Suchtfaktor Facebook: Ein „Gefällt mir“ ist besser als Sex

…Nein, diese gewagte Behauptung stammt nicht aus meinem Mund, sondern ergab sich aus einer US-Studie in Cambridge, welche besagt, dass ein Eintrag in einem sozialen Netzwerk, allen voran Facebook, einen ähnlichen Effekt in unserem Gehirn auslösen soll wie Sex oder gutes Essen.

Eine Erklärung darin sehen die Forscher in dem Mitteilungsbedürfnis der Menschen, das bei manchen wohl mehr, bei manchen weniger vorhanden ist. In der Studie wurde herausgefunden, dass die Befragten 30 bis 40 %  der eigenen Redezeit darauf verwenden, über sich selbst zu reden, wodurch sich auch der regelrechte „Facebook-Boom“ erklären lässt.  Denn Facebook schenkt einem genau das, was der Mensch sich am meisten wünscht: Aufmerksamkeit. Somit kann dieses soziale Netzwerk einen zu jeder Zeit und an jedem Ort befriedigen. Wie hoch der Grad der Befriedigung jedoch sei, haben Wissenschaftler nicht getestet.

Was mich zum Zweifeln bringt ist die Tatsache, dass die Teilnehmer sogar auf Geld verzichteten, eben nur um etwas über sich selbst preisgeben zu dürfen. Natürlich ist das Bedürfnis von sich selbst zu erzählen bei jedem Menschen vorhanden, aber auf keinen Fall will ich doch, dass die ganze Facebook-Welt über mein Privatleben Bescheid weiß?Wie kann die Facebook-Sucht so groß sein, dass ein „Post“ Glücksgefühle hervorrufen kann, die auch nur ansatzweise mit denen des Liebesaktes vergleichbar sind? Traurig!

Für die Zukunft sollte man nicht vergessen, dass Facebook immer noch nur eine virtuelle Welt ist. Anstatt sich um 580 „Freunde“ bei Facebook zu kümmern, bevorzuge ich doch immer noch mich mit meinen echten Freunden auszutauschen, manchmal auch ganz altmodisch bei einem Kaffee.

 

Quellen :

(1) http://www.focus.de/digital/computer/wissenschaft-facebook-eintraege-aehnlich-befriedigend-wie-sex_aid_748969.html

(2) http://www.cosmopolitan.de/psychologie/psycho-tipps/a-32226/facebook-besser-als-sex.html

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Ein Gedanke zu „Suchtfaktor Facebook: Ein „Gefällt mir“ ist besser als Sex

  1. Als Hypothese sei einmal formuliert: Facebook hilft nicht Freunde zu finden, sondern Freunde zu verlieren.
    Ob sich diese Hypothese verifizieren lässt, soll nicht weiter diskutiert werden. Es sollen nur Argumente angeführt werden:
    Stellen wir uns vor, zwei Freunde treffen sich auf eine Tasse Kaffee. Ich unterstelle, dass mindestens einer der beiden ein Smartphone vor sich liegen hat und während des Treffens seine facebook-news liest. Ist das Freundschaftsfördernd?
    Stellen wir uns vor, ein Mensch liest die Postings seiner Freunde und denkt sich, dass es Dinge gibt, die man auch über den besten Freund nicht wissen will. Ist das Freundschaftsfördern?
    Stellen wir uns vor, dass es Freundschaften gibt, deren Kommunikation sich auf rein virtueller Ebene vollziehen. Ist es Freundschaftsfördernd, wenn man vergisst, wie die Stimme des Freundes klingt?
    Oder ist das traurig?

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