Journalistenrabatte – WAZ verschärft den Kodex

Die WAZ-Mediengruppe hat sich einen verschärften Verhaltenskodex zum Thema Journalistenrabatte verordnet. Zehn Chefredakteure haben ihn im Mai unterzeichnet. Anbei einige Auszüge:

Schleichwerbung in jeglicher Form ist verboten. Bewusste Zuwiderhandlungen haben arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Redakteurinnen und Redakteure von Tageszeitungen müssen inhaltlichen Einflussversuchen von Werbekunden oder anderer Seite widerstehen.

Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten durch Geld oder sonstige Vorteilsgewährung bestechen lässt, wird entlassen.

Geschenke, die das Maß einer kleinen Aufmerksamkeit (geringfügige Werbeartikel) übersteigen, dürfen nicht angenommen werden.

Für Pressereisen, bei denen der Veranstalter alle Kosten übernehmen will, ist vor einer Zusage der journalistische Wert kritisch zu prüfen. Anzustreben ist die Herausrechnung eines WAZ-Kostenanteils, den der Verlag bezahlt.

Die Annahme von Angeboten zu privaten Ferienaufenthalten, auch im Anschluss an Reisen zu dienstlichen Zwecken, ist untersagt.

Die Überlassung von Autos darf nur zu journalistischen Testzwecken erfolgen.

Benzinkosten sind vom Verlag zu übernehmen.

Die Inanspruchnahme von Presserabatten ist dem Chefredakteur anzuzeigen, wenn die Vorteilsgewährung deutlich über den Rahmen handelsüblicher Rabatte hinausgeht. Beispiel: Wer die von den Fluggesellschaften angebotenen hohen Journalistenrabatte für Privatflüge nutzt, muss dies dem Chefredakteur mitteilen.

Quelle: Akademie Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage e.V. www.abzv.de

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2 Gedanken zu „Journalistenrabatte – WAZ verschärft den Kodex

  1. Hier zeigt sich mal wieder deutlich, in welchen Bahnen sich die journalistischen Tätigkeiten bereits bewegen. Hauptthema: Bestecheung/Korruption bzw. Einflussnahme von Unternehmen auf Journalisten.
    Leider bleibt dieser Passus nur für Journalisten im „beschäftigten“ Dienst einzuhalten. „Freie“ Arbeitskräfte unterliegen nicht der journalistischen Ethik, sondern meist dem journalistisch zu erwirtschaftendem Mehrwert!

  2. Der beste Schutz gegen diese Art der „Korruption“ bei freien Journalisten wäre eine bessere Bezahlung.

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