Soziale Medien – Diskrepanz zwischen Realität und Schein

Tag ein, Tag aus, werden Bilder oder Videos aus dem Leben verschiedener „Social Media Stars“ gepostet, sei es auf Instagram, Youtube oder ähnlichem. Millionen Follower verfolgen neugierig das „Daily Life“ ihrer Favoriten. Doch wie natürlich ist diese Darstellung wirklich?

Das 19-Jährige australische Instagram Model Essena O’Neill macht nun Schluss mit ihrer Karriere auf verschiedenen Kanälen. In ihrem Video „Why I think social media sucks“ auf Vimeo erklärt sie, warum sie wirklich ihre Karriere beendet.

Sie hat es satt, sich medial zu perfektionieren, um mehr virtuelle Aufmerksamkeit zu bekommen. Es sei lediglich eine Simulation Ihres Alltages für Likes. Die Kleider werden ihr gesponsert, selbst die Reisen werden ihr durch die Werbung gezahlt. Sie bezeichnet Instagram als Business.

Nun stellt sich die Frage – Wie weit gehe ich für gesponserte Luxus – Reisen, Kleidung oder Werbung?

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Essena O’Neill schildert in einem weiteren Vimeo Video Love Gets Likes ein weiteres ausschlaggebendes Ereignis für ihren Schlussstrich mit den sozialen Netzwerken. Der Grund: Ein männliches Instagram Model, der sie um eine Fake-Internet Beziehung gebeten hat. Den Zweck hierfür begründete er mit Luxus – Reisen und Millionen Umsatz, durch Selbstvermarktung mit Pärchenfotos.

Die Zielgruppe sind die 12-15 jährigen Mädchen, die beneidenswert auf diese Fotos schauen und sich vielleicht denken: Ja, das will ich auch.

Ein weiteres kritisches Beispiel diese Woche ist die Youtuberin von Bibis Beauty Palace.

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In ihrem Video „Endlich kann ich euch mein Geheimnis verraten…“ stellt Bibi Minuten lang ihre eigene Marke Bilou bzw. ihren neuen Duschschaum vor.

Daraufhin veröffentlicht der Facebook Star Udo Bönstrup seine Kritik auf Facebook und veranschaulicht noch einmal die große Vorbildfunktion für die Jugendlichen, aber auch den Verdienst der Stars und erntet hierfür viel Zustimmung.

Er schreibt: „Ihre Fans sind zwischen 11 und 15 Jahre alt. Sie sehen in Bibi ein großes Vorbild und schauen zu ihr hoch. Egal was sie sagt oder macht. Die Kinder wollen es auch. Was bedeutet, dass die Fans auch genau das kaufen was Bibi sagt und die Eltern haben darauf keinerlei Einfluss. Diese bei vielen Youtubern etablierten Vermarktungsprinzipien werden von einigen Kritikern als schamlos und verantwortungslos angeprangert. Gerade sehr junges Publikum, das noch nicht über ausgeprägte Medienkompetenz verfügt, kann ein solches Format häufig kaum als Werbung erkennen.“

Zwischen geschätzt 70.000 und 80.000 Euro verdient Bibi monatlich, dazu kommen Live Auftritte, Autogrammstunden, etc.

Fraglich bleibt, wie wichtig ist den Stars ihre weit reichende Rolle selbst oder bleibt es bei dem Spruch „Geld regiert die Welt?“ In wie weit nutzen sie ihre Vorbildfunktion bzw. ihr Publikum aus?

Als Schlussfolgerung bleibt nur zu sagen, dass die Social Networks ein täglicher Bestandteil der heutigen Jugend ist, aber einem bewusst sein sollte, dass nicht alles, was schön aussieht Wirklichkeit ist. Wichtig dabei ist, Distanz zu bewahren und auch der Neid ist völlig überflüssig. Denn kann ich wirklich in Thailand entspannen, wenn ich nur Fotos für meine Follower machen muss oder für das Hotel? – Wahrscheinlich nicht. Realität und Natürlichkeit bleibt bei den beliebten Bloggern zu hinterfragen, oft ist es mehr Publicity als alles andere. Oftmals ist nämlich die Welt der Idole auch nicht perfekt.

http://www.teenvogue.com/story/essena-oneill-youre-my-inspiration-video

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