Gallopstars & Co

Als ich gestern Abend später noch mal den Fernseher einschaltete, war ich verwirrt, denn die Sendung die da lief, hatte ich noch nie zuvor gesehen, geschweige denn davon gehört. Gallopstars heißt dieses Format. Basierend auf einer Internetplattform in der man sein eigenes Rennpferd virtuell wählen und trainieren kann, gab es dazu dann eine Sendung bei RTL. Dort wurden 4 Anrufer ins Studio durchgestellt und dann fand ein computergesteuertes Pferderennen statt, welches für den Fernsehzuschauer übertragen wurde. Das Preisgeld waren 250€ für den gewinnenden „Jockey“.

Obwohl mir dieses Format nicht bekannt war, zumindest nicht in der Form, dass es zu Onlinespielen Fernsehsendungen gibt, fällt mir doch in letzter Zeit der Boom dieser Onlinegames auf. Ständig sieht man Fernsehwerbung zu irgendwelchen Plattformen, bei denen man sich mit Spielern weltweit messen kann und seinen Highscore immer weiter nach oben treiben kann. Der Sinn dahinter? Wahrscheinlich Zeitvertreib. Es wird auch immer groß mit KOSTENLOS geworben. Bedingt stimmt das in den meisten Fällen auch. Zumindest die Anmeldung und eingeschränkte Bedienungsmöglichkeiten sind kostenlos. Sobald man aber wirklich erfolgreich „spielen“ und alle Navigationsrichtungen nutzen will, muss man bezahlen.

Ich denke immer, so naiv kann man doch gar nicht sein, und so viel Geld für solche Games ausgeben, aber anscheinend gibt es genug Leute die genau das tun. Sonst gäbe es schließlich nicht immer mehr Onlinespiele. Ich stehe dem ganzen jedenfalls ziemlich zwiespältig gegenüber, ich denke dass Plattformen dieser Art auch wieder ein großes Suchtpotential in sich bergen.

 

Quellen:

http://gallopstars.browsergames.de/

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2 Gedanken zu „Gallopstars & Co

  1. Also, dass solche Onlinespiele Suchtpotential haben ist klar, denn genau so erreichen die Anbieter, dass der Nutzer zum regelmäßigen Spieler wird und wenn man einmal im Spiel „drin“ ist, bezahlt man auch gerne den ein oder anderen Euro um weiterspielen zu können. Dies erklärt dann auch warum solche Plattformen anfangs gratis angeboten werden.

    Ich persönlich spiele kein Onlinespiel, doch ich kenne viele die sich gerne damit die Zeit vertreiben. Bei Facebook gibt’s ja auch Farmville und Detektivspiele, die es einem ermöglichen in andere Welten zu schlüpfen. Eine Freundin von mir spielt Farmville und bei ihr kann ich beobachten wie sie dann vor dem Computer sitzt und sich minutenlang überlegt was sie denn nun anbauen soll, damit sie rechtzeitig wieder am Pc sitzen kann um es zu ernten, denn sonst verfault es nämlich. Auch ist es schon vorgekommen, dass sie extra nach Hause gegangen ist, nur um ihre Felder zu ernten. Für mich war das lustig zu beobachten, jedoch sollte man aufpassen, dass solche Onlinespiele nicht zur größten Priorität werden.

  2. Natürlich kann jeder das Hobby ausführen, das er möchte. Bei Onlien Spielen sollte man sich natürlich über Suchtpotenzial und Gebührenpflicht bewusst sein.
    Wenn diese Online Welt allerdings zur Ersatzwelt wird, in der man vielleicht seine Vorstellungen vom echten Leben ausleben möchte, und, wie im beschriebenen Beispiel, sogar seine Affinität zu Pferden, dann wird das Ganze sehr fragwürdig.

    Es entsteht anscheinend die Illusion, dass der Onlinespieler im Internet ein scheinbar „reales Hobby“ ausübt und Verantwortung übernehmen muss. Sobald diese Vorstellung Überhand wird, können diese Online Spiele zur Isolation von der Außenwelt führen…
    Wozu einst noch das harmlose Tamagotschi mit sich brachte, das können Online Spiele erst recht – wenn ein gewisser Grad an Naivität gegeben ist.

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