Wildtierverbot in Zirkussen

Am 25. November hat der Bundesrat sich für ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen entschieden. Tierschutzorganisationen sind froh über diese Entscheidung und halten sie für längst überfällig. Das Bundeslandwirtschaftsministerium steht diesem Verbot jedoch skeptisch gegenüber. Auch der Circus Krone hält dieses Gesetz für überflüssig und versichert alle Tiere, die Teil ihrer Show sind, gut und artgerecht zu behandeln.

Für Viele ist der Zirkus oder der Zoo die einzige Möglichkeit exotische Tiere einmal live zu erleben. Auch sind die Shows mit tanzenden Elefanten und Löwen die durch Feuerreifen springen faszinierend und machen Spaß.

Jedoch muss man sich die Frage stellen auf welche Kosten man sich diesen Spaß gönnen will. Auch wenn man diese Tiere noch so gut behandelt und sich große Mühe gibt, dass es ihnen gut geht, darf man nicht vergessen, dass es nicht in der Natur eines solchen Tieres liegt Kunststücke zu machen. Wildtiere werden aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen, oder extra für solche Shows gezüchtet, und in eine Welt eingeführt in die sie nicht hineingehören. Dies alles zur Unterhaltung der Menschen. Sie können ihren natürlichen Trieben nicht mehr nachgehen, wie beispielsweise das Jagen der Löwen.

Wir Menschen erlauben uns sehr viel im Umgang mit den anderen Spezien die auf dieser Erde mit uns leben. Wir essen sie, sperren sie ein, tragen ihr Fell oder ihre Haut, halten sie gefangen, zerstören ihren Lebensraum und foltern sie in Tierversuchen. Dass wir sie auch zur unserer Belustigung nutzen (in Stierkämpfen, Hundekämpfen, Zirkussen usw) zeigt wie wir unsere Stellung gegenüber den anderen Erdlingen sehen. In unseren Köpfen ist die Einstellung, dass unser Leben mehr Wert hat, als dass der anderen Erdlinge, so stark verankert, dass wir diese Ausbeutung als normal sehen und uns in allem im Recht fühlen. (Es ist doch nur ein Tier)

Man soll sich eine fiktive Situation vorstellen in der außerirdisches Leben auf unseren Planet kommt. Diese Spezies ist unserer sehr überlegen und sieht uns so, wie wir beispielsweise Fische sehen; dumm, unnütz, wertlos und einfach anders. Welches Argument könnten wir anbringen, damit sie uns nicht töten? (Jonathan Safran Foer: Tiere essen)
Ein anderes Szenario: Die Außerirdischen beobachten uns und sehen wie grausam wir gegenüber anderen Spezies und auch manchmal gegenüber unserer eigenen Spezies handeln; sie werden uns warscheinlich als sehr böse und egoistisch erleben. Wieso sollten sie Gnade über uns walten lassen und uns nicht töten?

Auch ist es absurd, dass wir Menschen uns aussuchen welche Tiere wir lieb haben und umsorgen und welche wir essen und als Kleidung tragen. Tatsächlich sind Schweine mindestens genauso intelligent wie Hunde, ihre Intelligenz entspricht der Intelligenz eines drei- bis vierjährigen Menschenkindes. Fische sind sehr soziale Tiere und erkennen jeden einzelnen ihrer Spezies als Individuum wieder. Kühe die von ihren Kälbern getrennt werden, um Milch für Menschen zu geben, trauern wochenlang um ihr verlorenes Kalb. Wenn man zu einer anderen Spezies als der der Menschen gehört, hat man ein schlechtes Los gezogen, wenn man nicht niedlich aussieht und nicht als Haustier und umsorgendes Wesen behandelt wird.

Alles in allem kann man schlecht behaupten, dass es Tieren gefällt für uns Menschen Sitz zu machen und durch Feuerreifen zu springen. Diese Tiere verdienen eher ein Leben in dem sie ihren Trieben nachgehen können und einen Lebensraum der ihren Wünschen gerecht wird und ihnen erlaubt so zu leben, wie es ihrer Art üblich ist. Daher denke ich auch, dass es höchste Zeit wird für ein solches Wildtierverbot in Zirkussen.

 

Quelle: Jonathan Safran Foer: Tiere essen

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Ein Gedanke zu „Wildtierverbot in Zirkussen

  1. „Auch der Circus Krone hält dieses Gesetz für überflüssig und versichert alle Tiere, die Teil ihrer Show sind, gut und artgerecht zu behandeln.“

    Lustig. Bestimmt auch für das Nilpferd, das ich damals auf deren Zirkusgelände gesehn habe. Das findet es bestimmt auch artgerecht, den größten Teil des Tages in nem Käfig zu verbringen, in dem es vlt einmal im Kreis gehn kann. Baden und bespaßung hin oder her.

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