Das Buch ist tot, lang lebe das Buch

Das Buch ist eines der Medien, dem man im Zuge der Digitalisierung am ehesten prognostizierte, dass es wohl aussterben werde. Weit gefehlt. Nicht zuletzt, weil der Buchmarkt clever auf seine digitalen Konkurrenten reagiert hat. Die Antwort des Buchmarktes auf Kindl und Co. ist zwar als ein Umdenken im eigenen Format zu verstehen, aber es bezieht sich auch zurück auf die Buchkunst.

Die Gestaltung eines Buches ist gewiss eines der Merkmale, die ihm einem besonderes Status verleiht, ihm weiter dazu verhilft seinen Wert als Medium nicht zu verlieren oder diesen Wert neu zu definieren.

Der Wert eines Mediums manifestiert sich unter anderem durch seine Konsumenten und diese haben eben durch die Digitalisierung und alle damit einhergehenden Nebeneffekte einen anderen Anspruch entwickelt, auf die der Markt nun eingeht. So kann man seit längerem schon beobachten, dass Bücherläden ihre Schaufenster wieder mit aufwendigen Hardcovern schmücken und es in der Tat mehr Bücher gibt, deren Gestaltung weitaus glanzvoller ist als noch vor einigen Jahren.

Das Austerben eines Mediums an sich ist mitnichten das schlimmste Resultat der Digitalisierung, bedenkt man auch die Berufszweige, die synchron dazu verloren gehen. So sollten, neben dem Medium, also auch die handwerklichen Tätigkeiten rund um dieses fokussiert werden.

Dieser Aufgabe nehmen sich Wettbewerbe wie »Die schönsten deutschen Bücher« an. Sie sind als Institutionen  zu verstehen, die den gestalterischen und herstellerischen Möglichkeiten des Mediums Buch eine Bühne bieten. Indem sie diesbezügliche Spitzenleistungen auszeichnen, schaffen sie nicht nur eine Öffentlichkeit für das Medium, sondern sie honorieren auch die Arbeit an dem Medium.

»Die schönsten deutschen Bücher« wurden erst kürzlich prämiert. Ausgezeichnet wurden insgesamt 25 Titel aus je fünf Kategorien (»Allgemeine Literatur«, »Wissenschaftliche Bücher, Schulbücher, Lehrbücher«, »Ratgeber, Sachbücher«, »Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge« und »Kinderbücher, Jugendbücher«). Die Bücher, die es in diese Auswahl der fünfundzwanzig schönsten Bücher schaffen, haben weiter die Chance als das schönste Buch prämiert zu werden. Außer dem Fame, den dieser Preis inne hat, ist er auch mit 10000 Euro dotiert.

Die Liste der Sieger-Titel und die prämierten Bücher lassen sich über den Internetauftritt Homepage der Stiftung Buchkunst einsehen.

Zum Weiterlesen und sich selbst ein Bild machen:
http://www.stiftung-buchkunst.de

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