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… derartig kündigt sich die Website des Nachrichtensenders N24 in der Browser-Titelleiste der Startseite an. Über den Sender an sich bzw. seine Berichterstattung wurde bereits vielfach diskutiert, im nachfolgenden Beitrag soll deshalb das Webangebot im Zentrum stehen und im Hinblick auf gestalterische und thematische Aspekte untersucht werden.

Was bietet die Website?
Das Angebot von N24.de lässt sich in die drei Hauptbereiche „Livestream“, „Videos“ und „Nachrichten(artikel)“ gliedern, wobei der Schwerpunkt auf den zahlreichen Videos (aus dem eigenen Programm) liegt.

Wie ist die gestalterische Umsetzung zu bewerten?
Bei allen Webangeboten von Nachrichtenportalen stellt sich zunächst ein sehr schwieriges Layout-Problem; und zwar die Herstellung von Übersichtlichkeit bei einer Fülle an einzelnen Elementen, wie Überschriften, Teasern, Bildern, Videos, Werbeanzeigen, Navigationselementen, etc. Beim Besuch der N24-Startseite fällt auf, dass dieses Problem überraschend gut gelöst wurde. Der übersichtliche, modulare Aufbau zieht sich durch das gesamte Webangebot und erleichtert dem User dadurch die Nutzung und Orientierung.
Unterhalb eines Moduls bestehend aus N24 Logo, Datum und Uhrzeit, einer Verknüpfung zu facebook und rss, einem „Registrieren“-Button und einer Eingabe-Suchmaske, folgt die Hauptnavigationsleiste, die die einzelnen Themenbereiche der Website enthält. Diese Karteireiter teilen sich dann jeweils nochmals in die einzelnen Unterkategorien auf. Außerdem sind hier auf der rechten Seite Links zu den Hauptbereichen „Mediencenter“, „Live“ und „Kompakt“ gesetzt. Auf der Startseite befindet sich direkt darunter ein großes, wechselndes Bild mit tagesaktueller Schlagzeile. Unterhalb gliedert sich die Website dann in die einzelnen Berichte, oftmals mit Foto und Teaser, auf. Überschriften ordnen die Berichte und Videos in einzelne Kategorien ein. Am Seitenende finden sich eine Sitemap mit den wichtigsten Links, Impressum, Nutzungsbedingungen, etc.
Die Farbwahl der Website ist positiv zu bewerten; einerseits werden die Ansprüche an das Corporate Design durch orange-blaue Farbgebung befriedigt, andererseits bietet gerade der Blauton, der meist für Balken verwendet wird, einen gut lesbaren Untergrund. Auch der leicht hellgraue Seitenhintergrund garantiert eine gute Lesbarkeit.

Zusammengefasst ist der Website-Aufbau gut gegliedert, übersichtlich und erfüllt Ansprüche an die Usability weitgehend.

Kritik
Neben den Werbeanzeigen, die allerdings in jedem vergleichbarem Portal zu finden sind, stören vor allem die Werbespots am Beginn der meisten Videos, die viele Nutzer vom Anschauen abhalten könnten.

Des Weiteren ist die Suchfunktion der Website zwar ein userfreundliches Element, bei der gezielten Suche nach Schlagwörtern aber teilweise ungeignet (Bsp.: Suche nach dem aktuellen Begriff „EHEC“ liefert nur zwei Artikel aus den Jahren 2008 und 2009!).

Negativ zu bewerten ist außerdem die teilweise sehr boulevardeske Themenauswahl. Dies soll hier kurz am Beispiel der Startseite (vom 07.06.2010) aufgezeigt werden. Der Aufmacher behandelt abwechselnd Angela Merkels Besuch im Weißen Haus und die EHEC „Seuche“ und auch die darunter angeordneten politischen Themen sind weitgehend seriös. Was darunter folgt, sind allerdings unter anderem Videos, Bilderstrecken und Berichte zu den Themen „Nackte Tatsachen: US-Abgeordneter twitterte pikante Fotos“, „MTV Grapsch-Awards“, „Sechs Wochen Dauerparty beim Spring-Break“, „Der heißeste Hintern Hollywoods“, „Der kleinste Bikini der Welt“, „Sexy oder nicht? Die verrücktesten Misswahlen“ oder aber „Playboy Juni 2011 – Heißeste Häschen gekürt“ (Fast alle Artikel befinden sich in der Kategorie „MM – Das Männermagazin“). Hier stellt sich die Frage, ob N24 hält, was in der Titelleiste versprochen wird, oder ob doch eher nach dem Motto „sex sells“ vorgegangen wird.

 

Quelle: www.n24.de

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