Schleichwerbung oder Product Placement? – selbst Stromberg weiß es nicht genau

Als ich gestern Abend die TV-Serie „Stromberg“ auf Pro7 sah, viel mir etwas auf. An einer Stelle sagte Stromberg, das man ja jetzt Schleichwerbung machen dürfe und Hält einen „Müller Milchreis“ in die Kamera. Daraufhin erschien ein Untertitel der besagte: „Die CAPITOL stellt fest, es handelt sich nicht um Schleichwerbung, sondern um legale Produktplazierung“.

Da fing ich schon an stutzig zu werden, da ich vorher davon ausgegangen war, es handele sich um das gleiche.

Als im Anschluss an die Sendung die beliebte Amerikanische Show „Two and a half man“ kam und oben rechts in der Ecke die Information erschien: „Diese Sendund wird finanziert durch Product Placement“ wurde ich besonders aufmerksam. Mir war zwar vorher schon bewusst, dass Charley immer Radeberger trinkt, trotzdem hatte ich mich noch nie mit dem Thema auseinander gesetzt.

Was ist denn nun der Unterschied zwischen Schleichwerbung und Product Placement?

Laut Rundfunkstaatsvertrag ist Schleichwerbung: „die Erwähnung oder Darstellung von Waren … eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Programmen, wenn sie vom Veranstalter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und mangels Kennzeichnung die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann.“ Daher ist Schleichwerbung laut Gesetz verboten – hat sich der Stromberg wohl geirrt.

Product Placement im Gegenzug dazu ist vom Prinzip das gleiche, jedoch auf eine bestimmte Art und Weise kenntlich zu machen um der genannte Irritation vorzubeugen und es als Werbung kenntlich zu machen. Vorzugsweise wird ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung vom Protagonisten offensichtlich genutzt wird um es als positiv hervorzubringen.

Das es auch umgekehrt klappt, wie bei Apple zu sehen ist, lässt sich beobachten, wenn man bei Sendungen wie „24“ und „Akte X“, sowie bei Filmen wie „Mission impossible“ mal auf die Computermarke schaut: Nicht nur benutzen die „Guten“ Mac PCs,  um das Ganze zu toppen wird auch noch den „Bösewichten“ ein Windows Computer in die Hand gedrückt. Ganz schön ausgefuchst, aber an der Grenze zum Illegalen.

Das nächste Mal also, wenn ihr mal wieder eure Lieblingsserie guckt, aufpassen ob irgendwo was über Produktplatzierung steht und wenn nicht, und der Held trotzdem eine Cola trinkt sofort beschweren!

Und wenn ihr auch so beliebt wie Herr Stromberg werden wollt immer schön Müller Milchreis essen, bzw. Radeberger trinken, wenn ihr mit 40 in einem coolen Strandhaus wohnen und die ganzen 20 Jährigen abschleppen wollt! …Viel Glück.

 

 

Quellen:

http://www.cosmiq.de/qa/show/65043/Was-ist-der-Unterschied-zwischen-Product-Placement-und-Schleichwerbung/
http://de.wikipedia.org/wiki/Schleichwerbung
http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2005/09/schleichwerbung-auch-in-sat1/
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/product-placement.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,183405,00.html

http://www.prosieben.de/tv/stromberg/video/ganze-folge-aktuell/

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3 Gedanken zu „Schleichwerbung oder Product Placement? – selbst Stromberg weiß es nicht genau

  1. ich habs gestern auch gesehen und wwar kurz davor, vom smartphone aus hier einen bericht rein zu schreiben. aber leider ist das typo3 backend nicht wirklich samrtphone geeignet. da wäre mal ein update fällig^^

    aber zurück zum thema: ich war auch irritiert aber muss zugeben, dass es 1. funktioniert hat. die marke müller ist mir im gedächtnis geblieben. und irgendwie war es als gag immerhin mal ne kreativere form von werbung.

    und by the way schleichwerbung: ist euch mal aufgefallen wie extrem viel schleichwerbung in zurück in die zukunft gemacht wird?

    ps: setzt doch bitte mal hyperlinks leute

  2. In letzter Zeit ist mir auch häufiger aufgefallen, dass zu Beginn bestimmter Sendungen ein Hinweis zum Thema Produktplatzierung erscheint. Anfangs habe ich mir kaum Gedanken darüber gemacht, aber mittlerweile finde ich diese Art der Werbung etwas „frech“.
    Ich kann nicht nicht, wie bei einem „normal“ eingespielten Werbeblock, einfach wegzappen, um der Reklame zu entgehen- Ich muss sie in Kauf nehmen, wenn ich mir eine bestimmte Sendung ansehen möchte. Die unterschwellige Beeinflussung kann beginnen.
    Im Fall Stromberg aber bestimmt nicht ganz im Sinne der Werbemacher. Die Marke Müller behält für mich einen negativen Beigeschmack und beim nächsten Besuch im Supermarkt werde ich mich wohl bewusst gegen den Kauf eines Müller- Produktes entscheiden.

  3. Die im Bericht erwähnten Mac Computer sind mir auch schon des öfteren aufgefallen, besonders in neueren Fernsehproduktionen ist ein benutzter Laptop meist ein Mac und auch verwendete Handys meist Iphones. Diese hab ich besonders häufig bei Dr. House gesehen, als ich vor ein paar Wochen mal wieder eine Folge gesehen habe. Wenn die keinen Werbevertrag mit Apple haben weiß ich auch nicht.
    Ich denke jedoch, dass wir uns langsam aber sicher an diese Form der Werbung gewöhnen müssen,
    ob wir wollen oder nicht. Ich bin auch kein Fan von Produktplatzierung und war früher teilweise sogar fasziniert davon, mit welchen Mitteln versucht wurde, das Produkt bei einem Film oder einer Serie geheim zu halten und vor der Kamera zu verstecken.

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