taff auf Pro7

geschrieben von in Fernsehen, MedienkritikKommentar schreiben

Wer nachmittags regelmäßig Pro7 schaut, dem werden die Namen Annemarie Warnkross, Daniel Aminati und Nela Panghy-Lee bekannt sein, denn die ansehnlichen Moderatoren des Boulevardmagazins, repräsentieren das Motto der Sendung bestens: „taff- täglich aktuelles freches Fernsehen!“

Von montags bis freitags kann man sich ab 17 Uhr auf Pro7, von Beiträgen aus der Hollywood-Szene, der Jugend- und Popkultur, Kuriosem sowie Themen aus aller Welt berieseln lassen. Dabei wird keine hohe Aufnahmebereitschaft gefordert. Stattdessen kann man sich eine Stunde lang vor den Fernseher setzen, geistig „abschalten“ und sich unterhalten lassen. Durch den lockeren und witzig-frechen Sprechstil der Moderatoren wirken diese auf Anhieb sympathisch und hinterlassen beim Zuschauer einen positiven Eindruck. Auch bei emotionalen Präsentationen von Einzelschicksalen reagieren sie angemessen und finden die passenden Worte zur Einführung.

Die Video-Kommentare erläutern die jeweilige Thematik ausführlich. Oftmals enthalten sie einen ironischen bzw. wertenden Unterton, welcher sich jedoch aufgrund der niedrigen Erwartungshaltung gegenüber der Sendung gut in das Konzept einreiht. Die gezeigten Videos sind zwar weder allgemein relevant noch sonderlich informativ, jedoch kann sich die junge Zielgruppe gegebenenfalls mit einigen Akteuren aus den Beiträgen identifizieren und wird so für Themen wie Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch oder Familienprobleme sensibilisiert. Allerdings fragt man sich bei manchen Inhalten bzw. Akteuren auch, warum diese im Fernsehen überhaupt gezeigt werden. Als Beispiel wäre das aktuelle „Jobduell auf Ibiza“ zu erwähnen, bei welchem sich vier arbeitslose Frauen aus Deutschland darum streiten, welche nun eher das schnelle Geld auf Ibiza machen kann. Man fragt sich allerdings, warum zwei der vier Frauen mit kaum Geld in der Tasche am ersten Abend ausgiebig feiern gehen und diese daraufhin mit den obszönsten Schimpfwörtern um sich werfen, da die anderen beiden was dagegen haben, dass ihr Geld zum Party machen ausgegeben wird.

Auch wenn man bei taff von keiner neutralen und objektiven Berichterstattung ausgehen darf, ist es das Magazin trotzdem wert, angesehen zu werden, da es die Bereiche Unterhaltung und Lifestyle durchaus kompetent vermittelt und den Erwartungen der Zuschauer gerecht wird. Trotz der eher seichten Inhalte der Video Beiträge ist das Konzept gut aufeinander abgestimmt und erfüllt seinen Zweck den Zuschauer zu amüsieren.

 

http://www.prosieben.de/tv/taff/

2 Kommentare zu “taff auf Pro7”

  1. s2jecima sagt:

    Das Konzept dieser Sendung ist sicher nur für einen enspannten Fernsehnachmittag gedacht, bei dem man nichts verpasst wenn man zwischendurch wegdöst.Aber muss auch manchmal sein…:)Man sollte sich gelegentlich eine Auszeit aus dem harten, intelektuell-anspruchsvollen Alltag gönnen. Trotzdem ist das Format nicht zum alleinigen Konsum zu empfehlen, wenn man nicht genauso enden will wie die Akteure.

  2. Twitter Tweets 07-07-2011 – 13-07-2011 - - So Do Media: Filmblog – Medienblog sagt:

    […] medienwissenschaft enthüllt: Taff ist es wert angesehen zu werden! http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/10620 […]

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