Joseph von Nazareth endlich bei Twitter!

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Joseph von Nazareth hat es nicht leicht. Der 35-jährige gelernte Zimmermann schuftet Tag für Tag in seiner Tischlerwerkstatt im Herzen von Nazareth, um sich und seiner jungen Frau Maria eine bescheidene Existenz aufbauen zu können. Doch in letzter Zeit war Maria irgendwie merkwürdig zurückhaltend ihm gegenüber. Und gerade heute erreichte den armen Joseph auch noch die Nachricht dass Maria schwanger sei. Im neunten Monat! Und sie kann sich nicht mal erklären von wem! Während derlei Schicksalschläge andere Menschen in den Alkoholismus oder zumindest ins Nachmittagsprogramm von RTL getrieben hätten, sucht sich Joseph von Nazareth ein anderes Ventil seine schwierigen Gefühle auszudrücken: Twitter!

Ein durchaus legitimer Schritt, bedenkt man wie wenig Aufmerksamkeit dem armen Joseph in gewissen anderen Publikationen zuteil wird. Schließlich hat sich der Kurznachrichtendienst mit dem niedlichen blauen Vögelchen auch für  manch anderen Prominenten bewährt, die einfach mal ihre Meinung sagen wollen.

Wünschen wir unserem Freund Joseph von Nazareth also alles Gute für die Zukunft und hoffen wir dass der Schuft, der Josephs Angetraute verführt hat, bekommen mag was er verdient.

 

3 Kommentare zu “Joseph von Nazareth endlich bei Twitter!”

  1. s2evheit sagt:

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was du uns damit sagen willst?! Was ist jetzt besonders medienrelevant daran, dass Joseph von Nazareth bei Twitter vertreten ist?
    Da hat sich doch einer wohl nur einen Scherz erlaubt und findet es witzig, soetwas zu fabrizieren.
    Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich blöd eine so wichtige religöse Figur bei Twitter zu missbrauchen.
    Ich bin zwar nicht sehr religiös, aber ich finde es einfach respektlos und nicht witzig, denn dadurch könnten sich religiöse Menschen möglicherweise angegriffen fühlen, dass sich jemand erlaubt „Joseph zu spielen“.

  2. JaGoub sagt:

    Was ich damit sagen will, ist dass es mittlerweile immer mehr User auf Plattformen wie Twitter gibt, die diese in gewisser Weise zweckentfremden, in dem sie sich als jemand ausgeben, der sie nicht sind, welches den ursprünglichen Ideen dieser Netzwerke, nämlich schnelle, globale Kommunikation und Interaktion, zumindest bis zu einem gewissen Grad zuwiederläuft.
    Im Falle von Joseph, (oder den anderen verlinkten Accounts) ist natürlich klar, dass es sich hierbei nicht um die reale Person „Joseph von Nazareth“ handeln kann, weswegen dieser Account als absichtlich plakativer Aufhänger für diesen Artikel herhalten durfte. Schwieriger wirds da schon, wenn gewisse reale (bzw. heute lebenden) Prominente zig angeblich offizielle Online-Sprachrohre auf der selben Plattform hat, aber darauf wollte ich hier nicht explizit hinaus.

    Was die moralische Komponente, insbesondere bei dem Joseph-Account angeht, so lohnt es sich tatsächlich mal einen Blick auf dessen Tweets zu werfen. Diese sind nämlich, zumindest meiner Meinung nach nicht respektlos oder religiös verletzend, im Gegenteil – Joseph sorgt sich um seine Frau, um die anstehende Volkszählung und hat doch für jede Situation einen passenden Bibel-Vers parat. Für meine Begriffe handelt es sich also hierbei um einen sehr respektvollen Umgang (was man zugegebenermaßen von meinem Blogpost nicht unbedingt behaupten kann, da gebe ich dir Recht, im Nachinein würde ich es anders formulieren) mit der historischen und religiösen Person Joseph von Nazareth, der – und hier stimme ich vermutlich mit dem anonymen User hinter dem Profil überein – in der biblischen Weihnachtsgeschichte reichlich kurz kommt.

  3. s2evheit sagt:

    Ok, jetzt wo du dich erklärt hast, kann ich den Sinn hinter deinem Post nachvollziehen. Ja, es stimmt leider wirklich, dass prominente bzw fiktive Personen „missbraucht“ werden. Es gibt ja unzählige Account von Stars nicht nur bei Twitter (da bin ich nämlich nicht, deswegen kann ich das nicht beurteilen), sondern auch bei Facebook. Es geht ja schon damit los, dass man sich einfach nur den Nichname eines Stars zulegt.
    Ich denke, dass diese Menschen diese Netzwerke wirklich mehr nutzen, um sich eine fiktive Existenz aufzubauen, um nicht angeben zu müssen wer sie selber sind.

    Im Falle von Joseph hab ich mir das jetzt mal alles durchgelesen und ich gebe dir Recht, dass es wirklich nicht respektlos ist, was er schreibt. Da war ich wohl etwas vorschnell;)
    Der Account wurde ja jetzt auch am 24.12. vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg beendet. Es war anscheinend eine Art Adventskalender, um die Weihnachtsgeschichte aus Sicht von Joseph zu erzählen und das auf eine modere Art und Weise, damit auch Jugendliche, die sonst keinen Zugang zur Religion bzw zu Weihnachten haben, angesprochen werden.
    In dem Sinne, eine wirklich gelungene Idee.
    Gibt es dann auch einen Account von Maria?

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