genug GEZahlt!

Ob Berufstätige, Studenten oder Schwerbehinderte – ab 2013 wird das Weghören selbst für Gehörlose unmöglich.

Seit 2010 ist es bereits beschlossene Sache: Die GEZ wird ab 01. Januar 2013 eine pauschale Haushaltsabgabe verlangen. Dabei wird es nunmehr unrelevant ob und wie viele Geräte ein Haushalt zum Empfangen des öffentlich-rechtlichen Rundfunkangebotes aufweist. Konkret meint diese Regelung den für Nutzer des Fernsehempfangs geltenden Betrag von 17,98€ von jeden Wohnungsinhaber zu beziehen, unabhängig von Einkommen, Personenanzahl und Nutzung in den jeweiligen Haushalten.

Auch die Nutzungsmöglichkeiten bzw. -bedingungen scheinen außer Acht gelassen zu werden: Die bisherige Befreiung von der GEZ-Gebühr für Schwerhörige, Ertaubte oder Gehörlose wird ebenfalls aufgehoben, wobei die Serviceleistung für Betroffene in Form von Untertiteln und Dolmetschern für Gebärdensprache noch deutlichen Verbesserungen unterzogen werden soll. Nur dann seien laut Hörbehindertenverbände auch die rund 6€ für Betroffene akzeptabel.

Rebellion macht sich auch beim studentischen Volk breit. Obwohl die Gleichsetzung dieser beiden Schicksale wohl fragwürdig ist, fordert eine Initiative des RCDS von Studenten einen gleichermaßen gesonderten Betrag von maximal 6€. Dies soll mit einer Petition bis zum Greifen der neuen Regelung durchgesetzt werden.

Allerdings beschert der Pauschalpreis der rundfunkkonsumierenden Gesellschaft auch Positives: Es darf sich ab dem kommenden Jahr vor unerwarteten „GEZ-Schnüfflern“ in Sicherheit gewogen werden und bei Bedarf auch mit reinem Gewissen ein über Stream laufendes, auf 3-4 Flatscreens projeziertes Fusballspiel angesehen werden.

 

Quellen:

http://www.sueddeutsche.de/medien/rundfunk-neues-gebuehrenmodell-alle-zahlen-und-die-gez-schnueffler-bleiben-daheim-1.956461-3

http://www.genug-gez-ahlt.de/index.php?page=startseite

http://www.news.de/medien/855072218/gez-nimmt-auch-von-behinderten/1/

print

5 Gedanken zu „genug GEZahlt!

  1. Es ist ja einer völlig falschen Ansicht von öffentlich rechtlichem Rundfunk geschuldet, zu meinen man zahle dafür, ihn zu nutzen. Laut Bundesverfassungsgericht ist Faktor für Demokratie und öffentliche Meinungsbildung.

    Wobei ja schon irgendwie die Frage bleibt, wie fair es ist, von blinden taubstummen Studenten für die Meinungsbildung anderer zu kassieren. …

  2. Ich persönlich habe keinen Fernseh und Internet nutze ich auch nicht um Online-TV zu empfangen. Radio höre ich alle 4 Monate einmal, wenn ich die CD im Auto vergessen habe.
    Warum soll ich dafür bezahlen?
    Bildungsauftrag hin oder her… ich würde ja einsehen gesondert für meine Tageschauapp 5 Euro im Monat zu bezahlen, aber die Art von Programm, das die öffentlich-rechtlichen einen großen Zeitanteil ausstrahlen, nämlich Serien und Unterhaltungssendungen möchte ich eigentlich nicht mitfinanzieren.
    Ginge es nur um Demokratieförderung, okay – aber hinter Traumschiff und Co sehe ich eigentlich nur seichte Abendberieselung.

  3. Meinen Angaben nach, müssen blinde Taubstumme keine GEZ zahlen; soviel Verstand besaßen die Entwickler dieser neuen GEZ-Zahlungsweiße wohl doch. Dennoch finde auch ich, dass es eigentlich nicht gerecht ist von jedem, ganz gleich, ob er nun fern sieht oder nicht, oder ob er überhaupt ein Medium nutzt oder nicht, Gebühren einzuziehen. Aber auch die andere Seite, die positive Seite sei nicht verleugnet: Einjeder muss zahlen und kann sich auch nicht mehr davor drücken. Welches Argument nun stärker ist und ob die Welt damit ein Stückchen gerechter wird, wird wahrscheinlich weiterhin zu kontroversen Diskussionen führen.

  4. krannkenkasse zahlt man auch, wenn man nicht krank ist, steuergerlder werden für alles mögliche ausgegeben, was der einzelne nicht nutzt, etc.

    und auch bei den GEZ gebühren, soll es nicht darum gehen, was der einzelne nutzt oder tut, sondern welchen Zweck öffentlich rechtlicher Rundfunk für die Gesellschaft erbringt. Deshalb ist die neue Reglung eigentlich ein überfälliger Schritt. Aber gerade das alte System hat die Mentalität bestärkt, es ginge alleine darum wie viel der einzelne das Medium nutzt.

  5. „…, sondern welchen Zweck öffentlich rechtlicher Rundfunk für die Gesellschaft erbringt.“

    Das ist schon richtig, der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Auftrag, aber erfüllt er auch wirklich seinen Zweck? Wenn alle schon Gebühren zahlen müssen, obgleich sie Fernsehen gucken oder Radio hören, dann müsste meiner Meinung nach aber gewaltig etwas am Programm geändert werden. Es kann doch nicht sein, dass wir Studenten oder generell junge Leute für ARD/ZDF zahlen, aber dann ein Programm bekommen, das größtgenteils auf die ältere Zielgruppe zugeschnitten ist. Außerdem finde ich auch, dass dann die Gebühren für wichitge Sachen ausgegeben werden müssten, als für ein hochmodernes „heute“-Studio, das aber viel zu wenig in seinen Fähigkeiten genutzt wird.

Kommentare sind geschlossen.