Internet für alle?

Aufmerksam auf das Thema wurde ich neulich durch einen Beitrag im Deutschlandfunk, es ging um das Internet in Afrika: wie weit ist das World Wide Web dort schon ausgebaut und wie viele Menschen können es überhaupt nutzen?
Für uns gehört es zum Alltag dazu, wir treten durch Mails und soziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt, bestellen unsere Weihnachtsgeschenke über Kaufportale und holen uns unser Lernmaterial für die Uni aus dem Internet. Sogar im Arbeitslosengeld Regelsatz wird das Nutzen von Medien (hier vor allem Internet und Fernsehen) einberechnet, es gilt quasi als Grundrecht. 1
Doch was wenn die Benutzung eines Computers und dann noch des Internets viel zu teuer für den Ottonormalverbraucher wäre? Würden wir sofort an den Rand der Gesellschaft katapultiert werden?

Ganz so drastisch sieht es in Afrika noch nicht aus, denn dort haben nur Wenige einen regelmäßigen Zugang zum Internet und die Mehrheit der Bevölkerung weiß noch nicht wie man einen Computer überhaupt benutzt. Es können sich nur die Reichen ein solches Gerät leisten und das heißt noch nicht, dass sie auch zwangsläufig mit dem Internet verbunden sind. In Zahlen: dreizehn Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind regelmäßig online. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 75 Prozent.
Es ergibt sich sogar noch ein weiteres Problem: das Stromnetz ist noch nicht genügend ausgebaut, in Kenia zum Beispiel haben die Menschen nur einige Stunden Strom am Tag, ein Computer würde da gar nicht funktionieren.

Man könnte vielleicht sagen, dass es heute vielleicht besser sei den Wahnsinn des Medienrummels nicht mitzumachen; doch heißt kein Internet heute, keine Beteiligung am Weltgeschehen. Die Bevölkerung Afrikas (wobei man dabei zwischen den reichen, z.B. Mosambik und armen Ländern, z.B. dem Tschad unterscheiden muss) kann nicht auf Wissen und Nachrichten zugreifen, wobei gerade der klassenübergreifende Gedanke dahinter so reizvoll ist:
Kinder aus Bildungsfernen Familien, die nicht zur Schule gehen können, könnten über Online-Portale unterrichtet werden, junge Erwachsene könnten sich auch privat weiterbilden und und und…
Der UN-Generalsekretär Kofi Annan geht laut „Zeit Online“ sogar so weit, auf dem zweiten Weltgipfel zur Informationsgesellschaft in Tunis 2005 zu sagen, dass ein Zugang zum Internet und damit zu freier Information für ein funktionierendes Staatswesen unabdingbar sei.2

Fakt ist: an der Ostküste Afrikas wurde 2009 ein neues Glasfaserkabel über 15.000 Kilometer Meeresboden verlegt, dass Kenia, Südafrika, Mosambik und Tansania mit Europa und Asien vernetzen sollte. Erstmal profitierten davon nur Firmen und wohlhabende Menschen, in Sierra Leone beispielsweise kostete eine satellitengestützte Verbindung mit einer Geschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde 8000 Dollar im Monat. Heute verbinden neun Glasfaserkabel Afrika mit Europa, wobei die Unterschiede in der Qualität, Geschwindigkeit und Nutzung immer noch zwischen den einzelnen Staaten und Regionen riesig sind.

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat Afrika auf jeden Fall einen großen Sprung nach vorne gemacht und vielleicht wird innerhalb der nächsten Jahre auch eine ganz einfache Angestellte in Kenia ungestört im Internet surfen können. Wenn der Strom reicht.

Quellen:
1 Hartz IV Ratgeber (http://www.hartz-iv.info/ratgeber/regelbedarf.html)
(abgerufen am 3.1.13, 15:02)
2 Dürr, Benjamin: Internet in Afrika – Ein Kabel bringt Hoffnung, Zeit Online (http://www.zeit.de/online/2009/33/afrika-internet-      seekabel/seite-2)
(abgerufen am 23.12.12, 16:39)
Rühl , Bettina: Afrika und das weltweite Netz – Chancen und Grenzen der digitalen Revolution, Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1955491/)
(abgerufen am 23.12.12, 16:37)

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