Hundetötungen in der Ukraine oder: Über was nicht in den Medien berichtet wird passiert auch nicht!?

Die EM 2012 wird von Vielen schon freudig erwartet und die Vorbereitungen in der Ukraine und Polen sind schon seit 2009 in vollem Gange. Stadien werden gebaut oder erweitert, die Infrastruktur wird verbessert und Städte gesäubert.

Wie wir alle vor einigen Wochen aus den Medien entnehmen konnten, wird unter „Säuberung“ allerdings oftmals die Tötung ukrainischer Straßenhunde verstanden.
Sie werden in mobilen Krematorien bei vollem Bewusstsein verbrannt, mit Ratengift getötet oder erschossen. Es gingen Bilder von sterbenden Hunden und den Hundefängern durch die Medien und lösten einen Aufschrei unter Tierschützern und Tierliebhabern aus.
Die Tierschutzorganisation PETA setzt sich nach eigenen Berichten schon seit 2009 gegen die Tötungen der Straßenhunde in der Ukraine ein, allerdings wurde es erst Anfang November zum Thema, als die Tötungen zunahmen und die Medien darauf aufmerksam wurden. Plötzlich könnte man in allen Zeitungen davon lesen, es wurde zum Hauptthema in den Nachrichten und es herrschte allgemeine Empörung über die, wie sie in der BILD Zeitung genannt wurden, „Hundekiller“ in der Ukraine.  Alsbald engagierten sich Prominente, sowie Spielerfrauen und protestierten mit Fotoaktionen, Briefen und Demonstrationen gegen die „Säuberung“.

Durch die Medienpräsenz fühlte sich die Regierung der Ukraine dazu gezwungen Maßnahmen zu ergreifen um die Hundetötungen zu stoppen.
Am 29. November wurde dann die Hundetötung offiziell verboten und mit Strafen bei Nicht-Befolgung gedroht.

Das liegt jetzt etwa 2 Wochen zurück und wer die Berichte nicht aufmerksam verfolgt und sich regelmäßig informiert wird keine Nachrichten über die Hundetötungen mehr gehört haben.
An diesem Beispiel kann man gut sehen, wie Medien das Tagesgespräch bestimmen, unser Verhalten und unsere Aufmerksamkeit lenken. Natürlich musste die ukrainische Regierung auf die Medienberichte reagieren, man will ja nicht, dass die EM 2012 einen negativen Beigeschmack erhält oder die Ukraine ein schlechtes Image. Als die Zeitungen über die „Säuberungen“ berichteten, wurden Maßnahmen versprochen und Verbote erlassen.
Jetzt müssen die Tiere heimlich umgebracht werden, denn die Öffentlichkeit darf nichts mehr davon erfahren. Wer sagt uns denn, dass die Tötungen wirklich eingestellt wurden, nur weil sie nicht mehr das Hauptthema in den Nachrichten sind? Doch durch die Themenselektion der Medien werden wir hier nicht mehr informiert und denken nicht mehr daran.

Die Ukraine ist hier nur ein Beispiel dafür, wie unsere Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema gelenkt wird und dann nach einer vermeintlichen Lösung genau so weiter verfahren wird wie zuvor. Man denke nur an den Waffenhandel mit Saudi-Arabien oder an die Atom Katastrophe in Fukushima. Nur wenn ein weiterer Skandal, oder eine weitere Katastrophe droht, werden wir informiert, doch wie schnell wurden diese Themen wieder vergessen?
Daher sollte jeder selbst versuchen, Themen die er als wichtig erachtet weiter zu verfolgen und es nicht durch die, natürlich, obligatorische Themenselektion der Medien aus den Augen zu verlieren.

 

 

Quellen:

http://www.peta.de/web/aaukraine.5066.html

http://www.peta.de/ukraine

http://www.focus.de/panorama/welt/hundetoetung-in-der-ukraine-tierschuetzer-boykottieren-mcdonalds-und-adidas_aid_686899.html

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Ein Gedanke zu „Hundetötungen in der Ukraine oder: Über was nicht in den Medien berichtet wird passiert auch nicht!?

  1. In meinem Bekanntenkreis wurden die Aufrufe bei Facebook bezüglich der Tötung ukrainischer Straßenhunde eher als „nervend“ wahrgenommen. Von „Pseudo- Weltverbesserern“ war die Rede, die nur vor ihrem Bildschirm sitzen und annehmen, dass ein eiziger Klick ausreicht um die Ungerechtigkeit zu beenden. Selbst aktiv gegen Misstände vorzugehen kommt überhaupt nicht in Frage.
    Das Beispiel Ukraine/Polen beweist allerdings, dass auch dieser indirekte Weg des Protestes funtioniert.
    Aber natürlich hast du recht. Wer weiß, was passiert, wenn die Medien nicht mehr berichten?
    Warscheinlich diejenigen, die sich aktiv und vor Ort gegen die Tötung von Straßenhunden einsetzen.

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