, 1,6 Milliarden Likes am Tag und täglich 60 Millionen verbreiteten Bildern gilt Instagram somit als das wichtigste Netzwerk für die Fashion-Welt .

Instagram macht Mode für jedermann zugänglich. Jeder hat die Chance, den neuesten Trends zu folgen und sie dann wiederum weiterzugeben. Stars, die Mode machen und verstehen werden nahbar, ein Klick und wir folgen ihnen in ihrem ach so tollen Leben. Ein weiterer Klick und die nächste Modefirma, oder aber der nächste Designer, sind abonniert und wir werden jeden Tag dank toller Bilder zum Kauf der neuesten Artikel verleitet. Instagram wird zur Werbeplattform. Große Labels und Designer nutzen sie, um ihre Kollektionen in Sekundenschnelle an potenzielle Kunden zu vermarkten.
Unterstützend wirkt dabei das Phänomen der Modeblogger. Wer ihnen folgt, folgt einem Leben, das von Mode, Reisen und Spaß bestimmt ist. Ein Leben, das jeder haben möchte. So gilt Chiara Ferragni mit ihrem Blog (theblondesalat) mit über 7 Millionen Followern als eine der erfolgreichsten Modebloggerinnen weltweit. Immer auf Reisen durch die ganze Welt, auf den größten Modeschauen, postet sie jeden Tag ihr Outfit – mit direkten Links zu den Seiten der Ausstatter. Was hier betrieben wird, ist strategisches Marketing. Die Blogger und Stars sind perfekte Werbegesichter, die die Firmen sich zu Nutzen machen. Laut der „Zeit“ sind die Modehäuser schon längst in die digitale Revolution involviert . Sie statten die Blogger aus, laden sie zu ihren Modeschauen ein und erringen so Aufmerksamkeit für ihre Kollektionen. Ein Foto wird geschossen, mit Hashtags versehen, hochgeladen und schon weiß die Instagram Community Bescheid, was „in“ ist und wo sie es finden. „Bloggen demokratisiert das Business“, sagt Stefano Gabbana vom Label Dolce und Gabbana zur FAZ. „So können wir viel mehr Leute erreichen. Niemand ist mehr von der Mode ausgeschlossen.“

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Genau das ist es, was die Modewelt so verändert hat. War Mode früher noch ein Privileg, eine Exklusivität, die sich nur wohlhabende Bürger leisten konnten, so kann heute wirklich jeder mitreden, was modern ist. Und kann auch nicht jeder sich die präsentierten Teile leisten, so kann doch jeder sich versuchen so zu kleiden und vor allen Dingen mitreden. Auch die Schaufensterspaziergänge sind passé, das lästige Anprobieren in der Umkleidekabine, das Blättern in einer der vielen Modezeitschriften. Alles geschieht digital, blitzschnell und überall. Darunter leiden vor allem die Zeitschriften, auch die wohl bekannteste Modezeitschrift unter ihnen – die Vogue. „Je mehr über Mode geredet wird, desto besser. Aber, verzeihen Sie bitte, wir haben den Eindruck, dass viele der Neuankömmlinge in dieser Welt nicht ganz das Verständnis für Mode und nicht ganz die Erfahrung haben, die sie haben sollten.“ So reagiert Vogue-Chefin Anna Wintour auf die Veränderungen in der Modebranche und auf sinkende Verkaufszahlen ihrer Zeitschrift .
Doch auch wenn die Zeitschriften sich wehren, eine Veränderung können sie nicht mehr leugnen, und schon recht nicht stoppen. Jeder kann Mode heute. Klick, ein Foto und jeder weiß Bescheid. Will es haben, will es kaufen, will es posten. #sogehtmodeheute

Bildquellen:
http://stech4.firstpost.com/tech2images/640×359/proportional/jpeg/2015/08/Instagram_ibnliveA_640-624×351.jpg
https://www.instagram.com/chiaraferragni/

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