Retrospektiver Medienwandel: ?Fernsehen im globalen Dorf?

Althergebrachte Sozialeffekte der Fernsehnutzung, wie das Gruppenerlebnis beim Spielfilm oder Fußball, gehen durch die neuen technologischen Formen des Medienangebotes verloren. Durch Möglichkeiten der privaten Videoaufzeichnung oder Videoplattformen wie YouTube und MyVideo wird das Gruppenerlebnis oft auf ein Erlebnis des Einzelnen reduziert. Entgegenwirken können dem die Kommentar- und die Versende-Funktion bei Videos auf den entsprechenden Plattformen, die es dem Nutzer immerhin erlauben, Inhalte und Gedanken einem größeren Kreis mitzuteilen. Das Sozialerlebnis des „gemeinsamen Schauens und Schwatzens“, das an einen festen Zeitpunkt gebunden ist, soll nun sogar durch eine neue Form der globalen Vernetzung zurückgeholt werden: Auf Plattformen wie Joost oder Kyte.tv kann man gleichzeitig Webvideos sehen und per Livechat dem Sozialerlebnis frönen. Die Videoplattform PalTalk bietet darüber hinaus sogenannte private „Screening Rooms“ an, bei dem bis zu 5000 Nutzer einen transkontinentalen Fernsehabend miteinander verbringen können. Wer sein Individualerlebnis satt hat, kann den privaten Kuschelabend mit den besten Freunden nun wieder zelebrieren, im Netz selbst. Bier und Erdnüsse muss er dabei noch nicht einmal teilen.

Quelle: SpiegelOnline, 19. Juli 2007

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Ein Gedanke zu „Retrospektiver Medienwandel: ?Fernsehen im globalen Dorf?

  1. Also wie second life Kino. Ich finde trotzdem das sowas das wirkliche Treffen und quatschen nicht ersetzten kann. Vielleicht bringt es manche Leute sogar dazu sich noch mehr von der Ausenwelt abzukapseln und sogar garkeine wirklichen soziale Kontakte mehr zu pflegen.
    Ich bekomme aber immer ärger, wenn ich beim gemeinsamen Fernseh gucken zuviel quassel 😉

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