„Gladiatoren-Kampf“

Ein TV-Show-Projekt des holländischen Fernsehsenders BNN sorgt für hitzige Diskussionen. In der von John De Mol konzipierten Sendung sollen Zuschauer per SMS darüber abstimmen können, welcher von drei nierenkranken Kandidaten ein Spendeorgan bekommen soll und damit größere Überlebenschancen hat.

Das auch im niederländischen Parlament diskutierte Projekt nannte Medienwissenschaftler Wolfgang Röbel in einem Interview beim Radiosender HR3 „hochgradig geschmacklos“ und Verglich es mit einem Gladiatoren-Kampf, bei dem Unterhaltung durch die Spannung der Entscheidung über Leben und Tod erzeugt wird.

Er sieht allerdings wenig Gefahr, dass derartige Formate auch in Deutschland Einhalt fänden, da die deutsche Medienregulierung weitaus stärker ausgeprägt ist als im Nachbarland. Er erinnerte an ein Experiment in Deutschland aus den 1970er Jahren, bei dem im rein fiktiven „Millionenspiel“ Kandidaten um eine Millionen Mark spielen sollten, bei Scheitern allerdings die Ermordung durch einen Auftragskiller in Kauf nehmen müssten.

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3 Gedanken zu „„Gladiatoren-Kampf“

  1. Hiermit ist wohl die nächst höhere Stufe der Geschmacklosigkeit der Reality-Show-Konzepte erreicht!Unfassbar,dass es eine „Unterhaltungsshow“ mit dieser Thematik geben soll!Was würde das über eine Gesellschaft aussagen, bei der eine solche Show Anklang fände?
    Im Übrigen denke ebenfalls, dass es nicht möglich wäre, diese Show unter der deutschen Medienregulierung zu senden.Hoffe ich jedenfalls.

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