Der Einfluss des Fernsehens auf die kindliche Entwicklung

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Jeder erinnert sich noch an Sesamstraße, Sandmännchen und Co. .Mit Nostalgie wird der Figuren aus der Kindheit bedacht und jeder kann noch heute die Titelmelodie seiner Lieblingskinderserie singen.

http://www.kinder-tipps.com/erziehung/wie-lange-duerfen-kinder-fernsehen/

Laut dem Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest gilt das Fernsehen bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren, neben dem Computer als beliebtestes Medium. Ebenso liegt die Nutzungsrate des TVs bei Kindern im Alter von 2 bis 3 Jahren schon bei 74 Prozent und bei den 4 bis 5 jährigen sogar bei 96 Prozent, wie das Internationale Zentralinstitut für das Jugend und Bildungsfernsehen bekannt gab.

Das Kinderprogramm soll dabei eine wichtige Rolle für die frühkindliche Wertevermittlung einnehmen. Doch wie definiert sich eigentlich Kinderfernsehen?

Das Medium selbst umfasst alle als Kinderprogramm konzipierten und ausgestrahlten Serien, Eltern und Pädagogen hingegen sprechen dabei von dem für Kinder geeigneten Programm.

Patricia Edgar, ehemalige Leiterin der australischen Stiftung für Kinderfernsehen beschreibt die Rolle des Kinderprogramms so:

„Ein Bildungswirksames Programm [] vermittelt Werte, konstruktive Botschaften

und vor allem lokale Elemente, die den Kindern bei Ihrer sozialen und emotionalen

Entwicklung helfen.“

Doch ob das Fernsehen diese Anforderungen tatsächlich erfüllt ist umstritten. Kritiker betonen häufig den negativen Einfluss des Medienkonsums auf spätere Lernerfolge und nennen weitere Folgen, wie körperliche Inaktivität und ein gesteigertes Aggressionspotential. Der passiv geistige Zustand wirkt laut einer amerikanischen Studie der kognitiven Entwicklung entgegen, auch wird das Interesse am Lesen geschwächt. Eindeutig belegt werden kann allerdings nur der Zeitverlust, den der Fernsehkonsum für Beschäftigungen wie Hausaufgaben oder Lernen mit sich bringt. Auch nutzen Eltern das Fernsehen oft als Alternativbeschäftigung zum gemeinsamen Spielen.

Gegensätzliche Meinungen begründen sich auf dem Argument, dass „Bildungsprogramme“ wie beispielsweise die Sesamstraße sogar einen positiven Einfluss auf die Lernfähigkeit und die Einstellung junger Kinder zum Lernen hat. Dies führt zu frühen Erfolgen in der Schule, was eine noch weiter gesteigerte Lernbegeisterung zur Folge haben kann. Auch hilft das Fernsehen den Kindern sich schon früh mit Problemen des Alltags, wie Streit oder Ausgrenzung, auseinander zu setzen.

Zusammengefasst lässt sich nach McLuhan sagen: „Die Botschaft ist wichtiger als das Medium“.

Sicherlich hat ein starker Fernsehkonsum (nicht nur) in der frühen Entwicklungsphase negative Auswirkungen auf das Konzentrationsverhalten. Allerdings ist es auch wichtiger Vermittler von Werten und kann die Kinder an bildungsrelevante Themen heranführen.

Wie schon Paracelsus schrieb: „Die Dosis macht das Gift“

“You press the button, we do the rest.”

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(Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:You_press_the_button,_we_do_the_rest_(Kodak).jpg)

Mit diesem Slogan warb die Eastman Dry Plate and Film Company, heute besser bekannt als “Kodak”, 1889 für Ihre Kodak 1 Kamera. In Anbetracht der Jahreszahl dieser Annonce ist es kaum verwunderlich, dass diese Kamera mit Film und nicht digital arbeitete. Die Besonderheit hier ist jedoch die Abwicklung des Entwicklungsprozesses. Man konnte, nach Gebrauch, die ganze Kamera, inklusive des belichteten Films, zum Hersteller schicken, der wiederum die Bilder entwickelte und die Kamera mit einem neuen Film bestückte. Als Ergebnis bekam man wieder seine Kamera zurück mit den Fotos und konnte direkt weiter fotografieren.

Heutzutage ist ganz ähnlich. Wir müssen uns nicht mehr mit der Materie auseinandersetzen, sofern wir dies nicht möchten. Anstelle dessen können wir ganz bequem unser Smartphone zücken, die Kamera-App starten und Bilder machen, die wir ohne Wartezeit betrachten können. So sammeln sich mit der Zeit tausende von Bildern auf dem Smartphone an. Nicht zu unrecht ist die auf Flickr meistbenutzte Kamera des Jahres 2016 das iPhone 6 (Quelle: http://petapixel.com/2016/12/06/top-10-photos-cameras-tags-flickr-2016/) Das neue iPhone 7 taucht in der Statistik leider nicht auf, denn es hatte von Veröffentlichung bist jetzt schlichtweg zu wenig Zeit genutzt zu werden.

Das was sich also erübrigte ist der Mittelsmann. Wir haben alles direkt bei uns, ohne dass jemand für uns Hand anlegen muss.

Computational Photography

So schön wie das jetzt scheint ist es aber dann doch nicht. Wozu wir vor 127 Jahren noch die Kamera wegschicken mussten macht unser Smartphone ganz von alleine.

Das Stichwort dazu ist “Computational Photography”, zu deutsch in etwa “berechnungsgestütze Fotografie”. Dies klingt jetzt etwas ungelenk beschreibt aber ziemlich zutreffend was geschieht.

Um ein paar Beispiele zu nennen möchte ich mit dem iPhone 7, exemplarisch für alle Digitalkameras, beginnen.

Bildoptimierung

Das iPhone 7 bietet sich gut als Anschauungsobjekt an, weil es einerseits zu der Klasse der Smartphonekameras gehört und andererseits hat Appel seit diesem Model einen RAW-Support eingebaut. (Anmerkung: RAW ist ein Sammelbegriff für die “unbearbeiteten” Daten vom Kamerasensor) Diese beiden Aspekte in Kombination erlauben es sehr anschauliche und faire Vergleiche zwischen Bildern, mit und ohne dem Einfluss der internen Entwicklungsautomatisierung, zu ziehen.

Bei unserem ersten Beispiel sieht man schon sehr gut, dass sich zwischen dem “Original” und dem JPEG ein unterschied besteht. Die wichtigsten Unterschiede sind in diesem Fall die erhöhte Schärfe im linken Bild (JPEG), die satteren Farben, der erhöhte Kontrast und die glatteren einfarbigen Bereiche. Das rechte Bild (RAW) bietet mehr Details aber insgesamt wirkt es flauer, farbloser und weniger Glatt.

Die kommenden zwei Beispiele verdeutlichen die genannten Aspekte.

Bei dem letzten Bild ist sieht man zudem noch ein Bildfehler, den sogenannten Moiré-Effekt (zu erkennen an den Gelb Blauen Schimmer im unteren Teil, des rechten Bildes). Dieser Fehler wurde vom Algorithmus erkannt und für das JPEG bereits entfernt.

Um die Beispiele zu verdeutlichen wurden die Vergleichsbilder, abgesehen vom letzten Beispiel, unter Kunstlichtbedingungen aufgenommen. In der Bildquelle lassen sich die Bedingungen umstellen und die Kunstlichtsituation ist nach einem Druck auf das Glühlampen Pictogram zu finden.

(Quelle: https://www.dpreview.com/news/3196300304/iphone-7-added-to-studio-scene-comparison)

Künstliche Effekte

Das nächste Beispiel steht auch wieder im Zusammenhang mit dem iPhone 7. Um genau zu sein handelt es sich um das iPhone 7 Plus. Seit dem letzten Update hat dieses Smartphone einen sogenannten Portrait-Modus oder auch Bokeh-Modus genannt (Anmerkung: Bokeh ist der Fachbegriff, der die Unschärfe im Hinter- und Vordergrund von Fotos beschreibt).

 

Foto ohne Portraitmodus

Foto mit Portraitmodus

(Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=_Gzw1C7etZU)

Normalerweise muss, um einen solchen Effekt zu erreichen, die Optik der Kamera entfernte Objekte stark vergrößern können. Smartphones sind für gewöhnlich nicht mit einer solchen Apparatur ausgestattet, daher bedient sich das iPhone 7 Plus  einen Trick. Dieses Telefon besitzt zwei Kameras die nebeneinander angebracht sind. Durch den kleinen Versatz, auch Parallaxe genannt, der beiden Kameras ist es möglich zu errechnen wie weit ein Objekt entfernt ist. Somit ist es auch möglich zu berechnen was zum Objekt und was zum Hintergrund gehört. Letzteres wird dann vom Handy unscharf gerechnet und man hat den Bokeh-Effekt.

Ein Video, welches diesen Modus in Aktion zeigt, kann nach einem Klick auf den Link unter dem letzten Bildbeispiel angeschaut werden.

Verzerrungskorrektur

Eine Verzerrungskorrektur ist das letzte Beispiel, welches hier im Artikel Erwähnung finden soll.

Vereinfacht gesagt ist es in diesem Fall lediglich eine Bildkorrektur die dafür sorgt das gerade Linien gerade bleiben. Es klingt zwar sehr banal aber man sollte sich bewusst machen das bei jedem Bild die Kamera technische Limitierungen hat die dazu führen, dass die abzubildende Welt verzerrt abgebildet wird. Unsere Augen machen im Grunde auch nur kann unser Sehapparat dies eigenständig ausgleichen. Kameras können dies jedoch nicht ohne weiteres, daher werden die meisten Bilder elektronisch entzerrt.

Diesmal dient uns eine Canon Powershot S90 als Beispiel. Sie repräsentiert eine Standard Kompaktkamera die man in dieser Art in jedem Elektromarkt finden kann.

Wir sehen hier einen weißen Lieferwagen der in einer Straße parkt. Achten wir nun auf das Linke Gebäude so scheint dies leicht gebogen.

Nun sehen wir das gleiche Bild aber diesmal mit einer automatischen Entzerrung. Wenn wir uns nun wieder das Gebäude auf der linken Seite anschauen fällt auf das es nun gerade scheint. In beiden Fällen wurde die selbe Kamera genutzt nur die Elektronik hat es einmal entzerrt, was uns den Eindruck eines technisch besseren Ergebnisses vermittelt.

(Quelle: https://www.dpreview.com/articles/5653763779/a-distorted-view-in-camera-distortion-correction)

Fazit

“You press the button, we do the rest” mit diesem Werbeslogan von 1889 haben wir diesen Artikel begonnen und auch wenn wir vermeintlich nicht mehr auf dritte angewiesen sind um unsere Bilder zu sehen stellen wir fest, dass dies auch heute nicht der Wahrheit entspricht.

Zwar müssen wir nicht mehr warten und uns direkte Hilfe bei dritten suchen aber es scheint so, dass diese Hilfe in bestimmter Art und Weise von vornherein in unseren Geräten verbaut ist.

An unseren drei Beispielen sehen wir das sogenannte Bildoptimierung sich dem computational photography bedient und den Bild Eindruck teilweise stark verändert, nur damit die Bilder uns besser gefallen sollen.

In den meisten Fällen ist nichts dagegen einzuwenden und viele Nutzer, wenn nicht sogar nahezu alle, sind sehr froh das die Bilder so gehandhabt werden wie sie es tuen. Lediglich aus Sicht der Authentizität und Wirklichkeitstreue stellt sich die Frage ob diese Bilder unsere Wirklichkeit wiedergeben können. Selbst der Journalist, welcher den Anspruch an Objektivität hat, nutzt Kameras und auch wenn er sie nicht dediziert in einem Bildmanipulationsprogramm bearbeitet wird  unfreiwillig durch die computational photography beeinflusst. Die Möglichkeiten dessen sind in diesem Artikel auch nur angerissen und somit stellt sich die Frage ob wir Bilder, im Umfeld einer Berichterstattung, überhaupt als Vertrauenswürdiges Medium behandeln könne, selbst wenn diese Bilder “unbearbeitet”, direkt aus der Kamera, sein sollten?

Das Buch – Verstaubte Medienleiche oder unsterblicher Klassiker?

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„Wo schaltet man das an?“

„Kann man da nicht scrollen?“

„Ist da etwa der Ton aus?“

„Und das funktioniert tatsächlich ohne W-LAN?“

Ein wenig könnte man über derartige Fragen schmunzeln, aber beobachtet man die bemerkenswerte Technikaffinität, die bereits Kindergartenkinder an den Tag legen, ergibt sich im Umkehrschluss schon beinahe die Überlegung, ob diese Altersgruppe in zehn Jahren, fünf, oder vielleicht schon heute eben genau diese Fragen stellen könnte.

Wenn sie ein Buch in der Hand hält.

Aber trennt uns noch so viel von dieser – zugegeben etwas überspitzten – Vorstellung? Werden im Zeitalter von „Ich lad‘ mir das mal eben runter“ und „Gibt’s da auch den Film dazu?“ überhaupt noch Bücher gelesen? Und wenn ja, welche?

Jedes Jahr veröffentlicht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die neusten Zahlen zur Entwicklung der Branche. Zwar schloss diese das vergangene Jahr mit einem leichten Minus von 1,4 % ab, blickt man jedoch auf die letzten zehn Jahre zurück stellt man fest, dass die Umsätze insgesamt stabil geblieben sind.

Den größten Beitrag hierzu leistet nach wie vor die Belletristik mit knapp einem Drittel Umsatzanteil. Etwaige Umsatzanstiege sind häufig mit dem Erscheinen einzelner „Megaseller“verknüpft: so generierte die „Shades of Grey“-Reihe im Jahr 2012 deutliche Mehreinnahmen. Ein ähnliches Phänomen ließ sich 2014 in der Warengruppe der Sachbücher beobachten. Diese erhielt signifikanten Zuwachs durch den Bestseller „Darm mit Charme“.

Ebenfalls beruhigend für Verlage und Buchhandlungen dürften die aktuellen Zahlen zur Häufigkeit der Büchernutzung sein. Stolze 43% der Frauen und immerhin noch gut ein Viertel der Männer geben an täglich, oder zumindest mehrmals in der Woche in einem Buch zu lesen.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass trotz der stetig wachsenden Anzahl an Alternativen zu Unterhaltung, Bildung und Informationsbeschaffung per Buch, sich der Klassiker unter den Medien sobald nicht verdrängen lassen wird. Noch scheint es genügend Liebhaber der Haptik eines Blattes Papier und des Geruchs von Druckerschwärze und vielleicht sogar ein Bisschen Staub zu geben.

Profanität in der Presse

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Michael Adams , der für sein Buch den Titel “ Praise of Profanity“ wählte, beschreibt Fluchen als „sozial“ ja sogar als „ästhetisch“. In vergangenen Jahren waren Schimpfwörter, die in Diskursen der Politik fielen, die Neuigkeit in den Medien schlecht hin. Mit dem Wandel unserer Gesellschaft und in Anbetracht des aktuellen Trends gehören Krauftausdrücke heutzutage zum allgemeinen Sprachgebrauch. Der Gebrauch von Obszönität in den öffentlichen Medien ist am zeitgemäßen Standard gemessen in unserer Zeit weniger skandalös denn je. (http://ajr.org/2014/04/04/swear-words-news-stories/)Psychologen ordnen Schimpfwörter als kreative Sprache ein, welches die Sprache würzt und den eigenen Aussagen an Nachdruck verleiht. So behaupten sie, gebe die Sprache Einsicht in den Charakter eines Menschen. Werden also Schimpfwörter von der Mehrheit der Bevölkerung als Vokabular der Ungebildeten und von Menschen sozial niedriger Klasse angesehen, beweisen die großen Vorbilder unserer Gesellschaft uns das Gegenteil: Am häufigsten zitieren Medien Politiker und Prominente, die sich gewiss gewählt ausdrücken, sich artikulieren können und doch hin und wieder auf ihren Wortschatz an Schimpfwörtern zurück greifen.(http://www.sueddeutsche.de/kultur/schimpfwoerter-im-tv-amtlich-verordnete-pruederie-1.975135)

In der deutschen Demokratie, die Meinungsfreiheit groß schreibt und Zensuren aufhebt, ist es der Eigenständigkeit und dem Geschmack der Journalisten überlassen individuell zu entscheiden, was sie veröffentlichen. Und doch hat zum Beispiel die Leserschaft einer Zeitung, gewisse Standards, die sie erhebt und Erwartungen, die sie hegt.So soll der Ton einer eher konservativen Zeitung in ihrer Berichterstattung höflich, rücksichtsvoll und ernst zu nehmend sein. Dies führt zu stilistischen Unterschieden innerhalb der Medien, die es keinesfalls riskieren möchten, ihre Leserschaft der Obszönität auszusetzen und eventuell einen Teil ihrer Rezipientengruppe zu verlieren.(https://www.nytimes.com/2014/03/31/opinion/the-case-for-profanity-in-print.html?_r=0) Darum wird von vielen Medien auf Nummer Sicher gegangen und im Zweifelsfall auf die Öffentlichkeit verzichtet. Im Umkehrschluss kommt es nicht selten zum Vorwurf der „Zensur“, versuchen Journalisten höflicherweise Verbalinjurien in der Berichterstattung unter den Tisch fallen zu lassen, bzw. diese mit Hilfe von Abkürzungen, Symbolen oder ähnlich klingenden Wörtern mehr oder weniger verdeckt wiedergeben. Leser fühlen sich der Wahrheit beraubt, ist der Gebrauch von Profanität in den Medien zum Verständnis eines Sachverhalts notwendig und dennoch umgangen. Journalisten schreiben schließlich für ein mündiges Publikum und wie Ingeborg Bachmann erklärt, ist „die Wahrheit dem Menschen zumutbar.“ Häufig setzen Journalisten, die umfassend, fair und unerschrocken berichten wollen, Kraftausdrücke provokativ ein, da gerade durch den Zensurvorwurf ihre Berichte ins Rampenlicht rücken.

Insgesamt spricht man jedoch von einer Art Selbstzensur, die Journalisten unter dem Einfluss des Pressekodex vollziehen. Dazu hat der Presserat in einem Plenum nach rechtlich und ethischen Überlegungen , Richtlinien hinsichtlich der journalistischen Berichterstattung festgelegt.  Sie sollen die Berufsethik, sprich: die Wertsetzung innerhalb des Berufs des Journalismus wahren. So empfiehlt zum Beispiel der Absatz „Sorgfalt“ des Pressekodexes, reißende Formulierungen zu unterlassen und eine objektiv angemessene Wortwahl zu wählen, was im Englischen unter “ Political Correctness“ verstanden wird. (http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/).  Kraftausdrücke sind nicht fahrlässig zu benutzen. Aussagen, die die sachliche Ebene verlassen und das Ansehen einer Person herabsetzen, gelten als Diffamierung, die eine Straftat darstellen. Eine Frage, die Journalisten bei der Veröffentlichung einer Obszönität grundsätzlich klären sollten, ist, ob die Diskriminierungsgefahr gering und die Bedeutung für das Verständnis eine Sachverhalts hoch und der Gebrauch von Profanität im Druck rechtmäßig ist.

Verschwörungstheorien – Gefangen im Netz?

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 Von der Religion zum Verschwörungsglaube

Die Frage nach der wahren Beschaffenheit der Welt und was wirklich in ihr vorgeht, wer unsere Geschicke bestimmt und uns leitet, sowie woraus das Böse entsteht hat die Menschen schon seit jeher beschäftigt.

In alter Zeit kamen religiöse Vorstellungen auf, um eben diese Grundfragen der Existenz zu klären, das eigene Leben und das Böse auf der Welt erträglicher zu machen und die Hoffnung auf ein besseres Leben, zumindest im Jenseits, nicht erlischen zu lassen. Grundsätzlich verbindet diese Theorien also meist der Glaube an eine (oder mehrere) allwissende, omnipotente metaphysische Wesenheit(en), sowie ein Gegenstück, dass das Böse personifiziert und somit greifbar macht. Sie schaffen für den Glaubenden eine neue, tröstliche Perspektive auf das Leben.

Was verbindet nun also den Glaube an die Religion mit dem Glauben an Verschwörungen ?

Wie auch bei der Religion zählt zu ihren Charakteristika die simple Einteilung der Welt in gut und böse, die eigene „Glaubensgruppe“ von anderen abzuheben, sich selbst in ein besseres Licht zu rücken, das Böse greifbar zu machen und in gewisser Weise die Verantwortung für das eigene Leben abzugeben. Gleich ob es nun die Bilderberger, Aliens, Reptiloide, Nazis im inneren der Erde oder das CIA sind, die dem Bösen ein Gesicht geben.

Verschwörungstheorien in den Medien

Was mit der Erfindung des Buchdrucks seinen Anfang nahm („Hexenhammer„), hat sich bis zum heutigen Tage immer weiter ausgedehnt.

Das Internet bietet für Jedermann eine Plattform um auch mit den obskursten Theorien eine Bandbreite von Zuhörern zu erreichen und seine Sicht der Dinge als Wahrheit zu verkaufen. Die entscheidende Rolle spielt hierbei die „Wahrheitsfrage“, die in den Medien und vor Allem im Netz auf zigtausende Weisen konträr beantwortet und ausgelegt wird.

Medien konstruieren eine eigene Version der Wahrheit und seit die Tageszeitung nicht mehr als einziges Medium ihre Version der Wahrheit feilbietet, sondern im Netz zu jeder Frage tausende Antworten zu finden sind, ist die Verwirrung unter den Menschen vorprogrammiert.

Die „Vertrauenskrise“

Das erklärt, warum die „Medienverschwörung“ oftmals ein „zentrales und notwendiges Strukturmerkmal“ von vielen modernen Verschwörungstheorien ist. Nachrichten werden beobachtet („Beobachtung des Beobachters“) und zu eigenen Zwecken, zur Produktion alternativer Wahrheiten genutzt.

„Die Ablösung der Face-to-face-Kommunikation durch Schrift und insbesondere durch den Buchdruck, so Niklas Luhmann, erzwang erstmalig die Unterscheidung von Information und deren Mitteilung – mit der Folge, dass der Mitteilung seither misstraut wird. Denn seit man der Mitteilung nicht mehr direkt (am Gesicht des Gegenübers) ablesen kann, was es mit ihr auf sich hat, verstärkt sich der Verdacht, dass die Informationsseite anderen Motiven folgt, als sie glauben machen will.“

 http://www.bpb.de/apuz/231313/medien-als-gegenstand-von-verschwoerungstheorien?p=all

Nach seiner Ansicht liegt die Schuld also beim Medium als Kommunikationsform, das es unmöglich wäre medial und transparent über die eigene Transparenz zu berichten.

Hinzu kommt, dass für viele Menschen das Scrollen über ihre Facebook- Pinnwand oder anderer sozialer Netze, das Ansehen der Nachrichten oder das Lesen der Zeitung ersetzt hat.

 

Nun werden durch das breitgefächerte und weit verfügbare Quellenangebot im Netz viele verschiedene Sichtweisen und Standpunkte vertreten, womit theoretisch ein fundiertes und differenziertes Weltbild beim Rezipienten entstehen könnte. Die Realität sieht jedoch meist anders aus.

Durch den Effekt der „Filterbubble„, der von dem Internetaktivisten Eli Pariser eingeführt wurde, kreieren soziale Netzwerke und Datenriesen á la Google für den Nutzer „Parallelwelten“, wo dieser anhand von Algorithmen, basierend auf seinem Nutzungsverhalten nur noch Nachrichten angezeigt bekommt, die seinen Vorlieben entsprechen. Der eigene Standpunkt, der in heutiger Zeit  für viele Menschen zu einem Teil ihrer „Identität“ geworden ist, wird immer weiter gefestigt.

http://www.foerderland.de/uploads/pics/filterbubble2_7628.jpg

Der Verlust der Vertrauens in journalistische Berichterstattung, weitgehende mediale Inkompetenz unter den Nutzern, unüberschaubare unzählige Quellen, der Filtereffekt im Netz und unsere eigene Persönlichkeit als Filter, all das lässt das Internet als eine Art „Katalysator“ für Verschwörungstheorien wirken.

Hinzu kommt eine zunehmende Unzufriedenheit und Unsicherheit in der Bevölkerung, in der Verschwörungsglaube den Platz der Religion übernimmt. Ebenso wie die Religion lenken sie von den „eigentlichen“ Problemen, die öfter kritisch hinterfragt werden sollten, ab.

Der Mediziner Thomas Grüter warnt vor einer Psychiatrisierung der Anhänger von solchen Theorien, viel mehr sollte solches Verhalten genau analysiert werden, da sie oftmals gesellschaftliche Prozesse und Verwerfungen zwischen Gruppen innerhalb dieser aufzeigen.

Es wäre auch schließlich nicht das erste Mal, dass eine zunächst abstrus klingende Verschwörungstheorie sich im Nachhinein als wahr entpuppte. ( „Massenüberwachung durch die NSA“ )

Denn welche Wahrheit ist nicht konstruierte Realität ?

 

 

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Wie Werbung prägen kann

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Draußen wird es kälter, der Duft von Glühwein und Plätzchen liegt in der Luft, Wham ertönt aus allen Kaufhäusern und auch die Werbung macht nicht Halt uns in besinnliche Stimmung zu hüllen. Spätestens wenn man die ersten Coca-Cola Weihnachtstrucks durch die Werbung fahren sieht, weiß man Weihnachten steht vor der Tür. Denn die Trucks fahren seit nun mehr 20 Jahren durchs Land und prägen unser Bild von Weihnachten mit, wenn man in den 90ern geboren ist. Dabei ist den meisten wohl kaum mehr bewusst wie groß der Einfluss von Coca-Cola auf unser Bild von Weihnachten ist.

Das Bild von Santa Clause

Der Weihnachtsmann ist zwar nicht die Erfindung von Coca-Cola, doch trugen sie zum Aussehen bei. Genauer gesagt zeichnete Haddon Sundblom, ein schwedischer Cartoonist und Grafiker, 1931 für eine Werbe-kampagne das Bild des bis dahin eher streng aussehenden, meist bräunlich und selten rot gekleideten Mannes neu und schenkte uns den bärtigen alten, Mann mit dickem Bauch und leuchtend rotem Anzug wie wir ihn kennen und lieben. Durch die schon vorher erfolgreiche Werbung verbreitet sich das Bild des freundlichen Mannes um die ganze Welt und setzt sich fest.

Das besondere an der Weihnachtwerbung

Auch 85 Jahre später kommt man an Coca Cola nicht vorbei. Sie ziehen Jahr für Jahr in den großen beleuchteten Weihnachtstrucks umher, erinnern uns so an die Werbespots die wir früher gesehen haben und verkaufen uns nochmal ein Weihnachtsmärchen. Immer hinterlegt mit einem festlichen Weihnachtssong, welcher im Kopf bleibt und nicht selten in den Charts landet. So läuft dann auch im nächsten Jahr noch Melanie Thorntons „Wonderful Dream“ im Radio oder „Shake up Christmas“. Es ist der Gesamteindruck, das Zusammenspiel von all den wunderschön aufgemachten Bausteinen, die jedes Jahr etwas Nostalgie hervorbringen.

Coca-Cola heute

Diese Jahr hat Coca-Cola allerdings mit ein paar Traditionen gebrochen: Keine roten Weihnachtstrucks im Spot und zum ersten Mal ein speziell auf das Motto „Taste the Feeling“ abgestimmte Lied. Auch erkennt man immer mehr eine etwas realere Sicht auf die Weihnachtsvortage. Zumindest wird ansatzweise der Stress dargestellt der mit dem ganzen Dekorieren, Backen und Gedränge in den Kaufhäusern hervorgeht. Denn in allen Werbespots geht es zunächst mal darum etwas zu verkaufen und möglichst viele Menschen anzusprechen. Diese lassen sich aber besser erreichen wenn man keine unrealistische Szene abbildet sonder welche, in denen man sich wiederfindet. Coca-Cola ist eben immer noch ein Unternehmen, das auf Profit abzielt.

Trotzdem hat es die Weihnachtszeit, wie wir sie heute kennen, mitgeprägt und uns seit Jahrzehnten erfolgreich jedes Jahr wieder ein kleines Weihnachtsmärchen geschenkt. Dieser Erfolg sollte doch gewürdigt werden.

Vom Internet in die Realität – Amazon-Go

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Amazon Go: Amazon-Mitarbeiter können bereits im neuen Supermarkt in Seattle einkaufen.

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-12/amazon-go-supermarkt-lebensmittel-service-einkaufen-datenschutz-zukunft

Ein Online-Shop nur für Bücher? Das ist Amazon wohl schon lange nicht mehr. Bereits seit Jahren stellt das Unternehmen auch Spiele, Schmuck, Technik, Lebensmittel und vieles mehr zum Verkauf. Zudem bietet die Website seit 2014 eine Möglichkeit Filme und Serien online zu schauen und arbeitet auch weiterhin an neuen innovativen Projekten. Eines davon ist das Konzept Amazon-Go.

Die Vielfalt ist das, was Amazon inzwischen ausmacht. Doch eines war bisher immer gleich: Amazon machte sich das Medium Internet zu Nutze. Mit Erfolg – Eine online Umfrage ergab, dass bereits 98% der Internet Nutzer Interesse an Online-Shopping besitzen. Und Amazon ist in Deutschland dabei weitaus das beliebteste Portal und mit einem monatlichem Umsatz von 7.8 Milliarden € in Deutschland (2005) auch weitaus das umsatzstärkste. Umso interessanter ist es, das Amazon jetzt angekündigt hat den Schritt in die andere Richtung zu wagen.

Doch was ist nun eigentlich Amazon-Go?

Mit Amazon-Go soll es das Online-Imperium bald auch im „Reallife“ geben, als ganz normalen Einkaufsladen. Jedoch mit einem Unterschied: Ganz ohne an langen Kassenschlangen anstehen zu müssen sollen die Kunden künftig einkaufen gehen können. Bezahlt wird über einer App, mit welcher man sich beim Betreten des Ladens registriert. Eine Kamera soll den Kunden während des Einkaufens erkennen und erfassen, was dieser aus dem Regal nimmt, oder wieder zurückstellt. Diese Produkte erscheinen dann auch im virtuellen Einkaufswagen der App. Beim Verlassen des Ladens wird der dementsprechende Betrag dann von dem Amazon-Go Konto abgebucht. So verrückt das ganze klingt, es funktioniert. In Seattle, Washington wird das Konzept bereits mit Erfolg von Mitarbeitern getestet. 2017 sollen die ersten Läden dann auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vergleich zum üblichen Einzelhandel ist Amazon-Go auf jeden Fall zeitsparender und noch komfortabler, da man theoretisch weder Bargeld, noch Kreditkarte für den Einkauf benötigt. Man muss lediglich sein Smartphone bei sich tragen.

 

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-12/amazon-go-supermarkt-lebensmittel-service-einkaufen-datenschutz-zukunft

Wird Amazon-Go also die Zukunft?

Das ist schwer zu sagen. Durch die stetige Verbesserung der Technik wird das Einkaufen auf diese Art und Weise immer angenehmer für die Menschen. Solche Technologien werden also auf jeden Fall in Zukunft immer beliebter werden. Ob ein Laden wie Amazon-Go handelsübliche Supermärkte komplett ablösen wird ist jedoch fraglich, da es viele Kunden gibt, die gerade den Kontakt zu den Kassierern schätzen.

Das Online-Shopping an sich und Amazons Onlinestore werden wohl wenig betroffen von der Innovation sein, da es andere Bedürfnisse des Kunden deckt.

Jodel – Das Erfolgsgeheimnis um die Studenten-App

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Was früher noch an Klowände gekritzelt wurde, verbreitet sich heute wie ein Lauffeuer über die Smartphones der Studenten. Die App Jodel sammelt den Trash-Talk des Campus und verbreitet Nachrichten und Bilder an alle Nutzer im Umkreis von 10 km. Das Raffinierte daran?
Völlige Anonymität.

 

Egal, ob man grade im Bus, im Hörsaal oder einfach zu Hause auf der Toilette sitzt: Gejodelt wird eigentlich überall. Über alles. Sei es die #gadse, die aus dem Fenster schaut oder der Professor, der im #audimax fast alle zum Einschlafen bringt. Wer jodelt, der möchte sich seinen Mitmenschen mitteilen. Ungeachtet dessen, ob es sich dabei um mehr oder weniger Geistreiches handelt. Und wer mit seinen rhetorischen Künsten überzeugt, wird belohnt:
Je „lauter“ ein Jodel ist, also je mehr Upvotes er erhält, desto mehr Karmapunkte gibt es. Und je mehr man sammelt, desto besser fühlt man sich. Ob sich dieses Karma auch im realen Leben widerspiegelt, ist jedoch fraglich.
Aber über Karma spricht man nicht- internes Jodelgesetz!

Jodel ist wie Twitter,nur bunt 

Die kostenlose iOS- und Android-App benötigt keine Registrierung oder ähnliches. Das Prinzip ist so simpel, dass es fast schon genial ist. Man muss sich nicht verstellen oder selbst inszenieren. Authentizität ist gefragt.
Je hemmungsloser, offener und ehrlicher desto besser. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es auf Jodel Moderatoren, die Inhalte prüfen und zur Not fragwürdige Posts löschen.
Längst sind auch die großen sozialen Netzwerke auf die App aufmerksam geworden und auf Facebook erfreuen sich die besten Jodel Sprüche großer Beliebtheit.
Wer auf Jodel unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass hinter den sarkastischen und schamlosen Sprüchen und Kommentaren eine große Gemeinschaft steckt, die im Zweifel zusammenhält.
So wie bei dem fast schon legendären Münchner Jodel, bei dem ein Student von seiner Freundin anscheinend betrogen wurde und die ganze Jodel-Community wie ein Fels in der Brandung hinter dem armen Kerl stand und ihn mit weit über 2000 Kommentaren unterstütze.

Jodel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Anonymität nicht auch ausgenutzt werden kann. Schließlich weiß man nicht, wer sich hinter welchen Jodel versteckt und am Ende gibt man womöglich noch seinem eigenen Partner Trennungstipps.

Jodel bietet jedem die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, ohne dass man mit ernsthaften Folgen rechnen muss. Es vernetzt die Menschen und ist an erster Stelle Unterhaltungsmedium. Darüber hinaus bietet es sicherlich Forschungsansätze bezüglich Anonymität und Selbstdarstellung im Netz.
Deshalb stehen die Zukunftschancen nicht schlecht, dass diese App uns noch ein wenig begleiten und unterhalten wird.

 

Bildquellen:

https://lh3.googleusercontent.com/zfY0kgT6Iy4G7WiKcIM9sVyOfD3P6riAXKOniVDjrqTh5zzmx3IkuPnIW8fgRSIO5Jg=w300

http://www.jetzt.de/jodel/muenchner-jodel-freundin-geht-fremd

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Kein Internet, keine Ahnung?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Kein Internet, keine Ahnung?

Ein die ganze Welt umspannendes Netz, das alle, die daran teilhaben wollen, verbindet, eine beinahe grenzenlose Informations- und Kommunikationsinfrastruktur zur Verfügung stellt und man braucht dafür nur ein kleines Gerät, das sogar in eine Hosentasche passt?

Das Internet muss vor 50 Jahren noch wie Science-Fiktion geklungen haben und doch ist es heute schon fester Bestandteil in unserem Alltag. Laut einer Studie des DIVSI können sich 61 % der Deutschen ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen und ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich auch nicht.

Nach dem Aufwachen gilt bei über einem Drittel der deutschen Smartphonenutzern innerhalb der ersten 15 Minuten ein Blick auf das Gerät, bei den unter 25 jährigen ist die Zahl weitaus höher. Man checkt erstmal die E-Mails, Whats-App Nachrichten und sieht auch schon Pop-Ups von den wichtigsten News. In den acht Stunden Schlaf war man schließlich nicht erreichbar und kann so einiges verpasst haben. Auch im weiteren Tagesablauf ist das Internet präsent:

Nachdem man sich schnell auf den neusten Stand gebracht hat, hört man beim Zähneputzen seine Lieblingslieder auf Spotify oder ähnlichen Funktionen und muss dann auch schon los zur Arbeit, Uni oder Schule.
Den schnellsten Weg lässt man sich von Google Maps berechen und lässt sich navigieren oder fragt auf der passenden App ab, wann das nächste öffentliche Verkehrsmittel fährt. Sitzt man im Bus, der Bahn oder dem Zug, hat man Dank seiner Mobilen Daten eine Vielzahlt von Unterhaltungsmöglichkeiten, die von dem Lesen der News oder einem E-Paper, über Streamen von Musik oder Videos bis zur kostenlosen Kommunikation mit Personen weltweit über diverse Social Media Funktionen reicht.
Auf der Arbeit oder an der Uni angekommen, liest man dann z.B. die E-Mails der Geschäftsanschrift oder downloadet die neusten Folien und Texte.
Mit der Funktion des Online Bankings, die 2015 schon 73% der Deutschen nutzten, kann man in der Pause oder auf dem Heimweg ganz einfach seinen Kontostand kontrolieren und gleich ein paar Rechnungen bezahlen.
Für das Abendessen wirft man noch einen Blick auf ein Internetforum wie z.B. Chefkoch.de und fragt Siri oder Google Now, wie lang der Supermarkt heute offen hat, um die passenden Zutaten zu besorgen.
Abends sucht man sich auf Netflix, das Erste LIVE, RTL now oder anderen vergleichbaren Seiten sein passendes Abendprogramm aus. Nebenher kann man am Smartphone oder Tablet ein paar Profile auf einer Partnerbörse durchklicken, online Klamotten bestellen oder Neuigkeiten auf den Social Media Seiten durchschauen.
Zusätzlich nutzt man den Tag über immer wieder Instant Messaging Dienste, um mit Bekannten, Freunden und Familie in Kontakt zu sein. Allein über Whats-App werden laut einem Artikel von „Die Presse.com“ täglich 42 Milliarden Nachrichten und 1,6 Milliarden Bilder übermittelt.

Natürlich ist der beschriebene Tag nur als Beispiel der verschiedenen Möglichkeiten, wie man das Internet im Alltag nutzen kann, zu sehen. Nicht jeder greift auf diese Anwendungen zurück, nutzt das Internet weniger, mehr oder anderst. Unumstritten ist, dass das Internet eine wichtige Größe in unserem Alltag geworden ist und nach einer Studie der Kantar TNS inzwischen von den Deutschen vor dem Fernsehen als wichtigstes Medium eingestuft wird.

Durch die Digitalisierung werden viele Dinge des alltäglichen Lebens  durch Funktionen im Internet erstezt: Man chattet, statt zu reden; man goggelt, statt nachzudenken; man klickt sich durch Partnerbörsen, statt rauszugehen, um zu flirten. Das Internet und alle Entwicklungen, die damit einhergingen, haben unser Leben verändert und werden es wohl auch in Zukunft verstärkt tun. Die Fragen, die sich Jeder stellen sollte, sind, wie sehr mache ich mich davon abhängig und kann ich ohne Internet überhaupt noch leben?

 

Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

Längst hat die digitale Transformation Einzug in alle gesellschaftlichen Bereiche unseres Lebens gehalten. Die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung ist ebenso rasant wie kurzlebig. Erhebliche Veränderungen der Nutzungsrelevanz von Medien finden auf beruflicher Ebene statt, in der Gesellschaft und Politik, aber eben auch im Speziellen bei Jugendlichen und Kindern.

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Generationskennzeichnend lässt sich eine altersspezifische Verschiebung beobachten die zeigt, je jünger die Generation, desto größer das generelle Interesse an der digitalen Welt und  der intuitive Umgang mit ihr. (Das klassische Dilemma: Whatsapp mit Mama, oder Skypen mit Oma und Opa).

Ist es also kontraproduktiv gegen das, nennen wir es, angeborene Interesse an zu arbeiten und den Kindern den Umgang zu untersagen, oder sollte es im Gegenteil als Chance genutzt und gefördert werden und in geregelte Bahnen geleitet werden? Die Medienpädagogik forscht hier nach dem „aber wie?“.

E-Learning Angebote gehören für Studenten zur Tagesordnung. Aber auch in den Grund- und weiterführenden Schulen lassen sich die positiven Lerneffekte einzelner Medienangebote beobachten und es stellt sich die Frage:

Ist Youtube vielleicht der bessere Lehrer?
Aber es soll hierbei wohl eher um Zusammenarbeit gehen. Kanäle wie beispielsweise Youtube, Skoyo, oder das Fernsehen ( wie z.B. Logo, Wissen macht Ah!, etc.) sollen die eigentlichen Lehrer nicht ersetzen, nein, sie fungieren vielmehr als unbegrenzt und universell zugänglicher Nachhilfelehrer.

„Medienkompetenz bildet eine Grundlage lebenslangen Lernens“. Der Unterricht sollte die Kinder vorbereiten die Medien zu hinterfragen und verantwortungsvoll, vor allem aber sicher, mit ihnen umzugehen. Die hohe Relevanz der Digitalen für Kinder & Jugendliche (Social Networks, Messenger-Apps, etc.) steht dem Bedauern der Eltern und Pädagogen gegenüber, die die „Dominanz virtueller Erfahrungen gegenüber der realen Auseinandersetzung mit der Welt“ betrachten. Planet Schule aber beispielsweise sagt: „Lebensweltliche Erfahrungen jenseits des Computers sollen nicht ersetzt, sondern unterstützt werden“ – eine Starthilfe für eine lebenslange, lernende, neugierige Auseinandersetzung mit der Welt in beiden Bereichen.

„Ist das alles denn wirklich nötig?“

  1. Ja, im Hinblick auf das Berufsbild unserer Gesellschaft in der Medienkompetenz immer stärker zur Grundvoraussetzung eines Überlebens auf dem Arbeitsmarkt wird und um die Sicherheit der Kinder im Umgang mit Medien zu gewährleisten.
  1. Nein wenn es darum geht die unersetzliche Leistung interpersoneller direkter Kommunikationsvorgänge zu würdigen und für ein ganzheitlich geschultes Weltbild persönliche Sinneseindrücke zu entkräften.

Der Umgang mit der realen Welt, und das Erleben dieser, ist die Basis für den Umgang mit Medien. Das eine wird vom anderen nicht ersetzt, es muss ergänzend wirken. Eine grundlegende Unterrichtsrevolution bleibt noch aus, teilweise sind die Bundesländer aber schon auf dem Weg: Ein Beispiel ist der 10 Punkte Plan „Medienkompetenz macht Schule“ aus Rheinlandpfalz, ein anderes ist das Medienkompetenzportal NRW, die beispielsweise mit dem so genannten „Medienpass NRW“ auffahren, oder die Niedersächsische Bildungscloud. Hierbei wird ab Februar 2017 für drei Jahre ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Unterrichtsinhalte entwickelt werden sollen, die dann auf dem Handy und Tablet der Schüler abrufbar sind. Ipadatschool.de bietet bereits digitale Materialien für das Tablet im Unterricht und Fortbildungsgegenstände für das digitale Klassenzimmer für Lehrer an. Die Grundsteine werden gelegt.

 

 

Ob nun das neuste Iphone das optimale Geschenk für einen 10 Jährigen ist, oder Ipads, in Kinderspieltischen integriert, schon für das oben beschriebene Medienkompetenztraining essentiell sind, bleibt allerdings weiterhin fragwürdig. Klar ist sicherlich, dass das Bildungssystem sich offensichtlich weiterentwickeln muss, dies teilweise schon tut und auch hier, wie so oft im Leben, ein gesundes Maß der Dinge ausschlaggebend für den Erfolg ist.

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Hallo Echo – Amazon zieht jetzt auch bei uns ein

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Kommunikationsformen, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Hallo Echo – Amazon zieht jetzt auch bei uns ein

„Alexa“- Dies wird in Zukunft wohl in einigen Haushalten das meist genutzte Wort sein.

Hierbei handelt es sich um das Weckwort für den Sprachassistenten Echo, den Amazon nun auch endlich in Deutschland und Österreich einführt. Echo ist ein intelligenter Lautsprecher, der durch Sprachsteuerung Fragen beantworten oder Aufgaben erledigen kann.

„Wir haben das Gefühl, das wird extrem groß und erfolgreich“

Der Deutschland-Chef von Amazon Ralf Kleber redet von einer wahren Revolution was Echo betrifft. Nach der Einführung in Deutschland erlebt der Amazon Echo eine enorme Nachfrage und ist im Moment nur per Einladung zu erhalten. Wer Echo kaufen will muss erst auf eine Einladung warten bevor er sich diesen bestellen kann. Erst dadurch wird sichtbar wie groß die Nachfrage am Alltagsassistenten ist. Laut einer Umfrage von Bitkom könnten sich jetzt schon 39% der Bundesbürger vorstellen einen solchen Sprachassistenten zu nutzen.

Was kann der Amazon Echo? 

Echo’s Funktionen sind in vielen Hinsichten die Gleichen wie schon bei anderen Sprachassistenten, etwa Siri von Apple, Google Now von Android oder Cortana von Microsoft. Echo kann Erinnerungen erstellen, Timer setzen, Musik von Musikdiensten abspielen oder einen Tagesüberblick der Nachrichten erstellen wie von N-TV oder Spiegel Online.

Weitere Funktionen die Echo von anderen Systemen unterscheidet sind zum Beispiel die Beantwortung von komplexeren Fragen durch die Verlinkung mit der Enzyklopädie Wikipedia oder auch die Steuerung eines ganzen Hauses durch Smarthome Produkte. Somit kann man per Sprachsteuerung die Heizung höher stellen oder die Lichter einschalten. Die Zusammenarbeit mit Apps wie MyTaxi oder Chefkoch ermöglicht es ein Taxi zu bestellen oder ein Rezept zu suchen. Echo’s wohl einzigartigste Funktion ist es Einkaufslisten zu erstellen und diese direkt bei Amazon zu bestellen, unter der Voraussetzung, dass das Produkt bereits einmal gekauft wurde.

Sämtliche Funktionen sind bequem per Sprachbefehl zu erreichen. Die Aktivierung des Sprachassistenten erfolgt durch die Erwähnung des Weckwortes „Echo“ oder „Alexa“. Danach hört Echo aufmerksam zu und erledigt die gewünschte Aufgabe.

Hört Echo jedoch nur zu wenn er „geweckt“ wurde? 

Das ist wohl die Frage die sich die meisten Nutzer stellen, allerdings ohne eine eindeutige Antwort zu erhalten. N-TV schwächt diese Bedenken ab und stützt sich dabei auf Praxistests von Computerbild. Echo hört tatsächlich die ganze Zeit zu, löscht aber alle 3 Sekunden automatisch die Aufnahmen, solange das Weckwort nicht gefallen ist. Erst wenn Echo geweckt wurde, werden die Daten an Amazon weitergeschickt.

Dagegen spricht allerdings ein Artikel von WIWO. Alles was in der Umgebung von Echo geredet wird, soll direkt zu den Servern von Amazon weitergeleitet werden um dort mit Hilfe von Algorithmen analysiert zu werden. Dies soll dazu dienen Profile der Hausbewohner zu erstellen und deren Lebensstil und Einkaufsverhalten besser bestimmen zu können.

Jetzt muss sich jeder die Frage selbst beantworten ob er Echo in seinem Wohnzimmer haben will, oder doch lieber einmal mehr aufsteht um das Licht anzuschalten oder einen Einkaufszettel zu schreiben.

 

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Bildmanipulation in den Medien

geschrieben von in Allgemeines, Internet und Politik, Medien und Politik, WeblogsKommentare deaktiviert für Bildmanipulation in den Medien

Der Begriff Bildmanipulation beschreibt eine Veränderung oder eine Manipulation eines Bildes oder Fotos um den Sachverhalt der sich darauf bezieht zu verändern, wodurch diese Bilder eine Wirklichkeit an die Rezipienten vermitteln, die so nie geschehen ist.

Ein Beispiel eines solchen Falles zeigen die beiden folgenden Bilder des Massakers von Luxor. Hier wurde das Originalbild so manipuliert, dass die Wasserpfütze aussieht, wie eine Blutspur um den eigentlichen Sachverhalt zu dramatisieren:

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Man kann darin unterscheiden, ob ein Foto schon vor der Aufnahme (durch Inszenierung), während der Aufnahme (Bsp.: durch Mehrfachbelichtung) oder nach der Aufnahme (Bsp.: durch Bildbearbeitung) manipuliert wird.

Grundsätzlich ist es schon seit dem 19. Jahrhundert durch technische oder kompositorische Tricks, wie beispielsweise die Fotomontage oder Komposografie möglich Fotos zu verändern, doch Techniken wie diese verlangten ein gewisses Knowhow von den Fotografen. Dank der fortgeschrittenen Entwicklung im Bereich elektronische Bildverarbeitung ist heute jeder in der Lage mit ein wenig Übung Bilder so zu bearbeiten, dass diese Manipulationen für ein ungeschultes Auge kaum zu ergreifen sind. Wie einfach es ist Bilder mithilfe digitaler Bildbearbeitungsprogramme zu verändern zeigt folgendes Video:

Dieses Video bezieht sich auf den ästhetischen Aspekt, welcher oft in der Werbung eine Rolle spielt um Schönheitsfehler zu retuschieren. Viel drastischer ist es jedoch wenn manipulierte Bilder Einfluss auf politische Angelegenheiten ausüben, indem sie in einen falschen Kontext gestellt werden (Bsp.: Massaker von Luxor), Personen herausgeschnitten werden (Bsp.: Stalin ließ ungarischen Revolutionär aus Bildern schneiden) oder bestimmte Szenen inszeniert werden (Bsp.: Treffen zwischen Viktor Orban und Helmut Kohl) um Tatsachen anders darzustellen, als sie eigentlich sind. Die Tatsache, dass Bilder manipuliert werden um breite Massen zu beeinflussen resultiert daraus, dass der Durchschnittsbürger dazu neigt Bilder als Beweis der Realität anzuerkennen ohne daran zu denken, dass fast alle Bilder die heute durch die Medien suggeriert werden in irgendeiner Form bearbeitet sind.

Die Frage die hieraus resultiert ist inwieweit Bilder heutzutage überhaupt noch glaubwürdig sind, wenn es doch für jeden möglich ist, sie in fast unvorstellbarem Ausmaß zu bearbeiten?

In diesem Zusammenhang muss beachtet werden, dass es im Journalismus erlaubte Veränderungen gibt wie beispielweise Zoomen, Änderung des Winkels, Graustufen etc. und nicht erlaubte Veränderungen wie Fotomontage und Inszenierungen. Im letzteren Falle müssten Fotos an denen diese Methoden angewendet wurde bei der Veröffentlichung mit einem [M] gekennzeichnet werden, doch problematischer Weise wird dies in vielen Fällen nicht getan. Außerdem gibt es keine gesetzliche Regelung die über solche Fälle entscheidet, denn ob eine Bildbearbeitung legitim ist hängt immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Trotz der Versuche den Beweischarakter der durch die Medien suggerierten Bilder durch Methoden wie digitale Negative, digitale Wasserzeichen oder digitale Bildforensik zu gewährleisten, muss jeder Rezipient sich darüber im klaren sein, dass man sich in den meisten Fällen nicht sicher sein kann in wie weit eine Fotografie die Wahrheit widerspiegelt.

 

Quellen:

http://www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Fotomanipulation

http://www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html

http://www.spiegel.de/einestages/manipulierte-bilder-a-947326.html

Bildmanipulation in den Medien

 

 

 

 

 

Symbiose zwischen Sport und Medien?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Symbiose zwischen Sport und Medien?

Wer erinnert sich nicht an den Sommer 2014? Deutschland wird in Rio Fußballweltmeister. Tage lang kursierte diese Nachricht in den Medien- gleichgültig ob TV, Radio, Internet oder Zeitung- und war das wohl meist besprochene Thema der Deutschen. Aber auch im Rest der Welt war diese Nachricht allgegenwärtig. Dabei lohnt es sich auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu wagen.

Wie kommt es zu dieser Entwicklung, dass Sport in der Gesellschaft einen solchen Stellenwert einnimmt? Eine nicht unerhebliche Rolle spielen dabei die Medien. Aber auch hier lohnt es sich einmal zu hinterfragen, wie die Beziehung zwischen Medien und Sport aufgebaut ist.

 

Zuerst einmal ist ein Blick auf die Entwicklung der Gesellschaft zu werfen. In den letzten Jahren ist es vermehrt zu beobachten, dass die Menschen ein gesteigertes Interesse an Sport zeigen. Ebenso ist die fortlaufende Medialisierung der Gesellschaft nicht mehr zu übersehen.

Diese Entwicklung ist in den Medienunternehmen auch nicht unbemerkt geblieben. Ein sehr beachtlicher Teil der Redaktionsarbeit geht in die Sportberichterstattung – Und das zu Recht. Wie die Quoten der ARD aus dem Jahr Jahr 2014 zeigen, wird dies von den Zuschauern auch genutzt und gewünscht.

Wie beliebt ist Sport?

Durchschnittlich 12,59 Millionen Zuschauer/innen sahen die Spiele der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 im Ersten, der Marktanteil lag im Schnitt bei rund 60 Prozent (55,9 Prozent).

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi verfolgten durchschnittlich 3,31 Millionen Zuschauer/innen im Ersten, der Marktanteil lag im Schnitt bei 24,4 Prozent.

2014 betrug der Anteil der Sportberichterstattung am Gesamtprogramm des Ersten acht Prozent. Das Zuschauerinteresse für Sport bzw. dessen Nutzung war jedoch mehr als doppelt so hoch: Knapp 21 Prozent der Zeit, die ein/e Zuschauer/innen Das Erste geschaut hat, entfiel auf den Sport.

Der Sport liefert den Zuschauern die gewünschten Unterhaltung und die Medien vermarkten und veröffentlichen die dazu nötigen Informationen, welche mit guten Quoten den Medienunternehmen den erwünschten wirtschaftlichen Erfolg liefern.

So schön die traditionelle Vorstellung des Sports auch sein mag, ist es mittlerweile nicht mehr abstreitbar, dass sowohl auf Seiten der Medien, als auch auf Seiten des Sports der wirtschaftliche Aspekt eine große Rolle spielt. Der Sport beziehungsweise die Vereine oder Verbände finazieren sich zu beachtlichen Anteilen durch die Mediengelder.

Quelle : http://fussball-geld.de/wp-content/uploads/2016/11/Einnahmekalkulation1617-10.jpg

Es ist hierbei auch zu beachten, dass durch die große Medienreichweite der Einfluss der Medien auf die Werbeeinnahmen vorhanden ist.

Allerdings bringt der Druck des wirtschaftlichen Denkens im Sport in der der Gesellschaft Ärger mit sich. Durch das gesteigerte wirtschaftliche Interesse sind zum Beispiel die öffentlich rechtlichen Sender nicht mehr in der Lage Olympia live zu übertragen, da die Rechte für die Live-Übertragungen schlicht zu teuer geworden sind.

Ein weiterer erwähnenswerter Aspekt ist, dass die Medien für den Sport, wie auch für die restliche Gesellschaft, die Funktion der 4. Gewalt, Die Kontrollfunktion, ein. Ein hierfür bekanntes Beispiel sollte die Enthüllung des Dopingskandals des russischen Leichtathletikverbandes kurz vor Olympia in diesem Jahr sein. Die Enthüllung wurde durch die ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“ zutage gebracht und führte zu Ermittlungen der Anti-Dopingargentur. Die Folge waren zahlreiche Dopingsperren und der Ausschluss des ganzen russischen Leichtathletikverbandes von Olympia 2016.

 

Allerdings haben die Medien nicht nur positive Auswirkungen auf den Sport. Es kommt immer wieder zu Skandalen in denen die Sportler oder Vereine nicht mit dem Umgang der Medien mit ihnen einverstanden sind, wie das folgende Video auch zeigt.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=7HUZnwDVZkY

So kam es zum Beispiel jüngst dazu, dass der Fußballverein 1860 München die Medien boykottierte und teilweise sogar aussperrte, da sie mit der Berichterstattung nicht einverstanden waren.Auch der ehemalige Handballspieler Stefan Kretzschmer sagte beim Medienforum Mittweida 2014:

„Die Medien sind ein notwendiges Übel im Sport“

„Wenn du mit der BILD redest gehst du einen Pakt mit dem Teufel ein“

„Alkohol war unser Psychologe“

Anhand dieser Aussagen kann man gut erkennen, dass der mediale Druck und die ständige Präsenz der Presse bei den Sportler nicht immer gut ankommt und der Verlust der der Privatsphäre die Sportler noch zusätzlich belastet. Allerdings ist die Beziehung zwischen Medien und Sportler nicht immer so negativ belastet. Es gibt auch vor allem bei den jüngeren Sportlern ein hohes Interesse daran, sich selbst als Marke zu vermarkten. Hierbei spielt vor allem das Social Media eine große Rolle. Sportler bei denen das zum Beispiel gut zu erkennen ist, sind Mario Götze und Lewis Hamilton.

 

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass die Beziehung zwischen Sport und Medien nicht immer einfach, aber notwendig ist, um die jeweilige Rolle im gesellschaftlichen System erfüllen zu können.

 

 

Quellen:

SPORT MACHT MEDIEN

file:///C:/Users/Silas/Downloads/PuF_S_06_Sport%20und%20Medien.pdf,http://fussball-geld.de/einnahmetabelle-1-bundesliga-20162017-10-spieltag/einnahmekalkulation1617-10/

http://www.kicker.de/news/olympia/startseite/656599/artikel_chronologie-zum-russischen-dopingskandal.html

http://www.ard.de/home/intern/fakten/Sport_in_der_ARD/270870/index.html

 

Bloggst du noch oder wirbst du schon?

geschrieben von in WeblogsKommentare deaktiviert für Bloggst du noch oder wirbst du schon?

Begeisterte Modemagazin-Liebhaber werden die neue Pandora-Werbeanzeige schon gesehen haben. Darauf abgebildet, sieht man niemand anderes als Caro Daur. 21 Jahre jung, BWL-Studentin, Blogger und Influencer. Sie startet als eines der ersten Blogger-Testimonial eine neue Art der Werbung für die luxuriöse Schmuckmarke.

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Aber nicht nur für Pandora, stand Caro als Werbefigur.

Bei den Olympischen Spielen 2016 berichtete sie für ADIDAS live aus RIO von den sportlichen Ereignissen. Natürlich alles auf ihrem Blog, Instagram, Facebook und Snapchat. Und auch bei vielen anderen Marketing-Auftritten namhafter Firmen sieht man die hübsche Hamburgerin, wie sie ihren 815 Tausend Instagram-Followern ein Selfie macht oder ein kurzes Video dreht.

Selbstverständlich alles nur, weil sie die Marke toll findet und unbedingt möchte, dass wir das wissen.

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Natürlich ist es nicht wirklich so…

Hinter solchen Fotos, Blogposts und Stories stecken Bezahlungen, von denen sich andere Autos kaufen. Schon bevor Caro Daur zu einem Event eingeladen wird, wird ihr Management davon informiert. Es werden Verträge ausgehandelt, in denen festgelegt wird, wie viele Instagram-Fotos gepostet werden, ob ein Blogbeitrag geschrieben wird, welchen Umfang dieser dann hat, wann, was veröffentlicht wird und natürlich wie viel Geld Caro Daur bekommen wird.

Das hierbei noch eine eigene Meinung in dem Produzierten steckt ist schwer vorstellbar.

Aber wie geht es Bloggern, die zwar „groß“ genug sind, um von ihrem Blog leben zu können, aber keinen Influencer-Status, wie Caro Daur innehaben?

Natürlich muss man um einen guten Content auf seinem Blog bieten zu können, enorm viel Zeit dafür aufbringen. Es müssen Dinge getan werden, die berichtenswert sind, diese müssen vertextet werden, es müssen Bilder geschossen werden, man muss Zeit aufwenden um seine Fotografier-, Text- und Layout-Fähigkeiten zu verbessern, …

Einen Fulltime-Job zu haben und wirklich erfolgreich zu bloggen ist daher ein Ding der Unmöglichkeit. Aber von irgendetwas muss der Blogger auch leben können. Daher ist es für ihn unabdingbar, Kooperationen mit Firmen einzugehen. Egal ob Testpakete zugeschickt werden, über die man berichtet oder ob es sich um eine Einladung zu Blogger-Events handelt, ohne die Bezahlung dieser Firmen wäre es dem Blogger kaum möglich Geld zu verdienen.

 

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Es kann auch eine Bereicherung für den eigenen Blog sein, wenn der Blogger Dinge erleben darf, Produkte testet und darüber berichtet.

So kann Julia von dem Blog „Des Belles Choses“  nur durch Einladungen in Hotels von vielen verschiedenen Reise-Destinationen berichten oder hat Dank Einladungen zu unterschiedlichsten Events die Möglichkeit von Trends zu erzählen und mit anderen Bloggern in Kontakt zu kommen, mit denen sie gemeinsame Inhalte entwickeln kann.

Für sie haben Kooperationen immer Voraussetzungen. So ist „grundlegend, dass die Marke generell zu den Themen auf ihren Blog passt, dass das Thema aktuell auf ihren Blog passen und nicht mit anderen Zusammenarbeiten konkurriert, dass sie ihre eigene Meinung niederschreiben kann und dass hinter jedem Foto und Beitrag ihre Kreativität und Ideen stecken kann.“ Dadurch gewährleistet sie Authentizität. Denn es ist wichtig, „dass sie ihre Leser nicht belügt und damit ihr Vertrauen riskiert“. Dafür spricht sie Firmen auch darauf an, wenn ihr etwas nicht gefällt, sodass sie nicht darüber berichten möchte. „Denn ein Blog gilt das Leser nahes Medium und wenn Firmen „Meinungen“ kaufen, würde das Vertrauen in den Blog zerstört werden“

 

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Das Blogs als Werbeplattform sehr erfolgreich sein können, wird vor allem in der Kosmetikvermarktung deutlich.

Hierbei zählen die Firmen vor allem auf die Reichweite der Blogger. Wenn ein Blogger mit 41,6 Tausend Instagram-Followern eines der Testimonials für eine Vichy Kampagne wird, ist alleine Online von einer Reichweite von weit über 20 Tausend zu rechnen. Dass diese Anzeige, dann auch noch in vielen beliebten deutschen Magazinen zu finden ist verknüpft die digitale mit der analogen Reichweite, wodurch Werbepräsenz in sehr hohem Maße gewährleistet werden kann. (Die Reichweite der Produktionsfirma, die eigentlich ein Online-Magazin betreibt, fließt natürlich auch noch mit ein) Allerdings hat L‘Oréal (hierzu gehört auch Vichy) im Jahr 2015 394,8 Millionen Euro nur für Werbemaßnahmen ausgegeben, sodass man durchaus auch damit rechnen kann, dass hierbei die Werbekosten, kein Problem waren.

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Bei kleineren Firmen sieht es da schon ganz anders aus.

Für sie ist die Werbung mit einem mittelgroßen Blogger auch eine Chance, da sie hierdurch weniger investieren müssen, um eine große Menge Menschen zu erreichen. So zahlen sie „nur“ den Blogger keine hohen Produktions- und Einbettungskosten.

So kann man eigentlich sagen, dass Kooperationen zwischen Firmen und Bloggern „Win-Win-Situationen“ sind. Der Blogger hat die Möglichkeit vielseitigen Content zu liefern und die Firmen können hohe Werbereichweiten erzielen.

 

Für uns als Blogleser bleibt aber die Verpflichtung uns beim Lesen zu Fragen:

„Bloggt er noch oder wirbt er schon?“

 

 

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Surfen statt Sprechen: Die steigende Sucht nach dem Smartphone

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Surfen statt Sprechen: Die steigende Sucht nach dem Smartphone

Situationen, die wohl jedem Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekannt vorkommen:

Bei einer Verabredung mit Freunden wird über alte Zeiten geplaudert oder neue Erfahrungen ausgetauscht. Man hat Spaß zusammen und fühlt sich unterhalten doch selbst im spannendsten Gespräch darf der Blick auf das Smartphone nicht fehlen. Denn das Gefühl, etwas zu verpassen, lässt einem keine Ruhe.

Dann ist es Zeit für das Essen. Doch egal wie groß der Hunger ist, er muss warten – schließlich muss zuerst der unberührte Teller fotografiert und das Bild bei Snapchat hochgeladen werden. Auf dem Heimweg lauert dann auch noch eine echte Gefahr: Wer im Laufen eine WhatsApp-Nachricht oder SMS schreibt, wird schnell ein Opfer von Straßenlaternen oder anderen Menschen, denn wer nur mit gesenktem Kopf auf sein Handy blickt ist in seiner Wahrnehmung eingeschränkt.

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Das Jugendwort des Jahres 2015 ,,Smombie‘‘, ein Kofferwort aus den Begriffen ,,Smartphone‘‘ und ,,Zombie‘‘  beschreibt dieses Phänomen. Es definiert Menschen, die durch den ständigen Blick auf ihr Smartphone so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen.

Im Jahre 1992, als das erste ,,Smartphone‘‘ namens IBM Simon erschienen ist, hätten wohl viele nicht daran geglaubt, welche Dimensionen die Entwicklung dieses Gerätes 25 Jahre später angenommen haben würde. Damals konnte das Gerät im Vergleich zu den bereits länger vorhandenen Mobiltelefonen, die lediglich auf das Telefonieren und Versenden von Kurznachrichten spezialisiert waren, zusätzlich E-Mails und Faxe versenden und verfügte über einen Kalender sowie ein Adressbuch.

Mittlerweile ist das Smartphone unser ständiger Begleiter und neben der Aufgabe eines mobilen Telefons, ist es zugleich ein Stellvertreter für den Computer, den MP3-Player, die Spielekonsole, den Wecker, das Navigationsgerät, den Taschenrechner usw. geworden.

Mit der fortschreitenden Entwicklung sind aber auch der Konsum und das Suchtpotenzial des Gerätes gestiegen. Benutzten 2009 lediglich ca. 6,31 Millionen Menschen ein Smartphone, so ist die Zahl von 49 Millionen im Jahr 2016 erschreckend hoch. Vor allem Jugendliche oder junge Erwachsene sind in dieser Gruppe vertreten, denn mittlerweile besitzen die Mitglieder der Altersgruppe der 14-29 jährigen zu 95% ein Smartphone und sie verbringen durchschnittlich 3 Stunden täglich mit dem Gerät. Durch einen Selbsttest mit der App ,,Moment‘‘, welche die persönliche Smartphone Nutzung aufzeichnet und graphisch darstellt, kann ich diesen Durchschnittswert bestätigen und bin sehr überrascht, wie viel Zeit ich mit diesem kleinen Alleskönner verbringe.

Aber woran erkenne ich nun, ob die regelmäßige Nutzung zu einer Sucht geworden ist?

Hauptsächlich gelten die Vernachlässigung anderer Aufgaben wie Schule, Arbeit oder Hobby als erstes Erkennungsmerkmal. Zudem leidet die persönliche Kommunikation und der Weg des digitalen Austauschs wird zunehmend gewählt. Die virtuelle Welt nimmt das Leben der Betroffenen immer mehr ein und Freunde und Verwandtschaft verlieren an Bedeutung. Der Blick auf den Bildschirm wird zu einem dauerhaften Zwang und das kleine Gerät nimmt eine unnatürlich besondere Rolle für den Nutzer ein. Im Extremfall kann der Verlust des Smartphones, ein leerer Akku oder ein gestörter Empfang zu Stress, Ruhelosigkeit und sogar körperlichen Symptomen wie Schweißausbrüchen führen.

Tipp: Um eine Sucht zu vermeiden, sollte man sich daher des Öfteren eine Auszeit nehmen, das Smartphone ausschalten und die Stille genießen, die nicht durch ein ständiges klingeln und vibrieren gestört werden kann. Versucht’s aus!

Quellen:

http://www.pcwelt.de/ratgeber/Handy-Historie-Wie-alles-begann-Die-Geschichte-des-Smartphones-5882848.html

http://www.billiger-telefonieren.de/thema/smartphone-sucht/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/198959/umfrage/anzahl-der-smartphonenutzer-in-deutschland-seit-2010/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/459963/umfrage/anteil-der-smartphone-nutzer-in-deutschland-nach-altersgruppe/

https://de.wikipedia.org/wiki/Smombie

https://c.mobilegeeks.de/wp-content/uploads/2015/08/Smartphone-Zombies-1280×720.jpg

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Medienmanipulation

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, NachrichtenKommentare deaktiviert für Medienmanipulation

Was ist eigentlich Manipulation?

Medienmanipulation gilt als „gezielte Beeinflussung des Nutzers“ durch die Veränderung von Tatsachen. Der Manipulator – in diesem Fall oft ein Journalist – verzerrt die Wirklichkeit und steuert unsere Wahrnehmung. Der Leser oder Zuschauer wird absichtlich in die Irre geleitet, und das ganz ohne sein Wissen. Ziel ist es, eine öffentliche Meinung zu erschaffen und dadurch zum Beispiel bestimmte Aktionen des Staates zu verheimlichen. Manipulation wird gezielt von Medienanbietern eingesetzt, um diesen einen Vorteil zu beschaffen.

Wie alles begann: Edward L. Bernays als Vater der Verdrehung und der Public Relations

Edward Bernays nutzte die Prinzipien seines Onkels Sigmund Freud, um das Unterbewusstsein zu analysieren und den Menschen zu betrügen, um selbst Profit zu erlangen. So verbreitete er die Ansicht, dass der Erste Weltkrieg „die Welt sicher für die Demokratie“ machen sollte. Diese Prinzip wurde später für eine Mehrzahl von Kriegen benutzt, unter anderem für den Zweiten Weltkrieg und den Vietnamkrieg. An seiner Arbeitsweise orientierte sich auch Goebbels, Hitlers Propagandaminister. Zudem ist Bernays mitverantwortlich für die Tatsache, dass Frauen in der Öffentlichkeit rauchen: er organisierte die Brigade „Fackeln der Freiheit“, in welcher rauchende Frauenrechtlerinnen auftraten. Mit seiner Hilfe wurden ebenfalls fast fünfzig Jahre lang Werbungen ausgestrahlt, die die gesundheitsfördernde Wirkung von Tabak beweisen wollten.

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Intentionen der Manipulatoren

Eines der wichtigsten Ziele der Medien ist die Marktkontrolle: Manipulatoren sollen den Kauf verschiedener Waren aufrecht erhalten oder verstärken. Sie verbreiten sogenannte „Trends“: die Medien entscheiden, was zurzeit modern ist, und was Nutzer sich unbedingt kaufen müssen.

Eine wichtige Rolle spielt ebenfalls der religiöse Einfluss: uns werden bestimmte Ideale und Vorstellungen von Minderheiten vermittelt. Gefährlich wird die politische Manipulation, da sie die freie Meinungsbildung gefährdet. Eine weitere bekannte Form von Beeinflussung ist die Propaganda: durch sie werden unsere Meinungen über Rasse, Ethik, Politik und Gesellschaftsklassen gesteuert.

So werden wir manipuliert

Medien nutzen unterschiedliche Methoden, um ihr Ziel zu erreichen. Ereignisse werden bewusst verharmlost oder übertrieben dargestellt, um sie hervorzuheben und die Meinung der Gesellschaft zu beeinflussen. Verharmlosung ist möglich, indem der Nutzen eines Gräuels betont und moralischen Fragen ausgewichen wird. Über viele Geschehnisse wird überhaupt nicht berichtet: ignorierte Tatsachen und Widersprüchlichkeiten können sich „nicht als Wahrheit in der Gesellschaft manifestieren„. Eine weitere Taktik ist die Ablenkung, teilweise sogar auf einer persönliche Ebene. Dies wird am Fall Snowden deutlich: die Medien konzentrierten sich schnell auf die Person selbst, anstatt über die aufgedeckten Missstände zu berichten. So wurde Snowden bald als Verräter angesehen, und niemand interessierte sich mehr für die Überwachung durch Geheimdienste.

Sehr wichtig ist auch die Wortwahl. Das Wort „angeblich“ stellt eine Meldung in Frage, man kann etwas nach Belieben positiv oder negativ umschreiben. Abhängig davon, um wen es sich handelt, wird aus einem „Freiheitskämpfer“ schnell ein „Terrorist“. Lügen werden mehrmals wiederholt, damit sie sich besser einprägen und bald als Wahrheit anerkannt werden. Bestimmte Begriffe tauchen in einem Artikel öfters auf, andere werden ganz vermieden, um bestimmte Gefühle bei den Lesern zu erwecken.

Weitere Möglichkeiten bieten Aufnahmetechniken in der Fotografie: Perspektive und Fotomontage sind nur zwei davon.
Unbegründete Theorien werden als Wahrheiten verbreitet. Von Interviews wird nur der Teil veröffentlicht, der der Meinung der Manipulatoren entspricht. Umfragen, die nicht das gewünschte Ergebnis repräsentieren, werden vertuscht. Die Medien weisen ständig darauf hin, dass Objektivität bei ihnen im Vordergrund steht und sie in allen Hinsichten unparteiisch sind. Gleichzeitig positionieren sie sich jedoch zugunsten bestimmter Gruppen.

Wie auch Bernays festgestallt hat, verleiht ein Expertenverweis oder die Meinung einer „unabhängigen dritten Person“ einer Aussage schnell Glaubwürdigkeit. Was selbstverständlich nicht sofort ins Auge springt, ist, dass diese Experten oft nicht namentlich erwähnt werden – tatsächlich handelt es sich nicht selten um fiktive oder bezahlte Personen.

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Leider glauben zu viele Menschen daran, dass das was in der Zeitung steht, wahr sein muss. Einen wichtigen Faktor beachten sie dabei jedoch nicht: Geld. Zeitschriften werden dafür bezahlt, Werbung für ein bestimmtes Produkt zu machen, unabhängig davon, ob dieses hält was es verspricht. Ein Artikel über die negativen Auswirkungen dieses Produkts kann schnell in einem Profitverlust enden und wird somit von der Redaktion vermieden.

Als durchschnittlicher Nutzer lässt sich nur schwer feststellen, was denn nun Wahrheit ist und was nicht. Durch den alltäglichen Kontakt mit Medien lassen wir uns viel zu schnell beeinflussen, und bilden uns unsere Meinung genau so, wie es von uns verlangt wird. Aber was kann man gegen diese Manipulation tun? Es gibt nur eine Möglichkeit: jegliche Nutzung der Massenmedien vermeiden – auch wenn das einfacher klingt als es tatsächlich ist.

Quellen

  • Dr. Tim O’Shea (2016). So werden Sie durch die Medien manipuliert. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-medienmanipulation.html. Zugegriffen: 2. Dezember 2016.
  • LexiTV (2012). Fackeln der Freiheit. http://www.mdr.de/lexi-tv/gesundheit/artikel20086.html. Zugegriffen: 5. Dezember 2016.
  • Martin Hatton (2016). Manipulation von Nachrichten. http://www.scheinwelt23.de/Manipulation.php. Zugegriffen: 4. Dezember 2016.
  • Michael Einmal (2007 / 2008). Medienmanipulation: WS 2007/2008 Ausarbeitung. http://www.frankbarth.de/htwmw/mw0708_Manipulation.pdf. Zugegriffen: 5. Dezember 2016.
  • Philipp Schnee (2009). PR-Erfinder Bernays: Der Überzeigungstäter. http://www.spiegel.de/einestages/pr-erfinder-bernays-a-948512.html. Zugegriffen: 4. Dezember 2016.
  • Schrang, Heiko (2014). Medien: So manipulieren ARD, ZDF & Co. http://www.mmnews.de/index.php/etc/17763-medien-ard-a-zdf. Zugegriffen: 5. Dezember 2016.
  • http://image.stern.de/6791196/uncropped-620-348/ea5ea7d65c470f2dc1692dd16c18ed75/Be/make-up-entferner.jpg
  • http://www.azquotes.com/picture-quotes/quote-if-we-understand-the-mechanism-and-motives-of-the-group-mind-it-is-now-possible-to-control-edward-bernays-69-66-17.jpg

Propaganda- noch ein heutiges Phänomen?

geschrieben von in Allgemeines, Medien und PolitikKommentare deaktiviert für Propaganda- noch ein heutiges Phänomen?

Ein Jeder von uns sollte in seinem bisherigen Leben schon einmal mit dem Begriff „Propaganda“ konfrontiert worden sein. Sei es im Geschichts- oder Politikunterricht oder in den Nachrichten.  Es ist besonders für die Einwohner Deutschlands ein Wort, welches einen wichtigen Abschnitt deutscher Geschichte geprägt hat.

Propaganda im historischen Kontext

Das Wort „Propaganda“ stammt von dem lateinischen ‚propagare‘ und lässt sich übersetzen mit „verbreiten, ausdehnen“. Nach heutigem Verständnis begreift man Propaganda als einen bewussten Versuch, Rezipienten zu einer Tat zu bewegen, sie zu einer Denkweise zu lenken und/oder sie zu manipulieren. Meistens wird der Begriff durch die Geschehnisse des Dritten Reiches mit einer negativen Konnotation zusammengebracht. Durch Einsatz früherer medialen Mittel, wie Flugblättern oder Plakaten, und Goebbels Aufbau eines immensen Führerkults um Hitler etablierte die NSDAP eine Kontroll- und Regierungsfunktion und gewann die Unterstützung und Loyalität des Volkes.

propaganda-bild Propagandaplakat aus der Nazi-Zeit

Heutiges Bestehen von Propaganda

Vor dem Hintergrund des Missbrauchs der Medien im Dritten Reich ist vielen Menschen heutzutage nicht bewusst, dass auch sie tagtäglich mit Propaganda konfrontiert werden- ob es negative Auswirkungen mit sich bringt, ist hier nebensächlich. Der intendierte Versuch zur Verbreitung einer Meinung oder einer Ideologie manifestiert sich sowohl in alltäglichen und milden Situationen, als auch in Situationen, die eine ganze Nation betreffen und großen Einfluss auf die Politik besitzen. Auch in der trivialen TV-Werbung erfahren wir den Versuch, uns zu dem Kauf eines bestimmten Produktes zu verleiten bzw. uns zu einer Handlung zu bewegen. Es besteht hier eine schmale Linie zwischen Werbung und Propaganda, da beide Konzepte theoretisch die gleichen Ziele verfolgen.

Mit dem Blick auf die deutsche Politik fällt die mediale Nutzung einer Partei besonders auf: die der AfD (Alternative für Deutschland). Anhänger der AfD sind meist bekannt für ihre fragwürdigen Aussagen und ihre ebenso „fremdbeschämenden“ Auftritte. Während der Landtagswahlen diesen Jahres ließ sich wieder beobachten, auf welche Weise die politische Partei die Medien nutzt, um Wähler für sich einzunehmen. Es sind Wahlplakate, die oft nur einen Spruch abbilden- was erstmal eher harmlos klingt, scheint für viele andere Hetze zu sein.

propaganda-bild-3

Die AfD ist nicht für ihre Toleranz Muslimen gegenüber bekannt und zeigt dies auch. Hier kristallisiert sich eine entscheidende Parallele zur NSDAP und deren Propaganda heraus: Die Hetze gegen eine bestimme Gruppe von Menschen, die für etwas schuldig gemacht werden soll und dies wird in einem großen Programm graphisch klar gemacht und dem Volk oft vor Augen geführt. Zwar propagiert die AfD nicht in dem Ausmaß, in dem es die NSDAP damals tat, jedoch lässt sich eine (schwache) Verbindung beider politischer Parteien nicht leugnen. Dass Propaganda eine Erfindung des Dritten Reiches ist und es dies heute nicht mehr gibt, ist leicht zu widerlegen.

 

 

Bildquellen:

https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/98003226 (Propagandaplakat der Nazis)

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/kommentar-die-afd-spielt-schwule-und-muslime-gegeneinander-aus-24438548 (Wahlplakat der AfD)

 

 

 

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Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, MedienwandelKommentare deaktiviert für Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

 

Was versteht man eigentlich unter Sexualisierung? Im Duden wird dieses Wort beschrieben als „jemanden, etwas in Beziehung zur Sexualität bringen und die Sexualität in den Vordergrund stellen”. Genau das scheinen die Medien dauernd zu tun. Sehr deutlich wird es vor allem in der Werbung und in Filmen.

 

Frauen, wie auch Männer werden auf ihr Äusseres reduziert. Aber war das nicht schon immer so? Mittlerweile schaut man TV und wird mit Werbung überschwemmt die einem eins ins Gesicht schreit: Sex!

Der Konzern Saturn warb einmal mit dem Motto „Geiz ist Geil“. Viele Parfum Plakate bestechen durch ein hübsches Model. Und Make-Up Firmen benutzen nur zu oft den Lippenstift als Phallussymbol.

 

 

huGO-BildID: 3440973 Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne

huGO-BildID: 3440973
Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne    lippenstift

 

 

Natürlich ist diese extreme Art der Sexualisierung erst in den letzten Jahren so hemmungslos geworden. Jedoch wurde schon immer mit Sex beziehungsweise sexuellen Reizen geworben. Vor allem ist hier auch auf die Rolle der Geschlechter zu achten: noch vor etwa 50 Jahren war die Frau die treue Hausfrau und der Mann der Arbeiter der das Geld nach Hause brachte. In anderen Worten: Der Mann wurde dominant dargestellt und die Frau wurde als unterlegen oder schüchtern betrachtet.

In der heuten Zeit ist es nicht mehr so eindeutig. Oft ist auf den ersten Blick die Frau „stärker“ geworden. Sie wird zum Beispiel als erfolgreiche Geschäftsfrau dargestellt. Ist sie nun gleichzeitig dominant? Im Vergleich: Zwei Palmers Werbungen. Links schaut die Frau verführerisch durch einen hautfarbenen Strumpf. Sie will wohl ihren Mann verführen. Man sieht aber nur bis gerade so zur Schulter. Definitiv bestärkt dies aber das Bild der liebenden Hausfrau. Rechts nun eine Gruppe Frauen mit sexy schwarzer Lingerie und starker geraden  Postur. Eine der Frauen schaut jedoch zurück als ob sie doch nur nachschaut ob  es dem Mann gefällt. Man sieht hier den ganzen Körper- fast nichts ist mehr versteckt und die Frau wird extrem sexualisiert. Wirken diese Frauen jetzt sehr dominant? Gegenüber der älteren Werbung lautet die Antwort Ja. Bei näherem Betrachten jedoch sieht man, dass es auch in der modernen Werbung darum geht dem Mann zu gefallen. Die Frau wird doch wieder als das „schwächere Geschlecht“ betrachtet. Sie ist da um zu gefallen und die Träume des Mannes zu erfüllen. Diese sexy Strümpfe tragt sie nicht nur für sich selbst.

 

 

palmers                                          palmersmodern

Doch nicht nur Frauen müssen unter dieser, oft unangebrachten Sexualisierung leiden. Männer werden genauso sexualisiert. Man(n) muss muskulös sein und vor allem…die richtige Grösse haben. Auch wenn es immer heisst das es darauf ja gar nicht ankommt. fotomorgen.de denkt da wohl anders. Die zwei Männer mit dem „Kleineren“ wohl auch, den Blicken zu urteilen.

werbungmann

Man bemerkt dass die Sexualisierung in den Medien zwar zugenommen hat aber auch dass sie schon immer anwesend war. Geschlechterrollen wurden und werden „definiert“. Die Frau ist oft immer noch rezessiv und der Mann oft dominant. Die Medien geben vor wie Mann und Frau auszusehen haben. Sie geben vor was sexy ist und was nicht. Die Wirkung auf die Gesellschaft ist enorm. Junge Mädchen leiden Hunger um so schlank zu sein, Jungs stopfen sich mit Proteinen voll um die Muskeln zu erlangen. Vielleicht ist es heutzutage nur so extrem in der Gesellschaft zu bemerken weil die sexuellen Reize zugenommen haben und viel plakativer geworden sind. Vielleicht sollten wir auch nicht immer so auf die Medien hören und einfach mal den Spiegel vorhalten und sehn wie schön wir sind- wir alle. Früher ging das doch auch.

Quellen:

http://www.duden.de/rechtschreibung/sexualisieren

http://www.zeitgeistlos.de/moralfinger/sexgesellschaft.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vlogging – oder wann man die Kamera vielleicht besser ausmachen sollte

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, WeblogsKommentare deaktiviert für Vlogging – oder wann man die Kamera vielleicht besser ausmachen sollte

„Sie konnten keinen Herzschlag finden. Man kann den Kleinen aber schon auf dem Ultraschall sehen…“sagt Jonathan Saccone-Joly, Vater der irischen Youtube-Familie, in die Kamera und bricht mitten im Satz ab. Er schaut zu seiner Frau, die wohl gerade angefangen hat zu weinen, zögert kurz, und entscheidet sich dann sich dabei zu filmen, wie er sie tröstet.
Ihr wurde gerade gesagt, dass sie eine Fehlgeburt hatte.

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Vloggen– Eine Mischung aus „Video“ und „Blog“, bei der sich verschiedenste YouTuber in ihrem ganz normalen Alltag filmen, scheint für manche der Exhibitionismus von heute geworden zu sein.

Wie bei den Saccone – Joly‘s, die seit 2012 täglich Vlogs auf ihrem Kanal „LeFloofTV“ hochladen.Die mehr als 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten schauen der Familie beim Heiraten, beim Schwanger werden, beim Einkaufen-und eben auch bei Fehlgeburten zu.
Währenddessen wirkt Mr.Saccone-Joly wie ein Moderator, der mal eben gerade die latest News herausgibt.
Aber der perfekte Mitschnitt ist zweifellos wichtiger, als die Tatsache, dass er auch gerade ein Kind verloren hat.

Das YouTube Geschäft läuft so gut, die Videos haben so viele Zuschauer, dass Vater Jonathan sich vor Kurzem einen Maserati kaufen konnte. Da hat sich die Fehlgeburt wohl doch gelohnt.

Aber sie sind nicht die einzigen, die das Filmen und Teilen intimster Momente für sich entdeckt haben.

Ellie und Jared Mecham aus dem US-Bundesstaat Utah, die einem ebenfalls erfolgreichen Youtube-Kanal namens„E+D“ betreiben,vlogten die Geburt ihrer zwei Kinder quasi live aus dem Kreißsaal.

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Die mehr als 1,7 Millionen Follower konnten mit Ellie zusammen im 10 Sekunden Takt tief ein- und ausatmen. Konnten die ungefilterte nackte Wahrheit sehen, die der Arzt ihr letztendlich auf die Brust legte.Und selbst dann, schaffte ihr Mann Jared, der für die Kameraführung zuständig war,es nicht mal kurz alles aus der Hand zu legen, um sein Neugeborenes zu bewundern.

Dabei hatte er diesem Moment ganze 3 schwere Jahre entgegengefiebert –ebenfalls dokumentiert- in denen er und seine unfruchtbare Frau immer wieder mit Behandlungen versuchten, Eltern zu werden. Aber er hielt lieber seinem Baby die Kamera vor die Nase, damit auch niemandem von Zuhause aus die noch so kleinste Falte entging.

Und wie bei der Geburt, so wird auch beim Tod nicht auf „Off“ gedrückt.

Am 1. Oktober vergangenen Jahres starb der 13-jährige Sohn der Bratayley‘s, Caleb, unerwartet an einem Herzfehler. Seine auf Youtube sehr präsente Familie teilte die Trauerfeier per Live-Stream über Periscope und Facebook .Mehr als 116.000 Fans sahen zu, wie Familie und Freunde unter Tränen Abschied nahmen.

caleb

Nichts ist mehr privat. Selbst die persönlichsten Momente werden mit Wondershare Video Editor zurechtgeschnitten und bearbeitet. Aber warum? Und wofür?

Vielleicht können die Betroffenen Distanz zu dem schmerzhaften Geschehen nehmen, wenn sie die Rolle des passiven Kameramanns einnehmen. Oder jede Freude wird um das tausendfache vervielfacht, wenn sie mit anderen geteilt und man von unzähligen Fremden beglückwünscht wird.

Aber am Ende des Tages sind es nur das – Fremde.
Am Ende des Tages muss die Kamera wohl oder übel ausgeschaltet werden. Und dann ist die Fehlgeburt noch da, der Verlust und der Schmerz. Und all diese Fremden werden nicht da sein, um diese Menschen zu halten. Sie werden nichts ungeschehen machen. Sie können einem auch nicht die einmaligen Momente wiedergeben, bei denen man lieber die Kamera in der Hand hatte, statt vertrauter Dreisamkeit.

Sie werden sich bloß den nächsten Vlog anschauen. Da sollte man sich doch fragen, ob die Kamerapräsenz tatsächlich immer höchste Priorität haben sollte. Ob man dadurch nicht das Gefühl dafür verliert, wann es Zeit ist die wirklich wichtigen Momente im Leben durch die eigenen Linsen zu genießen.

Bildquellen:

Abb.1 https://www.youtube.com/watch?v=2LkCwRyxJ_Q

Abb.2 https://www.youtube.com/watch?v=sCtd1YXurfc&t=973s

Abb.3 https://www.youtube.com/watch?v=j1Eu6SwFVL8

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Warum kann ich nicht so wie sie sein?

geschrieben von in Allgemeines, MedienkritikKommentare deaktiviert für Warum kann ich nicht so wie sie sein?

Diese Frage macht sich heutzutage immer breiter in den Köpfen von vor allem jungen Frauen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren. Aber warum?

Wie Forschungen von Body Image zeigen, reichen 60 Minuten Zeitschriftenlektüre aus, um das Selbstwertgefühl von mehr als 80 % der befragten Frauen zu senken.  Die Leserinnen werden hierbei mit lauter schönen Frauen konfrontiert, die ihnen das Gefühl vermitteln selbst weniger attraktiv zu sein. Jetzt könnte man natürlich fragen: „Warum vermeiden die nicht einfach solch eine intensive Zeitschriftenlekture?“ Aber leider ist es bei weitem  nicht so einfach.

Eine Studie, die in Psychology Today veröffentlicht wurde, schätzt, dass Jugendliche heute täglich mit 5.000 Werbebotschaften bombardiert werden.

Die Konfrontation mit Werbeträgern ist also unvermeidlich. Sie sind überall und begleiten unseren Alltag: im Fernsehen sowie auf Websites, Blogs und unserem Mobiltelefon. Sei es die attraktive junge Frau, die mit wunderbar glänzendem, vollen Haar in einem Werbespot für ein neues Haarshampoo wirbt, oder auch die Frau mit den strahlend weißen Zähnen, die uns an jeder Straßenecke von einer Plakatwand anlächelt. Sie alle sind die Gesichter von Firmen, die versuchen durch überdurchschnittlich attraktiv wirkende Models, den potentiellen Käuferinnen zu vermitteln, dass sie, sobald sie selbst dieses Produkt anwenden, ebenfalls so aussehen können. Doch genau hier liegt die Gefahr! Denn was für die Unternehmen nur ein taktischer Spielzug ist, um ihre Produkte besser zu vermarkten, verursacht  gerade bei jungen Frauen ein vermindertes Selbstwertgefühl. Denn natürlich reicht nicht eine einmalige Anwendung des neuen Shampoos von L’Oréal Paris aus, um Haare wie Lena-Meyer Landrut zu bekommen. Und natürlich führt auch nicht die einfache Anwendung des neuen Playboy Parfums dazu, für alle Männer unwiderstehlich zu sein.

Fakt ist: Die Medien zeigen uns eine Wirklichkeit, die so nicht existiert!           

Nicht genug, dass die beworbene Produkte in vielen Fällen nicht halten was sie versprechen, viel mehr noch entsprechen auch die Abbildungen der Werbeträger oft nicht der Realität. Denn die schöne Frau mit dem makellosen Gesicht und der perfekten Figur, die in Zeitschriften, Werbespots und auf Plakatwänden dargestellt wird ist oft reine Illusion. Bildbearbeitung lautet das Stichwort und gerade dieser manipulative Teil der Medien wird häufig sehr stark unterschätzt. Denn während die meisten Mädchen bei diesem Stichwort an Instagramfilter oder spezielle Bearbeitungsprogramme denken, geht die Extreme dieser Manipulation viel viel weiter. Die Rede ist von Programmen wie z.B. Photoshop, mit denen Models komplett verändert werden können: Die Nase wird verkleinert, die Augen vergrößert und die Beine gestreckt. Ein Beispiel dafür bietet folgendes Video:

Dieses Video beweist es wieder: Es ist nicht alles Gold was glänzt!

Und was jeder, der sein Selbstwertgefühl durch Medien senken lässt immer bedenken sollte: All diese Models sind meistens auch nur ganz normale Menschen, deren Aussehen von Profis verändert  wurde, um gerade diese Unzufriednheit bei uns zu erzielen.

Denn wozu bräuchte ein Mensch, der mit seinem Aussehen rundum zufrieden ist, irgendeine Form von Beautyprodukten?

 

Bildquelle

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