„Je suis Charlie“

Nach dem brutalen Anschlag dreier mutmaßlicher Islamisten auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris, bei dem 12 Menschen starben und weitere verletzt wurden, zeigt sich insbesondere die Medienwelt geschockt. Drei Täter drangen in die Redaktionsräume ein, töteten mehrere Mitarbeiter und flohen durch die Straßen von Paris, wo ihnen weitere Menschen zum Opfer fielen.

Charlie Hebdo, 1969 gegründet, war nie an politischer Korrektheit interessiert, was im Laufe der Zeit zahlreiche Schwierigkeiten für das Blatt bedeutete. Die größten Aufschreie gab es immer dann, wenn das Magazin den Islamismus aufs Korn nahm. In den letzten zehn Jahren waren dies bspw. mehrere Veröffentlichungen von Mohammed- Karikaturen, Comics in denen der Prophet abgebildet war oder „ein Manifest gegen den Islamismus“, das von mehreren Menschenrechtlern unterstützt wurde.

Schon 2011 gab es einen Brandanschlag auf die Redaktion, doch der heutige Angriff eröffnet eine ganz neue Dimension. Weltweit ist man schockiert von der Brutalität und Grausamkeit der Terroristen, deren Taten ein Symbol für einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit darstellen. Die Redakteure von Charlie Hebdo haben sich immer auf eben dieses Recht berufen, wenn sie ihre kritischen Texte und Zeichnungen herausgaben. Ob ausgerechnet Mohammed- Karikaturen sinnvoll sind oder nur unnötig die falschen Leute provozieren, sei dahingestellt, doch bleibt es ein Grundrecht, das Journalisten wahrnehmen dürfen.

Nun ist die Frage, wie sich Satiriker bzw. Satiremagazine verhalten sollen, nachdem so eine schreckliche Tat geschehen ist. Schreckt man vor extrem provokanten Veröffentlichungen zurück, um nicht selber in solch eine Gefahr zu geraten? Oder macht man weiter in dieser Form auf Missstände aufmerksam, mit dem Wissen, dass man sich als Redakteur einem gewissen Risiko aussetzt?

Es ist zu hoffen, dass es weiterhin Journalisten geben wird, die dazu bereit sein werden provokante Werke zu publizieren und ihr Recht auf freie Meinung uneingeschränkt zu nutzen. Satire muss alles dürfen und es ist wichtig, dass dieser Umstand in unserer Gesellschaft erhalten bleibt.

In zahlreichen europäischen Städten gehen die Menschen auf die Straßen, um der Opfer zu gedenken und sich mit ihnen zu solidarisieren, da sie genau diese Werte vertreten haben. Auch auf twitter wird der Einsatz der Zeitschrift für die Pressefreiheit mit dem Hashtag #JeSuisCharlie gewürdigt.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/charlie-hebdo-in-paris-der-tag-des-terrors-a-1011791.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/charlie-hebdo-satiremagazin-mit-skandal-tradition-a-1011723.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/paris-tote-bei-anschlag-auf-charlie-hebdo-a-1011717.html

http://www.vice.com/read/satirists-respond-to-charlie-hebdo-shooting-876

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Brandsatz-gegen-Charlie-Hebdo,zapp4805.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/gedenken-an-die-opfer-in-paris-mit-stiften-gegen-waffen-fotostrecke-122674.html

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