Big Brother nun im realen Leben?

Nachrichten Agenturen stehen unter anderem für Neutralität und überregionale Information. Sie beliefern mehrere Medien und sind somit, vor allem für regionale, kleinere Sender bedeutend. Die Charakteristika einer Nachrichtenagentur sind seit neusten Fällen in den USA vielleicht hinfällig. Dort wurde eine Spionage-Aktion gegen die Associated Press (AP) bekannt.

Neutralität der Medien und Pressefreiheit, darüber ist in diesem Medienblog schon häufig berichtet worden. Dass nun selbst eine Nachrichtenagentur scheinbar fürchten muss, ehrlich und gewissenhaft recherchieren und berichten zu können, das wirft mal wieder ein dunkles Licht auf Amerika. Hat der „Saubermann“ Obama vielleicht doch ein paar Leichen im Keller oder ist es als Mann in so hoher Position einfach nicht möglich ohne Skandale über Wasser zu bleiben? Obama präsentierte sich in seiner bisherigen Amtszeit immer sehr „Medien nah“, bekannt sind presse- und bürgernahe Handlungen wie die Einladung von Journalisten oder der Videochat über Google mit ausgewählten Bürgern. Dass er selbst jetzt aber die Medien ausspioniert zeigt, dass Amerika einfach unheimlich paranoid ist oder da so einige Sachen in der Vergangenheit passiert sind, die es zu vertuschen gilt. Obamas Image bröckelt und dennoch sieht er sich im Recht mit der Bespitzelung.
Der Skandal ist vielleicht Folge des Kampfes gegen den Terror, der seit dem schrecklichen Terroranschlag am 11. September 2001 herrscht. Aber wenn das amerikanische Justizministerium eine überregional agierende Nachrichtenagentur überwachen lässt und Telefondaten sammelt und das dann angeblich durch „ das Gleichgewicht zwischen Pressefreiheit und nationale Sicherheit“ zu rechtfertigen ist, traut man dann in den USA noch irgendwem?

In der heutigen Gesellschaft leben wir in einer bunten Medienlandschaft und Pressefreiheit ist essentiell. Gerade die deutsche Geschichte zeigt wie wichtig „Pressefreiheit“ ist. Natürlich ist es für Amerika notwendig, die nationale Sicherheit zu wahren, jüngste Ergebnisse in Boston zeigen auch, dass da Handlungsbedarf besteht. Aber die eigenen Reihen zu überwachen, das hat nicht den Anschein, dass es wirklich um die „nationale Sicherheit“ geht. Wenn Medien überwacht werden, kommt sehr schnell der Verdacht auf, dass da jemand nicht möchte, dass etwas ans Licht kommt.

Egal, ob die Maßnahme des Justizministeriums nun gerechtfertigt ist oder nicht, Alltag sollte das keinesfalls werden. Wenn Mitarbeiter amerikanischer Medien aus Angst vor Konsequenzen irgendwann nicht mehr ihre Arbeit in aktuellem Maße weiterführen, dann ist der nationalen Sicherheit damit auch nicht geholfen. Hoffentlich wird so ein Vorfall nicht in der Bundesrepublik Deutschland öffentlich werden, paranoides „Big Brother- Verhalten“ bringt niemandem auch nur irgendwas.

 

Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesident-obama-geraet-wegen-ap-und-steuerskandal-unter-druck-a-899880.html ,[17.5.13.].

http://www.spiegel.de/politik/ausland/bespitzelung-der-agentur-ap-us-medien-entsetzt-ueber-staatliche-spitzelei-a-899875.html, [17.5.13].

http://www.spiegel.de/politik/ausland/obama-verteidigt-aktionen-gegen-ap-a-900401.html, [17.5.13]

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Ein Gedanke zu „Big Brother nun im realen Leben?

  1. Bei dem Stichpunkt Pressefreiheit kann ich dir nur zustimmen. Es gab und gibt genug Beispiele in Vergangenheit und Gegenwart, die uns beweisen, wie wichtig die Pressefreiheit ist und das man immer dafür kämpfen sollte. Aktuell sieht man in der Türkei, wie einfach es ist, wichtige Ereignisse aus der Presse fern zu halten, was einfach nicht passieren darf, weil so der ursprüngliche Sinn und Zweck der Presse definitiv nicht erfüllt wird.

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