18 Pünktchen und die Politik ist schuld!

8,21 Millionen Zuschauer in Deutschland sahen am Samstag das „Debakel von Malmö“. Die Band „Cascada“, angeführt von Sängerin Natalie Horner, vertrat Deutschland mit dem Song „Glorious“ beim Eurovision Song Contest in der drittgrößten Stadt Schwedens.

Bis auf Lena Meyer-Landruts Fauxpas während der Punkteverteilung, verlief alles wie immer. Diverse Künstler lieferten eine mal mehr, mal weniger unterhaltungsvolle Show ab, vom kreischenden Graf Dracula aus Rumänien bis zu den, Alkohol als kostenlos proklamierenden, Griechen war alles dabei! Deutschland landete mit mageren 18 Punkten auf Platz 21, konnte damit ganze 7 Länder hinter sich lassen und allen wurde wieder klar, was passiert wenn Stefan Raab mal keine Zeit hat.

Mit dieser herben Schlappe muss man nun leben, Ursachenforschung zu betreiben und die Leistung der besser bewerteten Künstler anzuerkennen wäre aber zu einfach! Lieber sucht man sich als Sündenbock eine Person, die gerade versucht Europa nicht den Bach runter gehen zu lassen:  Frau Dr. rer. nat. Angela Merkel.

Dass „nicht nur Cascada, sondern auch Deutschland auf der Bühne“¹ stand, wie ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber nach dem Ergebnis verlauten ließ, kann man nachvollziehen. Dieses bemitleidenswerte Ergebnis jedoch unserer Bundeskanzlerin in die Schuhe zu schieben klingt eher nach einer billigen Ausrede! Natürlich hat Deutschland außenpolitisch bessere Zeiten erlebt, aber soll bei solch einem überdimensional inszenierten Medienereignis nicht die Musik im Vordergrund stehen?

Finanz- und Eurokrise hin oder her, wer sich in zu enges Outfit zwängt, einen Song singt der im ersten Moment wie ein schlechtes Cover des letztjährigen Gewinnertitels klingt und im Vorhinein schon große Kritik erntet, sollte vielleicht zunächst mal sich selbst hinterfragen, bevor er der Politik dafür die Schuld gibt, dass man aus Aserbaidschan keine Punkte bekommt.

 

 

 


¹http://www.bild.de/unterhaltung/musik/eurovision-song-contest/diese-laender-gaben-deutschland-punkte-30462160.bild.html

http://www.stern.de/kultur/tv/eurovision-song-contest-2013-cascada-erhaelt-maessige-unterstuetzung-der-zuschauer-2013286.html

http://www.thurgauerzeitung.ch/aktuell/kultur/kultur/Ist-Merkel-schuld-an-den-18-Punkten;art253649,3409130

http://www.bild.de/unterhaltung/musik/eurovision-song-contest/cascada-klatsche-welche-rolle-spielte-angela-merkel-30461472.bild.html

 

 

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2 Gedanken zu „18 Pünktchen und die Politik ist schuld!

  1. Thomas Schreiber’s Kommentar zeigt mal wieder, dass Deutschland ein schlechter Verlieren sein kann. Natürlich ist es vollkommen legitim Ursachenforschung betreiben zu wollen, aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist, bis auf wenige Ausreißer, unter anderem den Sieg von Lena, war Deutschland schon häufiger nicht im ersten Teil des ESC vertreten und wenn man dann der Politik die Schuld geben muss, dann wirft das doch die Frage auf, warum Lena Meyer-Landrut überhaupt gewinnen konnte. Angela Merkel war bei ihrem Sieg 2010 schon Kanzlerin von Deutschland und heute führt die Kanzlerin nur eine „strikte Regierungslinie“ fort.
    Natürlich haben ESC-Votings auch immer mit der aktuellen Lage in den teilnehmenden Ländern zu tun, aber immer wie ein schlechter Verlierer anderen Faktoren die Schuld zu zuweisen, das geht wirklich nicht und ändert auch nichts daran, dass das Ergebnis nun mal enttäuschend für „Cascada“ ist.

  2. Erstaunlich, dass einem im Nachhinein auffällt, dass man zum Gewinnen auf die „Hilfe“ der Politik angewiesen ist. Damit gesteht man sich ja offensichtlich ein, dass der Song selbst nicht gut genug war, um die Anrufer zu überzeugen und zumindest für kurze Zeit die politische Lage vergessen zu lassen.

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