Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

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Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

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Vlogging – oder wann man die Kamera vielleicht besser ausmachen sollte

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„Sie konnten keinen Herzschlag finden. Man kann den Kleinen aber schon auf dem Ultraschall sehen…“sagt Jonathan Saccone-Joly, Vater der irischen Youtube-Familie, in die Kamera und bricht mitten im Satz ab. Er schaut zu seiner Frau, die wohl gerade angefangen hat zu weinen, zögert kurz, und entscheidet sich dann sich dabei zu filmen, wie er sie tröstet.
Ihr wurde gerade gesagt, dass sie eine Fehlgeburt hatte.

unbenannt

Vloggen– Eine Mischung aus „Video“ und „Blog“, bei der sich verschiedenste YouTuber in ihrem ganz normalen Alltag filmen, scheint für manche der Exhibitionismus von heute geworden zu sein.

Wie bei den Saccone – Joly‘s, die seit 2012 täglich Vlogs auf ihrem Kanal „LeFloofTV“ hochladen.Die mehr als 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten schauen der Familie beim Heiraten, beim Schwanger werden, beim Einkaufen-und eben auch bei Fehlgeburten zu.
Währenddessen wirkt Mr.Saccone-Joly wie ein Moderator, der mal eben gerade die latest News herausgibt.
Aber der perfekte Mitschnitt ist zweifellos wichtiger, als die Tatsache, dass er auch gerade ein Kind verloren hat.

Das YouTube Geschäft läuft so gut, die Videos haben so viele Zuschauer, dass Vater Jonathan sich vor Kurzem einen Maserati kaufen konnte. Da hat sich die Fehlgeburt wohl doch gelohnt.

Aber sie sind nicht die einzigen, die das Filmen und Teilen intimster Momente für sich entdeckt haben.

Ellie und Jared Mecham aus dem US-Bundesstaat Utah, die einem ebenfalls erfolgreichen Youtube-Kanal namens„E+D“ betreiben,vlogten die Geburt ihrer zwei Kinder quasi live aus dem Kreißsaal.

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Die mehr als 1,7 Millionen Follower konnten mit Ellie zusammen im 10 Sekunden Takt tief ein- und ausatmen. Konnten die ungefilterte nackte Wahrheit sehen, die der Arzt ihr letztendlich auf die Brust legte.Und selbst dann, schaffte ihr Mann Jared, der für die Kameraführung zuständig war,es nicht mal kurz alles aus der Hand zu legen, um sein Neugeborenes zu bewundern.

Dabei hatte er diesem Moment ganze 3 schwere Jahre entgegengefiebert –ebenfalls dokumentiert- in denen er und seine unfruchtbare Frau immer wieder mit Behandlungen versuchten, Eltern zu werden. Aber er hielt lieber seinem Baby die Kamera vor die Nase, damit auch niemandem von Zuhause aus die noch so kleinste Falte entging.

Und wie bei der Geburt, so wird auch beim Tod nicht auf „Off“ gedrückt.

Am 1. Oktober vergangenen Jahres starb der 13-jährige Sohn der Bratayley‘s, Caleb, unerwartet an einem Herzfehler. Seine auf Youtube sehr präsente Familie teilte die Trauerfeier per Live-Stream über Periscope und Facebook .Mehr als 116.000 Fans sahen zu, wie Familie und Freunde unter Tränen Abschied nahmen.

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Nichts ist mehr privat. Selbst die persönlichsten Momente werden mit Wondershare Video Editor zurechtgeschnitten und bearbeitet. Aber warum? Und wofür?

Vielleicht können die Betroffenen Distanz zu dem schmerzhaften Geschehen nehmen, wenn sie die Rolle des passiven Kameramanns einnehmen. Oder jede Freude wird um das tausendfache vervielfacht, wenn sie mit anderen geteilt und man von unzähligen Fremden beglückwünscht wird.

Aber am Ende des Tages sind es nur das – Fremde.
Am Ende des Tages muss die Kamera wohl oder übel ausgeschaltet werden. Und dann ist die Fehlgeburt noch da, der Verlust und der Schmerz. Und all diese Fremden werden nicht da sein, um diese Menschen zu halten. Sie werden nichts ungeschehen machen. Sie können einem auch nicht die einmaligen Momente wiedergeben, bei denen man lieber die Kamera in der Hand hatte, statt vertrauter Dreisamkeit.

Sie werden sich bloß den nächsten Vlog anschauen. Da sollte man sich doch fragen, ob die Kamerapräsenz tatsächlich immer höchste Priorität haben sollte. Ob man dadurch nicht das Gefühl dafür verliert, wann es Zeit ist die wirklich wichtigen Momente im Leben durch die eigenen Linsen zu genießen.

Bildquellen:

Abb.1 https://www.youtube.com/watch?v=2LkCwRyxJ_Q

Abb.2 https://www.youtube.com/watch?v=sCtd1YXurfc&t=973s

Abb.3 https://www.youtube.com/watch?v=j1Eu6SwFVL8

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„Die Rekruten“- Informativ oder niveaulos?

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Früher Pflicht, heute „eine Überlegung wert“: Die Arbeit bei der Bundeswehr.
Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht mangelt es dem Bund an Nachwuchs, diesen versuchen sie nun durch die Werbesendung „Die Rekruten“ auf Youtube anzuwerben. Ein schlauer Zug wenn man bedenkt, dass nach Umfragen über 60% der Befragten 10-19 jährigen täglich die Plattform nutzen.

In den Videos wird dir ein Einblick in die Grundausbildung ausgewählter Jugendlicher geboten. Mit einer wackligen Kameraführung, Effekten wie Fisheye und Untertiteln à la RTL 2 wurde das Budget von 1,7 Millionen Euro für den Dreh und weiteren 6,2 Millionen für die Werbung (Quelle: Deutschlandfunk.de), gezielt dafür genutzt, die jüngere Masse der Youtube Nutzer in den Bann zu ziehen. Die dargestellten Rekruten weisen alle ein geringes Selbstwertgefühl, wenig Disziplin und kaum Durchhaltevermögen auf. Sie haben jeden Tag ein anderes nichtiges Problem wie die Angst vor Prüfungssituationen oder Schürfwunden von Strümpfen. Das wird oft mit dramatischer Musik und Effekten begleitet.

bildschirmfoto-2016-11-24-um-10-44-16Da es sich um eine Werbeserie handelt geschieht nichts ungewollt. Ist es also Zufall, dass unter den Rekruten
nicht ein wirklich charakterstarker und talentierter Bewerber gezeigt wird? Machen diese nicht gerade das Heer der Bundeswehr aus?
Die Videos sind kurz und simpel, erinnern an Vlogs und bieten dadurch einen hohen Unterhaltungswert für die breite Masse, da nur eine geringe Aufmerksamkeitsspanne nötig ist, um die Inhalte zu erfassen.

Die Frage stellt sich, ob die angesprochene Zielgruppe denn wirklich in der Lage ist, die Inhalte kritisch zu hinterfragen und sich außerhalb dieser Videos zu informieren, was die Bundeswehr wirklich ausmacht. Ihre Werte und Gefahren können nicht in 5-minütigen Videos zusammengefasst werden.bildschirmfoto-2016-11-24-um-10-42-27

Auf mich persönlich wirken die Videos nicht ansprechend sondern eher abschreckend, jedoch dienen sie und die viele Werbung primär dazu, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das Thema ist wieder in aller Munde und es wird darüber diskutiert, bringt Klicks und Kommentare. Gut möglich, dass einige der jugendlichen Zuschauer
sich in den Videos wiedererkennen und ihre Zukunft bei der Bundeswehr sehen. Ob das wirklich der Fall ist, werden wir in den nächsten Monaten und Jahren erfahren.

Solange die Interessenten – bevor sie sich tatsächlich für den Wehrdienst verpflichten – in einem Bewerbergespräch nochmal ausreichend informiert werden und die Gefahren und möglichen Folgen verdeutlicht werden, ist es eine legitime Methode um das Interesse zu wecken.
Ein Ersatz zu einem Dokumentarfilm oder anderen seriösen informativen Medien ist dadurch zwar nicht gegeben, aber diese Art der Werbung – so umstritten sie auch sein mag – ist allemal besser als das Wiedereinsetzen der Wehrpflicht.

 

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Youtuber: die neuen Werbefiguren?

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Jeder, der ab und zu auf dem Videoportal Youtube unterwegs ist, sollte es kennen: Produktplatzierungen. Für manche vielleicht offensichtlicher erkennbar als für andere.
Denn nicht selten kommt es vor, dass Star-Youtuber wie Bibis Beautypalace, Y-Titty, Dagi Bee und co. Produkte mit Jubel begrüßen, die ihnen von Unternehmen und Firmen kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. In der Regel werden sie dafür sogar bezahlt. Natürlich ist die Abonnenten Anzahl des Kanals für die Unternehmen dabei nicht unwichtig. Denn je mehr Abonnenten – desto größer ist die Reichweite.

Doch worin liegt der Vorteil Youtuber als Werbeträger zu nutzen?

Bianca Heinike alias Bibis Beauty Palace ist eine der erfolgreichesten deutschen Youtuberinnen.
Auf ihrem Kanal findet man hauptsächlich Beauty und Lifestyle Videos und mit ihren knapp 4 Millionen Abonnenten hat sie einen hohen Aufmerksamkeitswert. So nutzt auch sie diese Art des Marketings um ihre Fangemeinde für eine Reihe von Produkten zu begeistern. Mittlerweile wirbt sie sogar für ihre eigenen: Duschschäume mit außergewöhnlichen Geruchsrichtungen – und das mit Erfolg. Denn Youtuber sind gute Werbefiguren: Sie wirken sympathisch, authentisch, sprechen von eigenen Erfahrungen und sind näher an ihrem jungen Publikum. Oft wird die, für den Einen oder Anderen offensichtliche Werbung in den Videos von den jungen Zuschauern gar nicht erst als diese wahrgenommen.
Ein Grund dafür: Die Darstellung von Produkten wird meist geschickt in das Video eingestrickt und so ist – konträr zu den Werbeeinschaltungen im Fernsehen – nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich im Grunde um klassisches Marketing handelt. Zusätzlich kann die Werbung genau an die gewünscht Zielgruppe angepasst werden. Für eine Kosmetikfirma wäre Bibi beispielsweise eine perfekte Werbeträgerin. Zudem wirkt eine gut eingesetzte Produktplatzierung nicht störend, was man von den teilweise fünf-minütigen Werbepausen im Fernsehen nicht behaupten kann. Dazu kommt noch, dass der Großteil der abgespielten Werbespots im Fernsehen aufgrund von Informationsüberlastung vom Zuschauer garnicht richtig aufgenommen werden.
Man könnte also sagen: Die Mischung aus Unterhaltung und passend eingesetzter Werbung machts! Und genau das macht Youtube als Werbeplattform so effizient.

Hauptsächlich erreichen Youtuber diejenigen, die sich vom Fernsehen abgewendet haben, sprich Kinder und Jugendliche von 12-20 Jahren bzw. die sogenannte Generation-C (Creation, Connection), also die Generation, die mit dem Internet aufwächst.
Man könnte meinen Youtube ist eine Art Jugendfernsehen geworden. Grund dafür ist die große Flexibilität von Youtube in Ort, Interessefaktor und Zeit. Sozusagen nach dem Motto: „Ich kann sehen was ich will, wann ich will, wo ich will.“

Genau nach diesem Motto beschreiben es die Jungs von Y-Titty. So sagt Phillip Laude: „Wir gucken alle kein Fernsehen mehr“, sein Freund und Kollege OG ergänzt: „Es ist absurd, sich eine Zeit zu merken,zu der man einschalten muss, weil man sonst die Sendung verpasst. Das ist absolut nicht mehr mit dem heutigen Lebensrhythmus vereinbar“
Kurz gesagt: Fernsehen ist von gestern, Youtube geht mit der Zeit.

Vielleicht könnte dies ebenfalls ein Grund dafür sein, dass immer mehr Unternehmen auf Youtuber als Werbeträger zählen und eventuell in Zukunft zunehmend auf Werbeeinschaltungen im Fernsehen verzichten werden.
Denn eins steht fest: Bibi und co., sind mit ihrem Erfolg die lebenden Beweise dafür, dass diese Art des Marketings Potenzial hat.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/youtube-star-bibi-wirbt-junge-menschen-das-neue-werbe-business-a-1066678.html

http://www.texter-in.at/themen/gruende-fuer-den-einsatz-von-product-placement.php

http://www.zeit.de/2013/42/jugendliche-generation-youtube-medien

Schleichwerbung oder Product Placement? Youtuber in der Grauzone

Bild:

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Youtube und die Gema geben sich die Hand

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Es ist dieser eine Song aus dem Radio den man im Auto immer wieder laut  mitsingen muss. Zuhause angekommen soll es via den Videoprovider YouTube mit den Gesangseinlagen weiter gehen.

Gema-Sperrtafel

Die ehemalige Sperrtafel hält User davon ab, sich bestimmte Musiktitel anzuhören.

Doch dann: „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar (…)“, erklärt ein roter Emoji und bremst das Hörvergnügen meist aus.

Jahrelang verursachte der Streit zwischen Gema und YouTube  Zähneknirschen bei Musikliebhabern und Musikschaffenden. Doch seit dem 1. November diesen Jahres ist damit Schluss, denn YouTube und die Gema gaben sich nach sieben Jahren des Rechtstreites die Hand.

Doch worüber stritten die jetzigen Vertragspartner so lange und was ändert sich für Nutzer nach der plötzlichen Einigung?

Als Vertretungsgesellschaft kümmert sich die Gema seit der Gründung 1903 um den „Schutz des Urhebers und die Wahrnehmung seiner Rechte“. Über die Gema erhalten Musiker für die Nutzung ihrer Songs Geld. Wer also durch die Gema geschützte Musiktitel öffentlich abspielen will (z.B.: Fernsehen, Radio oder Konzertveranstalter) muss die Gema bezahlen.
Als wahrscheinlich bekannteste Video-Plattform veröffentlicht YouTube auch Musik, wehrte sich aber gegen das vorgeschlagene Konzept der Mindestvergütung.

Begründung: YouTube sei kein „Content Provider“, also kein Streaming-Dienst.
In einem Interview für irights.info bekräftigte Mounira Latrache, Pressesprecherin von YouTube Deutschland 2012: „YouTube ist eine Hosting-Plattform“ und sei somit nicht verantwortlich für die hochgeladenen Inhalte. Auch die Klage der Gema gegen YouTube für eine Mindestvergütung der Künstler in Höhe von 0,375 Cent pro Klick scheiterte.

YouTube/ Gema

Symbolisch für die Freigagbe vieler Videos, lacht der ehemals missmutig wirkende Emoji nun.

Schluss endlich gab es Anfang des Monats doch eine Einigung.
Über genauere Details der Lizenzvereinbarung ist bisher noch nichts bekannt. Die Vertragsvereinbarung  sei ein Meilenstein, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung seitens des Pressesprechers der Gema, Harald Heker.

Ab sofort erscheinen auf YouTube fast keine Sperrtafeln mehr, wenn man sich als Nutzer ein Video mit von der Gema geschützter Musik ansehen will. Viele gesperrte Musikvideos sind nun freigeschaltet und Musiker werden am Erlös der Gewinne über YouTube beteiligt. Sie scheinen erleichtert, denn die Plattform dient vor allem als großes Verbreitungsmedium ihrer Musik. So twittert Sänger Andreas Bourani beispielsweise: „(…)Endlich!“ und wirkt wie viele YouTube Nutzer in diesen Tagen, erleichtert über das Ende des Streits und der vielen gesperrten Videos.      Fotos: blog.zeit.de / spiegel.de

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Das Leben der YouTuber – Mehr Schein als Sein?

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Bibi und Sami Slimani
http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/bibi-und-sami-slimani-43758155-39945734/2,w=993,c=0.bild.jpg

YouTube ist nicht mehr lediglich eine nebenberufliche Unterhaltungsplattform, sondern ist zum Vollzeitberuf vieler junger Menschen geworden. Viele YouTuber stellen sich in ihren Videos stets als glückliche, zufriedene und ausgeglichene Menschen dar. Sie zeigen ihren Alltag, geben Tipps für jede Lebenslage und versuchen ihr gezeigtes Lebensgefühl an ihre Zuschauer weiterzugeben. Aber ist es überhaupt möglich, ein Leben zu führen, wie es einige YouTube Persönlichkeiten vorgeben? Oder steckt dahinter mehr Schein als Realität, denn ein Video zeigt lediglich einige Minuten aus dem Leben dieser Menschen. Sie sagen schließlich selbst, dass sie ihre Videos aufwendig aufbereiten. Ist dies bereits eine Andeutung einer Inszenierung?

Einige Zuschauer versuchen diese gezeigte Lebenseinstellung zu übernehmen, was einige Selbstversuche zeigen. Hierbei ist fraglich, ob ein durchschnittlicher berufstätiger Mensch allerdings ausreichend Zeit und Durchhaltevermögen besitzt, sich in dem Ausmaß wie beispielsweise Sami Slimani oder Bianca Heinicke („Bibi“), beide deutschlandweit sehr erfolgreiche YouTuber, gleichzeitig um Aussehen, Kleidung und gesunde Ernährung zu kümmern. Ob bloße Worte tatsächlich ausreichen, um eine Lebenseinstellung zu ändern, ist vermutlich von der Person und ihren jeweiligen Prioritäten abhängig und eventuell auch von dem Faktor, inwiefern die YouTuber für diese Person als eine Art Vorbild fungieren.
http://www.vice.com/de/read/ich-habe-versucht-eine-woche-nach-dem-slimani-prinzip-zu-leben-212?utm_source=vicefbde&utm_medium=bild

Doch wirkt manches in einigen Videos etwas überspitzt dargestellt, weshalb viele dieser Videos auch parodiert werden. Kritisiert wird an den YouTubern zumeist, dass YouTube kein ernstzunehmender Beruf sei, sie lediglich Geld durch ihre Zuschauer machen wollen und Kooperationen mit Firmen abschließen, um einerseits daran zu verdienen und andererseits kostenlos Produkte gestellt zu bekommen und diese dann ihren Zuschauern in positiver Weise präsentieren, sodass die Zuschauer zu künftigen Käufern dieser Produkte werden.
https://www.vice.com/de/read/ich-habe-fuer-einen-tag-wie-deutschlands-erfolgreichste-youtuberin-bibis-beautypalace-gelebt-um-herauszufinden-welches-leben-beschissener-ist-ihres-oder-meins-629?utm_source=vicefbde&utm_medium=link

YouTuber selbst leugnen dies und betonen immer wieder den Spaß daran, Videos zu produzieren und geben sich dankbar für das, was YouTube ihnen an Möglichkeiten eröffnet hat, denn schließlich besitzt Bibi ihre eigene Marke „Bilou“ und Sami Slimani „Maison Slimani“. Wohlmöglich sollen die produzierten Videos der Motivation eines jeden Zuschauers dienen. Ob die Videos jedoch immer und in allen Fällen die realitätsgetreue Einstellung der YouTuber zeigt, ist dennoch fraglich. Spannend bleibt jedoch, wie sich die Entwicklung YouTubes weiter fortsetzen wird und ob diese noch jungen YouTuber auch in 20 Jahren weiterhin ihren Alltag präsentieren wollen und präsentieren werden.

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YouTuber wegen Volksverhetzung verurteilt

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Julien ist ein bekannter YouTuber aus Deutschland mit knapp 1,3 Millionen Abonnenten auf YouTube (JuliensBlog).
Auf seinem Kanal setzt sich der 27-Jährige unter anderem mit der Gesellschaft und den Massenmedien auseinander. Seine Äußerungen zu bestimmten Themen sind des Öfteren beleidigend und eher unprofessionell formuliert. Seine Art in den Videos aufzutreten wird von Kritikern als hetzend und desinformierend beschrieben.

Aufgrund eines im Mai des vergangenen Jahres veröffentlichten Videos musste der YouTuber nun wegen Volksverhetzung vor Gericht. In seinem Video „JuliensBlog #21 – GDL (Bahnstreik)“ äußert sich Julien sehr negativ und beleidigend zu diesem Thema. In dem knapp 5 minütigen Video beleidigt er die Lokführer und ärgert sich über dessen Forderungen an den Arbeitgeber. Eine bestimmte Aussage jedoch, führte am vergangenen Mittwoch nun zu einem Urteil des Gerichts, indem beschlossen wurde, dass der 27-Jährige für 8 Monate auf Bewährung und 15.000€ Geldstrafe verurteilt wird. Im oben genannten Video sagt der YouTuber folgendes:

„Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahin bringen. Ich fahre den Zug, und zwar umsonst.“

Scheinbar sollte diese Aussage mehr Klicks und damit verbunden auch mehr Einnahmen auf YouTube generieren. Doch sie führte dazu, dass das Video, nachdem es knapp 800.000 Klicks erhalten hatte, von YouTube gesperrt wurde. Vor Gericht versucht Julien mit Hilfe seines Anwalts zu erklären, dass es nur ein Witz war. Jedoch sah das Gericht dies ganz anders. Die Verharmlosung von NS-Verbrechen als Volksverhetzung steht nämlich im Paragraf 130, Absatz 3 des Strafgesetzbuchs unter Strafe.

§ 130 Absatz 3 StGB:

„Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“

Ob diese Strafe nun gerecht ist oder nicht, darüber wird sich momentan auf Twitter und auf anderen sozialen Netzwerken gestritten. Der Hashtag #juliensblog ist bereits seit 17 Stunden in den Twitter-Trends. (Stand: 12.02.2016, 17:10 Uhr)

 

Quellen:
• http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Westerkappeln/2271016-Youtube-Star-Julien-verurteilt-Volksverhetzung-statt-Videokunst
• https://de.wikipedia.org/wiki/Julien_Sewering

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Kampagne als Sprachrohr des Betriebes

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Am 12.01.2015 jährt sich die Kampagne der BVG ,,Weil wir dich lieben“, aber was ist aus ihr geworden?    Anfänglich startete sie direkt mit einer Großoffensive. In Berlin war der Slogan mit dem verbundenen Hashtag(#weilwirdichlieben) in der ganzen Stadt zu sehen.

Doch die offline-Variante machte nur einen kleineren Teil aus, das Augenmerk lag auf den eigens für die Kampagne angelegten Twitter-, Facebook-, Instagram- und Youtube-Kanal. Dort tobten die Nutzer sich auch direkt aus und das eher negativ. Doch ist davon auszugehen, dass diese negative Strömung erwartbar war und auch von den Verantwortlichen erwartete wurde. Die Kanäle wurden genutzt und es wurde mediales Aufsehen erreicht.

Durch die eher ironisch und humoristische Herangehensweise der Kampagne, konnte man den Nutzern, unter dem Deckmantel #weilwirdichlieben auch Paroli bieten. Dies gipfelte mit der Video-Antwort der BVG an seine kritische Community, welche tatsächlich Viral wurde und auch Anerkennung von    ,,Könnern“ bekam. Selbst die offensichtliche Spitze am Ende des Videos (2:07 min.), welche besagt ,,NUR WIR LIEBEN DICH SO WIE DU BIST.“, hat man sich erlaubt.

Trotz des starken Gegenwindes blieb die Kampagne bestehen und leitet Kritik kanalisiert an sich selbst, in einen Rahmen bei dem auch mal zurück gewitzelt werden kann, wobei der Inhalt konstruktiver Kommentare nicht verloren geht. Es ist Ruhe eingekehrt und die Akzeptanz schreitet scheinbar voran, jedenfalls bis zum nächsten großen Aufreger.

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„Lieber Weihnachtsmann“ – Ein Video, das zum Nachdenken anregt

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Julien Bam ist mit rund 1,5 Millionen Abonnenten (Stand: Dezember 2015) einer der erfolgreichsten deutschen YouTuber. Am 3.12.2015 gewann er eine 1-Live Krone in der Kategorie „Video Krone“. http://www.einslive.de/krone/nominierte/video-krone/index.html.

Er macht Tanz-, Comedy- und Unterhaltungsvideos, die er stets aufwendig und hochwertig gestaltet. Am 5.12.2015 lud er das Video „Lieber Weihnachtsmann“ hoch. https://www.youtube.com/watch?v=mdvYwAQPe8c.

Zu Beginn sieht man ihn, als Weihnachtsmann verkleidet, an einem Tisch sitzen. Zu hören ist eine Kinderstimme, die einen selbstgeschriebenen Brief vorliest: „[…] Auch wenn es dich nicht gibt, hinterlässt du bei den Menschen Gutes. Auch wenn es dich nicht gibt, wünsche ich mir, dass mehr Menschen wären wie du.“

Im Laufe des Videos ist Julien Bam, verkleidet als Weihnachtsmann, zu sehen, wie er nachts durch die Straßen läuft. Er beschreibt, wie sich viele Menschen den Weihnachtsmann vorstellen: „Ein großer, breit gebauter Herr, der auf seinem fliegenden Schlitten durch den[…] Himmel […] fliegt.“ Man möchte meinen, er sei immer gut gelaunt und werde von allen geliebt.

Er stellt die Frage, die zum Nachdenken anregt: „Doch macht mich das zu dem, den du dir als Weihnachtsmann erhoffst?“ Es ist egal, wie wir aussehen, das Entscheidende ist, was wir aus uns machen. Diese Botschaft vermittelt Julien Bam in seinem Video.

Der Weihnachtsmann ist deshalb so beliebt, vor allem bei den Kindern, weil sie glauben, dass er ihnen Geschenke bringt. Er macht sie glücklich.

Wir leben in einer Welt, die von Hass, Krieg und Trauer geprägt ist. Warum handeln wir nicht einfach wie der Weihnachtsmann? Warum tun wir anderen Menschen nicht einfach mal etwas Gutes – ganz ohne Grund? Es ist zur Normalität geworden, dass wir Menschen einfach wegschauen. Es kümmert uns oft nicht, wenn wir Gräueltaten beobachten. Häufig ist es so, dass man schräg angeschaut wird, wenn man einer fremden Person ohne Grund ein Kompliment macht. Solche freundlich gemeinten Gesten werden oft falsch aufgenommen. Aber warum ist das so? Haben wir Menschen uns wirklich dahin entwickelt, dass wir nicht ohne Grund freundlich sein dürfen?
Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Manchmal erlebt man, dass man auf der Straße angelächelt wird und man lächelt zurück. Doch solche Fälle sind selten.

Man sollte sich öfter vorstellen, wie es wäre, in einer Welt ohne Hass, Krieg und Angst zu leben. Wie schön wäre es, wenn alle Menschen auf der Welt ohne Angst das Haus verlassen könnten? Natürlich können wir nicht den ganzen Hass auf der Erde verschwinden lassen. Aber jeder einzelne von uns kann bei sich anfangen. Jeder einzelne kann kleine freundliche Gesten zeigen oder einfach jemanden glücklich machen, so wie der Weihnachtsmann. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wir müssen uns einfach nur trauen.

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EinsPlus mit Sternchen – Das Ende eines Digitalsenders

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Auch in den schnelllebigen, sensationsaffinen Tagen des digitalen Zeitalters sollte hin und wieder Zeit gefunden werden, um kurz innezuhalten und „Danke“ zu sagen. Gerade dann, wenn es gilt die Dynamik des urgermanischen Lieblingsmediums Fernsehen – wenn auch im Kleinen – in voller Arbeit zu erleben und den in diesem unaufhaltsamen Fortgang am Straßenrand Sitzengebliebenen wehmütig hinterher zu winken. Die Rede ist hier vom Abschied vom ARD-Digitalsender EinsPlus, welcher voraussichtlich zum Beginn des sich mit großen Schritten nähernden Jahres 2016 gemeinsam mit der intellektuellen ZDF-Tochter ZDFkultur den Weg in die ewigen Jagdgründe der Television antritt (die SZ berichtete). Und so darf im folgenden wohl in zumindest annähernd berechtigt zu nennenden Maße – und selbstverständlich mit allem Respekt vor zuletzt genannter Theater- und Kulturplattform des Lerchenbergs – eine bescheidene Frage geäußert werden: Warum eigentlich ausgerechnet EinsPlus?

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Das EinsPlus-Logo seit dem Frühjahr 2012 im Graffiti-Style trägt nun Trauerflor. (Quelle: https://twitter.com/einsplus)

Der Anfang vom Ende

Die Entscheidung fiel bereits vor über einem Jahr, das heißt, um näher zu den öffentlichen und offiziellen Beweggründen der öffentlich-rechtlichen Programmdirektion zu gelangen, muss der Blick zurück in den vergangenen Oktober gehen. Dort entschloss sich die Ministerpräsidentenkonferenz zur Einstellung des 1997 als „einsMuXx“ ins Leben gerufenen und seitdem mit fast schon regelmäßig zu nennenden Facelifts, Konzeptumstellungen und sonstigen mehr oder weniger weitreichenden Veränderungen bedachten Digitalsenders; doch nicht etwa aus Gründen fehlender positiver Resonanz oder ähnlichen pragmatischen Anliegen, wie sie bei der in den letzten Jahren stark erfolgsverwöhnten und was die Programmgestaltung im Hauptprogramm angeht durchaus innovativ arbeitenden Agentur der Rundfunkanstalten zu vermuten wären.

Der eigentliche Grund von ARD und ZDF ist der bereits seit nunmehr fast einer Handvoll Jahren gehegte und in der Frage um seine mediale und vor allem konzeptionelle Beschaffenheit quasi über die gesamte Länge der zeit umstrittene öffentlich-rechtliche Jugendkanal. Die Zielgruppe der 14-30-Jährigen anzusprechen offenbart sich als Anliegen, wenn nicht sogar als Wunsch der ARD, genau wie zugleich auch des ZDF.

Letztgenannte Sendeanstalt sucht ihren Zugang zu dieser zugegebenermaßen , der extrem großen Dynamik in puncto Sehgewohnheiten und -vorlieben geschuldet und somit so oder so stark im Privatfernsehen verwurzelten, schwierig zu erreichenden peer group verstärkt im crossmedialen Ausbau von Unterhaltungs-, bzw. Comedy-Formaten. Bestes Beispiel dürfte hier die seit 2014 auffällig ausgedehnt und entsprechend präsent in Sozialen Netzwerken wie Facebook agierende „heute-Show“. Das Vorgehen des Ersten wiederum zeigt sich indes beinahe ironisch.

Analoge Frischzellenkur

Ironisch deshalb, weil man im Frühsommer 2012 ausgerechnet EinsPlus mit einer breit angelegten und mit einer breit angelegten und mit in der jungen deutschen Medienmacherszene durchaus namhaften Gesichtern ausgestatteten Programmoffensive zu verjüngen suchte – auf der einen Seite mit teilweise auch in 2015 mit beachtlichem Erfolg fortlaufenden Eigenproduktionen (etwa „Ausflug mit Kuttner“, dessen deren dritte Staffel 2016 wohl im ARD-Hauptprogramm ihren Platz finden wird, wie Kuttner selbst auf ihrer Facebook-Page bekannt gab), auf der anderen Seite mit der Förderung von aufstrebenden Formaten und dahinterstehenden Talenten wie dem inzwischen Grimme Preis-gekrönten Philipp Walulis („Walulis sieht fern“ nahm 2011 seinen Anfang im privaten Spartenfernsehen auf Tele5). Dazu kamen jährliche Konzertübertragen bzw. -zusammenschnitte von dem vom für EinsPlus federführenden SWR veranstalteten „New Pop Festival“ in Baden-Baden und den in den Zuständigkeitsbereich der Südwestfunk-Tochter DasDing fallenden Auftritten bei „Rock am Ring“.

Doch diese Art von medialer Frischzellenkur genügte allem Anschein nach noch nicht. Ein aufwendig ausgebautes Web-Angebot, programmbegleitende Korrespondenz auf Facebook und Twitter, sogar ein neues – leider im zweiten Jahrzehnt nach Ende der 1990er-Jahre leicht hölzern wirkendes – Senderlogo im Graffiti-Style konnten die im besagten Oktober 2014 entschiedene Entscheidung nicht aufhalten: Nein zum mediathekgestützten linearen Digitalprogramm, Ja zu einem öffentlich-rechtlichen Online-Jugendkanal.Wie ebendieser sich letztlich präsentieren und von etwaigen anderen, sich in Richtung der selben Zielgruppe neigenden Webangeboten unterscheiden wird, steht bis dato noch in den Sternen.

Jedoch wurde vor kurzem Staffel 2 der von Kritik und Publikum gleichermaßen überraschend positiv aufgenommenen, simultan auf Youtube und linear auf EinsPlus veröffentlichten Show „1080 NerdScope“ vom SWR in Auftrag gegeben; allein schon das Vertrauen der Öffentlich-Rechtlichen in drei der erfolgreichsten deutschen Youtuber (unter anderem den durch sein Merkel-Interview im Juli 2015 einer breiteren Masse bekannt gewordenen ‚LeFloid‘ alias Florian Mundt) lässt darauf schließen, dass ARD und ZDF ihre Chancen hier darin sehen, die inhaltliche und pragmatische Affinität der anzusprechenden Altersgruppe in Richtung Internet zu nutzen; sprich, dem Trend hin zum non-linearen Fernsehen  über Plattformen wie allen voran Youtube folgen werden.

Doch niemals geht man so ganz

Doch zurück zu EinsPlus. Da nun das Feststehende geklärt ist und der Lauf der Dinge nachvollziehbar oder zumindest offensichtlich wird, sollte dem Sender an sich dennoch eine gewisse Ehrung und das versprochene Dankeschön zu Teil werden. Nicht nur, weil es durchaus eine Leistung ist, in der schnelllebigen TV-Landschaft Deutschlands fast zwei Jahrzehnte allen Experimenten und Umstrukturierungen durch die Sendermutter ARD zu trotzen und in der Nische zu überleben – schließlich gilt dies in genau demselben Maße für EinsFestival und zumindest ähnlich für ZDFneo.

Auch nicht wegen sonderlich breit angelegter oder kreativer Programmplanung, welche sich leider zumeist in einem sehr hohen Maße an Wiederholungen und entsprechend wenig Aktualität niederschlägt; ein Umstand, den wiederum fast alle öffentlich-rechtlichen Digitalprogramme teilen und der wohl letztlich auch ZDFkultur um seinen fortwährenden Platz in der deutschen Fernsehlandschaft brachte.

Viel mehr ist es letztlich einzig und allein der Umstand, dass EinsPlus eine kleine aber feine Plattform für frisches (und nicht mehr ganz so frisches), junges deutsches Fernsehen war, beziehungsweise ist. Formate wie Klub Konkret (seit 2012), das Videospiel-Magazin Reload 2012-2014) oder die Infotainment-Show „Es geht um mein Leben“ (2012-2014) mit Pierre M. Krause sind ein guter und stichhaltiger Beweis dafür, dass lineares Fernsehen auch in den 2010er-Jahren entgegen aller Behauptungen nicht tot ist. Ein Umstand, der den Dank aller Liebhaber des gepflegten, klassischen Fernsehens verdient hat.

Deshalb im Namen aller jungen Menschen, deren Abwesenheit offenbar zum Ende von EinsPlus geführt haben: Es tut uns Leid, EinsPlus, und es liegt nicht an dir – das Internet ist schlichtweg attraktiver und wir können dich nicht richtig schätzen. Du hast getan was in deiner Macht stand; und das war wohl leider zu wenig für die modernen Tage, in denen wir leben.

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Schleichwerbung auf YouTube – Ist jetzt Schluss damit?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Knapp 60% Marktanteil unter den Videoplattformen, knapp 70% der Jugendliche im Alter von 14-29 Jahre nutzen die Plattform regelmäßig, die beliebteste Social-Media-Plattform deutlich vor Facebook, 300 Stunden neues Videomaterial pro Minute und über 4 Milliarden Videoaufrufe pro Tag weltweit. Das alles ist YouTube. Die Videoplattform Nummer 1, die mittlerweile in der jugendlichen Zielgruppe (12-19 Jahre) dem klassischen Fernsehen den Rang abgelaufen hat. So nannten bei einer Studie nur noch 84% Fernsehen als Zeitvertreib, wobei YouTube von 93% der Befragten Jugendlichen eine Freizeitbeschäftigung ist.

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Mittlerweile nutzen knapp 50% der User die Angebote von Youtube mobil.

Klar, dass das Phänomen YouTube und seine Reichweite bei Unternehmen und vor allen Dingen bei Werbetreibenden nicht unbemerkt bleibt und das riesige Potenzial erkannt wird und genutzt werden will. Was YouTube über die Marktmacht und Reichweite hinaus überaus interessant für Werbung macht, ist die persönliche, gar freundschaftliche Bindung, die viele Fans zu ihren Idolen spüren und die auch so von den YouTubern nach außen hin vermittelt wird. Dadurch wurden Produktplatzierung immer wieder als eine ungekennzeichnete, persönliche Empfehlung von den YouTubern an ihre Fans dargestellt. Dadurch ist es vor allen Dingen für die leichtgläubigen, jungen Fans extrem schwierig nachzuvollziehen, was man davon ernst nehmen kann und was in Wirklichkeit nur bezahlte Werbung ist.

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Phil und TC von Y-Titty halten das damals neue Galaxy S4 in die Kamera, ohne irgendeine Kennzeichnung. Schleichwerbung?

Bekannt sind natürlich nur wenige Fälle von ungekennzeichneten Produktplatzierungen, man würde sich freilich ein Eigentor schießen, sollte man dies öffentlich zugeben. Verdachtsmomente gibt es aber zu genüge und auch heute auch noch immer wieder. So stehen die überaus beliebten „Haul-Videos„, in denen meistens weibliche YouTuber ihre neuesten Errungenschaften aus angesagten Geschäften, wie DM oder H&M, präsentieren und in die Kamera halten, unter Verdacht eigentlich nur Marketingmaßnahme zu sein. Darüber hinaus gibt es auch klassischere, versteckte Produktplatzierung wie man sie aus dem Fernsehen oder Kino kennt. So trank das Comedy-Trio Y-Titty in ihren Videos immer wieder Coca-Cola und präsentierte in ihren Musikvideos ein Samsung-Handy. Bei knapp 3,2 Millionen Abonnenten über die der Kanal verfügt, sicherlich kein Zufall.

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Ein klassischer DM-Haul der YouTuberin DagiBee. Darin präsensiert aktuelle Produkte der Firma DM, angeblich aus eigenem Antrieb.

So setzt auf YouTube eine zunehmende Kommerzialisierung des Contents ein, immer mehr der Videos sind gesponsert oder gar reine Werbevideos. Vom eigentlichen und ursprünglichen Kredo „Broadcast Yourself“ ist immer weniger zu sehen. Dass diese Werbevideos oftmals nicht als solche gekennzeichnet sind, beschäftigt die Medienanstalten schon länger. Bislang bewegten sich allerdings sowohl die Content-Producer, als auch die Werbetreibenden in einer Grauzone, da es noch keine eindeutigen Regelungen für den Bereich Social-Media, also auch nicht für YouTube, gab. Nun allerdings gaben die Medienanstalten in einem FAQ klare Rahmenbedingungen heraus, wie sie schon bei Film, Radio und Fernsehen längst existierten und gelten.

Darin werden alle wichtigen Fragen zur korrekten Kennzeichnung von verschiedenen Sachverhalten erklärt und vor allen Dingen auch die Konsequenz eines Imageschadens und Glaubwürdigkeitsverlusts für YouTuber bei Nichtbeachtung aufgezeigt. Wirklich neu sind die Regelungen allerdings nicht, denn auch auf YouTube gilt, wie überall: „Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen durch optische und akustische Mittel oder räumlich abgesetzt sein (§ 58 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag).“Unbenannt

Wer dies in der Vergangenheit nicht richtig getan hat, Stichwort Y-Titty, hatte allerdings keine Strafen oder Sanktionen zu fürchten. Inwiefern sich das jetzt ändern wird und überhaupt kann, in Anbetracht der riesigen Mengen an Content, die täglich hochgeladen werden, bleibt weiterhin völlig offen und spannend.

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Wie Internetportale dir dazu verhelfen deinen Doppelgänger zu finden

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Vor kurzem erregte ein Bild mit zwei gleich aussehenden rotbärtigen Männern großes Aufsehen in den sozialen Netzwerken sowie auf Nachrichtenseiten wie der Frankfurter Allgemeinen. Mit dem Hashtag #BeardTwins wurde das zufällige Zusammentreffen der beiden nahezu identisch aussehenden Männern heiß diskutiert. Denn obwohl man denken könnte, dass es sich hierbei um Zwillinge handelt welche nebeneinander im Flugzeug saßen, können diese beiden britischen Männer keinen Verwandtschaftsgrad nachweisen. Neil Douglas und Robert Stirling waren irritiert und erfreut zugleich über dieses kuriose Zusammentreffen, sie ließen die ganze Welt an ihrer ungeplanten Entdeckung mittels der sozialen Netzwerken teilhaben.

Quelle: Twitter.com

Dies bestätigt die These, dass jeder von uns Menschen angeblich sieben Doppelgänger auf der Welt haben soll. Klingt unglaublich und nicht gerade realistisch, doch immer öfters werden die Medien von sich gegenseitig gefundenen Doppelgängern durchflutet. Twitter ist nahezu von Hashtags wie #BeardTwins, #Doppelganger und #twinstrangers überfüllt und es kommen täglich neue Bilder von sogenannten Doppelgängern dazu.

Immer mehr Menschen werden durch Zusammentreffen wie das der beiden britischen Männern neugierig und begeben sich aktiv auf die Suche nach ihrem eigenen Doppelgänger.

Die irische Niamh Geaney wurde im März dieses Jahres selber aktiv und startete eine 28 tägige Wette mit zwei weiteren Freunden. Gewinner sollte derjenige sein, der als erstes einen Doppelgänger mittels des Internets gefunden hat.

Sie erstellten einen Facebookblog und riefen aktiv dazu auf, dass Menschen die glaubten einen der drei Freunden ähnlich zu sehen, ein Foto einzuschicken. Während dieses Monats geschah es wirklich: Niamh traf ihre nahezu identisch aussehende Doppelgängerin Karen aus Irland. Sie konnte ihr Glück kaum fassen und lies alle sozialen Netzwerke wie Youtube, Twitter und Facebook davon erfahren. Viele hielten die entstandenen Bilder für nicht glaubhaft und sprachen von einem Fake. Doch Niamh stellte ein Youtube Video online, welches das Zusammentreffen dokumentierte und damit die Anschuldigungen widerlegt werden konnten.

Dies löste einen regelrechten Hype aus und die Webseite twinstrangers.net welche im Rahmen der Wette von den drei Freunden erstellt wurden ist, wurde immer populärer. Immer mehr Menschen wollen ihre Zwillinge finden. Dazu müssen sie sich lediglich auf der Webseite anmelden und ein Foto hochladen. Falls es zu einer Übereinstimmung zweier oder mehrere Fotos bzw. Personen kommt, bekommen die Nutzer eine Benachrichtigung.

Diesen Monat, am 20. November 2015 hat Geaney mittlerweile mit Hilfe ihrer Facebookpage ihre dritte Doppelgängerin gefunden. Das unglaubliche, die ebenfalls aus Irland stammende Irene sieht Geany noch viel ähnlicher als die beiden anderen zuvor.

Wieder dokumentiert Niamh Geany das Zusammentreffen mit ihrer neuen Doppelgängerin und lässt die ganze Welt daran teilhaben:

All dies zeigt noch einmal wie sehr das Internet dazu verhilft Menschen miteinander zu verbinden die sich auf anderen Wegen eventuell niemals getroffen hätten.

Wir sind 7,3 Milliarden Einwohner auf unserem Planeten Erde (Stand: November 2015), wie groß ist da die Wahrscheinlichkeit unseren sogenannten Doppelgänger zu finden? Sind wir mal ehrlich, die liegt bei einem äußerst geringem Wert. Daher ist es umso erfreulicher, dass es uns im Prinzip dank medialer Netzwerke und Webseiten wie twinstrangers.net so einfach gemacht wird aktiv nach unseren sieben Doppelgängern zu suchen.

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Ein Schlag ins Gesicht? Nicht für Martina!

geschrieben von in Internet, Medienkritik1 Kommentar »

                      „Was passiert, wenn du einen Jungen einem Mädchen gegenüberstellst und ihn bittest, es zu ohrfeigen?“

Darf man Mädchen schlagen oder nicht?

„Slap Her!“ – Der Spot wirbt gegen häusliche Gewalt gegenüber Frauen

Die herzerweichende Antwort auf diese eher ungewöhnliche Frage geben Pietro, Fulvio, Domenico und Co. Seit Anfangs des Jahres rührt der drei-minütige Werbespot „Slap Her!“ die Nutzer sämtlicher sozialen Netzwerke weltweit. Mithilfe des Experiments mit vermeintlich versteckter Kamera spricht die italienische Nachrichten-Website „fanpage.it“ ein immer noch heikles Thema an: Häusliche Gewalt, speziell gegenüber Frauen. Insbesondere im eher patriarchisch ausgerichteten Südstaat stellt heimische Brutalität ein großes Problem für Private und Staat dar. Das negative Ideal des männlichen Machos setzt sich bis heute leider in vielen südländischen Familien durch –  und dies muss sich ändern.

Die Message der Website ist klar: Gewalt, ebenso wie Pazifismus, sind Charaktereigenschaften, die bereits in Kindertagen geprägt werden. Deshalb haben die Macher von „Slap Her!“ genau diese Zielgruppe in den Mittelpunkt der Kampagne gestellt: Kinder. Die Protagonisten des Videos sind zwischen sieben und elf Jahre alt, ein Alter der Verspieltheit und Sorglosigkeit. Nacheinander werden die freundlich aufgeschlossenen Jungs durch persönliche Fragen vorgestellt: Aussagen wie „Ich will Feuerwehrmann werden, um Leute zu retten!“ und „Ich werde Pizzaiolo, weil ich Pizzas liebe!“ machen die Kids sympatisch und sollen ein gezieltes Beziehungsempfinden beim Zuschauer wecken.

Dann kommt Martina ins Spiel: blond, schlank, große Augen – Ein Bild eines Mädchens. Die Jungs mögen sie auf Anhieb, schüchterne Verliebtheit macht sich breit. Den Aufforderungen, Martina zu streicheln und ihr eine Grimasse zu schneiden, folgen Domenico und die anderen gerne. Auf einmal der Schock: Der Sprecher fordert sie auf, das unbekannte Mädchen zu ohrfeigen. Auf den Gesichtern der Italiener spiegeln sich Verwirrung und Unsicherheit. Meint der Mann das ernst? Darf ich mich dieser älteren Autoritätsperson widersetzen? Nach kurzem Zögern ist die Reaktion jedoch eindeutig: Allesamt verweigern die Aufgabe. Wieso? „Mädchen soll man nicht schlagen, nicht einmal mit einer Blume!“, „Ich bin gegen Gewalt“ – oder, am wohl ausdrucksstärksten:

„Wieso? Weil ich ein Mann bin!“ 

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Ganz gezielt wirft der Spot mit der naiven Weltsicht aus Kinderaugen die Frage auf, ab wann diese Einstellung kippt und welche Umstände dazu führen, dass genau solche Jungs in Erwachsenentagen möglicherweise zu Gewalttaten bereit werden. Auf Facebook wurde das Video des Regisseurs Luca Iavarone seit der Veröffentlichung im Dezember bereits über 40 Millionen Mal geklickt, 7 Millionen Plays waren es nach nur drei Tagen bei Youtube. Doch obwohl die Resonanz beim Publikum größtenteils positiv ist, gibt es Stimmen, die den Viral-Hit im Netz arg anprangern:

Martina würde nur auf ihre Äußerlichkeit reduziert, außer ihrem Namen erfahre der Zuschauer nichts über das Mädchen, welches noch dazu das Klischee-Bild einer „perfekten“ Frau wiedergibt. Auch ihr freier Wille würde nicht respektiert, die Jungs dürfen ihren Körper ohne jegliche Zustimmung ihrerseits anfassen, dies schüre – kontraproduktiv zur eigentlichen Message des Spots – noch das Macho-Empfinden der Männer, die sich alles erlauben können. Ebenfalls der letzte Grund gegen die Verletzung des Mädchens löst bei einigen Online-Usern heftige Reaktionen aus: Ist es diese Definition eines „Mannes“, welche insbesondere Kindern vermittelt werden soll? Macht die Entscheidung für oder gegen Gewalt den Unterschied zwischen einem „richtigen Kerl“und einem… ja was denn eigentlich? Sollte diese Einstellung nicht für jeden als selbstverständlich empfunden werden, egal welchen Geschlechts? Als letzter kritischer Gedanke wird der „Missbrauch“ von Kindern für Werbezwecke formuliert: Natürlich löst der unschuldige Blick eines Kindes beim Zuschauer eine Woge der Empathie aus, dies sei jedoch ein abzulehnender Marketing-Trick, welcher weder die eigentliche Aussage des Spots zum Ausdruck bringe, noch Rücksicht auf die Menschenwürde nehme.

Gewiss, bei genauerer Analyse des Videos findet man ohne weiteres Aspekte, welche sich für Kritik regelrecht anbieten. Ob es jedoch wirklich gerechtfertigt ist, eine Sache schlecht zu reden, die eigentlich für ein positives Umdenken in der Gesellschaft wirbt und sich eben gewisser Strategien bedient, die sich bereits in der Vergangenheit beim Publikum als wirkungsvoll bewährt haben, ist jedoch fraglich. Ob und wann gezielte Manipulation sich als empfehlenswert herausstellt liegt wohl im Auge des Betrachters. Wie heißt es so schön: Der Zweck heiligt bekanntlicherweise die Mittel…

Quellen:

http://www.stern.de/familie/beziehung/italienische-video-kampagne-slap-her-kinder-gegen-gewalt-an-frauen-2164192.html

http://www.spiegel.de/video/kampagne-gegen-gewalt-slap-her-video-von-fanpage-in-italien-video-1546770.html

http://rebeccahains.com/2015/01/06/slap-her-fanpage-it-video-objectifies-girls-exploits-boys-and-trivializes-domestic-violence/

 

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YouTube asks Obama!

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik1 Kommentar »

Ein Interview mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama – diese Ehre kommt normalerweise nur namhaften Journalisten zu Teil. Doch am 22. Januar waren es YouTuber, die Obama ihre Fragen stellen durften.
Die Abonnenten bzw. Follower derer Kanäle und Twitter-Accounts, konnten zuvor unter dem Hashtag #YouTubeAsksObama ihre Fragen für das kommende Interview vorschlagen.
Unter den YouTube Stars war Hank Green, der Nerd unter den Gästen. Er betreibt u.A. den Wissenskanal ecogeek und erreicht damit eine Menge junger Amerikaner.
Als nächstes war die afro-americanische GloZell an der Reihe, sie ist mit 5 Millionen Followern die unangefochtenen Queen innerhalb der YouTuber Community. An Bekanntheit gewann die Comedian vor Allem mit ihren Parodien bekannter Popsongs. Sie befragte Obama zur Sony Hacking Affäre und zur politischen Beziehung zur Kuba.
Die Dritte im Bunde war die 19 jährige, nach eigenen Angaben politisch uninteressierte („Why should the younger generation be interested in politics?“) Bethany Mota, die einfach alles „awesome“ fand, was Mr. Präsident von sich gab. Sie wurde vor allem durch „Hauls“ im Netz bekannt. Darin werden schlicht und einfach gerade erworbene Produkte besprochen. Einen Grund zum Schmunzeln hatte man dann, als Obama auf die Frage, welche Superkraft er sich wünsche, zunächst mit „the flying thing seems pretty cool!“ antwortete und dann sinngemäß hinzufügte: „Ne, unsichterbar sein wäre zu hinterhätig, was würde man dann machen? Gespräche anderer Leute mithören?“
Mh…klingelt da was? Fragen zur NSA- Affäre verkniffen sich zumindest alle der anwesenden „Creators“.
Zum krönenden Abschluss gab es dann das obligatorische „Selfie“ mit allen Beteiligten und Obama würdigte alle 3 als ein Teil des politsch relevanten Mitmach-Netzes.

http://www.swr3.de/-/id%3D3075270/property%3Dthumbnail/width%3D260/height%3D156/pubVersion%3D1/xfy24p/index.jpgAbb.1: Das Präsidenten-Selfie.
Diese Aktion, die wohl zur Verjüngung des Präsidenten Images dienen sollte, war auf jeden Fall innovativ und interessant. Nicht jeder Politker (vorallem nicht in Deutschland) wäre wohl so locker und entspannt im Umgang mit jungen Leuten und deren Anliegen. Auch wenn die Fragen der YouTuber nicht sehr kritisch waren, konnte evtl. doch das politische Interesse einiger Teenager in Amerika geweckt werden.

Quellen:

http://www.netzpiloten.de/besuch-im-weissen-haus-youtube-stars-interviewen-obama/ 26.01.2015, 23:45 Uhr

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&x-yt-cl=84503534&v=GbR6iQ62v9k&x-yt-ts=1421914688

26.01.2015, 23:55 Uhr

Abb1. :

http://www.swr3.de/-/id%3D3075270/property%3Dthumbnail/width%3D260/height%3D156/pubVersion%3D1/xfy24p/index.jpg 26.01.2015, 23:55 Uhr

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#YouGeHa

geschrieben von in Internet, Medien und Politik, Weblogs1 Kommentar »

Seit gestern läuft die Aktion „Youtuber gegen Hass“ (kurz: YouGeHa). Eine Woche lang werden täglich um 15 Uhr Videos gegen rassistische Strömungen im Internet hochgeladen.
Bekannte Youtuber nehmen freiwillig an der unabhängigen Kampagne teil, alle entsprechenden Videos werden in einer speziellen Playlist gesammelt.
Durch das Mitwirken bekannter Blogger auf Youtube wie zum Beispiel LeFloid kommt die Kampagne auf eine Reichweite von mehreren Millionen Abonnenten. Außerdem ist Pegida ein aktueller Anlass dafür.
Die ursprüngliche Idee stammt Mirco Drotschmann, der Betreiber des Youtube-Kanals „Mr Wissen To Go“. Er selbst hat keine vergleichbar hohe Zahl an Abonnenten wie andere Blogger, deshalb war sein erster Schritt, sich im Dezember mit anderen Wissenskanal-Youtubern auf Facebook zu vernetzen. Laut Drotschmann überwiegen auf der Videoplattform deutlich Katzen- oder Schminkvideos, gefolgt von „Let’s plays“. Ihm ist es wichtig, die Abonnenten mit politisch aktuellen Themen zu versorgen und Wissenskanälen auf Youtube zu einer höheren Prominenz zu verhelfen, bisher reagieren die Fans interessiert und sind auf weitere Videos gespannt.
„“Wissen2go“ will seinen Zuschauern mit einem Faktencheck in wenigen Minuten erklären, wo „Pegida“ falsch liegt. Andere beschäftigen sich mit Alltagsrassismus, Homophobie, steuern eine Reportage aus einem Flüchtlingsheim bei oder befragen Nicht-Muslime, was sie von Muslimen halten – und wie die diese Meinung auffassen.“
Ziel der Kampagne ist es, die Zuschauer aufzuklären. Sie sollen über die Problematik in Kenntnis gesetzt, sowie  zum Nachdenken und Diskutieren angeregt werden. Die Aufklärungskampagne will vor allem um Toleranz werben, um so Vorurteile abzubauen. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sollen reduziert werden, denn Youtube will zeigen, dass es zu mehr als Unterhaltung dient.
Alle Zuschauer werden dazu aufgefordert, eventuelle Erfahrungen in diesem Themengebiet in sozialen Netzwerken zu teilen.
Dabei sind die Herangehensweisen ganz unterschiedlich: Manche Videokünstler behandeln das Thema satirisch, andere argumentieren oder berichten sachlich.
Die Videos einzelner Youtube-Blogger werden untereinander verlinkt und mit dem Hashtag #YouGeHa versehen, um sie leichter auffindbar zu machen und so der Aktion größere Sichtbarkeit zu verschaffen.

Bei der gesamten Kampagne geht es also nicht darum, sich gegen etwas zu stellen, sondern um Aufklärung. Es soll kein Hass geschürt, sondern vermindert werden.
Ob sich dabei mehr Menschen angesprochen fühlen als durch die klassischen Medien, wird sich im Verlauf der Aktion zeigen.

Quellen:

http://www.deutschlandradiokultur.de/yougeha-youtuber-machen-mobil-gegen-fremdenhass-und-pegida.2156.de.html?dram:article_id=309101

https://www.tagesschau.de/inland/youtuber-gegen-hass-pegida-101.html

http://yougeha.tumblr.com

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/yougeha-gruppe-von-youtube-bloggern-kritisieren-pegida-13378879.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/yougeha-youtuber-starten-aktion-gegen-fremdenhass-a-1013805.html

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The new way to broadcast yourself

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

younow_logo-250x250YouNow ist eine noch relativ neue Videoplattform. Der Nutzer kann hierbei live Videos vom Handy, Tablet oder Laptop streamen. Auf der Startseite von YouNow öffnet sich direkt ein zufällig ausgewählter Broadcast von einem der Nutzer. Neben diesem befindet sich eine Kommentarbox, in der man mit dem Broadcaster kommunizieren kann und die anzeigt, wer zusieht. Außerdem kann man „Fan“ werden und Likes abgeben sowie den Broadcast in den Social Media-Netzwerken teilen. In der linken Spalte der Seite findet man die Rubriken „Trending people“ und „Trending tags“. Aufgenommen werden hier Broadcaster und Hashtags, die schnell und zahlreich Likes erhalten, viele Zuschauer haben oder besonders lange Broadcasts beinhalten. Unterhalb des bereits geöffneten Videos bekommt man auch noch Vorschläge von Broadcasts, die den selben Tag verwenden.

Auf YouNow kann jeder direkt selbst los streamen, sobald er sich mit einem seiner Social Media-Konten wie twitter, facebook, google+ oder youtube angemeldet hat. Auf dem eigenen Profil werden dann neben Profilbild und eigener Beschreibung auch die alten Broadcasts zusammen mit den Kommentaren und den dabei erhaltenen Geschenken angezeigt. Die anderen Nutzer können Kommentare direkt unter dem Profil in der Rubrik „Discussion“ hinterlassen und man sieht, von wem der Broadcaster Fan ist und wer seine Fans sind.
Der eigene Level auf YouNow zeigt an, welchen Status und wie viel Erfahrung man bereits hat. Desweiteren erhält man in den Leveln stets neue Zusatzfunktionen. Der Broadcaster hat mehrere Möglichkeiten, um einen Level aufzusteigen: beim Filmen durch das Erhalten von Geschenken und Likes, durch die Zuschauerzahl oder die Häufigkeit der Broadcasts; beim Schauen durch liken, chatten, Geschenke verteilen und Fan werden; durch das Teilen von Broadcasts auf den Social Media-Plattformen und mit den Fans und durch die Verbindung mit anderen Social Media-Konten. Steigt der Nutzer ein Level auf, so erhält er Münzen, mit denen er dann Geschenke kaufen kann. So genannte Premium Geschenke muss der Broadcaster mit Bars kaufen, die nur in den App-Shops mit echtem Geld erhältlich sind. Durch die Konzeption von Leveln und Münzen bekommt die Plattform einen spiel-ähnlichen Charakter. Um mehr Zuschauer zu erhalten, so der YouNow-Support, muss man seinen Broadcasts auf Social Media-Plattformen teilen, auf sein Publikum eingehen und möglichst viele Likes erzielen. Auf der Seite vom YouNow-Support findet man außerdem Hilfe bei technischen Problemen sowie die Nutzungsregeln und Richtlinien.
Die Seite finanziert sich über Werbung, aber auch der Broadcaster kann mithilfe des YouNow Partner Programs ab einer gewissen Zuschauerzahl Geld verdienen.
Aber es gibt auch Kritik an der Seite: Bisher ist sie nur in Englisch verfügbar. Außerdem sind die Broadcaster teilweise noch recht jung und geben deshalb bereitwillig private Daten bekannt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Dennoch nutzen auch bekanntere Youtuber wie BibisBeautyPalace und Sami Slimani die neue Video-Plattform.

Quellen:
YouNow: http://www.younow.com
Nutzungshinweise: https://younow.zendesk.com/forums/20642027-How-does-YouNow-work-
YouNow-Support: https://younow.zendesk.com/home
YouNow Partner Program: http://www.younow.com/partners/
Kritik: http://www.videolix.net/alle-beitraege/immer-mehr-warnen-vor-younow/2701/

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#Freiheit

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Unter dem Hashtag #Freiheit brach kurz vor Weihnachten ein gewaltiger Shitstorm in den sozialen Medien aus. Grund dafür war ein Video des YouTube-Stars Simon Unge, in dem er ankündigte, seine beiden Kanäle „ungespielt“ und „ungefilmt“ aufgrund unüberwindbarer Differenzen mit dem Netzwerk Mediakraft zu beenden.

Simon Unge (bürgerlich Wiefels) ist 24 Jahre alt, hat Erziehungswissenschaften studiert und im Juli 2012 angefangen, Videos auf dem Videoportal YouTube hochzuladen.
Und das mit Erfolg. Über 30 Millionen Mal im Monat wurden seine Videos angeklickt und über zwei Millionen Menschen hatten seine Kanäle abboniert. Seine Themen: Computerspiele und Lifestyle, Minecraft und Longboardtour. Damit hat der Zocker mit den Dreadlocks eine größere Reichweite als so mancher TV Sender und ebenso einen gutbezahlten Job. Warum also gibt er das auf?

In seinem am 20. Dezember hochgeladenen Vlog mit dem pathetischen Namen „#FREIHEIT. Die schwerste Entscheidung meines Lebens“ nennt er den Grund: Das Netzwerk Mediakraft, dem er vor circa einem Jahr beigetreten ist, hat Unge zufolge seinen Teil des Vertrages nicht eingehalten: „Ich habe von Mediakraft noch nie finanzielle Unterstützung für große Projekte oder coole Ideen bekommen“. Zu weiteren Vorwürfen gehören fehlende Sponsoren für seine Longboardtour, das Löschen einzelner Videos und Mediakrafts Drohung, ihn in eine Privatinsolvenz zu treiben, falls er vor Gericht ziehen würde. Mit dem „Scheißhaufen“, wie Unge die Kölner Firma bezeichnet, möchte er in seinem ganzen Leben nie wieder etwas zu tun haben. Er beendet seine beiden Kanäle und will mit einem Neuen (youtube.com/unge) ohne Netzwerk wieder von vorne anfangen. Deshalb sucht er nun eine juristische Auseinandersetzung, um sich vor Vertragsende vom Netzwerk zu trennen.

Sich an ein Netzwerk zu binden, ist für viele YouTuber ein Weg zu mehr Reichweite und darauf aufbauend bessere Vermarktung. Netzwerke bündeln Videokünstler, beraten und unterstützen sie und verschaffen ihnen außerdem Werbepartner und finanzielle Unterstützung fuer Projekte. Mediakraft hat als das größte Netzwerk in Deutschland dazu einiges vorzuweisen: „Wir haben vielen Künstlern dabei helfen können, ihren Weg auf YouTube zu gehen und sich als erfolgreiche Entertainer zu etablieren.“
Der YouTuber wird sozusagen „aufgepumpt“ und mit ihm auch der Wert des Netzwerkes, um dieses dann lohnend zu verkaufen. Unge meint im Video dazu, Mediakraft sei „investorenorientiert“, aber nicht „partnerorientiert“. Es habe keinerlei Interesse an seiner Person gehabt, sondern nur an den Zahlen, die er erreicht.

Auf Unges Video reagierte das Netzwerk zunächst mit einer vorübergehenden Abschaltung seiner Webpräsenzen und gab am Sonntag darauf eine Stellungnahme ab. Olsson Spartacus, der CEO von Mediakraft Network, weist darin sämtliche Anschuldigungen von sich und verteidigt sich: „Nun ist es so, dass Simon Unge einen gültigen Vertrag unterschrieben hat, der nicht einseitig aufgehoben werden kann.“ Allerdings nimmt er laut dieser Meldung, die am 21.12. auf Mediakrafts Facebookseite online ging, die Kritik von Unge ernst und bedauert die Angelegenheit: „Wir hätten uns gewünscht, diesen Streit auf andere Weise beilegen zu können. “

Unges Austritt bei Mediakraft ist nicht der erste Fall, der Aufsehen erregt. Ein weiterer prominenter YouTuber, der Nachichtenvlogger LeFloid (Florian Mundt), hat das Netzwerk im Oktober aus ähnlichen Gruenden verlassen, darf aber aufgrund der einzuhaltenden Küdigungsfrist nicht mit Dritten darüber reden.
Unge allerdings hat diesen Teil des Vertrags verletzt und seine hohe Reichweite genutzt, um auf die Vorfälle aufmerksam zu machen. Unklug, aber höchst medienwirksam.

Das Phänomen Unge wird der Fall auch genannt. Plötzlich berichten Zeitungen darüber. Das Thema beschäftigt die Menschen, was 700 Tweets pro Minute in der Höchstphase der Diskussion auf Twitter bezeugen. Doch die Meinungen zu #Freiheit gehen auseinander. Auf der einen Seite wird Mediakraft von Unges Fangemeinschaft, der selbsternannten #raupenarmy, die zum Großteil aus 14-30-Jährigen besteht, kritisiert und beschimpft, auf der anderen wird Unge auch von YouTube-Kollegen daran erinnert, dass auch er einen Vertragsbruch begangen hat und sich über die Folgen im Klaren sein muss.

Doch sein öffentlicher Abgang von Mediakraft hat nicht nur eine große Welle in den sozialen Medien ausgelöst, sondern auch eine grundlegende Problematik in der noch jungen YouTubewelt sichtbar gemacht: Die Meinungsverschiedenheiten zeigen auf, wie sehr sich das Videoportal in den letzten Jahren verändert und entwickelt hat. Immer mehr Werbepartner werden auf die reichweitenstarken Kanäle aufmerksam und investieren in die meist noch unmündigen und naiven Videoblogger. Das führt weg vom sicheren Community-Gefühl und hin zum gewinnorientierten Markt. „Aus der Szene wird eine Branche“ meint Markus Hündgen von der European Webvideo Academy dazu. Und wie andere YouTuber und auch die Netzwerke damit in Zukunft umgehen, bleibt zu beobachten.

 

Quellen:

http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/unge-freiheit-youtube-100.html
https://www.youtube.com/watch?v=z_SdbC1aThU
https://www.facebook.com/MediakraftNetworks/posts/573327879466908
http://www.vice.com/de/read/interview-mit-lefloid-wenn-ich-eine-frau-waere-waere-ich-beauty-blogger-058
http://www.netzpiloten.de/mehr-freiheit-youtube-star-simon-unge-kritisiert-mediakraft/
http://www.mediakraftnetworks.de/about-us/
http://dispositiv.uni-bayreuth.de/freiheit-lieber-unge-willkommen-in-der-wirklichkeit/

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Verhaftung regierungskritischer Journalisten

geschrieben von in Medien und Politik1 Kommentar »

Für das derzeitige Jahrhundert eher untypische Nachrichten sind die der verbotenen Meinungsfreiheit und der Teilung dieser. Leider finden derzeitig jedoch Festnahmen von Journalisten in der Türkei statt, die sich gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan äußern, gar seine Regierung kritisieren und eine „Ein-Mann-Politik“ anprangern.

Die Festnahmen der Erdogan kritisierenden Journalisten erfolgten aufgrund der Anweisung des Premiers, der in den Äußerungen der festgenommenen Redakteure staatsfeindliche Aussagen vernahm, die der Souveränität des Staates schaden würden. Überdies bezichtigte Erdogan die journalistischen Kritiker der Vereinigung zu einer Gruppierung, die die Macht des Staates ergreifen wolle. Unter den gegenwärtig rund 32 Festgenommenen handelt es sich um einen Manager, Direktoren und Produzenten eines Fernsehsenders und weiteren Journalisten. Vor allem die Durchsuchung der Redaktion der größten türkischen Zeitung „Zaman“ und die anschließende Verhaftung des Chefredakteurs Ekrem Dumanl? sorgten für Furore.

Zustände wie diese erinnern eher an ein totalitäres Regime wie Nordkorea: dass keine Kritik oder keine Unstimmigkeit gegenüber der Regierung seitens der Bürger erfolgt liegt nicht daran, dass der Status quo optimal ist und er am besten das ganze Leben andauern soll. Eher vernimmt man, dass jegliche negativen politischen Äußerungen erst gar nicht in den Umlauf kommen und Nordkorea ein bearbeitetes Bild nach außen abgibt. Es erfolgt der Eindruck, dass die Meinung der Bürger ebenso wenig Bedeutung trägt wie das „demokratische“ in der Benennung der Volksrepublik Nordkoreas.

Die Hoffnung hierbei sind die derzeitigen Demonstrationen für den Bestand der Meinungsfreiheit in der Türkei und das Recht, diese zu äußern. Ein Aspekt, der aus deutscher Sicht beim Raub dieser ein Rechtsverstoß wäre, der aber genauso wenig in der Türkei gebilligt werden sollte.

Bereits aus der frühen Kindheit lernte man, dass ein „ich hör‘ dich nicht, ich hör‘ nur das, was ich sag'“ keinerlei positive Resonanz bei Mitmenschen auslöste und ebenso wenig eine gute Werbekampagne für die guten Charaktereigenschaften war. Jedoch scheint sich Erdogan dieser allzu bekannten Technik zu bedienen und bis jetzt noch durch Einschüchterung und den Einsatz von Festnahmen anderer Meinungen zu entledigen.

Rückblickend auf die Geschehnisse um den März 2014, als auf dem Videoportal Youtube ein Mitschnitt veröffentlicht wurde, auf welchem scheinbar der Außenminister Ahmet Davutoglu, der Geheimdienstchef Hakan Fidan, der Unterstaatssekretär Feridun Hadi Sinirlioglu und der Vize-Armeechef Yasar Güler zu hören sind, die in ihrem Gespräch nach einem Grund für einen Krieg mit Syrien suchen,und daraufhin der Zugang zu Youtube und Twitter für türkische Bürger für einen kurzen Zeitraum nicht mehr zugänglich war, lässt sich die Bereitschaft der Staatsführung zu erkennen, die den Medieninput ihrer Bürger massiv einschränkt. Ob jener Gesprächsmitschnitt tatsächlich existierte, ist nicht mit Gewissheit zu sagen, jedoch ist allein die Tatsache, solch drastische Maßnahmen zu ergreifen, erschreckend, zumal es eine defensive und autarke Haltung der Türkei aufweist, die den Informationsfluss von außen somit absondert.

Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kritisierte die aktuellen Zustände in der Türkei, die mit europäischen Werten nichts gemein hätten. Vor allem die Durchsuchung der Redaktion sei nicht annehmbar. Die Türkei, die seit 1999 Kandidat für einen EU-Beitritt ist, erschwert sich dadurch deutlich die Möglichkeit. Dass ein Wandel in der Wertvorstellung Erdogans stattfinden wird, bezweifle ich sehr, insbesondere dadurch, dass seine konservative Art viel Zuspruch erlangt. Lediglich der Erhalt der Meinungsfreiheit selbst und der Zuwachs einer Opposition, die tatsächlich als diese ihre Funktionen uneingeschränkt ausführen kann, könnten die Unruhen und Demonstrationen beenden.

Auffällig ist jedoch, dass das Verwenden von physischen Schweigemethoden nicht nur in der Türkei bemerkbar wurde, sondern ebenfalls in den sonst sehr offenen und liberalen USA.

Bereits vermehrt auftauchend sind Berichte von willkürlicher Polizeigewalt oder maßloser Festnahmen, wie auch im Fall zweier deutscher Journalisten, die inhaftiert wurden, da sie sich während des Fotografierens nicht an den Befehl des Polizisten hielten, der ihnen besagte, nicht zu lange an einer Stelle zu stehen. Laut den beiden Journalisten seien in der Stadt Ferguson zwar teils gefährliche Demonstrationen in diesem Zeitraum gewesen, jedoch hielten sie sich am besagten Tag nachmittags in einem menschenleeren Gebiet auf.

War es tatsächlich notwendig, den Journalisten daraufhin Handschellen anzulegen und sie abzuführen? Vielmehr sei zu vermuten, dass das Unwissen des Polizisten, angemessen mit der Situation umzugehen, ihn dazu gebracht zu habe, seine Machtposition auszunutzen und die Journalisten zu inhaftieren. Ähnlich wie Erdogan werden hier Instrumente genutzt, denen sich ein Bürger, der keinen nennenswerten gesetzlichen Status besitzt, nicht widersetzen kann. Ein Machtmissbrauch, der aufgrund dessen von anderen, niveaugleichen Institutionen eingeschränkt werden muss. Eine Erzürnung oder eine tiefste Enttäuschung über derzeitige Machtmissbräuche seitens der EU lassen sich zwar schön in Zeitungen abdrucken, doch viel impressiver wären Taten, über die ein türkischer Journalist  für seine Zeitung schreiben und publizieren kann. Hoffentlich bald, ohne festgenommen zu werden.

 

Quellen:

http://www.welt.de/politik/ausland/article131363772/Der-Tag-an-dem-die-US-Polizei-mein-Feind-wurde.html

http://www.hna.de/kassel/stadt-kassel/ferguson-unruhen-hna-reporter-frank-herrmann-ueber-seine-festnahme-3791255.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-journalisten-und-opposition-beklagen-ende-der-meinungsfreiheit-a-1008500.html#ref=veeseoartikel

http://www.spiegel.de/politik/ausland/razzia-tuerkische-polizei-geht-gegen-guelen-anhaenger-vor-a-1008384.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-recep-tayyip-erdogan-weist-eu-kritik-zurueck-a-1008621.html#ref=veeseoartikel

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YouTube ist ihr Leben

geschrieben von in Internet1 Kommentar »

Egal in welchem Bereich des Lebens, immer findet man Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen. So ist es auch bei YouTube. Berufe werden gekündigt, das Studium abgebrochen – für das Erstellen und Hochladen von Videos. Diese können alles behandeln, die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt. Doch wie verdient man überhaupt Geld mit YouTube, ist es wirklich so einfach und welche Nachteile bringt es mit sich?

Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, stolpert unvermeidlich über den Namen „PewDiePie“, der mit über 32 Millionen Abonnenten der mit Abstand beliebteste YouTuber ist. Im März 2014 wurden seine Einnahmen auf circa $825,000 bis $8,47 Millionen (Quelle) geschätzt. Die Ungenauigkeit dieser Zahlen liegt daran, dass es keine offiziellen Angaben gibt, wie viel man eigentlich mit einem so genannten „Click“ verdient. Haupteinnahmequelle bei solchen Videos ist nämlich Werbung. Über „Google AdSense“, ein Programm, welches automatisch Werbung einfügt und somit für die Einnahmen zuständig ist, wird die Werbung zu Beginn, am Schluss und bei längeren Videos auch mittendrin abgespielt . Die Menge kann persönlich eingestellt werden. Es gilt die einfache Regel: je mehr Clicks ein Video hat, desto höher ist das Einkommen. Dabei wird von einem Betrag zwischen $0.60 und $5 pro Click ausgegangen. Eingeschränkt wird dies durch Nutzer, die mit Hilfe von AdBlock-Programmen Werbung vermeiden.

Wie erreiche ich also eine Zuschauerzahl, die mir die Möglichkeit eröffnet, mich zu verselbstständigen? In erster Linie geht es um ein unterhaltsames und innovatives Programm, das die Menschen anspricht. Entscheidend ist auch die gewählte Sprache, denn mit englischsprachigen Kanälen können wesentlich mehr Leute angesprochen werden, als beispielsweise mit deutschsprachigen. Außerdem herrscht immer eine gewisse Korrespondenz zwischen YouTubern. Unterschiedliche Kanäle veröffentlichen gemeinsame Videos, um sich gegenseitig zu promoten. Meist wird jeweils ein Video auf beiden Kanäle veröffentlicht, um die Zuschauer dazu zu bringen, auch dem vielleicht noch unbekannten Kanal einen Besuch abzustatten. Somit kann Neueinsteigern ausgeholfen werden, indem Profis diesen Videos eine positive Bewertung geben oder sie direkt weiterempfehlen beziehungsweise ein eigenes Video mit der Person aufnehmen.

Hat man erst einmal eine gewisse Abonnentenzahl erreicht, entwickelt sich eine hohe Erwartungshaltung. Zuschauer wollen unterhalten werden, aber nicht immer mit der selben Art Video. Gleichzeitig werden Innovation und ein „sich treu bleiben“ verlangt, was den YouTuber unter großen Druck stellt. Ein ähnliches Problem stellt das regelmäßige Hochladen dar. Es soll permanent geliefert werden, wobei selten Rücksicht auf Krankheit oder Urlaub genommen wird. Dies erhöht den Druck noch umso mehr. Je höher der Bekanntheitsgrad, desto öfter wird man auch auf der Straße erkannt. Fans wollen die Aufmerksamkeit des YouTubers erhaschen und bitten um Autogramme und Fotos. womit viele Menschen nicht umgehen können. Des Weiteren machen es einem die Bestimmungen der Plattform schwer. Urheberrechtsfragen treten regelmäßig auf und können letztlich sogar zur plötzlichen Sperrung des Kanals führen. Tritt dieser Fall ein, ist der Kanal unwiderbringlich gelöscht.

Schlussendlich beruht eine Karriere auf YouTube also auf großem Eigenrisiko. Ist man erfolgreich, lässt sich eine Menge Geld verdienen. Trotzdem muss man permanent als Vorbild agieren und hohen Aufwand betreiben, um die Zuschauer zufrieden zu stellen und mit dem erzeugten Druck umgehen zu können. Das alles funktioniert wiederum nur, wenn man es überhaupt zu einem einigermaßen hohen Bekanntheitsgrad schafft, was aufgrund der steigenden Anzahl von Videos und Kanälen sehr schwer ist. Wer diesen „Beruf“ also für ein Kinderspiel hält, irrt. All jenes begründet, warum die Arbeit auf YouTube meist nur ein Hobby oder ein unerreichbarer Traum bleibt.

 

 

Quellen:

http://www.businessinsider.com/richest-youtube-stars-2014-3?op=1

http://www.selbstaendig-im-netz.de/2014/07/07/geschaeftsmodelle/youtube-einnahmen-beispiele-und-wie-viele-videoaufrufe-noetig-sind/

http://www.unblocker.yt/magazin/mit-youtube-geld-verdienen

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Ratgeber-Kurse-Internet-Mit-YouTube-Geld-verdienen-Tipps-Ratgeber-8732529.html

https://www.youtube.com/user/PewDiePie/about

 

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„But first, let me take a selfie!“ – Die Selbstdarstellung im Internet

geschrieben von in Internet, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

Olivia[1] hat einen Instagram – Account. In der Profilbeschreibung hat sie „Fashion, Lifestyle, Beauty and so much more“ als so etwas wie ihre übergeordneten Themen angegeben. Die meisten Bilder lassen den Otto – Normal – Menschen entweder rot vor Scham oder gelb vor Neid werden: Olivia räkelt sich in winzigen Bikinis in der Sonne („#instasun #instasummer #instatan #läuftbeimir“), zeigt ihre perfekt manikürten Glitzerkrallen („#nailart #fashion #cute #pink #loveit“), drückt ihrer französischen Bulldogge für das perfekte Selfie einen Kuss auf („#frenchbulldog #frenchie #baby #schatz #love #pet #dogsofinstagram“). Außerdem zeigt sie stolz ihre viel zu sorgsam angerichteten Frühstücksteller, die gefühlt aus einem halben Apfel bestehen („#foodporn #eatclean #traindirty #tastetherainbow“). Natürlich hat Olivia daraus ein kleines Kunstwerk gemacht: mal isst sie aus einer ausgehöhlten Kokosnuss eine kaum vorhandene Portion Obstsalat, mal hat sie eine halbe Banane und eine Kiwi in Form einer Palme zurechtgelegt. Olivia ist selbstredend immer top gestylt („#ootd #ootn #fashion“), sie trägt selbstverständlich nur Jeanshosen von Hollister[2] und co.. Außerdem hat sie einen Schminktisch, neben dessen Überfülle an Fläschchen und Tiegeln die Kosmetikabteilung einer Drogerie  fast beklagenswert leer zu sein scheint: Alle großen Marken sind vertreten, Olivia hat mehr Pinsel als eine Kosmetikerin mit langjähriger Berufserfahrung. Und das, obwohl andere Mädchen in ihrem Altern noch nichts von Primer[3], Foundation, Camouflage – Cream[4] oder Transluscent – Powder[5] gehört haben.Denn Olivia ist gerade einmal 14 Jahre alt, sieht dabei aber aus wie eine 25 – jährige, die täglich von einem Visagisten und einer Stylisten bearbeitet wird.

Neben Instagram und Facebook werden auch Plattformen wie Youtube zunehmend von einer Welle der übertriebenen Selbstdarstellung überrollt: Kinder, denen gestern erst der letzte Milchzahn ausgefallen zu sein scheint, zeigen der Welt, wie man das perfekte Smokey Eye für eine heiße Partynacht schminkt und reden darüber, wie lange sie auf dieses bestimmte gehypte Chanel – Produkt gespart haben. Achso, ist klar! Ich persönlich kann über diese vielfältigen Formen der Exzentrik einerseits schmunzeln, andererseits frage ich mich, was ich im Leben falsch mache: Vor meinem Zimmerfenster sehe ich statt Palmen und Sonne weit und breit nur grauen Himmel, meine Katze liegt auf der Fensterbank und will nichts von knuffigen Selfies mit mir wissen. Zum Frühstück hatte ich ein ziemlich unspektakuläres Müsli. Und wenn ich abends die viel geposteten „ootn“s (outfit of the night) bestehend aus Crop Top[6] (ja, dazu gibt es tatsächlich einen Eintrag bei Wikipedia), Highwaisted – Shorts und Cutout – Boots mit meinem (Jogginghose, Pulli, Brille, flauschige Kapuzenweste) vergleiche, wird mir wieder deutlich, wie langweilig mein Leben im Gegensatz ist und was ich alles verpasse (Ende der Ironie!). Wann hat das angefangen? Seit wann zeigen sich 14 – jährige Mädchen lieber in der Rolle der überschminkten Kosmetiktante als einfach nur 14 – jährige Mädchen zu sein, die gerade ihre mehr oder weniger ansehnlichen ersten Schminkversuche mit Mascara und Kajalstift machen? Seit wann glaubt jeder zweite, sich selbst in diesem Maße darstellen und präsentieren zu müssen?

Dazu bleibt zu sagen, dass das Internet die Selbstdarstellung sicherlich nicht erst erfunden hat. Es ist wohl so etwas wie ein natürlicher Trieb des Menschen, sich dem anderen immer im besten Licht zeigen zu wollen. Man wäre ja auch ziemlich doof, wenn man es anders herum machen würde. Wer will schon Bilder von sich selbst mit dem fiesen Pickel von letzter Woche auf der Stirn oder dem Stück Spinat zwischen den Schneidezähnen im Internet haben? Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Medien wie Youtube bieten so lediglich die nötige Plattform, die es Olivia und Millionen anderen Menschen möglich macht, nicht nur den Nachbarn oder den Freunden in Schule und Beruf die neue Michael Kors – Uhr zu zeigen, sondern gleich der ganzen virtuellen Community. Dabei sind diejenigen, die sich im Netz so perfekt inszenieren oft nicht anders als das typische Mädchen  von Nebenan: Auf ihren Profilen zeigen sie natürlich nur das, was ihnen an sich selbst und an ihrem Leben besonders gefällt. Den Rest erledigt der Filter. Man wird sie in den sozialen Netzwerken wohl eher selten ungeschminkt sehen, außer sie posten ein solches Selfie, um etwaige Kommentare über ihre natürliche Schönheit zu erhalten.

Ist man selbst in der Position, darüber zu entscheiden, was die Umwelt bzw. Mitmenschen von einem sehen, würde man es sicher genauso machen. Schließlich ist man sich bewusst, dass andere Personen die von einem selbst hochgeladenen Bilder sehen, liken, im besten Fall kommentieren. Darauf will man ja auch irgendwie hinaus. Ich nehme mich da nicht heraus. Statt dem grauen Nieselwetter vor meinem Fenster poste ich lieber das Bild vom letzten Strandurlaub. Denn wenn man die Wahl hat, dann zeigt wohl tatsächlich jeder der Welt sein Leben (und sein Gesicht) von der allseits bekannten Schokoladenseite. Vielleicht, um den Anderen neidisch zu machen, um anerkennende Blicke zu kassieren, um ein Lob oder ein Kompliment zu bekommen.

 

[1]Person frei erfunden

[2] „Modeunternehmen […], bietet Mode im Surfer-Stil an“ (Wikipedia)

 

[3] Produkt, das die Haut auf das Auftragen von Make-up vorbereitet und dessen Haltbarkeit verlängert

 

[4] Creme zum Abdecken von Hautunreinheiten und Augenschatten

[5] durchsichtiges Puder zum Mattieren der Haut

[6] bauchfreies Oberteil, http://en.wikipedia.org/wiki/Crop_top

 

Quellen:

http://instagram.com/

https://www.youtube.com/?hl=de&gl=DE (Stichwort: Get ready with me, Tutorial)

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