Der Anteil älterer Kinogänger steigt

Wie der Schwarzwälder Bote heute berichtet, geht die 50-plus-Generation inzwischen fast doppelt so oft ins Kino wie noch vor zehn Jahren. Von den Kinobetreibern werden die über 50-Jährigen deshalb als ?Kernzielgruppe von morgen? bezeichnet.

Da mit steigendem Alter auch das Interesse an deutschen Filmen wächst, profitiert auch die deutsche Filmindustrie. Mit einem Marktanteil von 25,8 Prozent erreichten heimische Produktionen im Jahr 2006 den höchsten Wert seit 16 Jahren. Produktionen wie ?Das Leben der Anderen? von Florian Henckel von Donnersmark oder ?Das Parfum? von Tom Twyker haben es den über 50-Jährigen zu verdanken, dass sie zu einem Kassenhit geworden sind, denn die älteren Kinogänger ziehen gute Dramen und Literaturverfilmungen jedem Actionstreifen vor.

Filme wie ?Fluch der Karibik? und ?Spider-Man? wird es in Zukunft immer seltener geben, denn die Zielgruppe der 20- bis 29-Jährigen strömt immer seltener in die Kinos, berichtet die Berliner Filmförderungsanstalt. Für die Multiplexe könnte diese Entwicklung in Zukunft zu einem Problem werden. Keine Sorgen zu machen brauchen sich hingegen die Programmkinos mit ihrer anspruchsvollen Filmauswahl, da sie sich gerade bei den älteren Generation an immer größerer Beliebtheit erfreuen.

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6 Gedanken zu „Der Anteil älterer Kinogänger steigt

  1. Ich fänds nur possitiv, wenn die großen Kinos auch mehr auf anspruchsvolle Filme setzten würden.
    Aber das es Megablockbuster seltener geben wird denk ich nicht, denn ich vermute stark, dass die Entwickelung in anderen Ländern anders aussieht zumal ich denke, dass die Kinoketten weiterhin ein Interesse an großen amerikanischen Produktionen haben werden.

  2. Ob es die großen Blockbuster in Zukunft weniger geben wird, wage ich auch zu bezweifeln.
    Wahrscheinlicher ist, dass man versucht, noch schärfere Kontrollen und Verbote einzurichten, um das Abfilmen bzw. Raubkopieren von zu verhindern. Denn das ist ja zumeist das Totschlag-Argument, mit dem der Zuschauerschwund zu erklären versucht wird.
    Statt also mal genau zu erforschen, warum die jungen Menschen weniger in’s Kino gehen (Rezeptionsverhalten? Marktübersättigung? Nur noch Fortsetzungen?) übt man sich in regulativem Aktionismus.

    Dass aber, angesichts des demographischen Wandels, immer mehr „Alte“ in’s Kino gehen, ist doch nur logisch. Wie sich die Kinos auf diese Entwicklung, vor allem im Bereich Programmzusammenstellung, einstellen werden, ist eine sehr interesssante Entwicklung. Noch merkt man aber nichts davon. Ausser vielleicht, dass man die schon etwas angegrauten Herren Bruce Willis (52) und Harrison Ford (65) noch mal für Action-Reißer (Stirb langsam 4.0 bzw. Indiana Jones 4) noch mal reaktiviert.

  3. Weniger Mainstream, weniger Action, mehr Kultur im Kinoprogramm?, dies wage ich zu bezweifeln. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Media Control strömten fast 233.000 Zuschauer in Deutschland am ersten Ausstrahlungstag in die Kinos. Wenn da Mal nicht die Kasse klingelt.

    Mal ehrlich: Ein Blick auf die Trierer Kinolandchaft.

    Das Trierer Broadway-Kino beispielsweise fungiert als Avantgarde-/Nischenkino in der Region und deckt sich auch mit deiner Zielgruppenbeschreibung was den deutschen Film betrifft, berücksichtigt man jedoch die Beschaulichkeit der gefüllten Kinositzplätze, so hegt man echte Zweifel daran, dass eine „Renaissance“ im Kinoproduktionsalltag anstehen soll.

  4. Weniger Mainstream, weniger Action, mehr Kultur im Kinoprogramm?, dies wage ich zu bezweifeln. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Media Control strömten fast 233.000 Zuschauer in Deutschland am ersten Ausstrahlungstag in die Kinos. Wenn da Mal nicht die Kasse klingelt.

    Mal ehrlich: Ein Blick auf die Trierer Kinolandschaft.

    Das Trierer Broadway-Kino beispielsweise fungiert als Avantgarde-/Nischenkino in der Region und deckt sich auch mit deiner Zielgruppenbeschreibung was den deutschen Film betrifft, berücksichtigt man jedoch die Beschaulichkeit der gefüllten Kinositzplätze, so hegt man echte Zweifel daran, dass eine „Renaissance“ im Kinoproduktionsalltag anstehen soll.

  5. Ich kann den Trend, dass die Generation 50+ die neue Zielgruppe von morgen sein soll, eigentlich nicht beobachten. Denn nach wie vor treffe ich im Kino eher die Altersklasse der 20 bis 29-Jährigen an. Es kann zwar schon sein, dass diese Altersgruppe seltener als zuvor in die Kinos geht, jedoch sollte man sich auch fragen warum. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es daran liegt, dass ein Kinobesuch heutzutage wahnsinnig teuer geworden ist. Eine Karte für Fluch der Karibik 3 hat mich letzte Woche 8? gekostet!! Und gerade die jüngeren Geneationen überlegen es sich dann gut, ob sie wirklich soviel Geld für einen Film ausgeben wollen.
    Eine Änderung des Kinoprogramms hin zu mehr Literaturverfilmungen wäre deshalb wohl die falsche Stoßrichtung. Wenn nämlich die Kinosäule voll sind, dann bei typisch amerikanischen Blockbustern wie Spider-Man oder Star Wars. Die Kinoketten würden besser ihre Preispolitik überdenken.

  6. Ich kann den Trend schon verstehen. Wie mein Vorredner bereits sagte sind Preise bis 8? schon ein Grund sich einen Film nicht im Kino anzuschauen. Verstärkt wird dies noch durch ein, zwar illegales aber dennoch sehr umfassendes, Angebot zum Download auch der neuesten Filme im Internet, das vermutlich stärker von 20-29 jährigen genuzt wird als von der Gruppe 50+. Ungeachtet dessen spielt der demographische Wandel eine große Rolle. 50+ wird in naher Zukunft wohl die Hauptzielgruppe in vielen Bereichen werden, die heute noch verstärkt von jüngeren Generationen abhängig sind.

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