Jodel – Das Erfolgsgeheimnis um die Studenten-App

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Jodel – Das Erfolgsgeheimnis um die Studenten-App

Was früher noch an Klowände gekritzelt wurde, verbreitet sich heute wie ein Lauffeuer über die Smartphones der Studenten. Die App Jodel sammelt den Trash-Talk des Campus und verbreitet Nachrichten und Bilder an alle Nutzer im Umkreis von 10 km. Das Raffinierte daran?
Völlige Anonymität.

 

Egal, ob man grade im Bus, im Hörsaal oder einfach zu Hause auf der Toilette sitzt: Gejodelt wird eigentlich überall. Über alles. Sei es die #gadse, die aus dem Fenster schaut oder der Professor, der im #audimax fast alle zum Einschlafen bringt. Wer jodelt, der möchte sich seinen Mitmenschen mitteilen. Ungeachtet dessen, ob es sich dabei um mehr oder weniger Geistreiches handelt. Und wer mit seinen rhetorischen Künsten überzeugt, wird belohnt:
Je „lauter“ ein Jodel ist, also je mehr Upvotes er erhält, desto mehr Karmapunkte gibt es. Und je mehr man sammelt, desto besser fühlt man sich. Ob sich dieses Karma auch im realen Leben widerspiegelt, ist jedoch fraglich.
Aber über Karma spricht man nicht- internes Jodelgesetz!

Jodel ist wie Twitter,nur bunt 

Die kostenlose iOS- und Android-App benötigt keine Registrierung oder ähnliches. Das Prinzip ist so simpel, dass es fast schon genial ist. Man muss sich nicht verstellen oder selbst inszenieren. Authentizität ist gefragt.
Je hemmungsloser, offener und ehrlicher desto besser. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es auf Jodel Moderatoren, die Inhalte prüfen und zur Not fragwürdige Posts löschen.
Längst sind auch die großen sozialen Netzwerke auf die App aufmerksam geworden und auf Facebook erfreuen sich die besten Jodel Sprüche großer Beliebtheit.
Wer auf Jodel unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass hinter den sarkastischen und schamlosen Sprüchen und Kommentaren eine große Gemeinschaft steckt, die im Zweifel zusammenhält.
So wie bei dem fast schon legendären Münchner Jodel, bei dem ein Student von seiner Freundin anscheinend betrogen wurde und die ganze Jodel-Community wie ein Fels in der Brandung hinter dem armen Kerl stand und ihn mit weit über 2000 Kommentaren unterstütze.

Jodel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Anonymität nicht auch ausgenutzt werden kann. Schließlich weiß man nicht, wer sich hinter welchen Jodel versteckt und am Ende gibt man womöglich noch seinem eigenen Partner Trennungstipps.

Jodel bietet jedem die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, ohne dass man mit ernsthaften Folgen rechnen muss. Es vernetzt die Menschen und ist an erster Stelle Unterhaltungsmedium. Darüber hinaus bietet es sicherlich Forschungsansätze bezüglich Anonymität und Selbstdarstellung im Netz.
Deshalb stehen die Zukunftschancen nicht schlecht, dass diese App uns noch ein wenig begleiten und unterhalten wird.

 

Bildquellen:

https://lh3.googleusercontent.com/zfY0kgT6Iy4G7WiKcIM9sVyOfD3P6riAXKOniVDjrqTh5zzmx3IkuPnIW8fgRSIO5Jg=w300

http://www.jetzt.de/jodel/muenchner-jodel-freundin-geht-fremd

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Sony’s neue Motion-Sensor-Konkurrenz für Nintendo’s Wii

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel3 Kommentare »

Das mit der auf Bewegungssensoren basierenden Konsole Wii von Nintendo ist so eine Sache. Als das Gerät veröffentlicht wurde, fanden die beiden großen Konkurrenten Sony und Microsoft nur mildes Lächeln als Reaktion für die Spielerei. Aber seitdem die Wii im November 2006 erschien, hat sich einiges auf dem Markt verändert. Vor allem die bisher eher unerschlossene Zielgruppe der Frauen hat die Konsole mit Freuden in die Arme geschlossen und sorgt dafür,  dass Nintendo Millionen mit Gehirnjogging und virtuellem Joga-Unterricht verdient.

Nachdem Microsoft („Project Natal“) und Sony (damals „Playstation Motion Controller“) bereits im Juni des letzten Jahres mit der Ankündigung ihrer neuen Konsolentechniken zum ziemlich späten Gegenschlag gegen die Nintendo Wii ausholten,  hat Sony sich jetzt für einen finalen Projektnamen entschieden.  Mit dem zum Kopfschütteln einfallslosen Namen „Playstation Move“ versprechen sich die Japaner, an den Erfolg ihrer Landsmänner anzuknüpfen. Fraglich, ob nach drei Jahren noch immenser Bedarf besteht. Mit über 68 Millionen verkauften Einheiten übertrifft Nintendo nämlich fast die Verkäufe beider Konkurrenten zusammengerechnet (Sony’s Playstation 3:  rund 33 Millionen; Microsoft’s XBox360: rund 38 Millionen) und deckt somit schon einen umfassenden Bereich des Marktes ab.

Für mich auf jeden Fall einer der ironischsten Fälle von Mitläufertum bei Multikonzernen in den letzten Jahren.

Quellen:

http://vgchartz.com/hwlaunch.php?cons1=Wii&reg1=All&cons2=PS3&reg2=All&cons3=X360&reg3=All&weeks=250

http://www.xbox.com/en-US/live/projectnatal/

http://www.nintendo.com/wii/what/meetwii

http://electronictheatre.co.uk/index.php/playstation3/playstation3-news/4332-playstation-move-technical-specifications-revealed

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