Google und die Diabetes-Linse

Google ist auf Expansionskurs:
Erst die Übernahme des Unternehmens Nest Labs (siehe: Johanna Claudia Pfaab „Demnächst im Bett mit Google?“)und diese Woche  stellen Googles Forscher ihre neuste Entwicklung vor.

Nachdem das Forschungslabor GoogleX  Projekte wie die Ermöglichung von Internet-Zugang in abgelegenen Regionen mit Hilfe großer Ballons, selbstfahrende Autos oder, wie im vergangenen Jahr, ein groß angelegtes Roboter-Projekt in Angriff nahmen, wird  nun mit Hochtouren an einem neuem Projekt gearbeitet:
Eine digitale Kontaktlinse die Diabetikern das Leben erleichtern soll.

Der Prototyp dieser Linse besteht aus zwei  weichen Kontaktlinsen, zwischen denen sich ein Miniatur-Funkchip und ein Sensor befinden.
Beide gerade so groß wie Glitzerpartikel und die Antenne dünner als ein menschliches Haar.
Sekündlich soll diese eingebaute Technik den Glukose-Spiegel der Tränenflüssigkeit des Trägers messen und diese Daten NATÜRLICH an eine dazugehörige Smartphone App übermitteln.

Zudem wird darüber nachgedacht LED-Lichter in die Linse zu integrieren, die den Träger bei kritischen Werten mit Aufblinken warnen sollen.

Die Vorteile zur bisherigen Ermittlung der Blutzuckerwerte sind offensichtlich:
Kein schmerzhaftes „Fingerpieksen“ mehrmals am Tag.
Und keine Mögliche Entzündung oder Verhornung der Einstichstelle.
Das alles wird nicht mehr nötig sein.

Eine permanente, präzise und Schmerzfreie Messung durch die Google-Linse.

Doch ganz so neu und innovativ ist die Idee nun nicht:
Schon vor einiger Zeit haben Forscher herausgefunden, dass sich der Glukose-Spiegel anhand der Tränenflüssigkeit messen lässt. Forscher der University of Michigan fanden im September 2011 eine verlässliche Messungsmethode: ein nadelförmiger Chip fürs Auge.
Auch in einer medizinischen Versuchsreihe mit Hasen wurde die Zuverlässigkeit dieser Messung bewiesen.
In Kooperation mit Microsoft stellte die University of Washington ihre Version des Projekts vor: statt in einer Miniaturnadel war ihr Chip in eine Linse integriert.

Auch in Deutschland wird in diesem Gebiet geforscht: Das Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme stellte Ende 2012 ihren Glukose-Mess-Chip für das Auge vor.

 

Doch um die Euphorie zu bremsen:
Bis das Projekt ausgereift ist und das Endprodukt auf den Markt kommt dauert allerdings noch eine Weile.
 

 

Quellen
Alle zuletzt eingesehen am 19.01.2014

FOCUS Online „Chip am Auge misst TränenflüssigkeitGoogle entwickelt smarte Kontaktlinse für Diabetiker“ (Freitag, 17.01.2014, 09:21)

ZEIT Online „Google entwickelt Kontaktlinse für Diabetiker“( 17. Januar 2014  11:13 Uhr)

 

 

Video

Functional Contact Lens Monitors Blood Sugar Without Needles (HD version)

http://www.youtube.com/watch?v=WK9F221JF48

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