Von Schwertern, Sandalen und Netzpiraten

geschrieben von in AllgemeinesKommentar schreiben

Glückwunsch „Game of Thrones“!

Die Adaption der Romanreihe „A Song Of Ice And Fire“ von George R. R. Martin ist derzeit im Begriff die am häufigsten gedownloadete Fernsehserie der Geschichte zu werden. Ein bittersüßer Triumph für den produzierenden Pay-TV-Sender HBO, denn von den kolpottierten 25 Millionen Downloads der gerade laufenden zweiten Staffel, fand kein einziger auf legale Weise den Weg auf die heimischen Rechner.  Wie auch, es gibt für die High-Budget-Serie schlicht kein Angebot seitens HBO, weder via  iTunes noch auf Amazon oder anderen legalen Download-Seiten. Wer „Game of Thrones“ will, muss also für saftige 50$ pro Monat das komplette HBO-Programm abonnieren. Kein Wunder also, dass eine derartige Vermarktungsstrategie die Fantasyfreunde in Richtung bestenfalls halblegaler Filehoster und Streamingportale treibt (HIER trefflich karrikiert).

HBO kanns gelassen sehn, erreicht „Game of Thrones“ doch trotz allem regelmäßig Traumquoten (für Pay-TV-Verhältnisse) und ist den illegalen Downloads auch ein gewisser Werbeeffekt nicht abzusprechen – immerhin hat der Sender auch noch andere qualitativ hochwertige Produktionen im Angebot – allerdings wird hier angesichts solcher Zahlen auch gewaltiges Potential verschenkt.

Wie geschickte Vermarktung im TV-Serienbereich aussehen kann, zeigt zur Zeit das deutsche Streamingportal Myvideo, eine Tochterfirma der ProSiebenSat.1 Media AG. Bereits vergangenes Jahr bot Myvideo die erste Staffel der US-Serie „Sons of Anarchy“ werbefinanziert als Browserstream an, nun legt das Portal mit dem Sandalen-Epos „Spartacus – Blood and Sand“ nach. Dabei kann der User sogar zwischen dem englischen Originalton und der deutschen Synchronisation wählen und das alles vollkommen legal. Die User danken es mit mehreren Hunderttausend Klicks pro Folge, ein beachtliches Ergebnis auf dem vergleichsweise kleinen deutschsprachigen Markt.

Ein derartiges Modell wird für „Game of Thrones“ zwar wohl nicht in Frage kommen, läuft es doch der Grundidee eines Pay-TV-Senders zumindest teilweise zuwieder, doch das Beispiel Myvideo zeigt dass auch die vielbeschworene heutige „Netzgemeinde“ noch legale Angeboten dankend entgegennimmt – wenn man sie denn lässt.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/game-of-thrones-got-stellt-wohl-download-rekord-auf-a-833014.html (Abgerufen am 15.05.2012)

http://www.golem.de/news/us-serie-kostenlos-myvideo-bringt-spartacus-blood-and-sand-ins-internet-1203-90691.html (Abgerufen am 15.05.2012)

Kommentarfunktion deaktiviert.

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO