Warum eigentlich Rundfunkbeitrag?

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Vor allem Studenten kennen es doch. Man ist in die neue Wohnung eingezogen, die Möbel stehen, das Klingelschild hängt, man wartet auf die erste eigene Post. Und die kommt auch. Meistens nur leider kein lieber Brief von Zuhause. Der Rundfunkbeitrag steht an.

Der verlangt monatlich 17,98 €. Das sind auf drei Monate hochgerechnet sogar 53,94 €! So viel Geld. Für viele Menschen, vor allem aber für Studenten ein Dorn im Auge. Gerne wird da mal der ein oder andere Brief ignoriert bis es nicht mehr anders geht.

 

Doch was ist das eigentlich dieser Rundfunkbeitrag?

Er wird eingezogen von der öffentlich-rechtlichen Verwaltungsgemeinschaft „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. Diese setzt sich zusammen aus „(…)den neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und dem Deutschlandradio (…).“

Also: Musste man früher noch Rundfunkgebühr an die GEZ (Gebühreneinzugszentrale) zahlen, so zahlt man jetzt seit dem 01.01.2013 den Rundfunkbeitrag an die öffentlich-rechtliche Verwaltungsgemeinschaft. Eine so genannte Wohnungspauschale. Diese hängt jetzt weder von der Personen- noch von der Geräteanzahl ab. Jede Wohnung bezahlt den Festpreis von 17,98 €.

Dieser Betrag bezieht sich auf die Nutzung durch Privatpersonen. Sonderreglungen in Bezug auf Behinderte oder Firmen sind in diesen Zahlen ausgeschlossen.

 

Wofür zahlt man den Rundfunkbeitrag?

Wie der Endbetrag den wir alle zahlen müssen zustande kommt zeigt eine kurze Übersicht der ARD sehr gut:

Screenshot (2)

http://www.ard.de/home/intern/die-ard/die-ard-in-zahlen/17_98_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html

Dort wo sich private Sender durch Werbung finanzieren, finanzieren sich öffentlich-rechtliche Sendeanstalten mit unseren Rundfunkbeiträgen. Deshalb müssen wir bei der ARD oder beim ZDF nicht mit langen Werbepausen rechnen. Sie sind nicht darauf angewiesen.

Das ist uns beispielsweise bei der Fußball-WM im vergangenen Jahr zugutegekommen. Wie viele Beschwerden hätte es wohl gegeben wenn alle fünf Minuten, ähnlich wie bei den Boxkämpfen auf RTL, ein Werbespot die Sicht aufs Spielfeld verhindert hätte?

 

Quotenanstieg:

Schaut man jetzt 2015 auf das vergangene TV-Jahr 2014 zurück, können sich „Das Erste“ und das „ZDF“ ein deutliches Plus verbuchen.

Behaupten doch viele für sie würde sich der Rundfunkbeitrag nicht lohnen, haben doch die meisten fleißig alle WM-Spiele verfolgt. Und die liefen für uns ohne Ausnahme in den oben genannten Sendern. Mit 12,5 % erzielte „Das Erste“ den besten Jahres-Marktanteil seit 2010.

Das „ZDF“ erreichte mit 13,3 % die Spitze am Markt und legte 0,5 % Marktanteilspunkte gegenüber 2013 zu. So gute Werte wurden zuletzt 2006 erzielt. Trotzdem glaubt man nicht daran, dass diese Zahlen stabil bleiben werden. Denn wie schon erwähnt war die Fußball-WM ein großer Pluspunkt, der im jetzt folgenden Jahr weg fällt.

 

Quotenabstieg:

Was ein Anstieg der Marktanteile für „Das Erste“ und das „ZDF“ bedeutet, bedeutet umgekehrt einen Abstieg für die Privatsender. Für ProSieben, Sat.1 und RTL ging es im vergangenen Jahr deutlich nach unten. Zwar bleibt RTL mit 10,3 % Marktanteil vor allem bei den jüngeren Zielgruppen weiter vorne, trotzdem erzielt der Sender damit die schlechteste Bilanz seit über 20 Jahren! Ebenso wie Sat.1 mit 8,1 % oder ProSieben mit sogar nur 5,5 %.

Natürlich erscheint das Bezahlen des monatlichen Rundfunkbeitrags den meisten immer noch nervig. Doch gerade „Das Erste“ und „ZDF“ dienen dem Allgemeinwohl und verfolgen keine privaten Ziele. Und wie man an den Zahlen sieht, werden die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender beispielsweise auch genutzt. In manchen Jahren mehr, in anderen weniger. Wieso auch nicht? Dafür bezahlen müssen wir sowieso.

 

http://www.ard.de/home/intern/die-ard/die-ard-in-zahlen/17_98_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html

http://www.ndr.de/der_ndr/daten_und_fakten/Wofuer-wird-mein-Rundfunkbeitrag-von-1798-Euro-verwendet,ndrdaten115.html

http://www.studis-online.de/StudInfo/rundfunkbeitrag-fuer-studenten.php

http://meedia.de/2015/01/02/tv-jahr-2014-ard-und-zdf-stark-dank-wm-rtl-sat-1-und-prosieben-so-schwach-wie-seit-ueber-20-jahren-nicht/

http://de.wikipedia.org/wiki/ARD_ZDF_Deutschlandradio_Beitragsservice

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Ein Kommentar zu “Warum eigentlich Rundfunkbeitrag?”

  1. [Trierer Medienblog] Warum eigentlich Rundfunkbeitrag? | netzlesen.de sagt:

    […] http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/17674 […]

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