Deutschland. Mediengesellschaft.

Auf den ersten Blick eine Randnotiz. Eine bloße Formalie. Der wöchentlich erscheinende Spiegel hat ein eigenes Ressort Medien, und das sogar schon lange.

Die Medien stehen beim Spiegel also in einer Reihe mit Ressortklassikern wie Politik, Gesellschaft, Wirtschaft etc., die in so gut wie keinem Qualitätsblatt fehlen. Sicher, nicht nur im Spiegel wurden immer mal wieder medienrelevante Themen aufgegriffen. Dass das renommierte deutsche Leitmedium den Medien ein eigenes Ressort widmet, ist jedoch zumindest für den Medienwissenschaftler bemerkenswert und – meines Wissens – zwar kein Novum in der qualitativen Printmedienlandschaft, aber die Ausnahme.

Zunächst einmal bedeutet das, dass in jedem Spiegel einige wenige Themen aufgegriffen werden, die recht unmittelbar etwas mit Medien zu tun haben und diese oft sogar aus medienwissenschaftlicher Perspektive beleuchtet werden.

Bedeutet es weiterhin, dass die renommierte Spiegel-Redaktion in Medien offenbar eine große gesellschaftliche Bedeutung verortet. Man darf gespannt sein, ob weitere Zeitungen dem Beispiel folgen werden.

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Ein Gedanke zu „Deutschland. Mediengesellschaft.

  1. Meiner Ansicht nach macht der Spiegel es schlicht und ergreifend richtig, sich explizit mit der Medienwelt zu beschäftigen, immerhin ist er ja Teil derer. Für mich fällt die Präsentation eines solchen Ressorts eindeutig in die Sparte „Selbstreflexion“. Ich bezweifle zwar, dass der Spiegel konkret über die eigene Arbeit und Veröffentlichungen reflektiert, aber sich einfach mal als Medium selbst dem Phänomen „Medien“ an sich zu widmen, sollte ungefragt dazugehören. Schließlich möchte man doch in gewisser Weise sicher sein, dass die Redaktionen hinter den Medien wissen, was sie tun, und in der Lage sind, sich (konstruktiv) Gedanken darüber zu machen.

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