Bürgerrechtler: Schlechter Datenschutz bei Google

Neulich stellte die amerikanische Bürgerrechtsorganisation Privacy International (PI) eine Studie über den Datenschutz bei größeren Onlinediensten auf. In der Rangliste, die 23 Organisationen enthält, bildet Google das Schlußlicht und erhielt als einziges Unternehmen die Bewertung „Hostile to Privacy“ – also datenschutzfeindlich. Andere Internetdienstleister wie eBay, Amazon, Myspace, Microsoft oder AOL erhielten zwar bessere Noten, einen unbedenklichen Datenschutz konnte jedoch keinem Unternehmen zugeschrieben werden.

Google kritisierte die Bewertung PI’s mit der Begründung, das 70köpfige Team, das für die Bewertungen verantwortlich ist, beinhalte einen ehemaligen Microsoft-Mitarbeiter, sodass die Rangliste an Glaubwürdigkeit verlöre.

PI wies die Vorwürfe prompt zurück – der Mitarbeiter sei schon seit mehreren Jahren bei PI angestellt und seine Zeit beim Google-Konkurrenten Microsoft läge schon sechs Jahre zurück.

Ich persönlich finde, dass das Ergebnis dieser Studie Anlass zur Diskussion gibt, da vor allem Google ein Dienst ist, den viele von uns täglich nutzen. Auch die Beurteilungen der anderen Anbieter sind nicht makellos und die Frage, wie mit persönlichen Nutzerdaten umgegangen wird, betrifft alle.

Quellen:

http://www.privacyinternational.org/

http://www.heise.de/newsticker/meldung/90901/from/atom10

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4 Gedanken zu „Bürgerrechtler: Schlechter Datenschutz bei Google

  1. Interessante Entwicklung über die letzten Jahre: Jetzt ist Google sogar noch „böser“ als Microsoft. Dabei ist Microsoft noch 2003 von PI für den Big Brother Award nominiert worden.
    A propos Big Brother: Neben Datenschutz im Internet kümmert sich Google ja auch recht wenig um persönliche Rechte in der „realen“ Welt. So werden im neuen Projekt „Street View“ Straßen, Häuser und damit auch Menschen in den verschiedensten (möglicherweise unangenehmen) Situationen fotografiert, um später im Netz veröffentlicht zu werden, damit bspw. Urlauber schon vorab einen virtuellen Rundgang durch ein potentielles Urlaubsziel machen können. Und da werden die fotografierten Menschen eben leider auch nicht danach gefragt, ob die Fotos mit ihnen veröffentlicht werden dürfen.
    Also: „Wer hat Angst vorm Google-Mann?“ „Niemand!“ „Und wenn er kommt?“ „Dann laufen wir…“ 😉

  2. Das Internet ist eben noch ein zu wenig reglementierter Raum. Die Entwicklungen sind einfach viel zu rasant als das Vorschriften da mithalten können. Eine einzige Wahrheit welcher Weg zwischen Datenschutz, freier Entwicklung und Verfassungsrecht wird es wohl nie geben. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und auch nur schwer einzuschränken.

  3. Ich denk schon das dies hier angesprochene ein großes Problem darstellt. Vor allem das im 1. Beitrag angeprochene Thema finde ich recht bedenklich und auch beängstigend, vor allem weil ich so etwas zuvor noch nicht gehört habe.
    Aber trotz alle dem denke ich, wird (fast)niemand von uns v.a. auf Google-Dienste verzichten wollen.Wieso sollte also was daran geändert werden?

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