Wenn das Verlangen nach Anerkennung in sozialen Medien zur Sucht wird

Facebook, Twitter, YouTube, Instagram. Für viele Jugendliche sind diese Plattformen aus ihrer Freizeit nicht mehr wegzudenken. Eigentlich sind diese Plattformen eine gute Möglichkeit sich auszutauschen, um soziale Kontakte zu knüpfen oder zu stärken. Doch soziale Netzwerke sind mehr als das. Inzwischen gibt es zahlreiche „YouTuber“, Menschen, oft junge Erwachsene, die Videos produzieren, um eine bestimmte Zielgruppe zu unterhalten. Dazu posten sie Fotos auf Instagram, Statusmeldungen auf Facebook und Twitter, um Ihre Zuschauer auf dem Laufenden zu halten. Doch dort beginnt das Problem. Diejenigen, die Videos produzieren und hochladen, wollen möglichst viele Aufrufe, nette Kommentare und viele „Gefällt mir“ – Angaben. Wenn sie Fotos auf Instagram posten, wollen sie Aufmerksamkeit, sie wollen „Likes“. Aber was passiert, wenn dies zur Sucht wird und krank macht? Was ist, wenn diese Personen nicht sie selbst sind, weil sie sich verstellen, um möglichst perfekt zu wirken?

Anfang November sorgte das Video der 19-jährigen Essena O´Neill aus Australien für Furore. Sie ist eine von vielen „YouTubern“, die ihre Zuschauer auf Plattformen wie Instagram auf dem Laufenden hält. Sie ist schlank, hübsch und hat zahlreiche Follower auf YouTube und Instagram. Glücklich ist sie damit nicht. Auf ihren Fotos auf Instagram lächelt sie stets in die Kamera, post wie ein Model und hat den Traumkörper vieler junger Mädchen. Doch das, was die Welt auf Instagram zu Gesicht bekommt, ist nicht real. Es ist eine inszenierte Welt. Einige Klamotten, die sie trägt, würde sie nicht in der Öffentlichkeit tragen. Sie verdient Geld, indem sie die Kleidung präsentiert. Durch ihre große Reichweite ist dies für Firmen ein optimaler Weg, um Werbung zu machen. Und wer meint, dass Essena sich ein Outfit anzieht und mal eben ein Foto macht und hochlädt, irrt sich. Das Foto, was letztendlich auf Instagram zu sehen ist, ist womöglich der 50. Versuch. Alles nur, um Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bestätigung zu bekommen. Das wurde ihr jetzt alles zu viel. Sie möchte sich in Zukunft aus den sozialen Netzwerken zurückziehen und löschte rund 2000 Fotos von ihrem Instagram-Account. http://www.n-tv.de/leute/Ihr-Leben-war-ein-einziger-Fake-article16279486.html

Sie gab zu, süchtig nach Anerkennung für ihren Körper gewesen zu sein. Viele „Likes“ befriedigten sie. Dieses Beispiel zeigt, dass die sozialen Netzwerke für viele junge Erwachsene eine große Bedeutung haben. Auch deren Alltag wird durch die Netzwerke beeinflusst. Vieles, was im realen Leben der Jugendlichen passiert, wird auf Instagram und ähnlichen Plattformen dokumentiert. So können Momente, in denen man eigentlich in Ruhe gelassen werden möchte, gar nicht genossen werden, wenn erst ein perfektes Foto her muss.

Aus ihren Erfahrungen hat Essena gelernt und sie appelliert an Gleichaltrige, eine Woche auf alle sozialen Netzwerke zu verzichten. http://www.welt.de/icon/article148386653/Die-Wahrheiten-ueber-das-falsche-Instagram-Leben.html

Ob sich letztendlich aufgrund dieses Beispiels etwas an dem Verhalten vieler Jugendlicher ändert, ist fraglich. Dennoch regt es den ein oder anderen vielleicht zum Nachdenken an. Und selbst das ist doch ein guter Ansatz.

print

Ein Gedanke zu „Wenn das Verlangen nach Anerkennung in sozialen Medien zur Sucht wird

Kommentare sind geschlossen.