Stellungnahme zur Kritik des Schwulen-Referates

Stellungnahme zur Kritik des Autonomen Schwulenreferates an einem Beitrag des medienwissenschaftlichen Blogs:

Das autonome Schwulenreferat hat auf ihrer Website eine Kritik zu einem Kommentar des Studierenden Daniel Heißenstein veröffentlicht. Der betroffene Student nimmt hierzu Stellung:

Hier der Link zu meinem Beitrag:

Sollten sich schwule Fußballer outen?

Hier der Link zur Kritik:
http://www.uni-trier.de/fileadmin/studium/AStA/Referate/SWU/stellungnahme.pdf

Zuerst einmal möchte ich sagen, ich fühle mich geehrt, so viel Aufmerksamkeit vom autonomen Schwulen-Referat zu meinem Kommentar zu bekommen.

Die Herleitungen sind teilweise plakativ und falsch, was ich im folgenden darlegen werde.

1) „Diese Äußerung fiel als Reaktion auf den Aufruf des Verfassers des Blogeintrags,
dass auch nicht heterosexuelle Fußballer zu ihrer sexuellen Orientierung stehen sollten.“

Das stimmt so nicht. Der Verfasser bezeichnet es als „sehr schade, dass Homosexualität im
beliebtesten Volkssport der Deutschen ein solches Tabuthema darstellt.“ Hier ist
keinerlei Aufruf des Verfassers zu finden. Der Verfasser bewertet den Anspruch der
Medien, mehr nicht.

2) Der Begriff „Männersport Nummer 1“ für Fußball ist meiner Meinung nach gerechtfertigt.
„Männersport Nummer 1“ bezieht sich hierbei auf die Tatsache, dass, numerisch gesehen,
keine andere Sportart von mehr Männern praktiziert wird. Diese Tatsache kann man nicht
bestreiten.
Ich wage auch die These aufzustellen, dass Ballett eine Frauensportart ist. Es üben zwar
auch Männer diese Sportart aus, jedoch wird diese Sportart von Frauen dominiert. Meine
Aussage zeugt daher nicht von einem falschen Geschlechterbildnis, diese Herleitung ist
nicht nachvollziehbar.

3) Ich bin tatsächlich der Meinung, dass Sexualität im Fußball nichts zu suchen hat.
Jeder kann privat tun und lassen was er will. Aber ob jemand heterosexuell oder
homosexuell ist interessiert mich, als Fußballfan, einfach nicht. Es verdient keine
mediale Aufmerksamkeit. Ich will die Spieler spielen sehen, was sie sonst machen,
interessiert mich nicht sonderlich. Mein Satz zeugt demnach nicht von einer homophoben
Einstellung, was ja bedeuten würde, dass ich eine Aversion gegen Schwule/Lesben pflege.
Sondern von meiner Meinung, dass die Thematisierung von Sexualität im Fußball gerne ein
Tabuthema bleiben darf.

4) In dieser „Parallelwelt“ sei es korrekt,
„politisch nicht korrekt“ zu sein

Der Satz entspricht nicht meinem Kommentar. Ich habe geschrieben, dass ich es okay finde,
wenn die Parallelwelt politisch nicht korrekt ist. Das heißt, ich toleriere politische
Unkorrektheit im Fußball. Es bedeutet hingegen nicht, dass es korrekt und somit allgemein
gültig wäre. Die Darstellung des Schwulenreferates ist an dieser Stelle falsch.

5) das dritte Problem des Schwulenreferates ist ja fast schon Satire. Dort wird aus meinem Kommentar bezüglich politischer Unkorrektheit auf Sexismus, Homophobie und fehlende Einsicht meinerseits geschlossen. Dieses „Problem“ ist in keinem der drei Punkte haltbar. Ich frage mich, wie man derartige Herleitungen finden kann. Ich bitte um eine weiterführende Erklärung des Schwulenreferates hierzu.

6) Das vierte Problem ist überspitzt formuliert. Ein „Gedankenschloss“ wie das meine
nimmt einem Fußballer nicht das Recht, zu seiner Persönlichkeit zu stehen. Er kann das
gerne machen, allerdings rechtfertigt das keine mediale Aufmerksamkeit. Das vierte Problem ist somit nicht haltbar.

 

7) Die Schlussfolgerung des Autors ist eine Folge seiner verqueren Logik und den zahlreichen Fehlern in seiner Kritik. Eine Schlussfolgerung, die auf Fehler aufgebaut ist, kann als nichtig angesehen werden.

Ich nehme die Aufforderung, meine Ansichten zu überdenken, zur Kenntnis.
Die Kritik des Schwulenreferates ist voller Fehler, unlogisch und übertrieben. So kann auch ein autonomes Schwulenreferat nicht arbeiten.

Ich fühle mich durch den Beitrag beleidigt und verlange eine Entschuldigung oder zumindest eine Relativierung des Beitrages seitens des Schwulenreferates.
Ich werden meinen Kommentar nicht weiter relativeren, dazu besteht keinerlei Anlass.
Ich bedauere zutiefst, dass in einem Referat der Universität Trier so ungenau gearbeitet wird. Das kann das Referat doch sicher besser. Ich freue mich auf eine Antwort.

Und es tut mir außerordentlich Leid, dass ich eine eigene Meinung besitze.

MFG
Daniel Heißenstein

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6 Gedanken zu „Stellungnahme zur Kritik des Schwulen-Referates

  1. Bissig ^^ Ich schicke dir meine Meinung dazu per Mail um die Diskussion hier nicht unnötig anzufachen oder den Eindruck zu vermitteln ich würde großartig Partei ergreifen.

  2. Lieber Daniel,

    ich schäme mich im hohem Maße, dass du einen solchen Kommentar verfasst: „Fußball ist der Männersport Nummer eins, Homosexualität gehört irgendwie nicht dazu. Schöne Spielerfrauen, das ist okay. Aber schöne Spielermänner? Das passt einfach nicht in das Schema Fußball. Fußball entführt aus dem Alltag und alles was zählt ist die Parallelwelt, in die man entführt wird. Sport ist Ablenkung vom Alltag, die schönste Nebensache der Welt. Es ist vollkommen okay, wenn diese kleine Welt politisch nicht korrekt ist, das Leben sonst ist es.“ und dich dann so windest, wenn jemand darauf reagiert. Ich finde, wenn du alles so und so gemeint hast, hättest du es auch einfach so schreiben können. Stattdessen hast du dich mit deinen Ausführungen angreifbar gemacht und wunderst dich, wenn du angegriffen wirst.
    Ich finde es gut, dass hier gepostete Inhalte, auch außerhalb diskutiert werden, denn ansonsten würde dieser schlichtweg grenzwertige Post kaum kommentiert untergehen.

  3. Noch einige Fragen:
    1. „Das heißt, ich toleriere politische
    Unkorrektheit* im Fußball.“ – heißt das, du tolerierst Homophobie um Fußball (und damit zusammenhängend Spieler/Fans)? *Inkorrektheit?

    2. „So kann auch ein autonomes Schwulenreferat nicht arbeiten.“ Ich weiß, der Ton macht bekanntlich die Musik – aber findest du nicht auch, dass das hier schon wieder etwas mehrdeutig klingt?

    3. „Aber schöne Spielermänner? Das passt einfach nicht in das Schema Fußball.“ Und du findest ehrlich nicht, dass diese Aussage ein ganz klitzekleines bisschen Homophob klingt?

    4. Es kann und darf ja gut und gerne deine Meinung sein, dass Sexualität im Fußball nichts verloren hat und das dich die sexuellen Präferenzen der Spieler nicht interessieren. Und: es ist nun mal Fakt, dass es für sehr viele Menschen eine Rolle spielt. Vielleicht solltest du dein Desinteresse an der Sexualität von Fußballspielern – wenn dir das schon einen Kommentar im Blog der Medienwissenschaften wert ist – einfach weniger nach platten Stammtischparolen klingen lassen.

  4. Lieber Daniel,

    als Fachschaftssprecher solltest Du eigentlich für die Anliegen aller MeWis eintreten, und das schließt auch homo-, bi- oder transsexuelle Studierende ein. Offensichtlich bist Du Dir dieser Tatsache nicht bewusst, sonst hättest Du nicht so leichtfertig gehandelt.

    „Fußball ist der Männersport Nummer eins, Homosexualität gehört irgendwie nicht dazu“

    Alleine schon dieser Einleitungssatz Deines Kommentars ist eine rote Karte wert. Daran ändern auch die argumentativen Rauchtöpfe nichts mehr, die Du in diesem Beitrag wütend hinterher schleuderst. Im Gegenteil: Deine Replik auf die Stellungnahme des Schwulenreferates ist ein Musterstück in missglückter Krisenkommunikation. Hier wäre eine einfache Entschuldigung angebracht gewesen, um das vermeintliche Missverständnis auszuräumen, doch stattdessen hast Du die Sache mit diesem Beitrag nur noch verschlimmert, indem Du Dich plötzlich selbst zum Opfer stilisierst, das nicht einmal mehr eine eigene Meinung haben darf.
    Dabei darfst Du die Meinung gerne für Dich behalten, aber als Fachschaftssprecher bist Du –zumindest für mich – mit Deinen unbedachten Äußerungen untragbar geworden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ein Wähler, der seine Stimmvergabe zutiefst bereut

  5. Ich muss Michael beipflichten. Deine Erwiderung hat nicht dazu beigetragen, den Konflikt zu entschärfen, eher sogar das Gegenteil bewirkt.
    Wenn Du Dich jetzt darüber beschwerst falsch verstanden worden zu sein und sogar eine Entschuldigung verlangst (!), dann drücke Dich das nächste Mal halt exakter aus. Und wunder Dich nicht, wenn man Dich – abgesehen von dieser eh schon diskutablen Haltung – in eine homophobe Ecke schiebt; der Kommentar iust ja auch eher lax geschrieben.
    Der Konflikt hat sich ja erst daran aufgehangen, dass Du Fachschaftssprecher bist und eigentlich für die gesamte Fachschaft sprichst. Und mit dem Gedanken solltest Du vielleicht auch das nächste Mal Kommentare und Stellungnahmen zu strittigen Themen posten.

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