Al-Dschasira richtet eigene You-Tube Portal ein

Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira, der mit al-Dschasira international seit nun fünf Monaten auch ein Programm in Englischer Sprache sendet, verfügt nun auch über ein eigenes You-Tube Portal. Zuvor waren bereits von Privatpersonen hochgeladene Videos des nicht unumstrittenen Fernsehsenders bei You-Tube zu sehen. Den Schritt You-Tube zur Verbreitung des eigenen Programms zu nutzen, taten zuvor bereits Sender wie BBCWorldwide oder CBS.

Der Geschäftsführer von Al Jazeera English Nigel Parsons sieht in dem eigenen You-Tube Kanal seines Senders eine Chance, eine Plattform zu etablieren das eigene Publikum zu erreichen und neue Zuschauer zu gewinnen.

You-Tube selbst erklärte, dass das der eigene Channel Al-Dschasiras nicht bedeute, dass das Unternehmen die Inhalte befürworte. Bislang hat Al-Dschasira International Publikum in Europa, Australien, Teilen Asiens und sogar in Israel gewinnen können. Der Sender wird jedoch nicht von großen Satelliten- oder Kabelanbieter in den USA geführt, wohl auch, weil dieser dort noch das Image eines ?Terrorsender? hat.

Diese Einschätzung teilt wohl auch ein Teil der deutschen Bevölkerung. Bei einer Umfrage des deutschen Internetportals Web.de gaben von über 2000 Teilnehmern einer Umfrage 41% an Al-Dschasira auf You-Tube sei gefährlich (32% sagten wichtig, 27% war es egal).

Quellen:

spiegel.de

web.de

Links zum Thema:

Al-Dschasira bei You-Tube

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3 Gedanken zu „Al-Dschasira richtet eigene You-Tube Portal ein

  1. Ich habe mir gerade das You-Tube- Portal von Al Jazeera angesehen. Ich halte es nicht für problematisch. Immerhin ist das Portal explizit als das des Senders ausgewiesen.
    Im Gegenteil, ich halte das Portal sogar für eine Bereicherung. Ich kann Al Jazeera von mir zu Hause aus nicht empfangen. So habe ich eine Möglichkeit, über das Internet zumindest auf Teile davon zurückgreifen. Und darüber, inwiefern dieser Sender als ‚Terrorsender‘ charakterisiert werden kann, sollte sich jeder wohl ein eigenes Bild machen. Und dafür bietet ein solches Portal doch eine hervorragende Möglichkeit.

  2. Da kann man mal wieder sehen, wie leicht sich ein Bild aus fragmentarischen Informationen bildet. Da hörte der Westeuropäer und Amerikaner zum ersten Mal im Zusammenahng mit den Botschaften Bin-Ladens und dem Terror von Al Jazeera und schon stufen 41% sein Programm als gefährlich ein. Aber vermutlich liegt’s mal wieder nur an der einfachen Wortverwechslung, dass man Al Jazeerea und Al Quaida nicht auseinanerhalten konnte 😉

  3. „Die Gedanken sind frei…“ und auch die Meinungs- und Pressefreiheit ist in Deutschland durch das Grundgesetz geschützt. Und dabei soll es auch bleiben.
    Wenn 41% der Befragten das Portal als gefährlich ansehen, sollen sie nicht drauf gehen. Und außerdem sollten wir in dem Zusammenhang öfter an Churchill denken: „Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.“ (Oder so ähnlich zumindest.)

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