Angie goes Medienkanzlerin

Was tun gegen immer mehr sinkende Wählerzahlen oder überhaupt gegen das Desinteresse vieler Menschen überhaupt zur Wahl zu gehen.
Ein großer potentieller Wähleranteil sind die Jugendlichen. Aber wie kann man denen trockene Politik schmackhaft machen und das verstaubte Image loswerden?
Was in Amerika schon längst üblich ist versucht unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel nun auch für sich zu Nutzen. Das Word Wide Web und mediale Plattformen wie Facebook, Twitter und co. erfreuen sich immer mehr an Beliebtheit und sind schon aus dem täglichen Leben vieler Jugendlichen nicht mehr wegzudenken.
Frau Merkel springt jetzt auch auf den fahrenden Zug auf und stellt sich jetzt auf der Internetplattform YouTube den Fragen Ihrer Bürger.

Doch wie viel Aussagekraft steckt dahinter? Was sind die Selektionskriterien der ausgewählten Fragen? Bieten Sie wirklich einen Spiegel der aktuellen Ängste, Bedürfnisse und Wünsche der Bürger?
Ca. 1800 Fragen gingen bis jetzt bei dem Bundeskanzleramt ein. Das Spektrum reicht von „Frau Merkel, seit Jahren sieht man Sie das Sie bei Reden mit ihren Fingern Symbole darstellen, sind Sie in einer Sekte oder was soll das Darstellen ? „ über „Sehr geehrte Frau Merkel, wem dienen Sie eigentlich zur Zeit ? Als gewählte Vertreterin des Volkes nimmt Ihre Glaubwürdigkeit stark ab. Die Macht in diesem Land haben nicht Sie, sondern das Volk. Wann kehren Sie zur Demokratie zurück ?“. Platz 1 nach den neusten Umfragewerten beschäftigt sich mit der Frage zur Legalisierung von Drogen. Nur ob wir dazu eine Antwort bekommen und diese uns im gegenseitigen Dialog „Bürger, Jugend, Politik“ weiterbringt ist sehr fraglich.
Jeder hat nun geschützt durch die Anonymität des Internets die Möglichkeit sich an unsere Kanzlerin zu wenden, nicht nur Politiker oder Journalisten. Nur ob sich diese Plattform für unsere Regierung etablieren wird und sich Angie in dem Medium Internet durchsetzt, bleibt abzuwarten. Denn noch hat sie keine strahlende Medienpräsenz wie Mr. President Obama.
Ob es wirklich zu einem interessanten, nutzvollen Austausch zwischen Jugend und Politik kommt bleibt bis jetzt unklar.

http://www.youtube.com/user/bundesregierung?v=jstPfMyM5rw&feature=pyv&ad=8600464599&kw=bundeskanzlerin, 22.11.2011
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/__Anlagen/2011/11/2011-11-08-youtube-fragen-an-die-kanzlerin,property=publicationFile.pdf 22.11.2011

http://www.sueddeutsche.de/politik/was-youtube-user-die-kanzlerin-fragen-frau-merkel-haben-sie-mich-aufgegeben-1.1185839 22.11.2011

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2 Gedanken zu „Angie goes Medienkanzlerin

  1. Ich habe auch erst vor kurzem einen Bericht über diese neue Art der Kommunikation mit unserer Bundeskanzlerin gesehen. Was mich doch sehr zum schmunzeln, aber auch irgendwie zum nachdenken gebracht hat, war die Tatsache, dass unter den Top 10 Fragen, aktuelle Themen wie der Mindestlohn oder die Euro-Krise eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Viel wichtiger war den Usern, zu erfahren, warum denn eigentlich Cannabis nicht legalisiert wird.
    Man sollte sich daher vielleicht einmal fragen, welchen Wert also diese besondere Art der Fragestunde wirklich hatte? Ob die Bundesregierung mit solch einem Ergebnis gerechnet hat?
    Wie dem auch sei; herzlich willkommen im World Wide Web, liebe Frau Bundeskanzlerin!

  2. Während ich gerade auf swr3.de zu einem Bericht recherchiert habe, den ich im Radio gehört habe, wurde plötzlich eingeblendet:
    „Das könnte Sie auch interessieren: Zur wichtigsten offenen Frage, Angela Merkel lehnt die Legalisierung von Cannabis ab.“
    Ich habe mich schon sehr gewundert, dass diese so wichtige Frage sogar so hoch einzustufen war, dass man dafür eine eigene Infobox erhält. Vor allem fragt man sich doch, wie dieses hohe Interesse zu stande kommt.
    Ich denke nicht, dass Youtube die richtige Plattform bietet, um sich Fragen des Volkes zu stellen. Wir alle schauen uns hier und da Videos auf Youtube an, aber sind es dann wirklich solche mit gehaltvollem Inhalt? Dafür gibt es doch ’seriösere‘ Seiten, die auch mit richtiger Information, dass es einen solchen Dienst jetzt gibt, eine breite Masse erreichen, die sich aber im Gegensatz zu den Millionen Youtubefans auch häufiger kritisch mit den Themen auseinander setzen.

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