Noch nicht genug Geld GEMAcht?

Höhere Abgaben für USB-Sticks

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte ist mal wieder in aller Munde. Nach der gerichtlichen Auseinandersetzung mit Youtube, in der es darum ging, dass die GEMA forderte alle Videos, in denen urheberrechtlich geschützte Musik verwendet wird, zu sperren, befindet sich das Unternehmen erneut in den Schlagzeilen.

Bei dem Verkauf von USB-sticks sollen nun um bis zu 1850 % mehr an die GEMA fließen als bisher. Als Grund wird der technische Fortschritt angegeben und die Tatsache, dass es möglich ist mehr Musik auf einem modernen USB-stick zu speichern. Konkret bedeutet das, dass die Abgabe von derzeit einheitlich 10 Cent pro Stick oder Karte künftig von der Speichergröße abhängig gemacht wird. Unterhalb der vier GB werden bei USB-Sticks bald 91 Cent, darüber 1,56 € fällig.

Eine solche Abgabe fällt nicht nur bei Speichermedien an, sondern beispielsweise auch bei Mobiltelefonen. Im Kaufpreis eines solchen Gerätes mit Touchscreen und 8 GB Speicherkapazität ist seit 2011 eine Pauschalabgabe von 36 Euro enthalten. Wer bisher dachte, dass sich das GEMA-Geschäft nur auf die Musik an sich beschränkt, der liegt also falsch. Auch leere CD-, DVD- und BluRay-Rohlinge enthalten beim Kauf bereits einen eingerechneten Betrag, der an die GEMA geht.

Ein wenig verwunderlich ist die neue Regelung für Speichermedien angesichts der Tatsache, dass die GEMA stetig mehr Gewinn macht schon. Allein in den letzten 10 Jahren konnte sie ihre Einnahmen um 60 Millionen € anheben. Von Seiten der Kritiker wird eingeworfen,dass ein Speichermedium von sich aus keine Musik abspielen kann und von vielen ohnehin mehr als virtuellen Aktenschrank genutzt wird. Auf den Eigentlich Abspielgeräten wie MP3-Playern oder Computern sind allerdings schon Gebühren.Ob Doppelte Einnahme oder wertvolle Existenzsicherung von Künstlern in einer finsteren Downloadwelt, bleibt wohl ungeklärt.Sicher ist jedenfalls, dass man sich schleunigst mit Speichermedien eindecken sollte, wenn man die 91 cent nicht zahlen möchte.

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Süddeutsche Zeitung: Gema erhöht Speicher-Gebühren um 1850 Prozent: http://www.sueddeutsche.de/digital/usb-sticks-und-speicherkarten-gema-erhoeht-speicher-gebuehren-um-prozent-1.1366645

Focus: BMG schließt europaweiten Vertrag mit Gema: http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/online-musik-bmg-schliesst-europaweiten-vertrag-mit-gema_aid_757360.html

Spiegel: Gema und Google gehen in Berufung: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gema-legt-berufung-im-streit-mit-youtube-ein-a-834246.html

GEMA Tarife: https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_sonstige/Tarif_Mobiltelefone_ab_2011.pdf

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