Harry Potter: Wizards Unite – Das neue Pokémon Go?

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Am 8. November wurde auf Pottermore.de bekannt gegeben, dass Warner Bros. Interactive Entertainment eine Handy- und Konsolenspiele Kollektion auf den Markt bringen wird. Diese soll in der Welt der Magie von Harry Potter spielen und unter dem Label Portkey Games rauskommen. Harry Potter: Wizards Unite wird eines dieser Spiele sein und wird zusammen mit Niantic Inc., einer Firma welche lebensnahe Erfahrungen für Handyspiele kreiert und Macher von Pokémon Go und Ingress sind, realisiert. So soll man mithilfe seines Smartphones in der realen Welt unter anderem magische Wesen fangen oder sich mit anderen Spielern in Zauberduellen messen können.

Bei Pokémon Go handelt es sich um ein Spiel für Smartphone und Tablet in dem die Spieler virtuelle Fantasiewesen, sogenannte Pokémon fangen, trainieren und entwickelt können. Außerdem kann man sein eigenes Pokémon gegen das Pokémon eines anderen Spielers kämpfen lassen. Es ist ein Location-based Game, nutzt also eine Spielumgebung auf dem Prinzip der erweiterten Realität.

Nach dem Release im Sommer 2016 folgte ein wahrer Hype um das Spiel. Die Nutzerzahlen lagen bei fast 30 Millionen (bezogen auf tägliche Nutzerzahlen) und geschätzt hat das Spiel zwischen $3,9 Millionen und $4,9Millionen allein am ersten Tag eingebracht. Auch der Wert von Nintendo ist in dieser Zeit um $23 Milliarden gestiegen, das sind ungefähr 120 Prozent.

Doch hatte das Spiel auch einige Gesellschaftliche Auswirkungen. Als Pokémon Go auf den Markt kam waren die Server regelmäßig überlastet und fielen aus. Auch stieg es schnell an die Spitze der Download-Charts im iTunes-Store und Android-Store und wurde am 12. Juli 2016 zum aktivsten Mobile Game in den USA erklärt. Mit 21 Millionen aktiven Nutzern brach das Spiel mit dieser Auszeichnung den Rekord.

Allerdings sind Pokémon Go auch eine Menge Unfälle zu verdanken. So sind in Kalifornien zwei Männer während des Spielens eine Klippe runtergestürzt, es kam zu Überfällen an sogenannten Pokéstops und in Chiquimula (Guatemala) wurde ein Spieler erschossen, weil er, um ein Pokémon zu fangen, auf Privatgelände eingebrochen war.

Allerdings hielt dieser außergewöhnliche Hype nicht allzu lange an. Schon im Herbst 2016 sind die Nutzerzahlen von fast 30 Millionen auf 5 Millionen gefallen und bis April 2017 sind ganze 80 Prozent der User abgesprungen. Doch trotz dieses starken Rückgangs besitzt das Spiel noch immer eine konstante Fan Base von ungefähr 5 Millionen täglichen Nutzern. Man kann also sagen, dass es sich bei Pokémon Go nicht um einen graduellen Abstieg handelt, sondern eher um einen Hype der nur wenige Monate anhielt und aus dem sich aber dann eine stabile Spielerbasis rauskristallisiert hat.

Ob man bei der Harry Potter Version einen ähnlichen Hype sehen wird ist fraglich da die Größe der Fangemeinschaft schwer einzuschätzen ist. Allerdings stehen die Chancen sehr gut, dass auch Harry Potter: Wizards Unite ein Erfolg wird. Mehr Informationen zu dem Spiel folgen aber erst 2018.

‘With this game, we are allowing the passionate, worldwide fan base to explore J.K. Rowling’s deeply powerful and imaginative universe in a new, truly immersive way,’

– David Haddad, Präsident von Warner Bros. Interactive Entertainment

 

 

Quellen:

https://www.pottermore.com/news/new-augmented-reality-mobile-game-harry-potter-wizards-unite-announced

https://www.harrypotterwizardsunite.com/

https://de.Wikipedia.org/wiki/Pok%C3%A9mon_Go

http://www.pcgameshardware.de/Pokemon-GO-Spiel-56108/News/GO-Company-User-Nutzer-1224826/

https://expandedramblings.com/index.php/pokemon-go-statistic/

https://www.redbull.com/de-de/pokemon-go-8-beeindruckende-zahlen

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Deutscher Qualitätsjournalismus in Gefahr? – Zwischen unprofessioneller Berichterstattung und Populismusvorwürfen

geschrieben von in Allgemeines, Medien und Politik, Medienkritik, Qualität1 Kommentar »

Schon lange ist es kein seltenes Phänomen mehr, dass durch selbsternannte Journalisten oder gar Laien wenig vertrauenswürdige Berichte, besonders im Zeitalter des Internets verfasst und letztlich auch veröffentlicht werden.

Jedoch macht es stutzig, dass auch die ganz Großen der Medienbranche, die man als besonders erfahren und seriös beurteilt, kritikwürdige Nachrichten und teils empörende Meinungen öffentlich kund tun. Grundsätzlich sollte bei der voran gestellten Fragestellung klar sein, welchen Stellenwert unsere Medien in unserer demokratischen Gesellschaft haben und welche Erwartung wir insbesondere an den (Qualitäts-) Journalismus stellen.

Kritik über Berichterstattung zum US-Wahlkampf 

Ein wichtiger Leitwert der Berichterstattung sollte die Sachlichkeit und Unparteilichkeit, vor allem in Konfliktfällen sein. Dieser wurde nach Hans-Hermann Tiedje (ehemaliger Chefredakteur der Bild) allerdings bei der ohnehin furiosen Berichterstattung zum Wahlkampf des US-amerikanischen Präsidenten ‚Donald Trump‘ verletzt.                                                                                                                      

Eine direkte Kritik äußerte er gegen die Berichterstattung der ARD und des ZDF. Herr Tiedje hielt die Berichterstattung  zum Thema ‚Trump‘ für zu einseitig und unprofessionell.  

„Ein guter Journalist macht sich mit keiner Sache gemein – nicht einmal mit einer guten“. […] Wo ist diese Definition von Journalismus geblieben? (Hans-Hermann Tiedje)

Zudem wollten die deutschen Medien einen möglichen Sieg Trumps nicht wahrhaben und ließen dessen durchaus realistische Chance zu gewinnen meist unter das Moderationspult fallen. 

„Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte: Das nenne ich miserablen Journalismus“ (Tiedje)

 

                                  In 98% der Fälle berichtete der ARD negativ.

Befremdlicher ‚Sensationsjournalismus‘

Ein anderes immer öfter auftretendes Phänomen, das Reporter und Medien in Verruf bringt ist die oft überstarke mediale Präsenz an Unfallorten. Beispiel dafür, ist das für einige Personen tödlich endende Busunglück auf der A9 bei Münchberg, Anfang Juli diesen Jahres.

Die Vorgehensweise der vor allem überregionalen Presse, die sich anscheinend emotional von dem tragischen Geschehen distanzierte, kann ohne Übertreibung als pietätlos bezeichnet werden.

Reporter wurden zu ‘sensationsgierigen Gaffern’ und setzen beim Versuch der Feuerwehr, die Rettungsaktion abzuschirmen sogar Fotodrohnen ein, um das womöglich schockierendste, polarisierendste und somit vielleicht wertvollste  Bild zu bekommen. Diese neue Strategie der ‘Rezipientengewinnung’ lässt durchaus an den Qualitäten der Reporter zweifeln, die weder Opferschutz noch Anstand wahrtn. Jedoch ist es der Rezipient der leider immer öfter Interesse an solchen Darstellungsformen zeigt. Deshalb ist es fraglich, welche der beiden Parteien wie zu diesem Vorgehen beitragen.

Großer Medienauflauf am Unfallort. Foto: Alexander Wunner, News5/Fricke, dpa Bildautor: Joachim Dankbar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterschätzte Meinungsmache

Auch von Populismus ist in der deutschen Medienlandschaft die Rede. An dieser Stelle wird Claus Strunz, der als politischer Kommentator bei Sat.1 und Moderator der Sendung ‘Akte’ bekannt ist aktuell häufig genannt. Zunehmend wird der Vorwurf laut er sei  vielmehr Rechtspopulist als Vertreter unseres Qualitätsjournalismus. Gewisse Aussagen die er in seinen politischen Kommentaren trifft, wie z. B., dass das Problem mit Linksextremismus größer sei als das mit Rechtsextremismus, weil 

 „für weite Teile der rot-rot-grünen Elite, […] , Terror von links noch immer niedliche Folklore ist“  oder  „Populismus ist das Viagra der erschlafften Demokratie“ werfen ein gewisses Unbehagen auf.

 

Auffällig scheint die allzu häufige Kritik gegen linksorientierte Parteien und vermutlich gleichzeitig gegen die Spitze unseres Landes. 

Auch Themen wie die Flüchtlingskrise, die Vorfälle an Silvester in Köln, sowie die Krawalle in Hamburg während des G20-Gipfels sind für ihn klare Folgen des StaatsversagensMit solchen Beiträgen und diversen Auftritten, auch in Talkshows, erregt er immer wieder große Aufmerksamkeit. Kein Wunder, dass man unter solcher Art der Meinungsmache  schnell auf die Begriffe ‚Rechtspopulismus‘ und ‚Scharfmacher‘ stößt und seine mediale Vorgehensweise teilweise mit der, der AfD verglichen wird.

Fazit

Natürlich dürfen auch Journalisten wie alle anderen Staatsbürger von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch machen und eine Haltung vertreten. Aber dennoch müssen bestimmte Werte ihrer Berufsethik  gewahrt werden um Qualität gewährleisten zu können. Meinungen sollen ein Angebot sein, keine Vorschrift. Zudem sollten sie sich auf Argumente stützen, um einen Diskurs möglich zu machen und Transparenz zu schaffen. Themen sollten aus mehreren Perspektiven beleuchtet werden. Und letztlich ist es auch die Aufgabe der Medien zu kontrollieren, wem eine öffentliche Plattform geboten wird und wem nicht (soweit möglich). Dabei sollte letztlich, auch die Frage nach den Konsequenzen und der Wirkung der Aussage bzw. Nachricht auf den Rezipienten, eine vordergründige Rolle spielen. 

 

Quellen:

http://reporter-24.com/2017/07/medienaerger-nach-busunglueck-gaffer-drohnen-und-poebel-reporter/

http://meedia.de/2017/09/04/scharfmacher-und-rechtspopulist-warum-claus-strunz-zum-glaubwuerdigkeitsproblem-des-journalismus-beitraegt/

https://www.journalistenkolleg.de/lexikon-journalismus/qualitaetsjournalismus

http://meedia.de/2017/01/11/unertraeglich-unprofessionell-hans-hermann-tiedje-ueber-die-trump-berichterstattung-deutscher-medien/

http://meedia.de/2017/07/11/zack-zack-zack-kapuze-auf-die-fremdschaem-populismus-show-des-claus-strunz-zum-thema-g20-krawalle/

http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-moderator-claus-strunz-der-spalter-1.3647805

 

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WhatsApp – Es kann nur Einen geben

geschrieben von in Medienkritik, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

„Schreib mich einfach auf WhatsApp an, du hast ja meine Nummer“, ist ein Satz, den bestimmt jeder von uns bisher öfter als einmal gehört und gesagt hat. Jeder geht offenbar davon aus, dass, wenn jemand ein Smartphone besitzt, er ja wohl auch diesen Messengerdienst besitzen wird. Das ist allgemein bekannt – genauso auch, dass es längst das Anrufen über Mobilfunknetz abgelöst hat, da man so gut wie alle Gespräche, Verabredungen oder auch Diskussionen über Textnachrichten regeln konnte und mittlerweile zusätzlich eine Anruffunktion hat, die nur vom Internet abhängig ist. Die App bietet umfangreiche Optionen und Möglichkeiten, allerdings ist sie nicht der einzige Anbieter, der auf dem Markt mitspielt. Größte Konkurrenten sind WeChat, Tencent QQ, Skype, Viber, Line und Telegram.

https://infographic.statista.com/normal/infografik_3975_messenger_nutzung_in_deutschland_n.jpg

Das Wettrennen um die Nutzer

Bei der Erfindung des Telefons und ihrem Einzug in die Haushalte unserer Welt funktionierte private Kommunikation hauptsächlich auf diesem Weg. Es war schneller als die Post und wer möchte sich schon gegenseitig den neuesten Tratsch morsen? Eine wirkliche Telefonalternative gab es nicht. Wie steht es hierbei mit dem privaten Austausch von Textnachrichten? Anfangs war es die E-Mail, die aber zumindest im privaten Sektor schnell überholt war. Zum Chatten wurden soziale Netzwerke wie Facebook und ICQ genutzt, das fand im Regelfall jedoch am PC statt. Als sich die Telefongespräche auf Handys ausweiteten und die Handys zu Smartphones wurden, etablierte sich eine neue Kommmunikationsmöglichkeit: Instantmessaging. Das Überleben eines Kommunikationsmediums hängt vor allem von einem ab – den Nutzern. Beim Telefon gab es keine Alternativen.

Schaut man sich die obige Grafik an, werden zwei Dinge deutlich: Zum einen gibt es Alternativen und diese sind zahlreich. Zum anderen tut sich ein sehr starkes Gefälle auf. Richtet man sich nach den monatlich aktiven Nutzern, ist WhatsApp deutlich Marktführer. Kann es also nur einen Messenger geben? Mal ehrlich: Wer würde denn Telegram trotz all den herausragenden datenschutzrechtlichen Vorteilen nutzen, wenn es keiner aus dem eigenen Bekanntenkreis verwendet?

Doch wieso ist ausgerechnet WhatsApp dort oben und weshalb könnten die anderen bald noch weiter verdrängt werden?

Was haben die Anderen, was WhatsApp nicht hat

Die WhatsApp-Alternativen reiten selbstverständlich nicht ohne Waffen in den Kampf. Sie versuchen sich auf bestimmte Features zu spezialisieren, wobei Textmessaging immer der kleinste gemeinsame Nenner bleibt. Viber z.B. bot als erster Messengerdienst eine Internetanruffunktion an, noch bevor Skype seine App auf den Markt brachte – WhatsApp hat diese Funktion nun auch, Taktik? Skype hat dafür aber immer noch sein Steckenpferd: Den Videochat. Was bei den Nutzern schon damals auf dem Computer Anklang fand, wurde auch auf dem Smartphone heiß ersehnt. Apple hat dieses Angebot mit Facetime dann doch schon länger, dieses ist sogar über Mobilnetz einwandfrei verwendbar. Jeder, der diesen Blogbeitrag liest und WhatsApp installiert hat, weiß bereits: Das ist nichts Besonderes mehr, auch diese Funktion wurde übernommen. Mit den Stories (24h sichtbare Slideshows mit Bildern und Videos) wurden auch Ideen von Snapchat abgekupfert.

Wie werden die Konkurrenten weiterhin ausgeschaltet?

Einerseits werden Nachbesserung vorgenommen und Funktionen hinzugefügt, die teilweise von anderen Diensten übernommen. Beispiel hierfür ist das kommende Update, welches eine Videochatfunktion für Gruppen mitbringt – eigentlich längst überfällig mit Blick auf Skype, Messenger, JusTalk, etc.

Andererseits, was lockt Nutzer an? Das Zauberwort ist Kompatibilität. So ist WhatsApp sehr kompatibel mit AndroidAuto – die App kann dank Sprachsteuerung sogar mit stark vermindertem Risiko im Auto genutzt werden. Der Messenger ist seit Längerem auch per Laptop nutzbar, durch WhatsAppWeb oder alternativ mit einer Desktopanwendung. Das Update, mit dem nachträgliches Löschen von Nachrichten innerhalb von sieben Minuten ermöglicht wurde, konnte zu leicht umgangen werden. Deswegen ist es weiterer Erwähnung nicht wert.

Doch wogegen kein Konkurrent ankommt, ist die neuste Ankündigung unserer Smartphone-Anwendung Nummer Eins. Mehr wirtschaftlicher Nutzen durch die Wirtschaft selbst. WhatsApp Business. Firmen und Geschäfte konnten ihre Kunden über WhatsApp bisher nur inoffiziell erreichen, das soll sich nun ändern, Unternehmen sollen einen verifizierten Account erstellen können, um mit ihren Klienten in Kontakt zu bleiben. Spekuliert wird noch, inwiefern das für Unternehmen den Kundenmailverkehr ablösen, bzw. den Kundensektor erweitern wird! Viele Apotheken bieten bereits heute eine Bestellmöglichkeit für Medikamente per WhatsApp an. Ähnlich Pizzerien: Eine kurze WhatsApp-Nachricht und die Mahlzeit ist auf dem Weg. Welcher weitere Nutzen für uns User aus dem Programm gezogen werden kann, wird sich noch zeigen. Was aber bereits klar ist: Facebook wird daran verdienen. Die Unternehmen, die dieses Angebot nutzen, sollen nämlich auch zur Kasse gebeten werden. Fairerweise soll das aber nur für die größeren Dienstleister gelten.

Letztlich

Wer hätte schon gedacht, dass Instantmessaging eines Tages solch mediale Dimensionen annehmen wird. Eine Entwicklung, die, wie man anhand dieses Beitrags sieht, noch viel Neues erwarten lässt. Längst geht es nicht mehr nur um das Verschicken von Textnachrichten. Es geht um Voicemails, Anrufe, Videochats, SocialMedia Charakteristiken, Einbindung des Wirtschaftssektors und selbstverständlich auch deren Qualität. Das Medium, welches all diese Funktionen in sich vereint, gibt folglich den Ton auf dem Markt der Instantmessenger an – durch lautere und unlautere Strategien hat sich WhatsApp wie ein perfider Marktschreier die meisten Menschen für sich gewinnen.

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Medienrealität vs. Realität

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Der Mangel an objektiven medialen Informationen lässt uns die Glaubwürdigkeit der Medien anzweifeln. Fake news, mediale Manipulationen ob Fotoshop, Inszenierungen oder falsche Aussagen, sie alle prägen unser Weltbild über die Medien. Die Kredibilität heutiger Medien scheint immer mehr in Verruf zu geraten. Aus gutem Grund, würde so mancher behaupten. Die Frage die sich jedoch stellt ist, ob die Medien die Realität nach ihren Vorstellungen anpassen oder ob sie überhaupt einen objektiven Standpunkt vertreten können um uns das Wesentliche und wahrhaftige Geschehen realitätstreu mitteilen zu können.

Subjektivität der Information

Fakt ist, dass Akteure ( Journalisten, Redakteure etc. ) bevor eine Meldung publiziert wird, diese bereits sorgfältig nach ihren Kriterien aussortiert und erstellt haben. Dies bedeutet dass mediale Akteure ein Thema nach ihren Wertvorstellungen strukturieren und somit verschiedene Auffassungen und Darstellungsmöglichkeiten schaffen. Jede Nachricht beinhaltet also subjektive Aspekte, denn wie es bereits Heinz von Foerster passend formulierte :

„Objektivität ist die Illusion, dass Beobachtungen ohne einen Beobachter gemacht werden können“.

Medienrealität Beispiel Trump

Ein Beispiel für diese, durch die Medien, erschaffene Realität ist einer der wohl umstrittensten Personen im öffentlichen Bereich, US President Donald Trump. Am 6. November 2017 war Donald Trump auf Staatsbesuch in Japan. Dieser sollte mit dem japanischen Premierminister  unter anderem die preisgekrönten Koi Fische füttern. Dabei entstand ein Video welches zeigte wie Trump und Shinzo Abe das Fischfutter aus einer kleinen Box an die Fische verfütterte. Für Furore sorgte dieser Film jedoch erst als CNN bewusst die Aufnahme manipulierte, indem man um die 42. Sekunde auf Donald Trump zoomte und somit Staatsoberhaupt Shinzo Abe nicht mehr zu sehen war. Der Fokus lag auf Donald Trump der die ganze Box auf einmal ausleerte anstatt mit Sorgfalt, löffelweise, das Futter in das Wasser zu geben. Betitelt wurde dieses Video, welches mit voller Absicht der Verspottung Trumps galt, mit „Trump joined his Japanese counterpart Shinzo Abe in feeding fish, emptying the whole box of food into a koi pond“

Sofort regnete es ein Sturmhagel an Hasskommentaren gegenüber Trump. Was man jedoch nicht auf dem Video sieht, ist dass der japanische Premierminister ebenfalls den Rest seiner Box komplett über dem Teich entleerte bevor es Trump tat.

Fake-News, Mittel zum Zweck ?

Das veröffentlichte  Video von CNN, wurde in kürzester Zeit durch eine Vollaufnahme des Geschehnisses widerlegt. Jedoch haben zu diesem Zeitpunkt, namenhafte Medien ( Bsp. The Guardian, Jezebel ) diese Version aufgefasst und selbst Artikel verfasst die das Verhalten Trump als unerhört und unsittlich abstempeln, ihn verspotten und beleidigen.

Anhand dieses Beispiels erkennen wir also, dass die Medien die Realität verfälschen können um die öffentliche Meinung zu Personen, wie Trump, oder Geschehnissen zu manipulieren und zu beeinflussen. In fachlicher Sprache ist die Rede von Konstruktivismus. Medien konstruieren eine eigene Medienrealität welche nicht notwendigerweise der Realität entsprechen muss. Für Laien ist es schwierig zwischen Wahrheit und medialer Konstruktion zu unterscheiden, denn „was wir über die Gesellschaft ja über die Welt in der wir leben wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ Luhmann Niklas. Das bestmögliche Resultat an Informationen erlangt ein Rezipient also nur wenn er verschiedene Medien und deren Artikel zu einem bestimmten Thema analysiert und sich aus der gesammelten Information seine eigene Meinung zu den Geschehnissen bildet.

Quellenangabe :

https://www.enca.com/life/in-tweets-nothing-koi-about-trumps-fish-feeding

http://www.breitbart.com/big-journalism/2017/11/06/fake-news-cnn-uses-misleading-video-fabricate-trump-koi-pond-blunder/

https://kurier.at/politik/ausland/haeme-fuer-trump-nach-karpfen-fuettern-in-japan/296.573.088

https://www.snopes.com/did-trump-impatiently-dump-fish-food-in-japanese-koi-pond/

https://twitter.com/

Sportliche Leistungen oder wirtschaftliche Erfolge? – Wie die (neuen) Medien sich auf den Fußball auswirken

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Die Wichtigkeit der außersportlichen Erzielung wirtschaftlicher Profite im Profifußball, ist längst kein neues Phänomen. Die erstmalige Nutzung eines Trikotsponsors lässt sich bis in die 1970er zurückdatieren. Zudem werden prominente Fußballspieler schon seit vielen Jahren von namenhaften Firmen zur Produktvermarktung eingesetzt, man denke beispielsweise an die deutsche Nationalmannschaft und ihr gemeinsames Engagement mit der italienischen Firma Ferrero. Die Relevanz, die neue Medien für unser heutiges Unterhaltungskonsumverhalten haben, führt jedoch dazu,          dass  der sportliche Aspekt zunehmend vernachlässigt wird und wirtschaftliche Erfolge, seitens des Vereins und der Spieler, erheblich an Bedeutung gewinnen.

Es lohnt sich den Fokus auf die Insel zusetzen, spezifisch gesehen auf die English Premier League (EPL).

Im Februar 2015 unterzeichnete die Premier League mit den Firmen Sky und British Telecom einen dreijährigen TV-Vertrag in Höhe von 5.14 Milliarden Pfund. Auf die internationalen Verträge für die Rechte der Premier League Spiele wollen wir erst gar nicht zu sprechen kommen. Alleinstehend, spiegelt diese astronomische Summe die Transformation der Liga nämlich wahrhaftig wieder. Die Liga gilt besonders im 21. Jahrhundert als das Zuhause der fußballerischen Elite und wird bezüglich des Unterhaltungsfaktors, der Wettbewerbsfähigkeit  und der sportlichen Klasse, als unvergleichbar angesehen. Was aber bedeuten die knapp fünf Milliarden Pfund denn überhaupt für die EPL? Mehr Geld für die Vereine und Spieler. Der traditionsverherrlichende Fußballfan sieht im ökonomischen Aufschwung jedoch vor allem negative Aspekte. Dies wird bei verschiedenen Saisonzielen der Vereine deutlich. Ein Platz unter den „Top Vier“ bedeutete früher, in der Champions League mitspielen zu dürfen. Heute wird die Bedeutung unter den ersten vier Plätzen zu landen, durch höhere TV-Boni erklärt. Der Klassenerhalt galt als Privileg, ein weiteres Jahr in der höchsten Liga spielen zu dürfen, während sich heute die bangenden Geschäftsführer bei dem Gedanken, keine Verluste zumachen, eine Schweißperle von der Stirn wischen.

Diese Dissonanz suggeriert, dass der wirtschaftliche Wachstum auf englischer Vereinsebene erstrangig ist und nicht der sportliche. Doch Vereine sind im jetzigen Zeitalter nun mal wirtschaftliche Institutionen, daher sollten uns ihre Motive nicht allzu sehr überraschen. Anders sieht das bei den Spielern aus, die diesen Berufsweg doch vermutlich aus ihrer Liebe für den Sport gewählt haben. In finanzieller Hinsicht ist es ihnen nie besser ergangen, ein Aspekt der durch die Medienvielfalt, besonders der neuen Medien verstärkt wird. Die sozialen Netzwerke ermöglichen es den Fußballspielern für eigene Produkte/Dienstleistungen oder die einer Firma zu werben. Dadurch, dass die Apps wie Instagram, Facebook und Twitter, insbesondere bei Jugendlichen, einen sehr hohen Nutzungsgrad haben, erreichen die Fußballspieler die Massen und machen sich für Werbeagenturen unentbehrlich.

Der moderne Fußballspieler zeichnet sich jedoch nicht bloß durch finanzieller Vollkommenheit aus. Durch die neuen Medien, insbesondere durch die sozialen Netzwerke, verbreitet sich im Fußball eine von Individualismus geprägte Atmosphäre, welche sich in früheren Zeiten, wie es bei Mannschaftssportarten für gewöhnlich ist, durch Teamgeist auszeichnete. Fußballspieler wurden schon immer verherrlicht, das Internet hat jedoch zur Folge, dass sie omnipräsent sind und keine Privatsphäre haben. Nach Siegen, sind gemeinsame Bilder mit Teamkollegen mittlerweile an der Tagesordnung, dabei werden die anwesenden Fans vernachlässigt. Ein Beispiel dafür wäre die Meisterfeier des Chelsea FC im Mai, auf der diverse Spieler die Vorgänge Live auf ihren sozialen Netzwerkkonten übertrugen. Das Gefühl von Verblüffung ist gerechtfertigt, jedoch wäre es falsch die alleinige Schuld bei den Spielern zu suchen. Da die Fußballprofis im Zeitalter der neuen Medien, eine größere Präsenz in unserem alltäglichen Leben haben, als je zuvor, haben sie eine Reputation, die es zu pflegen gilt. Die Anhänger aus aller Welt, die nur über einen medialen Zugang verfügen, dürfen nicht isoliert werden und gegenüber den zahlenden Zuschauern benachteiligt werden. Demzufolge können die neuen Medien im Profifußball als zweischneidiges Messer angesehen werden.

 

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Korrelation zwischen der Fußball Industrie und der neuen Medien stagnieren oder sich gar verringern wird. Wie „The Guardian“ berichtet, sollen sowohl Amazon als auch Facebook an Premier League Streaming Rechten interessiert sein. Solange wirtschaftliche Motive im Fußball schwer wiegen, ist das vermehrte Eingreifen ins Geschäft durch die Medien nicht wegzudenken.

Quellen:

http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-4527010/Man-Utd-v-Crystal-Palace-EPL-LIVE-SCORE.html

https://www.theguardian.com/football/2017/oct/04/facebook-premier-league-bidding-live-matches

https://www.theguardian.com/football/2015/feb/10/premier-league-tv-rights-sky-bt

Memes – die etwas andere Publicity

geschrieben von in Internet, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Niemand ist mehr sicher vor ihnen: Memes. Sei es US-Präsident Donald Trump, Nationalmannschaftsstürmer Sandro Wagner oder gar der Big Ben in London. Mittlerweile ist es möglich, über alles und jeden eins dieser viralen Fotos oder Videos anzufertigen. Memes sind allgegenwärtig.

Was das genau ist, hat dieser Blogbeitrag eines MeWi-Studenten des vergangenen Jahrgangs erklärt. Doch welchen Einfluss hat dieses Internetphänomen – auch wenn es total abwegig klingt – auf Wirtschaft und Politik?

Erstmal ist zu berücksichtigen, dass Memes vor allem bei jüngeren Internetnutzern äußerst beliebt und populär sind. Es ist schwer vorstellbar, einen Jugendlichen zu finden, dem dieser Begriff nicht geläufig ist. In den sozialen Netzwerken wird man zudem praktisch mit diesen Bildern oder Videos überschwemmt: Facebook, Twitter und YouTube laufen vor Content praktisch über – und dort verbringen viele junge Leute einen nicht geringen Teil ihrer Freizeit.

 

Jeder kann über alles ein Meme kreieren

 

Die Variationen der Memes reichen von harmlosen Bildchen über aktuelle Themen bis hin zu grenzwertigen (schwarzem) Humor, welcher auch häufig als zu anstößig angesehen wird. Auch Videos und Collagen, die auf den ersten – oder auch zehnten – Blick absolut keinen Sinn ergeben und nur in bestimmten Kontexten funktionieren, sind reichlich vorhanden und eher für die „Hardcorefans“ vorgesehen.

Nichtsdestotrotz überwiegt die Anzahl an tatsächlich gesellschaftsfähigen Unterhaltungsinhalten die Internetlandschaft. Und wie man es bereits aus der Modewelt kennt, gibt es natürlich auch hier Trends. Bestes Beispiel hierfür sind die „Lindner-Memes“, welche vor allem nach dem plötzlichen Abbruch der Sondierungsgespräche durch den FDP-Politiker in der vergangenen Woche in Mengen aufgekommen sind. Oder auch Präsident Donald Trump: Der 71-Jährige steht praktisch durchgängig in den Schlagzeilen der Medien und sorgt mit seinen öffentlichen Auftritten oder Tweets für ordentliches Memepotenzial.

Womit wir auch wieder bei der Ausgangsfrage sind. Unternehmen und Parteien erkennen natürlich auch das Potenzial in dem Internetphänomen und möchten dieses für Marketingzwecke nutzen. Das gelingt meist eher schlecht als recht. Entweder geht der Schuss nach hinten los und sorgt für schlechte Publicity, man läuft einem total veralteten Trend hinterher oder macht einfach alles falsch.

 

Ein Versuch der Sparkasse – Eher zum fremdschämen

 

Wenn man jedoch alle wichtigen Faktoren beachtet – Aktualität, Verständnis und Umsetzung der Meme – dann kann man durch die folgliche Viralität als Unternehmen bei potenziellen Kunden punkten. Daher werden auch immer häufiger Memes in den Marketingstrategien eingebaut. Beispiele für gelungenes Mememarketing sind u.a. Sixt und Leibniz-Kekse.

Auch in der Politik sind Memes reichlich vertreten – aber meist um jemanden auf die Schippe zu nehmen. Neben den angesprochenen Trump und Lindner gibt es natürlich auch noch weitere Politiker, die auf unfreiwilliger Basis ganze Datenbänke von Memes gewidmet bekommen haben. Man könnte argumentieren, dass durch die mögliche Gefahr der Verspottung ein mancher auf seine Ausdrucksweise mehr achten würde. Jedoch ist die Hemschwelle für Memes mittlerweile sehr gering, sodass selbst harmlose Aussagen parodiert werden.

Alles in allem haben Memes natürlich keinen so hohen Stellenwert wie andere Medien. Und es ist kaum zu erwarten, dass dies sich in Zukunft ändern wird. Allerdings sollte man die „Macht“ dieser Inhalte nicht unterschätzen. Man kann sie bei richtigen Gebrauch zu seinen Vorteilen nutzen, aber sich auch ins eigene Fleisch schneiden.

Quellen:

http://www.social-media-knigge.de/2013/07/03/verlockend-marketing-mit-memes/

http://tobesocial.de/blog/social-media-marketing-memes-unternehmen-strategie-vorteile-tipps-engagement

https://www.cyber-spaces.de/2017/09/20/internet-memes-niederschwelliger-zugang-zur-politik/

http://blog.consense-communications.de/social-media-memes/

 

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Terror durch die Medien – Angemessene Berichterstattung oder doch Beihilfe zum Terror?

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Montag, 13.11.2017 – zwei Jahre nach den Terroranschlägen in Paris 2015, gedenken die Menschen von Paris den Opfern. Diese Gedenkfeiern rufen unwillkürlich Erinnerungen an diesen Abend zurück, sowohl bei Überlebenden und Angehörigen, als auch bei allen anderen welche die Ereignisse vom 13. November 2015 online und in den Medien mit verfolgt haben.

Rückblickend erinnert sich fast jeder an das Informationschaos in der Nacht vom 13. November 2015. Überall in den sozialen Medien kursierten Beiträge zur Situation während und nach den Anschlägen. Somit auch schockierende Bilder von Verletzten, gar Toten, und Videos wie z.B. Menschen der Schießerei im „Bataclan“ versuchen zu entfliehen.

Diese schockierenden Bilder und Videos wurden von den klassischen Medien, wie den Printmedien und dem Fernsehen, übernommen oder auch selbst erstellt und somit verbreitet. Anstößiges Material wie dieses trägt natürlich zur allgemeinen Panik und Angst der Menschen bei. Die Journalisten spielen damit indirekt den Terroristen in die Hände, weil sie ihnen somit helfen die Medien und die Gedanken der Menschen möglichst lange mit ihren Schreckenstaten zu dominieren.

Hier stellt sich die Frage: Sollten Medien überhaupt noch über diese Anschläge berichten und somit die Angst und Panik der Bevölkerung schnüren?

Angenommen, professionelle Journalisten würden auf diese Frage damit antworten keine Berichterstattung mehr zu solchen Anschlägen zu veröffentlichen, dann wären die sozialen Netzwerke, wie Facebook und Twitter, immer noch mit Fotos, Videos und Beiträgen überflutet. Nur diesmal kann man sich in keiner Weise auf dessen Wahrheit verlassen. Ob nun gewollt oder nicht, kursieren hier immer viele Spekulationen und Gerüchte welche sich dann nach und nach, durch mehrfaches Teilen, als Fakten durchsetzen und festigen.

Außerdem benötigen solche Extremisten nicht unbedingt die traditionellen westlichen Medien um ihre Taten in die Öffentlichkeit zu drängen. Sie selbst sind in den sozialen Netzwerken aktiv. So werden über mehrere kleinere Propaganda-Accounts, wie z.B. bei Twitter, regelmäßig islamistische Botschaften verbreitet.

Nicht mehr über solche Ereignisse zu berichten wäre also keine Lösung. Man darf nicht die Augen vor diesen Berichterstattungen verschließen, sondern man muss angemessen über solche Themen berichten. Eine angemessene Berichterstattung sollte objektiv über die Geschehnisse informieren und weitgehend auf schockierende Bilder verzichten. Dies schließt auch das Berichten über Hintergründe einer solchen Tat und die ausreichende Aufklärung über die Motive der Attentäter ein.

Im Allgemeinen sollten Journalisten bei diesen Themen auf große Schlagzeilen verzichten und eine Sensationalisierung vermeiden. Die Medien müssen ihrer Verpflichtung nachkommen, die Menschen über solche Anschläge zu informieren, jedoch ohne die Absicht ihre Verkaufszahlen zu steigern.

 

Quellen:

http://meedia.de/2015/12/01/wenn-das-gefuehl-zur-nachricht-wird-wie-medien-auf-die-pr-maschine-der-terroristen-aufspringen/

https://orange.handelsblatt.com/artikel/28048

http://www.sueddeutsche.de/medien/terrorismus-und-journalismus-warum-medien-ueber-den-terror-berichten-1.2540931

https://www.welt.de/debatte/kolumnen/der-onliner/article132733595/Twitter-ist-fuer-den-IS-ueberlebenswichtig.html

Bildquellen: 

http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Uebersicht/So-berichteten-die-deutschen-Medien-ueber-die-Terroranschlaege-von-Paris

http://www.horizont.net/medien/nachrichten/ParisAttacks-Wie-sich-die-Zeitungen-mit-Frankreich-solidarisieren-137437

Jenna Abrams – Propaganda einer russischen „Trollfabrik“

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Über 70.000 Menschen folgten ihrem Account in den drei Jahren, in welchen sie aktiv auf Twitter unterwegs war.
Was ihre Follower nicht wussten – die Person Jenna Abrams existiert nicht.

 

 

 

 

 

Wer die junge Frau auf dem Foto, welches die Trolle auf den Accounts von Jenna Abrams verwendeten, wirklich ist, ist nicht bekannt.

„Trollfabriken“ beeinflussen Medien und Menschen

Die vor allem für ihre rechtspopulistischen Pro-Trump Tweets bekannte Bloggerin war das Produkt einer sogenannten „Trollfabrik“, welche Teil der russischen „Internet Research Agency“ („IRA“) in Sankt Petersburg ist. Ziel der „IRA“ ist die Beeinflussung der politischen Stimmung in westlichen Ländern durch Social Bots oder Fake Accounts auf Facebook, Twitter und Co. .
Ins Leben gerufen wurde die Person Jenna Abrams im Jahre 2014, als die ersten Tweets und Blogeinträge unter dem Namen gepostet wurden.
Bekannt wurde sie durch Kommentare zu Kim Kardashian oder Äußerungen zum Feminismus, welche ihr bereits vor dem verbreiten von Propaganda über 10.000 Follower einbrachten.
Mit dem Näherrücken der US-Wahlen im Jahre 2016 wurden ihre Posts zunehmend politisch und auch kontroverser. Aussagen wie “To those people, who hate the Confederate flag. Did you know that the flag and the war wasn’t about slavery, it was all about money,” sorgten für Diskussionen im Netz und erregten auch die Aufmerksamkeit großer US-Medien wie den New York Times, BBC oder CNN. Desweiteren bezeichneten die Trolle Hillary Clinton als eine Lügnerin und ihre Posts zeigten eindeutig, dass trotz Abstreitung Propaganda zugunsten von Trump verbreitet wurde. Aufgeflogen ist der Fake Account dank einer Untersuchung der US-Regierung, bei welcher neben etlichen Fake Accounts auch Facebook Werbung, welche Propaganda verbreitete, aufgedeckt wurde.

Enormes Budget
Einen interessanten Fund machte bereits ein Reporter der New York Times, Adrian Chen, im Jahre 2015. Er besuchte eine „Trollfabrik“ in Sankt Petersburg und fand heraus, dass deren monatliches Budget circa $400.000 umfasste und bereits 400 Personen angestellt waren. Betrachtet man die Aktivität der „Trollfabriken“ im Jahre 2016, müssen diese Zahlen im letzten Jahr noch deutlich gestiegen sein.

Fazit
Laut der Sueddeutschen handelt es sich bei dem Fall von Jenna Abrams um „ein perfektes Beispiel für professionelle Propaganda“. Und diese verlief für die „IRA“ scheinbar ganz nach Plan, denn ihr Ziel, die politische Stimmung in der USA zu beeinflussen, scheint mit Trump als Präsidenten auf ganzem Wege gelungen. Auch die britische Premierministerin Theresa May wirft den Russen vor, „westliche Gesellschaften destabilisieren zu wollen“ und fordert ein „Bollwerk gegen russische Agitationen in Europa“. All dies sind Indizien dafür, dass die russische Desinformationskampagne auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden darf und dass die Medien zukünftig mehr Vorsicht nehmen sollten, wenn über Inhalte vor allem in Sozialen Medien berichtet wird.

Binge Watching – die Schattenseiten der neuen Trend-Beschäftigung

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Ob Game of Thrones, House of Cards oder Gossip Girl – jeder von uns hat doch bestimmte Serien, von denen er einfach nicht genug bekommen kann?

Zugegeben: Das sogenannte Binge Watching, also Folge um Folge hintereinander ansehen, ohne Pausen einzulegen, stellt manchmal die optimale Beschäftigung dar, um einen stressigen Tag ausklingen zu lassen oder um an verregneten Sonntagen einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch zu verbringen. Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime und Co. sind dafür auch bestens geeignet und bieten größtenteils zu günstigen Abo-Preisen die perfekte Voraussetzung, um seine Lieblingsserien jederzeit abrufen zu können. Andererseits hat dieses neue Hobby jedoch auch seine Schattenseiten, die meistens nicht erkannt bzw. ernst genommen werden.

Welche Ausmaße die Nutzung von Streaming-Diensten bzw das Binge Watching genommen haben, zeigt eine Studie, laut der zwei Drittel der US-Bürger generell schon einmal mehrere Folgen hintereinander angesehen haben und 30% wöchentlich „binge watchen“.

Auch wenn man es sich nicht eingestehen will, viele Menschen, die sich mehrere Folgen oder sogar Staffeln hintereinander ansehen, werden dadurch in ihrem Alltag teilweise massiv beeinträchtigt. Natürlich muss man beachten, dass dies nicht grundlegend für die Allgemeinheit der Streamingdienst-Nutzer gilt, jedoch sollten dies Faktoren nicht außer Acht gelassen werden.

Die Hauptprobleme, die durch Binge Watching verursacht werden, sind psychischer Art.

Eine Studie des Journal of Clinical Sleep Medicine beispielsweise hat gezeigt, dass eine 98-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht schlecht einzuschlafen, wenn man zuvor mehrere Folgen einer Serie geschaut hat. Hierbei ist anzumerken, dass diese Schlafprobleme auf die Anzahl an Folgen zurückzuführen ist, die man sich angesehen hat und nicht auf der Häufigkeit des Serienkonsums basiert.

Man möchte es sich vielleicht nicht eingestehen, aber auch beim Binge Watching besteht in gewisser Weise ein Suchtpotenzial. Sogenannte „Cliffhanger“, die bewusst am Ende der Serien platziert werden, sorgen dafür, dass die Storyline uns nicht mehr loslässt und man automatisch dazu verleitet wird, eine weitere Folge anzusehen. Nicht selten führt das dazu, dass das Sozialleben vernachlässigt wird und Dinge wie Hausarbeiten, Einkäufe oder einfache Treffen mit Freunden aufgeschoben werden. So kommt es schnell mal soweit, dass man ein ganzes Wochenende über nicht die Wohnung verlässt und unter Menschen kommt. Eine Studie hat sogar bewiesen, dass ein Drittel der Befragten auch im Büro oder am Arbeitsplatz nicht auf ihre Serien verzichten.

Dadurch wird dann wiederum eine andere Problematik begünstigt, denn im Extremfall kann diese soziale Abgeschiedenheit sogar zu Depressionen führen. Die Einsamkeit, die in manchen Personen entsteht, während sie  stundenlang alleine vor dem Laptop bzw. Fernseher sitzen sorgt dafür, dass  die Produktion des Proteins Myelin gehemmt wird. Dadurch werden die Nerven stark beeinträchtigt und Depressionen begünstigt. Dem ist jedoch einfach Abhilfe zu schaffen, indem man häufiger versucht, sich die Serien gemeinsam mit Freunden anzusehen und zwischendurch Pausen einzulegen, um soziale Kontakte zu pflegen und wieder unter Menschen zu kommen.

Fazit

Insgesamt überwiegen für die meisten Menschen natürlich die Vorteile von Streamingdiensten, da man nicht auf feste Termine angewiesen ist und flexibel über sein eigenes Programm bestimmen kann. Man sollte jedoch persönlich darauf achten, dass die Nutzung nicht ausartet und man sein Sozialleben nicht vernachlässigt, dann sollte es auch größtenteils nicht zu Problemen kommen.

Quellen

  • https://www.slideshare.net/DeloitteUS/media-and-mobile-trends-2015-where-and-how-are-consumers-tuning-in
  • https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/mar/04/binge-watching-mental-health-effects-research
  • https://www.forbes.com/sites/dorothypomerantz/2013/05/29/binge-watching-is-our-future/#54221b2d15ff
  • https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/medienkonsum-binge-watching-und-depression
  • http://jcsm.aasm.org/viewabstract.aspx?pid=31062
  • https://www.welt.de/kmpkt/article167776874/Das-passiert-wenn-man-pausenlos-Serien-schaut.html
  • http://meedia.de/2017/11/15/binge-watching-im-buero-jeder-dritte-schaut-waehrend-der-arbeit-netflix-serien/

Wem die Bild zu links ist: Deutschland-Kurier und Co. Neue Nachrichtenblätter oder pure Wahlwerbung?

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Die Bild von rechts

„Die ‚Bild von rechts‘, wie Chefredakteur David Goebbels Bendels die Zeitung bezeichnet, startet mit einer Auflage von zirka 1933-1945 Exemplaren und soll für 1000 Jahre erscheinen“, so die Satirezeitschrift Titanic am 13.07.2017. Wem also die Bild-Zeitung – welche dafür bekannt ist, über die Stränge zu schlagen – noch immer zu liberal, zu links oder zu „gutmenschlich“ ist, der hat im Deutschland-Kurier seine Alternative gefunden. Neben dem Online-Angebot, wird der D-K (hier verwendet für Deutschland-Kurier) erstmal als Gratiszeitung seit dem 12. Juli dieses Jahres in einigen deutschen Großstädten verteilt.

Das Design der Website des neuen Boulevard-Blattes ähnelt schon etwas Bild.de. Riesige Überschriften, riesige Bilder, weiße Schrift auf rotem Hintergrund. Die heutigen Topstories sind zum Beispiel: „Der ‚Feind‘ in unseren Reihen – Kriminelle Araber- und Türkenclans unterwandern unsere Polizei“. Ein anderer Beitrag beschäftigt sich mit der Bildungspolitik und welche negativen Auswirkungen muslimische Schüler augenscheinlich mit sich bringen würden, genannt „Die Zerstörung der Bildungsrepublik Deutschland!“.

Die Art wie dieses Blatt auf sehr niveaulose Weise versucht, den Themenkomplex Politik auf die Migrations-, Religions- und Flüchtlingsfrage zu reduzieren ist sicherlich sehr fragwürdig, jedoch von der Meinungsfreiheit gedeckt. Es fällt doch aber sehr deutlich auf, dass eine bestimmte Partei in der Berichterstattung des D-K immer sehr glimpflich davonkommt. So wird die AfD oftmals als Positivbeispiel dargestellt, ihre Kandidaten vorgestellt und beinahe täglich interviewt.

Politikfreundlicher Journalismus – ist das die Zukunft?

Der Herausgeber, der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten, ist dafür bekannt, den Wahlkampf der AfD seit 2016 unterstützt zu haben – unter anderem mit dem Vorläufermodell ‚Extrablatt‘, welches ebenfalls kostenlos verteilt wurde. Laut Lobby Control ist die weitere Finanzierung von Wahlkampfhilfe sehr intransparent, darüber hinaus ist der letztendliche Drahtzieher des Vereins nicht bekannt. Es ist auch kein Geheimnis, dass AfD-Politiker wie Maximilian Krah oder Guido Reil eigene Kolumnen in dem D-K verfassen, was erneut für die AfD-Nähe des Blattes spricht.

Das rechtspopulistische und nationalistische Monatsmagazin Compact trägt mit ihrem Chefredakteur Jürgen Elsässer ihren Teil zu jener Entwicklung bei. Neben des der AfD sehr ähnlichen Slogans „Mut zum Abo“, kritisiert das Magazin immerzu die „Mainstream-Medien“ und bezeichnet seine Arbeit als „[ehrlichen] Journalismus in Zeiten der Lüge“. Jürgen Elsässer ist in der neurechten Szene ein bekanntes Gesicht. Selbst auch schon Redner bei PEGIDA gewesen, ist er häufig mit dem neurechten Vordenker Götz Kubitschek zu sehen.

 

Fazit

Der D-K und das Compact-Magazin – obwohl beide noch relativ unbekannt – sind Beispiele für eine neue Entwicklung innerhalb des Journalismus. Eine Entwicklung, die weg von der distanzierten, unabhängigen Berichterstattung geht, hin zu einer puren Wahlwerbung für bestimmte politische Kräfte. Dies schadet nicht nur dem Ansehen des Journalismus im Allgemeinen, sondern auch der öffentlichen Meinung. Die Medienwissenschaft hat somit sicherlich ein Interesse daran, diese Entwicklung zu erforschen und zu verstehen.

Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland-Kurier
  2. http://www.titanic-magazin.de/news/bild-von-rechts-der-deutschland-kurier-ist-da-8996/
  3. http://www.deutschland-kurier.org/die-haelfte-araber-und-tuerken-frech-wie-sau/
  4. http://www.deutschland-kurier.org/wp-content/uploads/2017/11/DeKurier_KW46_v04_45.pdf
  5. https://www.rechtundfreiheit.de/
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Extrablatt_(politische_Flugschrift)
  7. https://lobbypedia.de/wiki/Verein_zur_Erhaltung_der_Rechtsstaatlichkeit_und_der_b%C3%BCrgerlichen_Freiheiten#cite_ref-52
  8. http://www.deutschland-kurier.org/category/kolumnen/hier-kraeht-der-krah/
  9. http://www.deutschland-kurier.org/category/kolumnen/glueck-auf-der-steiger-spricht/
  10. https://www.compact-online.de/
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Els%C3%A4sser
  12. https://abo.compact-shop.de/compact-abo-standard/
  13. https://www.youtube.com/watch?v=CHqdaaF5oSM
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Kubitschek

#notheidisgirl – Kampf für mehr Selbstakzeptanz

geschrieben von in Fernsehen, Internet, Kommunikationsformen1 Kommentar »

Jeder kennt Sie: Heidi Klum, Deutschlands berühmtestes Model und Moderatorin von Germanys next Topmodel.

Bereits im Frühjahr 2018 beginnt die 13. Staffel Germanys next Topmodel.

Im August 2017 forderte die selbsternannte „Model-Mama“ auf Instagram auf, unter dem Hashtag #IchbinGntm2018 ein Bild zu posten, um sich für die neue Staffel zu bewerben.

Daraufhin rief die Feministische Gruppe Vulvarines aus Mönchengladbach, zum Protest gegen das TV Format auf. Unter dem Hashtag #notheidisgirl starteten sie die Gegenbewegung zu #IchbinGntm2018.

Wieso #notheidisgirl?

Schon seit einigen Jahren steht das ProSieben-Format Germanys next Topmodel in der Kritik der Medien.

Wer bei Germany next Topmodel gewinnen möchte, darf keine Makel haben und muss einen dünnen, fast schon mageren, definierten Körper haben.

Viele junge Mädchen glauben, dass sie nur „schön“ sein können, wenn sie diesem Schönheitsideal folgen.

Aus diesem Grund startete die Gegenbewegung #notheidisgirl, um den jungen Frauen zu zeigen, dass es sich um ein verzerrtes Schönheitideal handelt und das man auch mit Dehnungsstreifen oder Kurven schön sein kann.

Auch die Schauspielerin Nora Tschirner äußerte sich im Focus gegen Heidi Klum:„Ich würde dich an dieser Stelle gerne bitten, dass du das lässt – sehr jungen Seelen zu erzählen, dass irgendwas mit ihnen nicht oder noch nicht stimmt und dass das an ihrem Körper liegt“.

Der Hashtag #notheidisgirl ist mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet und es werden täglich immer weitere Bilder mit diesem Hashtag gepostet und geteilt.

Die Unterstützer des hashtags #notheidisgirl wollen, dass sich Frauen gegen die Schönheitsideale wehren, die Germanys next Topmodel propagiert.

Die Mitgründerin der Vulvarines, Lisa, gab in einem Interview mit Christina Wächter kund , was die Gruppe mit diesem Hashtag erreichen wolle: „Wir wollen Menschen erreichen, die betroffen sind von Sexismus und Lookism. Uns geht es um die Stärkung und Emanzipation von Betroffenen[…]“

Der Hashtag #notheidisgirl, soll demnach den jungen Frauen zeigen, dass die eigenen Werte und die Selbstakzeptanz wichtiger sind, als das Streben nach perfekten Aussehen.

Außerdem sollte man auch andere Menschen, nicht wie ein Objekt nach angeblichen Schönheitskriterien bewerten, sondern jeden Menschen so akzeptieren und respektieren wie er ist.

Quellenangabe:

http://www.jetzt.de/sex/protest-gegen-heidi-klum-und-gntm-vulvarines-starten-den-hashtag-notheidisgirl

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/nora-tschirner-keinohrhasen-schauspielerin-richtet-harte-worte-an-heidi-klum_id_7120854.html

https://www.instagram.com/notheidisgirl/?hl=de

https://www.tz.de/tv/notheidisgirl-aktion-gegen-gntm-und-heidi-klum-auf-instagram-und-twitter-zr-8756426.html

https://de.style.yahoo.com/notheidisgirl-madchen-begehren-auf-instagram-gegen-heidi-klum-auf-095109539.html

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Youtuber als neue Medienvorbilder

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

 

„[…] wenn du [als Youtuber] 1,3 Millionen Leute erreichst, jeden Tag, hast du eine Reichweite wie Karl Diekmann mit der Bild Zeitung, jeden Tag, und bist eine ähnlich publizistische Macht.“Jan Böhmermann

In den letzten Jahren haben deutsche Youtuber ihre Reichweite stark erhöhen können: Die bekanntesten 100 haben über eine Million, die größten 30 sogar über zwei Millionen Abonnenten. Mit dieser „publizistischen Macht“ kommt ihnen gleichzeitig eine große Verantwortung zu, denn zu ihrer Zuschauerschaft gehören auch viele Jugendliche, welche die Videoplattform zur Meinungsbildung nutzen. Neben den klassischen Medienvorbildern aus Film und Musik, gelten mittlerweile auch die Influencer für Viele als Vorbild.

Was macht sie so interessant?

Medienhelden werden normalerweise durch ihre besondere Leistung (zum Beispiel aufgrund einer guten Stimme oder besonders herausragenden Fußballkünsten) zu Vorbildern. Kinder wollen das können, was auch diese Figuren können. Natürlich kommt damit auch das Interesse an dem Privatleben der Personen auf, aber dennoch steht die Leistung im Vordergrund. Bei vielen Youtubern ist die Situation anders: Sie stechen eben nicht durch ihre Leistungen heraus – was sich allein daran erkennen lässt, wie sehr sich der Inhalt der Kanäle gleicht, sie sind sozusagen austauschbare Akteure – sondern werden als Person für ihr Handeln bewundert. „Die Botschaft ist nicht: Das musst du machen, sondern so musst du sein.“Fabian Siegismund. Es lässt sich auch schwer unterscheiden, ob der Youtuber, der zu sehen ist, eine Kunstfigur oder eben die Privatperson hinter dieser ist (lange lautete der Slogan von YouTube „Broadcast yourself“). Eine Trennung zwischen Leistung und Privatleben, wie es bei einem klassischen Medienvorbild möglich ist, kann hier in den meisten Fällen nicht erfolgen. Die Frage, die nun aufkommt, ist: Was machen diese Leute überhaupt? Wie ist ihr Verhalten? Im Folgenden werden ein paar extrem negative Beispiele angeführt.

Was machen Youtuber?

Homophobie

Homophobie ist auf einigen Kanälen ein großes Problem. Der Youtuber Mert Matan spielte seinem Vater einen „Gay Prank“, in dem er ihm gegenüber erwähnt, dass er schwul sei. Daraufhin wurde er von seinem Vater vor der Kamera geschlagen.

Ein anderer Videodarsteller äußerte vor laufender Kamera seine Schwulenfeindlichkeit: „Ich sage, ich bin gegen Schwule, akzeptiert das, das müsst ihr akzeptieren, meine Meinung müsst ihr akzeptieren, aber ich muss nicht akzeptieren, dass einer schwul ist, nein, ich bin dagegen, das ist unmenschlich sowas“Mert Eksi.

Hausfriedensbruch

Die Youtuber Leon Machère und ApoRed haben einige Videos (alle mit mehreren Millionen Aufrufen) mit dem Titel „24 Stunden in…“ hochgeladen, in denen sie sich tagsüber in ein Unternehmen schlichen und sich dort angeblich einige Stunden nach Ladenschluss aufhielten. In einem der folgenden Videos zeigten sie stolz einige Anzeigen, welche auf diese Aktionen folgten.

Fazit

Diese Vorbilder machen ihren jungen Zuschauern rechtswidriges Verhalten vor und stellen es als lustig dar. Allerdings gibt es neben den „Assi-Youtubern“ auch noch Creator, welche positiv durch ihre Inhalte auffallen. LeFloid präsentiert auf seinem Kanal die aktuellsten Nachrichten und JulienBam produziert mit seinem Team hochwertige Videos mit Unterhaltungsfaktor. Diese können positive Vorbilder für Jugendliche sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch die anderen Youtuber ihrer Vorbildfunktion bewusst werden und versuchen sich dementsprechend zu verhalten.

 

Quellen:

Betz, Phillip: Maert Matan’s GAY PRANK hat FOLGEN! – WuzzUp Feedback. Online verfügbar unter: https://youtu.be/JkNaeubtn6w [aufgerufen am 18.11.2017].

Böhmermann, Jan: Unge& die YouTuber Szene: Jan Böhmermann im Interview. In: zqnce. Online verfügbar unter: https://youtu.be/fgevJ-mJZFs [aufgerufen am 18.11.2017]

Klengan: MERT – Homophobie wird Mainstream?. Online verfügbar unter: https://youtu.be/Uc-Ho4UTW7w [aufgerufen am: 18.11.2017].

Klengan: Leon Machère – 24 Stunden Hausfriedensbruch. Online verfügbar unter: https://youtu.be/3KN4Jl0HoO8 [aufgerufen am 18.11.2017].

Noack, David: Youtube 2017: Falsche Vorbilder. In: derFreitag. Online verfügbar unter: https://www.freitag.de/autoren/davidnoack/youtube-2017-falsche-vorbilder [aufgerufen am 18.11.2017].

Rathgeb, Thomas: JIM 2016. Jugend, Information, (Multi-) Media. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest 2016. (auch Online verfügbar unter: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2016/JIM_Studie_2016.pdf [aufgerufen am 17.11.2017]).

SchauHin: Medienhelden. Online verfügbar unter: https://www.schau-hin.info/informieren/extrathemen/medienhelden.html [aufgerufen am 16.11.2017].

Siegismund, Fabian: Medienvorbilder: The Walking Dead #8. Online verfügbar unter: https://youtu.be/uAyKeMeRbYM [aufgerufen am 18.11.2017].

Socialblade (Statistikwebsite): Top 250 Youtubers in germany sorted by subscribers. Online verfügbar unter:  https://socialblade.com/youtube/top/country/de/mostsubscribed [aufgerufen am 17.11.2017].

 

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Werbung 2.0 – Werbung in Facebook

geschrieben von in Internet, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Das Web 2.0 und somit auch soziale Netzwerke sind zu unserem Hauptkommunikationsmittel geworden. Durch die Smartphone Entwicklung können wir über diverse Soziale Netzwerke täglich Kontakt zu unseren Freunden halten und bekommen ständig neue Informationen auf unserer Pinnwand angezeigt. Diese Entwicklung ist auch für Unternehmen interessant, die längst das Werbepotenzial entdeckt haben.

Vorteile von Werbung in Facebook:

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen bietet Facebook die ideale Möglichkeit mit wenig Geld eine große Masse an Personen zu erreichen und sich so ins Gespräch zu bringen. Durch intelligentes, multimediales Marketing schaffen es so Unternehmen ihre Verkaufszahlen nicht nur zu steigern, sondern gleichzeitig im Vergleich zu herkömmlichen Werbeanzeigen in Zeitungen bares Geld zu sparen.

Facebook bietet nämlich nicht nur die Möglichkeit von der Verknüpfung vieler medialer Werbemöglichkeiten wie Videos, Bilder, Gewinnspiele und Grafiken, sondern es ist eine gezielte individuelle Werbung möglich. An Hand einer benutzerfreundlichen Anzeige-Erstellungsmaske kann ich innerhalb weniger Klicks eine Werbeanzeige schalten. Neben den geringen Kosten für ein vergleichsweise großes Publikum kann ich auch genau mein Interessenpublikum ansprechen. Im Klartext: Ich kann ganz gezielt Individualwerbung auf potentielle Interessenten für mein Produkt schalten. Welche Zeitungsannonce kann das schon, auch noch in diesem Kostenrahmen, garantieren?

Wie funktioniert das:

Wir alle hinterlassen bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken Spuren. Zum einen ganz bewusst durch unsere Kommentare, Likes und Shares. Aber eher unbewusst, nämlich dadurch, dass wir uns unser eigenes soziales Umfeld in Facebook aufbauen: Wir befreunden uns miteinander, wir geben unsere Interessen preis und wir liken natürlich auch Seiten, die potentiell interessant für uns sein könnten. Sei es nun wegen Informationen, lustigen Videos oder Gewinnspielen.

Wir scheinen hierbei zu vergessen, dass eben nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen auf Facebook unterwegs sind. Mit Hilfe von Werbeagenturen werden nun Zielgruppen für Facebook ermittelt; also welche Interessen und welcher geografische Raum passen am ehesten zu meinem Produkt und erzielen so die größte Aufmerksamkeit. Es wird quasi ein individuelles Werbeprofil von den Usern erstellt, in welches man dann mit eben gleichen Interessensangaben hineinkommt und so die Werbung auf seiner eigenen Pinnwand angezeigt wird.

Doch die Facebook Werbung geht noch viel weiter: Über den Conversion Pixel (eingestellt Februar 2017) und nun den neuen Facebook Pixel haben die Unternehmen die Möglichkeit eure Bewegungen auf ihrer Facebookseite zu verfolgen. Der Facebook Pixel wird in den HTML- Code der Unternehmenswebseite oder der Seite, auf die die Werbeanzeige uns führen soll, eingebaut  Somit können die Unternehmen  sehen,  wer, was, und wie oft gekauft hat. An Hand dieser Informationen   können immer weitere neue Zielgruppen erschlossen werden, welche ein ähnliches Werbeprofil haben und potentielle Neukunden sein könnten.

Video zu Conversion Pixel

Fazit:

Durch unsere Angaben auf den sozialen Netzwerken sind wir nicht nur als Privatperson unterwegs, sondern immer auch als potentieller Kunde oder als Werbeträger. Denn natürlich beeinflussen wir durch unsere Likes von Seiten unser gesamtes soziales Umfeld in Facebook und animieren vielleicht andere auch dieses Produkt sich zu betrachten.

 

Quellen:

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/whatsapponlinecommunities/

https://www.facebook.com/business/help/1686199411616919?helpref=faq_content

https://ting.info/

 

 

 

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Atomkraftwerk Tihange – Angstmache durch die Medien?

geschrieben von in Medienkritik1 Kommentar »

Tihange, eins von vielen Atomkraftwerken in Belgien, soll es abgeschaltet werden oder nicht? Diese Frage stellen sich viele und das Thema sollte auch nicht klein geredet werden. Im Jahr 2002 wurde der erste Störfall gemeldet und seit dem werden immer weiter Nachrichten zu Tihange laut. Zuallererst wurde 2012 im Block 1 der Austritt von radioaktivem Wasser gemeldet und ein Jahr später wurde bekannt, dass der Block 2 Risse trägt. Jedoch dürfe Tihange nicht abgeschaltet werden, da Engpässe in der Stromversorgung gefürchtet werden.

Allerdings ist die Abschaltung des Atomkraftwerks geplant. Tihange wird 2025 vom Netz gehen. Nichtsdestotrotz melden Zeitungen in Deutschland, dass den Menschen ein atomarer Ernstfall bevorstehe.

Im Juni diesen Jahres fand ein Protest gegen Tihange statt. Es wurde eine 90 km lange Menschenkette gebildet, die von Tihange, über Lüttich und Maastricht und über Vaals (Niederlande) nach Aachen verlief. 50.000 Menschen nahmen bei dieser Protestaktion teil. Es war im nachhinein zu erkennen, dass viel mehr Deutsche als Belgier zu einem Protest bereit waren, obwohl Belgier im Falle eines Atomunfalls stärker betroffen wären. Wie kann das sein?

Die deutschsprachige Zeitung „Grenzecho“ aus Belgien berichtete, dass in Deutschland das Vorsorgeprinzip im Vordergrund stehe und man in Belgien von einem kalkulierbaren Risiko spricht und eine eher abwartende, passive Haltung einnimmt. Es scheint so, als wolle das Nachbarland Deutschland manchmal besserwisserisch und belehrend erscheinen. Die Begriffe „marode“ oder „Bröckelreaktoren“, finden immer öfters in Medien Gebrauch. Hierdurch werden bei den Lesern Ängste geschürt und eine negative Stimmung verbreitet.

Selbst der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens Paasch findet, dass Panikmache in Deutschland betrieben wird. Gleichzeitig spräche das Nachbarland negativ über Belgien: „Ich akzeptiere nicht, wie insbesondere deutsche Medien seit einiger Zeit über unser Land berichten. Nach der Dutroux-Affäre hat man uns als das Land der Kinderschänder bezeichnet, nach den Anschlägen in Paris waren wir das Land der Terroristen, jetzt bezeichnet man uns als das Land der Schrottreaktoren, das leichtfertig mit dem Leben von neun Millionen Menschen spielt.“

Zu erkennen ist, dass Tihange in den letzten Jahren nicht nur in Belgien sondern auch in Deutschland ein großes Thema geworden ist. Ob von dem Atomkraftwerk ein so großes Risiko ausgeht, ist schwer zu erkennen. Die Thematik ist so umfangreich, dass einem Laien nicht objektiv der Sachverhalt näher gebracht werden kann. Zudem ist der unwissende Bürger auf die Medienberichterstattung angewiesen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/kernkraftwerk-tihange-jodtabletten-fuer-alle-aachener-15178624.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tihange

http://www.grenzecho.net/region/eupener-land/eupen/die-menschenkette-ist-sehr-deutsch

https://ostbelgiendirekt.be/dg-wird-sich-klage-gegen-pannenreaktor-in-tihange-nicht-anschliessen-paasch-kritisiert-deutsche-medien-92806

http://www.nw.de/nachrichten/regionale_politik/21903401_Das-ist-Panikmache-So-schaetzt-ein-Reaktorexperte-die-Angst-vor-einer-Atomkatastrophe-in-Belgien-ein.html

https://www.chain-reaction-tihange.eu/de/

 

 

DAZN, Spotify und Co. – Warum Streamingdienste den Markt übernehmen

geschrieben von in Medienwandel1 Kommentar »

Ob Musik, Serien, Sportevents oder Filme: Mit Anbietern wie Spotify, Netflix, DAZN und Amazon Prime gibt es in all diesen Genres Streamingdienste, die den eingefleischten Größen der Branche mehr und mehr den Rang ablaufen. Während die Einschaltquoten und Auflagezahlen der traditionellen Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitung seit Jahren abnehmen, baut das Internet seine Dominanz in puncto Reichweite kontinuierlich aus. In diesem Medium sind auch die Streaming-Plattformen angesiedelt, die erst seit wenigen Jahren in den Kampf um Zuschauer- und Hörerschaft eingreifen.

netflix konkurrenzUnd das tun sie trotz ihrer kurzen Anlaufzeit mit Bravour: Einer Studie des RTL-Werbezeitenvermarkters IP Deutschland zufolge nutzen 20% der 14- bis 25-jährigen Befragten den kostenpflichtigen Streaming-Dienst Netflix, um Filme und Serien zu schauen. Mit Amazon Prime zahlen weitere 14% dieser Altersklasse für eine Streaming-Plattform mit ähnlicher Funktion. Man kann davon ausgehen, dass nur wenige Kunden in beide Dienste investieren, da die Funktionen nahezu identisch sind. Folglich betrüge der Anteil an jungen zahlungsfreudigen Klienten knapp 33%, die Zahlen werden sicherlich nicht abnehmen, führt man sich einmal den Alterschnitt der Befragten und den Aktienverlauf von Amazon und Netflix vor Augen.

Wer sich statt Serien und Filmen lieber Sportereignisse zu Gemüte führt, muss mittlerweile nicht mehr auf die gängigen Plattformen à la ARD, ZDF und SKY zurückgreifen, sondern kann über den Streamingdienst DAZN kompakt und bequem auf über 8.000 Sportevents im Jahr zugreifen. DAZN übernimmt in diesem Bereich immer mehr Anteile, hat sich beispielsweise im Fußball Rechte für diverse europäische Topligen gesichert und wird ab 2018 auch Partien der Champions League übertragen. Auch Radios müssen vermehrt um Zuhörerschaft bangen, bietet die riesige Mediathek der Musikplattform Spotify doch nahezu jeden Song manuell abspielbar an.

Neben dem großen Ressourcen-Kontingent, das all diese Anbieter in sich vereinen, gibt es noch weitere Gründe, die die jüngere Generation vermehrt zu Investitionen in diese Plattformen bewegt. Einer der Hauptaspekte ist die fehlende Bereitschaft, ganze Werbeblöcke vor den Lieblingssendungen und -filmen hinzunehmen, in Zeiten von Adblockern und schnellen Mausklicks sind diese langatmigen Unterbrechungen schlicht veraltet. Auch Flexibilität und Selbstverwaltung eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten, die in den klassische Medien wenig bis gar nicht stattfanden. War das Wechseln von Fernseh- und Radio-Sendern früher das höchste der Gefühle, kann man sich heute auf Netflix zwischen hunderten Folgen tausender Serien entscheiden und in Spotify eigene Playlists erstellen, die mit über 30 Millionen Songs gefüllt werden können. Auch die Möglichkeit, Videos und Audios offline abzuspielen, ist ein entscheidender Faktor: Die entsprechenden Files können bei bestehender Internet-Verbindung heruntergeladen werden, um dann später auch ohne Datenverkehr abgespielt zu werden.

YouTube als InnovatorZu guter Letzt hat Youtube als Vorreiter der Video-Branche im Internet riesigen Anteil an dieser Einstellung der Jugendlichen: Das Videoportal bietet Content in Hülle und Fülle an; die Nutzer können sich durch Millionen von Clips klicken, müssen nur sehr kurze Werbepausen ertragen und dürfen dazu noch selbst bestimmen, was läuft. Dieses Muster verankert sich irgendwann in der Denkart – eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, das Bedürfnis nach Selbstbestimmung der Inhalte und die fehlende Bereitschaft, lange Werbepausen hinzunehmen, sind die Folgen. Damit wurde eine komplette Generation unbewusst von den klassischen Medien wegbewegt und für die Streamingdienste sensibilisiert, die sich jetzt erfolgreich etablieren.

Quellen:

https://www.ksta.de/wirtschaft/amazon-prime–netflix-und-co–deutsche-bleiben-noch-dem-fernsehen-treu-28256946

http://www.spox.com/de/specials/dazn/1706/Artikel/was-ist-dazn-streamingdienst-infos-fussball-internationale-ligen-rechte-hd.html

https://trusted.de/spotify-vs-napster

Bildquellen:

https://image.stern.de/6803226/16×9-620-349/34d19adf89d3f73062cd5fb3181fdffd/Zq/netflix-konkurrenz.jpg

https://i1.wp.com/digiday.com/wp-content/uploads/2017/04/YouTube-TV.jpg?w=1440

Netzwerkdurchsetzungsgesetz – Gefahr für die Meinungsfreiheit oder Schutz vor Hass-Kommentaren?

geschrieben von in Allgemeines2 Kommentare »

Wer kennt sie nicht, die ganzen Hass-Kommentare und die Fake-News auf sozialen Netzwerken. Und mal ehrlich, wer hat kein Mitleid mit den Opfern all jener Kommentare oder Beiträge? 

Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass man andere Personen kaum leichter Mobben oder Verleumden kann und Lügen kaum einfacher verbreitet werden können als im Netz. Was ist da praktischer als die allseits geliebten sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und YouTube zu nutzen? Offensichtlich ein sehr weit verbreitetes Problem unserer Zeit.

Bundesjustizminister Heiko Maas präsentierte dieses Jahr scheinbar die Lösung dieses Problems. Am 30. Juni 2017 verabschiedet der Bundestag das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“. Klugerweise verstecken sie die Verabschiedung dieses Gesetzes hinter dem lang ersehnten Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe, welches an diesem Tag alles andere überschattete. Denn Kritik war und ist zu erwarten. Doch warum? Was genau bedeutet dieses zunächst nicht sehr aussagekräftige Gesetz?

Soziale Netzwerke müssen ab sofort offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ binnen 24 Stunden nachdem sie von einem Nutzer oder einer externen Stelle gemeldet wurden löschen. Klingt in der Theorie nicht schlecht. Doch wie genau soll das umgesetzt werden?

Zunächst zum Gesetz: Wie gesagt müssen „offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ innerhalb von 24 Stunden von Facebook, Twitter und co. gelöscht werden. Bei problematischeren Fällen gilt eine Sieben-Tages-Frist und auch diese kann bei Ausnahmen verlängert werden, wenn eine ausführliche Prüfung der Begleitumstände unausweichlich scheint. Über Löschen oder nicht Löschen entscheidet dabei ein Mitarbeiter des Unternehmens ohne jegliche juristischen Kompetenzen. Und dieser kann wiederum bei Schwierigkeiten den Fall an eine auch vom Unternehmen eingerichtete regulierte Selbstregulierungsstelle (da sich das Unternehmen zwar selbst reguliert, die Prüfstelle jedoch vom Bundesamt für Justiz überwacht wird) leiten.

Soweit scheint das Gesetz also auf alle Problemfälle eine Lösung zu bieten. Doch besagt das Gesetz auch, dass die Medienunternehmen mit einer Strafe von bis zu 50 Mio. Euro rechnen müssen, wenn sie den Auflagen des Gesetzes nicht nachkommen und mehrfach versäumen gemeldete rechtswidrige Beiträge zu löschen.

Ja genau, richtig gelesen: 50 Mio. Euro!

Da drängt sich der Verdacht des „Overblocking“ auf, also dass ein Unternehmen wie Facebook lieber zu viele Beiträge ohne zusätzliche Prüfung löscht als das Risiko einer Strafe einzugehen.

Und da entsteht auch schon die Problematik.

Nicht nur, dass irgendein Mitarbeiter die Beiträge löschen soll, es kommt auch noch die Höhe der Strafe hinzu, die wohl kaum zu unterschätzen ist. Also ein Gesetz, welches zur unkontrollierten Löschung kritischer Beiträge führen kann? Bereits Jan Böhmermann hat uns bewiesen, dass Satire und Beleidigung oft näher beieinander liegen als man denkt und solche Fälle wie auch viele weitere Fälle sollten nicht von Facebook-Mitarbeitern sondern eher von einem Richter beurteilt werden.

Ein paar Fragen bleiben wohl offen und Kritik trägt ja auch zu einer Optimierung unserer Demokratie bei. Das Gesetz ist da und man sollte das Beste daraus machen.

Denn es geht ja nicht darum, den Kampf gegen rechtswidrige Inhalte zu verhindern, sondern es soll verhindert werden, dass private Unternehmen wie Facebook und co. zu Hütern über die Meinungsfreiheit werden, ohne dass diese einer Kontrolle unterliegen.

 

Quellen:

https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/bab/bab-4113.html

https://www.computerwoche.de/a/das-anti-hass-gesetz-im-internet,3331864

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/BGBl_NetzDG.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Aufmerksamkeit im Internet #metoo

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik2 Kommentare »

Aufmerksamkeit. Das ist es, wofür die sozialen Plattformen Facebook, Instagram und Twitter ausgelegt sind. Es dreht sich hierbei alles um das Sehen und Gesehen werden. Die Personen mit den meisten Likes und Followern gelten als berühmt und cool. Je mehr Aufmerksamkeit man erlangt, desto besser.

Die Plattformen beschäftigen sich hauptsächlich mit Oberflächlichkeiten, dem Aussehen und dem augenscheinlich perfektem Leben, das die Personen führen. Der wahre Charakter sowie die Ängste und Sorgen können problemlos in den Hintergrund rücken, denn warum sollte man sich von seiner nicht „perfekte“ Seite präsentieren?

Der Hashtag #metoo (ich auch), rückt alles in ein anderes Licht. Die Schauspielerin Alyssa Milano hat den Hashtag am 15. Oktober 2017 auf Twitter veröffentlicht. Nach dem Skandal über die sexuellen Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Filmproduzenten Harvey Weinstein, ruft sie alle Opfer sexueller Belästigung und Missbrauchs auf, sich mit dem Hashtag zu melden. Ihr Ziel: Aufmerksamkeit.

Quelle:https://twitter.com/alyssa_milano/status/919659438700670976?lang=de

Hierbei handelt es sich aber um eine andere Aufmerksamkeit, als die sonst immer erwünschte. Sie selbst möchte nicht die Aufmerksamkeit erlangen, sondern die Menschen für das Thema des sexuellen Missbrauchs sensibilisieren. Und es gelang ihr. Innerhalb der ersten Stunden wurde der Hashtag mehr als 30.000 mal geteilt. Mithilfe dieser starken Verbreitung im Internet, wünschen sich die Opfer Gehör und Mitgefühl.

Es klingt nach einer guten Idee: Mithilfe von nur zwei Wörter ist es möglich auszudrücken, was einen vielleicht schon sein ganzes Leben lang bedrückt. Hunderttausende von Tweets wurden und werden noch immer verfasst, aber sie unterscheiden sich:

Es gibt Nutzer, die nur den Hashtag setzen und keine weiteren Details zu ihren Erlebnissen veröffentlichen.

Andere wiederum wollen ihre genaue Geschichte beschreiben. Sie reichen von einem anzüglichen Blick bis hin zu jahrelanger Vergewaltigung.

Dadurch geschieht es, dass  Menschen, die sich „nur“ sexuell belästigt gefühlt haben, plötzlich als keine „richtigen“ Opfer da stehen. Ist es nur die Aufmerksamkeit, die die anderen Nutzer wollen? Worin liegt der Grund sich im Internet dermaßen zu öffnen?

Es scheint, dass der Fokus mancher nur bei der Aufmerksamkeit liegt, die sie erlangen wollen, denn sie fangen an sich zu „übertrumpfen“. Mit präzisen Details erlangt man mehr Aufmerksamkeit, als wenn man bloß den Hashtag alleine nutzt.

Dass dies nicht die Absicht aller Nutzer ist, steht außer Frage. Dennoch sollte man sich im Hinterkopf fragen, wofür das alles ist. Löst es alle Probleme, wenn sich zahlreiche Opfer melde, nur damit man sieht, wie viele es sind?

Es hat uns alle stutzig gemacht und uns zum Nachdenken angeregt, dass sich so viele Leute sexuell belästigt oder missbraucht fühlen. Eine Lösung für das eigentliche Problem ist dennoch nicht in Sicht…

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Dr. Google: Fluch oder Segen?

geschrieben von in Internet1 Kommentar »

Haben Sie schon einmal Krankheitssymptome gegoogelt?
Wenn ja, sind Sie in bester Gesellschaft. Immer mehr Menschen suchen im Internet nach medizinischen Informationen. Laut der Studie:“E-Health Trends in Europe 2005-2007″ ist das Internet zu einer der wichtigsten Informationsquellen in Gesundheitsfragen geworden. Rund 65% der Menschen nutzten 2016 das World Wide Web, um medizinischen Rat einzuholen.

Grafik des Deutschen Ärzteblattes

Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen sich bei Beschwerden im Internet über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Doch die überwältigende Anzahl an möglichen Treffern und scheinbaren Antworten überfordert die Meisten. So zum Beispiel findet man unter dem Suchbegriff „Kopfschmerzen“ fast zwei Millionen Treffer. Beinahe jede Krankheit findet eine Thematisierung im Internet. Oftmals diagnostizieren und verängstigen sich Laien gegenseitig in diversen, extra dafür angelegten Internetforen. Seltene Krankheiten landen in den Suchmaschinen dabei oft weiter oben als harmlose Wehwehchen.

In Folge dessen werden viele Patienten zu krankhaften Selbstdiagnosen verleitet. Der US-Forscher Brain Follon von der Colombia-University in New York spricht hier von einer modernen Form der Hypochondrie: der „Cyberchrondrie“. https://www.berliner-zeitung.de/wenn-das-internet-krank-macht–cyberchondrie-breitet-sich-aus-grusel-diagnose-aus-dem-netz-15495094 Vor allem Menschen mit geringen medizinischen Vorkenntnissen machen sich schnell unangemessene Sorgen. Diese Personen verlieren sich in der Informationsflut und können daher die gefundenen Informationen nicht richtig einordnen, was zu einer Fehldiagnose führt. Die Zeitung Die Welt sprach bereits in einem im Jahr 2008 veröffentlichten Artikel davon, dass das Netz uns zum „eingebildeten Kranken“ mache. Vor allem die Krankheitsgeschichten anderer Patienten lösen Ängste bei unbetroffenen Menschen aus, heißt es dort. Rund sieben Prozent der Deutschen sollen unter diesen beschriebenen Krankheitsängsten leiden. https://www.welt.de/wissenschaft/article1862428/Dr-Google-stuerzt-Hypochonder-in-Todesangst.html

Wer denkt Hypochonder seien Simulanten, der liegt falsch. Betroffene haben messbare Schmerzen. Die Angst vor einer Krankheit verschlimmert die Symptome. Es entsteht ein Teufelskreislauf mit schlimmen Folgen für den Alltag: Beruf, Familie und Freunde bleiben auf der Strecke, während sich das Leben nur noch um die eigene Gesundheit dreht. Aber nicht jeder ist ein Hypochonder, der aus Sorge über eine mögliche Krankheit im Netz nach Symptomen sucht.

Aber warum konsultieren so viele Menschen das Internet, anstatt zum Arzt zu gehen? Einer der Gründe könnte sein, dass Ärzte zu wenig Zeit mit ihren Patienten verbringen. Laut bundesdeutschem Durchschnitt nur sieben Minuten. Anscheinend zu wenig Zeit, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Jedoch ist bei der Suche im Internet Vorsicht geboten: Seriöse Seiten wie Net.Doktor und Vitanet.de weisen darauf hin, das Betroffene in mehreren Informationsquellen Rat suchen sollten. Wenn sich die Symptome verschlimmern sollte der Arzt aufgesucht werden. Denn dieser kann zur Not auch ohne das Vertrauen die richtige Diagnose stellen und darum geht es doch letztendlich.

 

Weitere Quellen: Cyberchondria: Studies of the Esacalation of Medial Concerns in Web Search und Hochschule der Medien Stuttgart

 

 

 

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Influencer Marketing – erfolgsversprechende Strategie oder rechtliche Grauzone?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

„Xenia Overdose“ hat 970.000 Follower auf Instagram, „André Hamann“ 1,1 Millionen und „Stefanie Giesinger“ sogar 2,9 Millionen Abonnenten (stand November 2017). Die drei gehören zu den erfolgreichsten Influencern Deutschlands. Doch was macht sie so besonders? Was bringt uns Abonnenten dazu ihrer Meinung zu folgen und uns nach ihr zu richten ?

Ein erfolgreicher Influencer verkörpert bestimmte Eigenschaften. Diese sind nötig, um die Posts und Produkte möglichst effektiv anzupreisen und die Follower bei Laune zu halten. Dazu zählen Sympathie, Autorität, Wertekonsistenz, Reziprozität, Knappheit, und „Social Proof“. Die Eigenschaften scheinen auf den ersten Blick trivial und selbstverständlich, jedoch sind sie gerade in der heutigen Zeit nötig, da die Plattformen Instagram und Facebook gerade zu von ‚Möchtegern-Influencern‘ überschwemmt werden.

Diese Form des Marketings ist aber keinesfalls eine neue Erfindung. Keine Frage, dass sich der Stellenwert im Zeitalter von Instagram, Twitter und Co. massiv verändert hat, aber schon in den frühen 90er Jahren kam der Konzern Coca Cola auf die Idee, sich die Bekanntheit und Beliebtheit einer öffentlichen Person zu Nutze zu machen https://www.youtube.com/watch?v=qNL6xoFwR-8 . Coca Cola nutzte den weltbekannten Basketballer Micheal Jordan dazu, ihr Produkt an den Mann zu bringen. Die Werbung wurde weltweit bekannt.

Influencer-Posts sind aus unserem Alltag kaum noch weg zu denken, doch ist den meisten die Reichweite eines einzigen Selfies gar nicht bekannt. Auch die Influencerin „DagiBee“ zählt zu den berühmtesten Persönlichkeiten Deutschlands. Sie wirbt unter anderem für das Unternehmen „Duschdas“. Für die Firma postete DagiBee ein Selfie und setzte die entsprechenden Hashtags darunter. Damit erreicht sie mit ihren Fotos 5 Millionen Instagram Follower. „Duschdas“ müsste 21.000 Euro für Werbemaßnahmen investieren, um eine ähnliche Reichweite zu erzielen.

So klingt Influencer-Marketing nach der Strategie schlecht hin, um schnell viele Menschen anzusprechen. Doch steht auch diese Strategie vor Problemen. Oft ist der werbende Charakter solcher Posts nicht offensichtlich genug gekennzeichnet. Dann fällt er unter Schleichwerbung und die ist in Deutschland laut §5 des UWG verboten. In dieser rechtlichen Grauzone fand sich der Konzern „Rossmann“ dieses Jahr  wieder.

Auch Rossmann bediente sich an einem jungen Influencer, um neue Produkte schneller vermarkten zu können. Jedoch fand der „Verbund für sozialen Wettbewerb“, dass der Hashtag #ad, nicht ausreicht, um den werbenden Charakter der Anzeige deutlich zu machen und verklagte Rossmann. Das Oberlandesgericht Celle gab dem im September diesen Jahres recht und veurteilte Rossmann bei Wiederholungstat zu 250 000 Euro Strafe. Bei diesem Urteil geht es zwar überwiegend um Schleichwerbung, jedoch gerät die junge Branche des Influencer-Marketings dadurch unter Zugzwang. Es wurden nun neue Leitregeln entworfen für die Kennzeichnung von Influencer-posts, beispielsweise müssen jetzt in der ersten Reihe Hashtags wie #werbung, #anzeige zu finden sein, damit es sich um eine offenstichtliche Kennzeichnung handelt. Die Branche warnt davor nur #sponsoredby, #poweredby o.Ä. zu schreiben, da diese leicht falsch zu verstehen sind.

Das Urteil des OLG Celle wird grundlegende Veränderungen auf Instagram und Co. verursachen; bleibt abzuwarten, ob diese nun den Grad zwischen erfolgsversprechender Marketing Strategie und rechtlicher Grauzone vergrößern.

 

 

 

„Digitale Fürsorgepflicht“ für Kinder und Jugendliche – Notwendig oder nicht?

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Wer kennt es nicht: Man sitzt im Bus oder einfach in der Stadt und schaut um sich. Vermehrt sieht man Menschen, die ihren Blick kaum vom Handybildschirm wenden können. Diesen Trend, das „Phubbing“, sieht man inzwischen auch immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen.

 

Aufgrund dieses nachahmenden Verhaltens der Erwachsenen stellt sich die Frage, ob die Mediennutzung sich auf die Entwicklung der Heranwachsenden auswirkt.

 

 

Diese Frage stellten sich auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und das Bundesministerium für Gesundheit, welche darauf die sogenannte BLIKK-Studie (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz und Kommunikation) ins Leben riefen.

Bei dieser Studie wurden von Juni 2016 bis Januar 2017 5.573 Eltern und dessen Kinder bezüglich ihres Umgangs mit den Medien befragt. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der medizinischen Früherkennungsuntersuchung, also die körperliche, entwicklungsneurologische und psychologische Verfassung der Kinder, herangezogen.

Bei diesem Vergleich kam zu es zum einen zu dem Ergebnis, dass Kinder ab 7 Jahre und auch Jugendliche zur Hyperaktivität und Unkonzentriertheit tendieren, wenn diese mehr als eine Stunde am Tag an ihrem Handy oder Tablet verbringen. Zudem neigt die genannte Gruppe zu Übergewicht. Zum weiteren zeigen schon die Zwei- bis Fünfjährigen Entwicklungsstörungen bei regelmäßiger Nutzung von Bildschirmmedien, so haben sie Probleme bei der Konzentration und Sprachentwicklung.

Diese zwei aufgeführten Ergebnisse zeigen exemplarisch die von der BLIKK-Studie ausgewerteten, meist negativen Auswirkungen der Mediennutzung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Jedoch widerlegt die Kinder-Medien-Studie 2017 diese negative Darstellung. Bei dieser Studie wurden über 2.000 Kinder im Alter zwischen sieben und 13 Jahren mit ihren Eltern interviewt. Hierbei fielen die Ergebnisse jedoch positiver aus.

72% der Kinder in der genannten Altersklasse lesen in der Woche mehrmals, aber nicht wie angenommen von Tablets oder Computer, sondern noch von Papier. Zudem wird das Vorurteil, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit bloß mit digitalen Medien verbringen würden, ebenfalls widerlegt, da diese weiterhin Freunde treffen und das Spielen im freien bevorzugen.

Diese verschiedenen Studien zeigen grundsätzlich, dass das Interesse an der Medienpädagogik groß ist und man Studien und Umfragen nutzen möchte, um die Entwicklung der Kinder und deren Umgang mit den Medien bestmöglich zu fördern.

Es ist offensichtlich, dass besonders die Eltern an diesem Prozess mitwirken und daher als Vorbild vorangehen sollten. Daher stellt sich für diese auch die Frage wie sie die sogenannte „digitale Fürsorgepflicht“ am besten konkret umsetzen können. Beispielsweise in welchem Alter die Kinder ein Handy oder andere digitale Medien bekommen sollten oder ob es strikte Verbote zur digitalen Mediennutzung geben sollte, um den Kindern die Kontrolle der Nutzungszeit anfangs abzunehmen. Man dürfe aber auch nicht die grundsätzliche Mediennutzung verbieten, sondern stattdessen zusammen mit den Kindern die Medien kennenlernen und auch dessen Grenzen und Gefahren beibringen.

 

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