Laufen Spotify die Künstler weg?

Immer häufiger wird in den Medien berichtet, dass der schwedische Musikstreaming-Dienst Spotify zum einen großartig für die Nutzer und zum anderen katastrophal für die Musiker sei.

Spotify ist für viele Jugendliche und Erwachsene der Musikstreaming-Dienst schlecht hin: Etwa 40 Millionen Menschen weltweit nutzen den Dienst. Jedoch befinden sich unter ihnen 30 Millionen nichtzahlende Nutzer und nur 10 Millionen zahlende Premium-Abonnenten. Trotzdem bekommen alle täglich die neuste und aktuellste Musik geboten – egal ob zahlend oder nichtzahlend.

Viele Künstler kritisieren Spotify, da sie der Meinung sind, dass ihre Bezahlung nicht angemessen sei. Manche unter ihnen gehen sogar soweit, dass sie ihre Musik komplett aus dem Spotify-Katalog entfernen lassen. Ein Beispiel hierfür wäre Taylor Swift. Die erfolgreiche US-amerikanische Singer-Songwriterin empfand ihre Bezahlung als unangemessen und tat vielen anderen Künstlern, wie zum Beispiel Tom Yorke von den Radioheads nach, indem sie ihre Musik aus dem Streaming-Dienst entfernen ließ.

Durch den Rückzug von Stars wie Tom Yorke oder Taylor Swift könnte ein großes Problem für Spotify entstehen: sie könnten weitere Musiker animieren sich ebenfalls von dem Musikstreaming-Dienst zu distanzieren und Spotify würde an Attraktivität verlieren.

Gibt es eine Lösung, um diesem Problem entgegen zu wirken?

Zum Einen könnte sich Spotify mehr an der Filmindustrie orientieren. Weder Netflix noch Watchever stellen die neusten Kinofilme dem Nutzer zur Verfügung, um den Anreiz für Kinobesuche zu erhalten. Trotzdem beläuft sich beispielsweise die Zahl der zahlenden Abonnenten von Netflix auf 50 Millionen. Eine Möglichkeit wäre also, dass Spotify die Musik, die jünger als ein halbes Jahr ist, aus seinem Repertoire entfernt. So hätten Musikfans einen Grund Alben im Handel zu erwerben oder online zu beziehen.

Zum Anderen sollte Spotify die Grenze zwischen den nichtzahlenden Nutzern und den Premium-Abonnenten deutlicher sichtbar machen. Beispielsweise könnte man den Spotify-Katalog für Nichtzahlende limitieren oder auch die aktuellste Musik nur für zahlende Mitglieder zur Verfügung stellen. Dadurch könnte sich die Zahl der Nutzer mit Premium-Account erhöhen und die zusätzlichen Gewinne an die Musiker ausbezahlt werden.

Ist dieses Gedankenspiel überhaupt realistisch und notwendig?

Es ist auf jeden Fall denkbar, dass man durch die Umsetzung neuer Strategien und Strukturen mehr Premium-Abonnenten für Spotify gewinnen könnte. Dadurch könnten dann auch möglicherweise die Künstler angemessener bezahlten werden – darunter verstehen sich nicht nur die Superstars wie Taylor Swift und Co.; sondern auch die abertausend unabhängigen Musiker, die für ihre Werke eine faire und angemessene Belohnung erwarten und manchmal auch benötigen, um ihren Lebensstandard erhalten zu können.

Die Kritik an Spotify ist aus der Sicht der Künstler berechtigt, da Spotify seinen Fokus ausschließlich auf dem Nutzer hat. Jedoch muss man auch sehen, was für ein großes Potential der schwedische Musikstreaming-Dienst hat, vorausgesetzt er ändert etwas an seinen Grundstrukturen.

 

Quellen:

Spotify laufen die Künstler weg – allen voran Taylor Swift

http://www.theguardian.com/technology/2013/oct/07/spotify-thom-yorke-dying-corpse

http://www.wsj.de/nachrichten/SB10001424052702303997604579237500879631382

Das „Spotify-Problem“ und wie man es lösen kann

http://www.zeit.de/kultur/musik/2014-11/spotify-kritik-taylor-swift-reaktion

https://news.spotify.com/us/2014/11/11/2-billion-and-counting/

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