Tierische Instagram Stars

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

Heutzutage werden durch das Internet täglich neue Stars geboren. Doch jetzt werden nicht nur Menschen zum Star, auch unsere Haustiere erreichen eine nie erwartete Popularitätsrate durch soziale Netzwerke wie Instagram.

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Täglich laden Tierbesitzer Millionen Fotos von ihren Schätzen auf Instagram hoch: Beliebteste Haustiere sind hierbei unangefochten Katzen und Hunde. Mit dem Hashtag #instacat oder #petstagram werden die Fotos mit einer enormen Geschwindigkeit unter eine breite Masse von Menschen gebracht. Besitzer erstellen mittlerweile immer häufiger eigene Accounts für ihre Tiere auf sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter oder Facebook.

Heute haben sich wahre Internetstars entwickelt. Allen voran wurde der amerikanische Katzen-Instagram-Star Sam (Instagram: samhaseyebrows) zu einer Berühmtheit am tierischen Starhimmel. Gegründet wurde der Instagramaccount im November 2012, neun Monate nachdem die Besitzer Sam bei sich aufgenommen haben. Heute kann der Kater eine Abonnentenzahl von über 186.000 vorweisen. Sein unverkennbares Markenzeichen: Seine Augenbrauen. Diese an menschliche Augenbrauen erinnernde Fellmusterung macht Sam zu einem Star, einem Star mit dem sich Geld verdienen lässt. Mittlerweile wird er nicht mehr nur von seinen Besitzern über Instagram vermarktet, sondern  auch über einen eigenen Twitter,- und Facebookaccount.

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Über seine Webseite http://www.samhaseyebrows.nyc/ werden Fanartikel wie T-Shirts vertrieben. Seine Besitzer investieren diese Erlöse zu einem guten Zweck, sie spenden Teile des Geldes an ein Tierschutzorganisation in Brooklyn.

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Das man mit seinen Haustieren spielend leicht Geld verdienen kann, zeigt auch das wohl bekannteste Beispiel von Grumpy Cat. Die immer „grumpy“ schauende Katze wurde während der letzten paar Jahre zu einem wahren Internetstar. Heute hat Grumpycat über 1,2 Millionen Abonnenten auf Instagram und eine eigene Wachsfigur im Madame Tussauds. Die Besitzer sind mittlerweile Multimillionäre.

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Bildquellen:

http://meowquarterly.com/wp-content/uploads/2015/04/SamHasEyebrows-52.jpg

https://www.instagram.com/realgrumpycat/

https://www.instagram.com/samhaseyebrows/?hl=de

http://samhaseyebrows.spreadshirt.com/customize/noCache/1

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Eine Tücke sozialer Medien

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Der Fall schlug in den letzten Tagen hohe Wellen: ein junger Flüchtling soll angeblich einen Herzstillstand erlitten haben, nachdem er sich durch die Kälte und das lange Warten vor dem Landesamt für Soziales und Gesundheit (LaGeSo) in Berlin eine Mandelentzündung zugezogen habe. Ein ehrenamtlicher Helfer verbreitete diese Nachricht auf seinem Facebook-Profil.

Laut SWR3 soll er auch einer befreundeten Kollegin von diesem Vorfall geschrieben haben, die daraufhin unwissend die Nachricht auf verschiedenen Plattformen weiterverbreitete und eine Kettenreaktion in Gang setzte. Die Lage spitzte sich so weit zu, dass Menschen am LaGeSo Kerzen anzündeten und Trauernachrichten hinterließen.

Selbst auf kritisches Nachfragen des rbb antwortet die Sprecherin der Organisation „Moabit hilft“, Diana Henniges, überzeugt: „Es handelt sich um einen jungen Mann, einen 24-jährigen Syrer.“ „Sie sind sich sicher, dass diese Informationen ihres Helfers auch stimmen?“ „Ich vertraue Dirk Voltz (…). Das sind Leute, die mit uns lange Monate zusammenarbeiten und er wird sich das nicht ausgedacht haben.“

Auch "Moabit-Hilft"-Sprecherin Diana Hennings war von der Richtigkeit des Facebook-Beitrags überzeugt (Quelle: rbb-online.de)

Auch „Moabit-Hilft“-Sprecherin Diana Henniges war von der Richtigkeit des Facebook-Beitrags überzeugt (Quelle: rbb-online.de)

Doch wie sich später herausstellt, ist genau das der Fall. In alkoholisiertem Zustand hatte sich der Helfer die Geschichte ausgedacht und veröffentlicht. Es gibt keinen toten Flüchtling. Womöglich waren ihm die Auswirkungen seines Handelns dabei nicht bewusst, denn der Facebook-Beitrag wurde gelöscht und der Helfer tauchte unter. Nachdem er von der Polizei befragt worden war und sich die Meldung als Fehlinformation herausstellte, schloss sich der Kreis: er entschuldigte sich für sein Handeln via Facebook.

Der Fall zeigt, wie vorsichtig nach wie vor mit ungefilterten Meldungen umgegangen werden muss, die auf sozialen Netzwerken kursieren und für die es keine offiziellen Bestätigungen gibt. Viele Nutzer gehen leichtgläubig mit den dort gebotenen Informationen um. So können sich Fehlinformationen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit verbreiten. Besonders schwerwiegend sind solche Fälle dann, wenn die Fehlinformationen auch noch von offizieller Seite (z.B. von der Sprecherin Diana Henniges) ohne ausreichende Prüfung bestätigt werden.

Quellen:

SWR3-Hörfunk-Nachrichten (28. Januar 2016)

https://twitter.com/rbbonline?lang=de

http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2016/01/Reaktionen-erfundener-toter-Fluechtling.html

http://www.bild.de/regional/berlin/fluechtling/mit-diesem-post-redet-sich-der-helfer-raus-44338760.bild.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/lageso-bericht-ueber-toten-fluechtling-in-berlin-nicht-bestaetigt_id_5243907.html

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#WhyISaidNothing – Die Stimme der Dunkelziffer

geschrieben von in Kommunikationsformen1 Kommentar »

Unter dem Hashtag #WhyISaidNothing berichten Männer und Frauen von erlebten sexuellen Übergriffen und erklären, warum sie nicht den Mut hatten, die Straftaten anzuzeigen.
An einer US-amerikanischen Universität gaben 40 Prozent der Befragten an, schon mindestens einen sexuellen Übergriff erlebt zu haben. 16 Prozent von ihnen wurden demnach vergewaltigt. Zur Anzeige kam es jedoch bei kaum einem Fall. Für zu viele Menschen ist das ein Grund, am Ergebnis der universitätsinternen Umfrage zu zweifeln. Wurden wirklich so viele Frauen und Männer vergewaltigt? Wenn bei der Polizei doch bloß so wenige Fälle registriert sind?
Vor allem ein Artikel in der „Welt“ fand ziemlich harte Worte für Vergewaltigungsopfer und stieß auf Kritik.

Tatsache ist aber, dass kaum eine der jungen Frauen, die auf Fragebögen ankreuzt, sie sei Opfer sexueller Gewalt geworden, sich je unter einer der Telefonnummern gemeldet hat, die extra für vergewaltigte Frauen eingerichtet wurden; geschweige denn, dass sie bei der Polizei Anzeige erstattet hätte.

Vielleicht geht es an amerikanischen Universitäten also doch nicht schlimmer zu als im Kongo? Vielleicht geht es in vielen Fällen gar nicht um Vergewaltigungen, sondern um Sex im Zustande des Vollrausches und nachträgliche Reue?“, heißt es in dem Artikel.

Doch ist die Zahl der Vergewaltigungsopfer tatsächlich nur anhand der eingegangenen Anzeigen zu messen? Die 31-jährige Marlies Hübner, welche bereits selbst zum Opfer sexueller Gewalt wurde, zeigt, dass es eine Dunkelziffer gibt und möchte Betroffenen eine Stimme geben.
Unter dem Hashtag #WhyISaidNothing können Männer und Frauen in 140 Zeichen erklären, warum sie von einer Anzeige abgesehen haben und zeigen, dass die registrierten sexuellen Übergriffe keinen Maßstab bieten.

Die Hashtag Aktion hat bewiesen, wie wichtig es ist, Opfern sexueller Gewalt die Möglichkeit zu geben, sich in einem von ihnen selbst gewählten Rahmen dazu zu äußern. Nicht, um als Opfer gesehen zu werden oder Mitleid zu erhaschen, sondern einfach um auf das Problem der sexuellen Gewalt aufmerksam zu machen. Auch in Hinblick auf aktuelle mediale Ereignisse, wie die Silvesternacht in Köln, sollten sexuelle Übergriffe auf keinen Fall verharmlost oder Betroffene nicht ernst genommen werden, denn dies führt nur dazu, dass die Dunkelziffer weiter wächst.

 

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#WhereisRey

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für #WhereisRey

In Star Wars: The Force Awakens geht es zwar um das Verschwinden von Luke Skywalker, aber Fans wundern sich jetzt wegen dem Verschwindens eines anderen Charakters:  Rey, gespielt von  Daisy Ridley.

Mit einer Frau in der Hauptrolle sendet Star Wars eine positive Message an die Filmbranche. Frauen können im Fokus stehen (ohne eine romantische Beziehung) und einen erfolgreichen Film tragen. So kann sich jetzt nicht nur der kleine Junge im Kino mit den Figuren idenitfizieren, sondern auch Mädchen haben eine Heldin, die genauso taff ist wie die Männer.

Da wollen sich viele Fans natürlich auch mit Merchandise/Spielzeug ihrer neuen Lieblingscharaktere ausstatten. Jedoch fällt hier schnell auf, dass bei vielem Merchandise Rey gar nicht enthalten ist, obwohl sie doch im Film so eine wichtige Rolle spielt.

Das erste Produkt was im Internet einen Aufruhr auslöste war ein Figurenset der amerikanischen Kette Target. Es enthielt Finn, Chewbacca, Poe Dameron, Kylo Ren, einen First Order-Stormtrooper und einen First Order-Fighter-Pilot. Alles männliche Figuren, sogar teilweise ohne Namen.

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Viele entrüstete Fans wandten sich deswegen an Twitter und starteten den Hashtag #WhereisRey um ihrer Frustration Ausdruck zu verleihen.

Leider ist dieses Thema kein neues. Schon bei Marvels Avengers und Guardians of the Galaxy Merchandise fiel auf, das oftmals die weiblichen Figuren der Filme, Black Widow und Gamora fehlten. Es kam sogar soweit das Mark Ruffalo, Darsteller des Hulks sich an Twitter wandte:

Den neuesten Fan-Aufschrieb bei Star Wars gab es jetzt über das Monopoly Spiel von Hasbro, welches Finn und Kylo Ren (zwei der neuen männlichen Charaktere) und den jungen Luke Skywalker und Darth Vader enthielt. Dabei kommt Darth Vader gar nicht im neuen Film vor.

Quelle:Quelle: Hasbro

Warum wird ein weiblicher Charakter, der eine so wichtige Rolle im Film spielt, aus so vielem Merchandise ausgeschlossen?

Hasbro gab dazu folgendes Statement ab:

“The Star Wars: Monopoly game was released in September, months before the movie’s release, and Rey was not included to avoid revealing a key plot line that she takes on Kylo Ren and joins the Rebel Alliance.”

Die Begründung liegt also darin, den Zuschauer nicht zu spoilern wie wichtig Rey für den Film ist. Aber hätte man wirklich an einer Spielfigur erkennen können was für eine Rolle diese im Film spielt? Schließlich gab es andere neue Charaktere wie Finn und Poe als Spielfiguren und war das ein Spoiler für den Film? War es schon ein Spoiler dass eine Frau genauso wichtig sein könnte wie eine männliche Rolle?

Oder liegt es vielmehr noch am klischeehaften Marketing-Denken, das Star Wars nur etwas für Jungen ist und sich das Spielzeug nur verkauft wenn es männliche Figuren enthält? Diese Einstellung scheint doch etwas überholt, vor allem wenn Disney so einen starken Fokus auf die weibliche Hauptrolle gelegt hat.

JJ Abrams, der Regisseur des Films, sagte dazu: Star Wars was always about…it was always a boys thing and a movie that dads take their sons to. And though that’s still very much the case, I was really hoping that this could be a movie that mothers can take their daughters to as well.“

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Quelle: Twitter @CarrieMGoldman

Hasbro hat inzwischen auf die Kommentare der Fans reagiert und versprochen, Rey in einer neuen Ausgabe des Monopoly Spiels hinzuzufügen. Ein Vertreter der Firma sagte:

“Fans will see more Rey product hitting store shelves this month, including 6-inch and 12-inch Rey action figures. We are thrilled with the popularity of this compelling character and will continue to look for ways to showcase Rey across all of our product lines.”

Erfreulich zu sehen dass die Fans dort eine Änderung erreichen konnten und es ist zu hoffen, dass in Zukunft mehr Produkte mit weiblichen Charakteren auf den Markt kommen, damit auch Mädchen mit ihren Helden spielen können.

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Kampagne als Sprachrohr des Betriebes

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Am 12.01.2015 jährt sich die Kampagne der BVG ,,Weil wir dich lieben“, aber was ist aus ihr geworden?    Anfänglich startete sie direkt mit einer Großoffensive. In Berlin war der Slogan mit dem verbundenen Hashtag(#weilwirdichlieben) in der ganzen Stadt zu sehen.

Doch die offline-Variante machte nur einen kleineren Teil aus, das Augenmerk lag auf den eigens für die Kampagne angelegten Twitter-, Facebook-, Instagram- und Youtube-Kanal. Dort tobten die Nutzer sich auch direkt aus und das eher negativ. Doch ist davon auszugehen, dass diese negative Strömung erwartbar war und auch von den Verantwortlichen erwartete wurde. Die Kanäle wurden genutzt und es wurde mediales Aufsehen erreicht.

Durch die eher ironisch und humoristische Herangehensweise der Kampagne, konnte man den Nutzern, unter dem Deckmantel #weilwirdichlieben auch Paroli bieten. Dies gipfelte mit der Video-Antwort der BVG an seine kritische Community, welche tatsächlich Viral wurde und auch Anerkennung von    ,,Könnern“ bekam. Selbst die offensichtliche Spitze am Ende des Videos (2:07 min.), welche besagt ,,NUR WIR LIEBEN DICH SO WIE DU BIST.“, hat man sich erlaubt.

Trotz des starken Gegenwindes blieb die Kampagne bestehen und leitet Kritik kanalisiert an sich selbst, in einen Rahmen bei dem auch mal zurück gewitzelt werden kann, wobei der Inhalt konstruktiver Kommentare nicht verloren geht. Es ist Ruhe eingekehrt und die Akzeptanz schreitet scheinbar voran, jedenfalls bis zum nächsten großen Aufreger.

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Freundlicher Zwitschern

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

Wie jedes Jahr haben sich wohl auch dieses Sylvester viele ihre guten Vorsätze für das neue Jahr festgelegt.
Darunter auch der Kurznachrichtendienst Twitter.

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Am 30 Dezember des alten Jahres veröffentlichte das Unternehmen einen Blogeintrag, in dem es ankündigte die Richtlinien für den Umgang mit Hasskommentaren zu verschärfen. Die vorher relativ allgemein gehaltene Formulierung eines Verbots von „Gewalt gegen andere“ wurde genauer definiert.

„Sie dürfen keine Gewalt gegen andere Personen fördern, sie direkt angreifen oder ihnen drohen, wenn diese Äußerungen aufgrund von Abstammung, ethnischer Zugehörigkeit, nationaler Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht, Geschlechtsidentität, religiöser Zugehörigkeit, Alter, Behinderung oder Krankheit erfolgen. Wir erlauben auch keine Accounts, deren Hauptziel darin besteht, andere anzustiften, basierend auf diesen Kategorien, Schaden zu verursachen“  heißt es nun in den allgemeinen Richtlinien.

In ihrem Statement erklärte Twitter, dass ihr Service nach wie vor das Äußern und Veröffentlichen verschiedener Meinungen unterstützen soll, das Unternehmen zukünftig aber härter gegen Jene vorgehen würde, die die Grenze zur Beleidigung überschreiten würden. Zu diesem Zweck wird erneut auf User-Tools verwiesen, die es den Nutzern ermöglichen Hass-Kommentare zu melden.

Hintergrund sind die Forderungen verschiedener Politiker und Organisationen, die Twitter vorwarfen dem Terrornetzwerk IS eine Plattform zu bieten. Nach einer Studie des Booking Instituts unterhielten Unterstützer des „islamischen Staats“ Ende 2014 mindestens 46. 000 Twitter Accounts, in denen zu extremistischen Taten aufgerufen wurde.
Auch ein unzureichender Umgang mit rassistischer Hetze wurde dem Unternehmen unterstellt – gerade während der aktuellen Flüchtlingssituation.

Begrüßt wurden die angezogenen Twitter-Regeln unter anderem von Bundesjustizminister Heiko Maas.
Kritisch äußerte sich dagegen die CSU, der die Verschärfungen nicht weit genug gehen. Die Partei fordert, dass Beiträge bereits vor ihrer Veröffentlichung auf extremistische oder gewaltbereite Inhalte gefiltert werden.

Bereits Ende letzten Jahres hatte Facebook den Umgang mit Hass-Posts, insbesondere solche die Gewaltandrohungen beinhalten, auf das Drängen der Öffentlichkeit hin verschärft.

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Wie Internetportale dir dazu verhelfen deinen Doppelgänger zu finden

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Vor kurzem erregte ein Bild mit zwei gleich aussehenden rotbärtigen Männern großes Aufsehen in den sozialen Netzwerken sowie auf Nachrichtenseiten wie der Frankfurter Allgemeinen. Mit dem Hashtag #BeardTwins wurde das zufällige Zusammentreffen der beiden nahezu identisch aussehenden Männern heiß diskutiert. Denn obwohl man denken könnte, dass es sich hierbei um Zwillinge handelt welche nebeneinander im Flugzeug saßen, können diese beiden britischen Männer keinen Verwandtschaftsgrad nachweisen. Neil Douglas und Robert Stirling waren irritiert und erfreut zugleich über dieses kuriose Zusammentreffen, sie ließen die ganze Welt an ihrer ungeplanten Entdeckung mittels der sozialen Netzwerken teilhaben.

Quelle: Twitter.com

Dies bestätigt die These, dass jeder von uns Menschen angeblich sieben Doppelgänger auf der Welt haben soll. Klingt unglaublich und nicht gerade realistisch, doch immer öfters werden die Medien von sich gegenseitig gefundenen Doppelgängern durchflutet. Twitter ist nahezu von Hashtags wie #BeardTwins, #Doppelganger und #twinstrangers überfüllt und es kommen täglich neue Bilder von sogenannten Doppelgängern dazu.

Immer mehr Menschen werden durch Zusammentreffen wie das der beiden britischen Männern neugierig und begeben sich aktiv auf die Suche nach ihrem eigenen Doppelgänger.

Die irische Niamh Geaney wurde im März dieses Jahres selber aktiv und startete eine 28 tägige Wette mit zwei weiteren Freunden. Gewinner sollte derjenige sein, der als erstes einen Doppelgänger mittels des Internets gefunden hat.

Sie erstellten einen Facebookblog und riefen aktiv dazu auf, dass Menschen die glaubten einen der drei Freunden ähnlich zu sehen, ein Foto einzuschicken. Während dieses Monats geschah es wirklich: Niamh traf ihre nahezu identisch aussehende Doppelgängerin Karen aus Irland. Sie konnte ihr Glück kaum fassen und lies alle sozialen Netzwerke wie Youtube, Twitter und Facebook davon erfahren. Viele hielten die entstandenen Bilder für nicht glaubhaft und sprachen von einem Fake. Doch Niamh stellte ein Youtube Video online, welches das Zusammentreffen dokumentierte und damit die Anschuldigungen widerlegt werden konnten.

Dies löste einen regelrechten Hype aus und die Webseite twinstrangers.net welche im Rahmen der Wette von den drei Freunden erstellt wurden ist, wurde immer populärer. Immer mehr Menschen wollen ihre Zwillinge finden. Dazu müssen sie sich lediglich auf der Webseite anmelden und ein Foto hochladen. Falls es zu einer Übereinstimmung zweier oder mehrere Fotos bzw. Personen kommt, bekommen die Nutzer eine Benachrichtigung.

Diesen Monat, am 20. November 2015 hat Geaney mittlerweile mit Hilfe ihrer Facebookpage ihre dritte Doppelgängerin gefunden. Das unglaubliche, die ebenfalls aus Irland stammende Irene sieht Geany noch viel ähnlicher als die beiden anderen zuvor.

Wieder dokumentiert Niamh Geany das Zusammentreffen mit ihrer neuen Doppelgängerin und lässt die ganze Welt daran teilhaben:

All dies zeigt noch einmal wie sehr das Internet dazu verhilft Menschen miteinander zu verbinden die sich auf anderen Wegen eventuell niemals getroffen hätten.

Wir sind 7,3 Milliarden Einwohner auf unserem Planeten Erde (Stand: November 2015), wie groß ist da die Wahrscheinlichkeit unseren sogenannten Doppelgänger zu finden? Sind wir mal ehrlich, die liegt bei einem äußerst geringem Wert. Daher ist es umso erfreulicher, dass es uns im Prinzip dank medialer Netzwerke und Webseiten wie twinstrangers.net so einfach gemacht wird aktiv nach unseren sieben Doppelgängern zu suchen.

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#prayforparis meets Facebook

geschrieben von in Internet, Medienwandel1 Kommentar »

Nach den schockierenden Anschlägen in Paris trauert die ganze Welt um die ca. 129 Menschen, die dabei um’s Leben kamen. Die Solidarität die damit einhergeht wird vor allem im World Wide Web deutlich – nämlich auf der Social Media Plattform Facebook.
Denn diese bietet nun verschiedene Möglichkeiten, Unterstützung für Betroffene zu zeigen.

Zum einen füllt sich die Startseite nun nicht mehr mit lustigen Videos und sinnlosen Posts, sondern mit Profilbildern, die nun in den Farben der französischen Flagge gehüllt sind. Auf diese Weise bietet Facebook die Möglichkeit „Unterstützung für Frankreich und die Menschen in Paris zu zeigen“. Sein Profilbild zu ändern ist zudem leicht und schnell gemacht: lediglich ein Klick auf den Button „Probiere es aus“ unter dem veränderten Profilbild eines Freundes trennt einen von der Supporter Community auf Facebook.

Des Weiteren ermöglicht der Facebook-Sicherheitscheck es, den Facebook Usern, die sich zur Zeit der Anschläge in Paris befanden, anzugeben, ob sie in Sicherheit sind. Dies kann man auch stellvertretend für einen Freund machen, wenn man weiß, dass dieser sich nicht mehr im Gefahrengebiet befindet. Die Benachrichtigung erscheint auf der Timeline der Facebook Freunde der betroffenen Person.

Unter dem Hashtag #rechercheParis verbreiten sich auf Facebook und Twitter zudem herzzerreißende Aufrufe von Angehörigen der Opfer, die immernoch nach ihren Geliebten suchen. Fotos von meist fröhlich aussehenden jungen Menschen zieren die Hashtag-Seite, neben Beschreibungen von Größe, Alter und individuellen Wiedererkennungsmerkmalen wie Tattoos, Piercings, etc. Und auch über diesen Hashtag tweeten Tausende User ihr Beileid an Angehörige, teilen die Tweets, um eine maximale Anzahl an Nutzern zu erreichen, die die betroffene Person gesehen haben könnten. Wie erfolgreich und wichtig die Aktion ist, zeigt folgende Update Meldung über ein Opfer, das schwer verletzt in dem Krankenhaus Pampidou gefunden wurde.

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Quelle: https://twitter.com/DaliaEzzat_/status/665514178988371968

Doch auch während der Angriffe nutzte Konzertbesucher Benjamin Cazenoves Facebook, um die Welt über die schrecklichen Ereignisse zu informieren. Der Hilferuf wurde um 23:00 gepostet, er sei noch im ersten Stock des Bataclan und schwer verletzt. Geteilt wurde sein Post über 22 Tausend Mal. Eineinhalb Stunden später folgt ein neuer Post: Cazenoves hat überlebt.

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Quelle: https://www.facebook.com/benjamin.cazenoves/posts/10153035449936652

Eine andere Überlende, Isobel Bowdery, postete am darauffolgenden Samstag Abend ein Foto von ihrem blutverschmierten Oberteil, das sie auf dem Konzert trug, um den Horror, dem sie entkommen ist, zu demonstrieren. Über 510 Tausend Profile teilten das Bild, über 1,5 Millionen „Likes“ erhielt sie dafür, hunderte solidarische Kommentare unterstützen den Post.

 

Quelle: https://www.facebook.com/isobel.bowdery/posts/10153885280769893

Die Wichtigkeit der Sozialen Netzwerke in Katastrophen Situationen wie diesen wurde auch schon bei dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo gezeigt. Eine Solidaritätswelle unter dem Motto „Je suis Charlie“ überflutete soziale Netzwekseiten wie Facebook, Instagram und Twitter und demonstrierte so die gemeinsame Haltung von Menschen auf der ganzen Welt, die sich gegen den Terror bekennen. Umgewandelt zu „Je suis Paris“ wiederholt sich die Internet Aktion. Mit dem weltweiten Trendhashtag #prayforparis solidarisieren sich Menschen auf der ganzen Welt mit Opfern, Angehörigen und französischen Staatsbürgern, helfen bei der Suche nach Verlorenen und stärken den Zusammenhalt gegen Terroristen wie Anhänger des IS. Ob offline oder online, die Möglichkeiten die Facebook und Co uns bieten sind heute nicht mehr wegzudenken und zeigen in all dem Unglück doch Hoffnungsschimmer der überwältigenden Menschlichkeit, wo Fremde einander helfen, einem beistehen und zusammen Aufmerksamkeit erregen, wo über Probleme nicht genug geredet wird. Das Terrorproblem wird zwar sicherlich nicht durch Tausende Profilbildaktualisierungen gelöst, ist aber ein kleiner Schritt für den Einzelnen und ein großer Schritt hin zur Menschlichkeit.

 

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Der perfekte Tweet

geschrieben von in Internet1 Kommentar »

Wie sieht der perfekte Tweet aus? Wann ist der optimale Zeitpunkt ihn zu veröffentlichen? Wie viele #Hashtags dürfen verwendet werden? Und um wie viel Uhr ist ein Post am effektivsten?

Forschungen haben Folgendes ergeben:

Der optimale Zeitpunkt zum veröffentlichen des „perfekten“ Tweets ist samstags oder sonntags zwischen 08:00 Uhr und 19:00 Uhr. Nicht mehr als zwei Hashtags darf er beinhalten, sonst wird es den Lesern zu lästig. Und am besten bittet man ausführlich um Feedback. Denn ein höfliches, ausgeschriebenes „Bitte retweeten“, bringt im Durchschnitt 12 Prozent mehr als ein „bitte RT“! Wenn man dann noch GROßBUCHSTABEN hinzufügt ist der Tweet angeblich perfekt.

Was als lustige Freizeitbeschäftigung anfing ist nun eine Wissenschaft für sich. Es herrscht knallharter Konkurrenzkampf.

 

„Retweets“ und „Follower“

Barack Obamas „Four more years“ war lange Zeit, zumindest zahlenmäßig gesehen, der „perfekte Tweet“. Sprich, der Beitrag mit den meisten Retweets. Und das ohne den Einsatz von Versailien oder Hashtags. Dafür aber mit passendem, emotional lenkenden Bild.

 

Obamas Bild zu seinem Tweet "Four more years".

https://twitter.com/BarackObama/status/266031293945503744?

In der Nacht vom 2. März 2014 löste ihn Ellen Degeneres mit dem „best photo ever“ ab. Ihr Oscar-Selfie mit Stars wie Jennifer Lawrence und Bradley Cooper, erreichte ganze 3.366.979 Retweets.

 

Das Foto mit den meisten Retweets. Das "Oscar-Selfie"

https://twitter.com/theellenshow/status/440322224407314432

Doch die meisten Follower konnte sie dadurch nicht gewinnen.

Die hat immer noch Katy Perry mit 63.391.609 Followern und belegt somit Platz eins der Rangliste. Hinter ihr Justin Bieber und Barack Obama auf Platz zwei und drei.

 

Über Nacht zum Twitter-Star

Aber nicht immer gewinnen Twitteruser durch ihre Statements an Sympathie. Im Fall der 17-jährigen Naina aus Köln löste ein banaler Tweet eine ganze Bildungs-Debatte aus. Immerhin 14.000 Mal wurden ihre Worte alleine auf Twitter weitergeleitet.

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“

Neben Einladungen zu etlichen TV-Shows und positivem Feedback, musste die Schülerin aber auch mit Hass und jeder Menge negativer Schlagzeilen kämpfen. Für Sie blieb nur ein Ausweg aus der Medien-Hölle: Erstmal aufhören mit dem twittern.

 

Social Networks als Werbeplattform

Aber nicht nur Twitter, sondern auch Facebook und andere“ Social Networks“ sind für Firmen und Organisationen inzwischen unverzichtbare Werbemöglichkeiten. So entstand das oben genannte Oscar-Selfie ebenfalls aus einer Werbeidee des Herstellers „Samsung“. Denn das Foto entstand mit dem damals neu erschienenen Smartphone „Samsung Galaxy S4“. Die perfekte Platzierung für Schleichwerbung.

 

Fazit

Natürlich gibt es Studien zum perfekten Tweet, der, wie bisherige Studien zeigen, am besten bildlich unterstützt wird. Die Entwicklung einer Erfolgsformel ist jedoch noch keinem gelungen. Wichtig ist nämlich nicht nur wie und wann gepostet wird. Auch der Inhalt muss den Zeitgeist, also die Interessen anderer User treffen. Und der ist unvorhersehbar. Der Erfolg der 140 Zeichen ist und bleibt vorerst zufallsorientiert.

http://meedia.de/2015/01/15/acht-gruende-warum-der-bildungs-tweet-von-naina-zum-medien-hit-wurde/

http://meedia.de/2015/01/16/ihr-widert-mich-an-bildungskritischer-twitter-star-kapituliert-vor-twitter-hass/

http://karrierebibel.de/der-perfekte-tweet-so-sieht-er-aus-bitte-retweeten/

https://twitter.com/theellenshow/status/440322224407314432

http://twittercounter.com/pages/100

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„Der Postillon“ trollt PEGIDA

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medien und Politik1 Kommentar »

Es war der 05. Januar, 12:51 Uhr.

Das Satiremagazin „Der Postillon“ veröffentlichte einen Artikel, in welchem behauptet wurde, die PEGIDA-Demonstration in Dresden am Abend des selbigen Tages wäre abgesagt.

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Kurz darauf meldete sich PEGIDA auf deren Facebookseite zu Wort und stellte richtig, dass der „Abendspaziergang“ wie geplant stattfinden würde.

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„Der Postillon“ selbst postete in verschiedenen sozialen Netzwerken allerdings eine PEGIDA-Nachricht, in welcher die Absage der Veranstaltung bestätigt wurde.

Wie? Wer? Was? Wo? Viele Menschen schienen verwirrt, vor allem nachdem „Der Postillon“ einen, wie sich später herausstellte, gefälschten „Spiegel Online“-Artikel verbreitete. Auch war von einem vermeintlichen PEGIDA-Mitorganisator namens Lars Kressmann die Rede. Sowohl der „Spiegel Online“-Artikel als auch eine Lars Kressmann-Gedächtnisseite (das Facebookprofil wurde kurze Zeit später gelöscht) stammen nach Aussage von „Postillon“-Chef Stefan Sichermann jedoch nicht von ihnen. „Das Thema wurde offenbar zum Selbstläufer, da lassen viele ihrer Kreativität freien Lauf.“ Einer der Gründe, weshalb die Meldung so hohe Wellen geschlagen hat, ist wahrscheinlich, dass der Artikel eine Reihe von angeblichen Quellen zitierte und auch die sonst übliche offensichtliche Komik fehlte.

Die Kommentare unter dem Post auf der „Postillon“-Facebookseite sind zwiegespalten. Auf der einen Seite die PEGIDA-Anhänger, auf der anderen die PEGIDA-Gegner…und irgendwo dazwischen die Satireliebhaber, welche die gefälschte Nachricht und deren Verbreitung einfach nur großartig finden und z.B. auch auf den Twitter-Trend „#schneegida“ verweisen.

Doch wie genau kam es eigentlich zu der gefälschten „Spiegel Online“-Meldung? Auf der Internetseite tinyur1.co kann man eine beliebige Website eingeben, welche dann geöffnet wird. Der User hat nun die Möglichkeit, diese Seite beliebig zu verändern und dabei das Layout der Originalseite beizubehalten. Nach dem Abspeichern kann man den Link versenden. Die Seite bleibt dann so lange online, bis sie 3 Tage lang nicht mehr aufgerufen wurde. Ein schöner Gag, um Freunde und Familie einmal hinters Licht zu führen, aber darf und sollte man so etwas in solch großem Stile tun? Daran scheiden sich die Geister und wahrscheinlich haben sowohl Befürworter als auch Gegner gute Argumente vorzuweisen.

Eines jedoch haben die Macher des „Postillon“ definitiv geschafft: „Sie haben den Pegida-Anhängern auf sehr unterhaltsame Weise demonstriert, was passieren kann, wenn man sich des Wahrheitsgehalts einer Meldung wirklich nicht mehr sicher sein kann – Stichwort „Lügenpresse“.“

 

Quellen:

https://www.facebook.com/DerPostillon?ref=ts&fref=ts (07.01.15)

http://www.der-postillon.com/2015/01/nach-internen-querelen-pegida-demo-in.html (07.01.15)

https://www.facebook.com/spiegelonline/posts/10152959249039869 (07.01.15)

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angebliche-demo-absage-satire-seite-postillon-foppt-pegida-macher-a-1011335.html (07.01.15)

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-und-postillon-verwirrung-um-satire-a-1011386.html (07.01.15)

http://web.de/magazine/panorama/pegida-absage-postillon-spiegel-30340158 (07.01.15)

http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/postillon-vs-pegida-so-geht-luegenpresse/11187408.html (07.01.15)

http://www.sueddeutsche.de/politik/realsatire-im-internet-der-postillon-sagt-pegida-ab-1.2291856 (07.01.15)

http://tinyur1.co/ (07.01.15)

http://www.sueddeutsche.de/news/panorama/wetter-twitter-trend-mit-schneegida-ueber-pegida-spotten-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-141229-99-05655 (07.01.15)

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#Illridewithyou – per Twitter gegen Islamfeindlichkeit

geschrieben von in Internet, Nachrichten1 Kommentar »

Auch wenn zum neuen Jahr viele Menschen den Vorsatz gefasst haben, das „schreckliche“ Jahr 2014 zu vergessen und ein besserer Mensch zu werden, sollte man nicht vergessen, dass 2014 nicht nur aus Fehltritten bestand und einige Momente geliefert hat, die einen noch an das Gute in Menschen glauben lassen. Ein gutes Beispiel ist noch gar nicht so lange her.

Am 15. Dezember 2014 nimmt ein bewaffneter Mann in Sydneys Innenstadt Geiseln und zwingt sie, eine schwarze Flagge mit arabischem Schriftzug ins Fenster zu halten. Sofort wird über einen extremistischen, einen politischen Hintergrund spekuliert und viele muslimische Bürger fühlen sich bedroht. Sie haben Angst vor Racheaktionen und Anfeindungen in der Öffentlichkeit, eine Frau nimmt beispielsweise möglichst unauffällig ihr Kopftuch ab.

Um dieser Angst entgegen zu wirken, startete Twitter-Nutzerin @sirtessa eine Aktion, die sie mit dem Hashtag #Illridewithyou (zu deutsch: ich fahre mit dir) betitelte. Die Idee ist recht einfach: Man gibt z.B. die Buslinie, mit der man um eine bestimmte Uhrzeit fahren wird und bietet einem muslimischen Mitbürger an, die Fahrt an seiner Seite zu verbringen, damit er oder sie nicht alleine fahren muss. Denn damit würde die Gefahr von öffentlichen Anfeindungen oder ähnlichem rasant ansteigen.

Es dauerte gerade einmal acht Stunden, dann war #Illridewithyou der meistgetwitterte Hashtag und nicht nur das. Viele Menschen boten nicht nur an, jemanden auf seiner Fahrt zu begleiten, sie stellten auch ihre Häuser und Wohnungen zur Verfügung, um den Verängstigten einen Zufluchtsort zu bieten. Auch ging der Trend bald über Twitter hinaus, die Leute hefteten Banner an ihre Taschen, um zu zeigen, dass man sie am Bahnsteig jederzeit ansprechen und um „Geleitschutz“ bitten kann.

#Illridewithyou steht im Gegensatz zu den geschmacklosen Reaktionen einiger Touristen, die vor dem Café, in dem die Geiseln festgehalten wurden, Selfies von sich machten und in sozialen Netzwerken hochluden. Mit dieser Twitter-Aktion wurde gezeigt, dass ein soziales Netzwerk nicht unbedingt ein Quell der Abgründe von Menschlichkeit sein muss, sondern auch Hoffnung schenken kann.
Überall auf der Welt fühlten sich Menschen inspiriert, schöpften neuen Mut. Faith in humanity restored – wie man es im Internet oft liest und genau das ist es wohl, was in den Köpfen der Menschen war, die von der Aktion erfuhren.

Es bleibt zu hoffen, dass auch 2015 solch positive Beispiele für Integration und Mitgefühl bringen wird. Auf den schmerzvollen Hintergrund kann man aber getrost verzichten.

 

Quellen:

Tagesschau

Spiegel Online

Zeit

Süddeutsche

 

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Medien, Feminismus und Morddrohungen

geschrieben von in Internet, Medienkritik1 Kommentar »

Gamer sind männlich, riesen Nerds, haben wenig soziale Kontakte und von Frauen auch keine Ahnung, beziehungsweise interessieren sich auch nicht wirklich für sie, außer sie kommen in ihren Spielen vor.

Sieht so aus als hätte da mal wieder jemand tief in die Klischeekiste gegriffen, oder?
Natürlich ist diese Darstellung mehr als nur übertrieben. Natürlich hat jemand, auch wenn er sich als Gamer bezeichnet, Freunde und geht duschen. Doch sieht man sich die momentane Diskussion an, welche auf diversen Plattformen unter dem Hashtag #GamerGate läuft, kann man schnell auf den Gedanken kommen, dass diese Klischees irgendwie doch eines wahren Ursprungs entspringen.
Bekannteste Opfer der #GamerGate-Debatte sind Zoe Quinn, Brianna Wu (beides Spiele-Entwicklerinnen) und die Feministin und Medienkritikerin Anita Sarkeesian. Diese wurden (und werden immer noch) von vielen aus der Gaming-Community auf das Schwerste beschimpft und sogar bedroht. Privatadressen wurden öffentlich gemacht und mittlerweile stehen sie sogar unter Polizeischutz. Doch was hat dieses extreme Verhalten ausgelöst?
Zunächst einmal ein Blogeintrag eines betrogenen Freundes. Dieser beschuldigte seine damalige Freundin Zoe Quinn darin, um gute Kritiken für eines ihrer Spiele zu bekommen, eine Affäre mit einem Spielejournalisten eingegangen zu sein. Auch wenn sich diese Annahme als falsch heraus stellte, zogen diese Anschuldigungen natürlich die übliche Entrüstung nach sich und wie man es so aus dem Internet kennt, waren auch verbale Entgleisungen unter all den Kommentaren dabei. Dennoch wurde durch diesen Zwischenfall etwas – oder besser – jemand stellvertretend für einige, wenn auch nicht viele in das Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt: Zoe Quinn beziehungsweise Frauen in der Spieleindustrie.
Ins Rollen kam der große #GamerGate Skandal dann durch die Erscheinung des neuesten Videos von Anita Sarkeesian, welche auf ihrem Youtube-Kanal die Darstellung von weiblichen Charakteren in Spielen beleuchtet. Einer ihrer Grundaussagen ist, dass weibliche Figuren meist nur den hübschen Rahmen für die männlichen Hauptfiguren bilden. Durch diese Äußerungen hatte sie einen empfindlichen Nerv in der Gaming-Community getroffen. Sie und Zoe Quinn rückten somit immer mehr in den Focus von ‚Kritikern‘, welche eigentlich keine sind. Zusammen mit Brianna Wu, welche sich auch kritisch zu Sexismus in Spielen äußerte, stehen die drei nun im Mittelpunkt von Anfeindungen, Drohungen und Beschimpfungen. Trauriger Höhepunkt war die Absage eines Vortrages von Anita Sarkeesian aufgrund von der Androhung eines Anschlages am Veranstaltungsort.
Reaktionen gab es viele. Unter anderem einen offenen Brief an die Gaming Community von Entwicklern, in dem sich dafür eingesetzt wird, dass jeder spielen darf, egal welches Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung er hat. Dennoch hat sich die gesamte Situation zu einem undurchdringlichen wirren Durcheinander von Meinungen, Drohungen und Vermischung der unterschiedlichsten Themen entwickelt. Festzuhalten ist, dass es um Sexismus in Spielen und gegenüber Frauen in der Spieleindustrie, sowie die Glaubwürdigkeit von Spielejournalisten, geht.

Nachdem dies schon vor ungefähr 3 Monaten im englisch sprachigen Raum ein viel diskutiertes Thema war, wird dies von den deutschen Medien erst jetzt aufgegriffen. Neben einer Vielzahl von Gaming-Portalen (u.a. Playnation.de oder auch Giga-Games),die allerdings seit einem längeren Zeitraum davon berichten, werden jetzt auch etablierte Medien wie zum Beispiel die Tagesschau, oder auch die FAZ auf dieses doch brisante Thema aufmerksam.
Bei letzterem ist jedoch folgendes anzumerken um wieder auf die am Anfang erwähnten Klischees einzugehen: Das im ersten Abschnitt des Artikels erläuterte ‚Utopia‘ ist bei weitem noch nicht erreicht. Natürlich gibt es wie in dem Artikel beschrieben neben den Spielen nun auch viele andere Medien, die diese aufgreifen, wie Bücher oder ähnliches. Doch ist dies lediglich Merchandise. Die Gruppe derer, die Spiele als Kulturgut ansehen ist weiterhin sehr gering und jemand der es geschafft hat eine beachtliche Summe von ca. 300 Stunden in Skyrim zu verbringen, bekommt wohl immer noch gesagt, dass er doch seine Zeit auch besser nutzen könnte.
Die Entwicklung, dass nicht jeder gleich als potenzieller Amokläufer gilt, wenn er einen Ego-Shooter spielt, steht selbst noch in den Kinderschuhen, wenn man die Diskussionen um Gewalt in Spielen verfolgt. Gewaltdarstellungen werden immer noch in den verschiedenen Gattungen Film und Spiel unterschiedlich gewertet, egal wie cineastisch ein Spiel inszeniert wurde.
In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird im Zuge der #GamerGate Affäre eine spannender Punkt aufgegriffen, der hier noch nicht im Mittelpunkt stand: Der Spieler – also Gamer – an sich mit seiner Identität; derjenige auf den die Klischees aufgedrückt werden. Halten wir kurz an dieser Stelle fest, dass in diesem Artikel der generische Maskulinum genutzt wird. Laut einer Studie der Entertainment Software Association aus diesem Jahr sind mittlerweile ungefähr die Hälfte aller Spieler weiblich.
Wer bin ich wenn ich spiele? Ich für meinen Teil: weiblich, 22 jährig, GTA V spielend mit vielen sozialen Kontakten, da ich mich aktiv an der Arbeit in einer Fachschaft beteilige. Passend wird in dem Artikel vom „Ende der Gamer-Identität“ gesprochen. Durch dieses ‚Ende‘, das Aufkommen von Frauen in der ‚Szene‘, die Kritik an der Darstellung von Frauen, seien die Reaktionen die im #GamerGate auftauchen fast eine logische Konsequenz. Leider trifft dieser Punkt nur auf einen kleinen Teil der Community zu, nämlich auf jenen in dem die Drohungen und Anfeindungen entstanden sind. Dieser kleine Teil ist aber auch im Rest der Gesellschaft zu finden und fühlt sich durch jedes kleinere aufkommen von feministischen Inhalten angegriffen ( vgl. hierzu zum Beispiel die Diskussion um das Video „10 Hours of Walking in NYC as a Woman“)

Der größere Teil findet es schön, dass nun auch die Damen der Schöpfung die Welt der Spiele für sich entdeckt hat. Es wird auch nicht kritisiert, dass kritisiert wird, sondern es wird auf das alte Thema aufmerksam gemacht, dass Pauschalisierungen immer schwierig sind. Zum Schluss bleibt nur noch kurz etwas Kritisches zu hinterfragen: Ja es wird diskutiert – und das ist auch gut so – aber kommen diejenigen, über die diskutiert wird, eigentlich auch zu Wort oder ist es wieder eine fremdbestimmte Diskussion?

 

 

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#AlsIceBucketChallenge

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

Es war im Sommer 2014 wohl eines der Top-Themen in den Sozialen Netzwerken: Die ALS-Ice-Bucket-Challenge, eine Spendenaktion für die Erforschung und Bekämpfung der tödlich verlaufenden Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (abgekürzt ALS). Betroffene leiden unter Lähmungserscheinungen und fortschreitendem Muskelschwund. Nach der Diagnose sterben ca. 50% innerhalb der ersten drei Jahre an Atemlähmung.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Corey Griffin, der tragischerweise bei einem Badeunfall in diesem Jahr verstorben ist. Weil sein Freund Pete Frates, ein ehemaliger Baseballstar in Amerika, selbst die Diagnose ALS erhielt, setzte er sich in der Öffentlichkeit intensiv für die Erforschung der Krankheit ein; wie man rückblickend feststellen kann, mit sehr großem Erfolg.

Die Regeln seiner Challenge sind wie folgt: Wer nominiert wurde, muss innerhalb von 24 Stunden ein Video veröffentlichen, in dem er sich einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf schüttet und dabei mindestens drei weitere Personen dazu auffordert. Wird die Herausforderung abgelehnt, so muss der Nominierte an die ALS ASSOCIATION, eine gemeinnützige Organisation zur Finanzierung von ALS- Forschungsprogrammen, spenden.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Challenge über die sozialen Netzwerke, vor allem über Facebook, Twitter und Instagram, zunächst nur in den Vereinigten Staaten, dann auch in Europa und einigen anderen Ländern. Etliche Prominente und einflussreiche Personen haben die Ice-Bucket-Challenge angenommen, an die ALS ASSOCIATION gespendet und mit ihrer Bekanntheit beziehungsweise ihrem Einfluss über die Social Media Kanäle schließlich Millionen Menschen auf mehreren Kontinenten erreicht.
In Amerika waren Teilnehmer zum Beispiel der ehemalige Präsident George W. Bush, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Microsoft-Gründer Bill Gates, Schauspieler David Backham und Sängerin Lady Gaga.
In Deutschland haben neben Sängerin Helene Fischer und Moderator Günther Jauch, auch die Schauspieler Til Schweiger und Matthias Schweighöfer, sowie viele Fußballer der deutschen Nationalmannschaft teilgenommen, um die Charity-Aktion zu unterstützen.

Die ALS ASSOCIATION verzeichnete schließlich im Zeitraum von Juli bis Ende August 2014 Spenden in einer Höhe von ca. 95 Millionen US-Dollar (ca. 77 Millionen Euro). Aber nicht nur diese amerikanische Organisation profitierte von der Ice-Bucket-Challenge, sondern auch deutsche Organisationen, wie zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) und die ALS-Ambulanz der Charité in Berlin, die Aufmerksamkeit und große Spendensummen erhielten!

Zu guter Letzt sollte man sich bewusst machen, dass die Ice-Bucket-Challenge nur deswegen so große Resonanz erhalten hat, weil ihr Initiator, Corey Griffin, sie in den Sozialen Netzwerken platziert hatte. Dass diese Aktion im Endeffekt solch ein solch großer Erfolg wurde, damit hatte Griffin sicherlich nicht gerechnet- zeigt aber auf, welch unglaubliche Reichweite und welch Möglichkeiten die sozialen Netzwerke haben!

Quellen:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/ice-bucket-challenge-was-sie-ueber-das-phaenomen-eiskuebel-wissen-muessen-1.2102571

http://www.welt.de/vermischtes/prominente/article131415283/Miterfinder-der-Ice-Bucket-Challenge-gestorben.html

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/prominente-machen-bei-ice-bucket-challenge-mit-13107643.html

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(Anti-)social networking?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Im Zeitalter von Facebook, Twitter und Co. wird die zwischenmenschliche Kommunikation neu definiert. „Freundschaften“ werden binnen Sekunden via Facebook geschlossen, doch so manch eine Beziehung wird ebenso schnell beendet. Was noch vor einem Jahrzehnt persönlichem Kontakt bedurfte, kann nun schnell und problemlos virtuell von statten gehen. Ein paar wenige Worte, ein Klick genügen. Doch es stellt sich die Frage, in wie weit die permanente Präsenz in den sozialen Netzwerken das Bedürfnis nach sozialen Kontakten und Zugehörigkeit stillen kann. Bereichert „Zuckerbergs Imperium“ unser aller Leben durch die Vielzahl an (Internet-)Bekanntschaften, oder sind wir vielmehr im Endeffekt „gemeinsam einsam“?

Betrachten wir zunächst einmal, wie Kommunikation in social networks von statten geht. Während Mimik und Gestik in realen Interaktionen die Intentionen der Personen unterstreichen und insbesondere dabei behilflich sind, Emotionen zu vermitteln, entfällt der Aspekt der non-verbalen Kommunikation bei virtuellem Austausch, was jedoch oftmals Missverständnisse nach sich zieht, da Geschriebenes vom Empfänger falsch aufgefasst wird. Insbesondere Körpersprache ist jedoch ein maßgeblicher und notwendiger Bestandteil zwischenmenschlicher Interaktion, so besagt die Studie “Inference of Attitude from Nonverbal Communication in Two Channels” (aufgestellt von Albert Mehrabian und Susan Ferris,1967), dass Kommunikation lediglich zu 7% rein verbal interpretiert wird, während 38% durch Mimik, Stimmlage und Augenkontakt und 55% durch die Körpersprache definiert werden. Daraus lässt sich also folgern, dass non-verbale Kommunikation überwiegend über die Intention einer Botschaft entscheidet und dass verbale und non-verbale Kommunikation in sich stimmig sein müssen, um ideal interagieren zu können. (http://www.bmtd.de/7-38-55_botschaften_und_kommunikationswirkung)

Des weiteren besteht die Gefahr, dass social media unsere sozialen Fähigkeiten dahingehend verarmen lässt, dass verlernt wird, sich abseits von Facebook und Co. die Zeit zu nehmen, personal und real zu kommunizieren. Direkte Kommunikation „verkümmere“, so Kommunikationsexperte Robert Spengler, da angesichts der Vielzahl an Kommunikationsströmen kein Raum mehr dafür bleibt, sich einzelnen Personen dauerhaft zu widmen.

(http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/leadership/article106568479/Soziale-Netzwerke-schaedigen-soziale-Faehigkeiten.html)

Vielmehr stehen wir unter dem indirekten Zwang, jede offene Kommunikationsanfrage schnellstmöglich zu beantworten. Diese These lässt sich mit einem Beispiel belegen, welches für Außenstehende banal klingen mag, doch jedem Nutzer von Facebook und Whatsapp bekannt ist: Es wird angezeigt, dass und wann genau eine Nachricht zugestellt und vom Gegenüber gelesen wurde. Was als rein informative Funktion gedacht war, verursacht oftmals Stress, Ärger und Missverständnisse, denn wer sieht es schon gerne, dass eine von ihm verfasste Nachricht gelesen, aber nicht beantwortet wurde? Eben dieses Phänomen erhöht den Zwang, Nachrichten schnell zu beantworten, damit sich das (virtuelle) Gegenüber nicht ignoriert oder vernachlässigt fühlt.

Abschließend lässt sich sagen, dass die weltweite Vernetzung durch soziale Netzwerke keinesfalls rein negativ betrachtet werden darf, sie vereinfacht Kommunikation, vervielfältigt Interaktion und ermöglicht rasche Organisation, dies kann und darf nicht geleugnet werden. Ich selbst nutze viele Formen von sozialen Netzwerken und meiner Meinung nach läuft keine Person, welche sich auch außerhalb der social networks bewegt Gefahr, all ihre bestehenden, realen Kontakte zu verlieren und aufgrund virtueller Welten zu vereinsamen, doch man sollte sich fragen, ob es nicht ratsam und erholsam ist, das geliebte Smartphone dann und wann beiseite zu legen, um seine ungeteilte Aufmerksamkeit für ein paar Stunden nur sich selbst oder dem realen Gegenüber zu schenken.

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Mehr als Fernsehen

geschrieben von in Fernsehen, Internet, KommunikationsformenKommentare deaktiviert für Mehr als Fernsehen

Heutzutage stehen uns immer mehr zusätzliche Services begleitend zum Fernsehen zur Verfügung. Die Bandbreite reicht von ausführlichen Hintergrundinformationen über soziale Netzwerke bis hin zu Live-Chats parallel zur Sendung. Es gibt inzwischen sogar Apps von eigenen Social-TV-Netzwerken wie zum Beispiel Couchfunk. Diese bieten unter anderem die Möglichkeit, sich live mit Gleichgesinnten über die laufenden Sendungen auszutauschen.

Grob gesagt – Fernsehen ist nicht nur noch Fernsehen, sondern hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre um die Komponente des sozialen Austauschs seiner Zuschauer erweitert, folglich kann man von Social-TV, also von geselligem Fernsehen sprechen. Möglich ist dieser Service, dieses Zusatzangebot, durch die ständige Verfügbarkeit des Internets und den Besitz (mobiler) Endgeräte. In diesem Zusammenhang kommt der sogenannte Second Screen zum Einsatz, ein zweiter Bildschirm, meistens das Display des Smartphones, Tablets oder Laptops.

Doch was bietet Social-TV im Detail? Noch während der Ausstrahlung bestimmter Sendungen können die Zuschauer ihre Meinung in sozialen Netzwerken äußern. Somit kommt es zu einer Interaktion der Zuschauer untereinander und zwischen Zuschauern und Fernsehmachern, wenn diese sich die Kommentare bzw. die Kritik durchlesen und darauf reagieren. Social-TV ist also eine Vereinigung des Fernsehens und der sozialen Medien. Das Ergebnis sind Kritiken und Rezensionen in Echtzeit.

In den USA ist Twitter als soziales Medium für die Social-TV-Nutzung am weitesten verbreitet, in Deutschland wird Facebook dafür am häufigsten genutzt. Alternativ gibt es ganze Social-TV-Sender wie zum Beispiel joiz oder TV-spezifische soziale Netze, die unter anderem auch entsprechende Apps bereitstellen. Auch die Sender selbst bieten Angebote zur Nutzung des Social-TV.

Ein konkretes Beispiel dazu lieferte der Polizeiruf 110, ausgestrahlt um 20:15 Uhr im ARD am Sonntag, den 09.11.14. Auf dessen Website gab es einen Live-Chat, sodass die Zuschauer die laufende Sendung kommentieren konnten. Im Anschluss an die Sendung beantwortete der Regisseur in diesem Fragen und gab inhaltliche Hintergrundinformationen preis.

Auch ohne spezifische Angebote wie dieses kommt es zum Austausch der Zuschauer auf Twitter, beispielsweise während der Ausstrahlung des Tatorts. Dabei sind die Posts nicht unbedingt immer zeitlich synchron zur laufenden Sendung, montags wird auch schon mal „nachgetwittert“.

Es lässt sich jedoch feststellen, dass es nicht zu richtigen Diskussionen kommt, sondern eher zu kurzen einzelnen Kommentaren und Meinungsäußerungen. Die Motivation zur Nutzung von Social-TV-Angeboten liegt vor allem in der eigenen Orientierung und dem Interesse daran Kurioses zu lesen. Man kann neue Perspektiven gewinnen und andere Blickwinkel erkennen, während andere einem Aufmerksamkeit schenken. Weiterhin entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, indem dem man online mit Gleichgesinnten die gleiche Spannung oder ähnliche Eindrücke eines Films erlebt. Dazu sagt Tom Klein: „Es stimmt zwar: Wer nebenbei twittert, bekommt nicht mehr alles vom Filmgeschehen mit. Dafür aber ganz andere Sachen.“

Abschließend betrachtet hat das Social-TV also seine Nachteile, kann aber insgesamt als bereichernd für die Nutzer angesehen werden.

 

Quellen:

http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Social-TV-social-TV.html

http://www.couchfunk.de/social-tv/was-ist-social-tv/

http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Medienkompetenz/Veranstaltungen/KbiM14/GOLDMEDIA_Social_TV_LfM_Tagung.pdf

http://en.wikipedia.org/wiki/Social_television

http://www.social-tv-monitor.de

http://we.makesocial.tv/author/tom/

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Das blaue Häkchen

geschrieben von in Allgemeines, InternetKommentare deaktiviert für Das blaue Häkchen

Dass der Messengerdienst WhatsApp mittlerweile zu Facebook gehört wissen die meisten Nutzer. Dies gefiel nicht allen, Verbraucherschützer zeigten sich besorgt. Facebook versuchte daraufhin die Nutzer zu beruhigen und versprach, dass die Dienste getrennt voneinander weiter laufen werden. Facebooknutzer kennen den grauen Haken und das „Gesehen: Uhrzeit“ hinter den gesendeten und empfangenen Nachrichten.

Seit kurzem gibt es nun eine Neuerung bei WhatsApp. Dem Nutzer war bis jetzt die Bedeutung der Haken bei WhatsApp bekannt. Ein grauer Haken bedeutete, dass die Nachricht vom eigenen Gerät verschickt wurde, zwei graue Haken, dass die Nachricht auf dem Handy des Empfängers angekommen war. Seit dem neuen Update werden diese Haken nun blau, sobald der Empfänger die Nachricht gelesen hat.

Diese Änderung führt bei den Nutzern zu Verärgerung, da sie den Druck erhöht auf eine Nachricht antworten zu müssen. Das Verstecken des Online Status bei WhatsApp ist somit nicht mehr effektiv.

Die Neuerung ist ohne Update verfügbar und funktioniert auf allen Smartphones, somit wird dem Nutzer die Wahl genommen, ob er über diese Funktion verfügen möchte oder nicht.

Bei einer Abstimmung von giga.de am Donnerstagnachmittag stellte sich heraus, dass mit einer Mehrheit von fast 48,1 Prozent (3759 Stimmen) die Nutzer die neue Funktion nicht gutheißen. 36,8 Prozent befürworteten die blauen Haken und 15,1 Prozent waren die Haken gleichgültig.

Die Twittergemeinde fasst die blauen Haken ebenfalls gemischt auf:

So twitterte User @YiliJan: „Jetzt bekommt der Trennnungsgrund „ich war blau“ eine völlig neue Definition #whatsapp

User @christelmett meint: „Hätte gerne ein drittes blaues Häkchen wenn die #NSA mitgelesen hat #WhatsApp“

und User @STN_Benny freut sich: „Dank der blauen #whatsapp Häkchen, sehen die Leute endlich, dass ich keinen Bock habe zu antworten!“

 

Quellen:

http://www.stern.de/digital/online/facebook-schliesst-kauf-von-whatsapp-ab-2143409.html

http://www.stern.de/digital/telefon/whatsapp-blaue-haken-veraergern-viele-whatsapp-nutzer-2150755.html

http://www.stern.de/digital/computer/whatsapp-veraergert-nutzer-mit-lesebestaetigung-2150874.html)

http://www.focus.de/digital/whatsapp-neu-bei-whatsapp-der-blaue-gelesen-haken_id_4252699.html

http://www.giga.de/blaue-haken-bei-whatsapp-was-meint-ihr/page/2/

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#AskSnowden

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für #AskSnowden

In einer Fragerunde am Donnerstagabend um 21 Uhr (MEZ) konnten unter dem hash tag #AskSnowden via Twitter Fragen an den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Snowden gestellt werden, die dieser ausführlich beantwortete. Alle Fragen, die innerhalb der zur Verfügung stehenden Stunde gestellt wurden sowie die entsprechenden Antworten sind auf der Website http://freesnowden.is/asksnowden.html zu finden.

Wichtige Aussagen waren, dass der Whistleblower eine Rückkehr in die USA ausschließe, da ihm dort in jedem Falle eine Bestrafung drohe. Eine Rückkehr sei angesichts der gegenwärtigen Gesetze zum Informantenschutz in den USA nicht möglich. Aufgrund der aktuellen Rechtslage habe er keine Chance auf einen fairen Prozess.  Zuvor hatte der US-Justizminister Holder in einem Fernsehinterview erklärt, Washington sei nicht bereit Snowden Amnestie zu gewähren, Gespräche könnten allerdings geführt werden. Er machte aber auch deutlich, dass Snowden Gesetze gebrochen habe und dafür bestraft werden müsse.

Für Snowden gelten die Gesetze zum Schutz von Whistleblowern nicht, da er als ziviler Mitarbeiter bei der NSA tätig war.

 

Quellen:

fab/dpa/Reuters (2013). NSA-Whislteblower: Snowden plant Fragerunde im Internet. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/snowden-stellt-sich-fragerunde-im-internet-a-944825.html (Letzter Zugriff: 24.01.2014)

http://freesnowden.is/asksnowden.html (Letzter Zugriff: 24.01.2014)

 

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# Hilferuf

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für # Hilferuf

Soziale Netzwerke wie facebook und twitter erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, sich mit ihren Freunden auszutauschen. Von Konzertbesuchen bis hin zu dem neu erworbenem Paar Schuhe, nahezu alles ist mittlerweile ein Anlass, einen kurzen Statusbericht zu schreiben oder ein Bild zu veröffentlichen. Dieser Wandel hat durchaus positive Seiten in Sachen Kommunikation und Interaktion, doch ein aktuelles Beispiel zeigt, dass soziale Netzwerke auch negative Entwicklungen mit sich bringen können.

Der Fall ereignete sich in einer S-Bahn in Berlin. Bei einer Fahrt gegen 23 Uhr wird eine Frau von 4 unbekannten Männern belästigt. Die S-Bahn ist auch zu dieser späten Stunde noch voll besetzt, doch keiner der anwesenden Fahrgäste greift in das Geschehen ein. Auch die Frau überwindet sich in dieser misslichen Lage nicht einen der anderen Fahrgäste um Hilfe zu bitten. Stattdessen nimmt sie ihr Handy und protokolliert den Vorfall live über twitter. An der nächsten Haltestelle verlässt sie schnellstmöglich die S-Bahn.

Ist es durch die zunehmende Medialisierung der Gesellschaft nicht mehr möglich, andere Menschen verbal um Hilfe zu bitten, ist es mittlerweile schon soweit gekommen, dass eine Frau an einem Ort voller Menschen lieber zu ihrem Handy greift und ihren online-Freunden die Situation schildert, anstatt die Menschen direkt in ihrer Nähe um Hilfe zu bitten?

Trotz vermehrter Kommunikation über das Internet sollte die Gesellschaft ihren gesunden Menschenverstand nicht ganz vergessen. In manchen Situationen ist der verbale, direkte Kommunikationsweg der deutlich effektivere. Selbst wenn ihr Hilferuf per twitter direkt ein offenes Ohr bei anderen Nutzern gefunden hätte, so hätten diese ihr auch nicht aus der Lage helfen können. Die Mitfahrer in der S-Bahn hingegen hätten bei einer direkten Aufforderung womöglich den Mut gefunden, gemeinsam mehr Zivilcourage zu zeigen und die 4 Männer davon abzubringen, die Frau zu belästigen.

Neben dem Hilferuf per twitter veröffentlichte die Frau zudem ein Bild von einem der 4 Männer. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, die Frau hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ihre twitter-Seite ist mittlerweie gelöscht, doch das Bild des Täters wurde bereits über 200 Mal geteilt. Mit etaws mehr Zivilcourage und einem direkten Kommunikationsweg sollte es in Zukunft möglich sein, solche Vorfälle zu beenden und nicht auf einen Hilferuf per twitter zurückgreifen zu müssen.

 

Quellen:

http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/belaestigung-in-berliner-s-bahn-frau-twittert-notlage-2ef25-51ca-14-1517244.html

http://www.bild.de/news/inland/twitter/frau-twittert-sexuelle-belaestigung-30562976.bild.html

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Für alle Nicht Handelsblatt Leser

geschrieben von in Printmedien, Qualität3 Kommentare »

Für All diejenigen die kein Handelsblatt lesen (Solltet Ihr; Meiner Meinung die beste Deutsche Tageszeitung [nach BILD^^]):

Also ich muss wirklich gestehen, dass es mich gefreut hat, von unserer Twitterwall oder generell von die Uni Trier, in einer anderen Zeitung als dem Volksfreund zu lesen.

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Bin Laden: Verbreitung der Todesnachricht auf Twitter

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und PolitikKommentare deaktiviert für Bin Laden: Verbreitung der Todesnachricht auf Twitter

Als sich am vergangenen Montag die Nachricht des Todes von Osama bin Laden verbreitete spielte auch der Kurznachrichtendienst Twitter wieder einmal eine der wichtige Rolle. Eine von der Webseite SocialFlow erstellte Grafik zu diesem Ereignis zeigt an, wie sich die Neuigkeiten über die erfolgreiche „Kill Misson“ in den ersten Momenten auf Twitter verbreitet hat. Aus der Visualisierung ist zu entnehmen, dass hierbei im wesentlichen zwei Nutzer des Dienstes eine herausgehobene Rolle spielten: Der eine, Keith Urbahn, Büroleiter des früheren US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, und New York Times Reporter Brian Stelter bildeten mit ihren Meldungen die beiden großen Epizentren der Nachrichtenverbreitung.

Urbahn war zwar nicht der Erste und Schnellste von allen Twitter-Nutzern als es um die Verbreitung der Nachricht ging,  jedoch stellte es sich laut SocialFlow heraus, dass er durch seine Verbindungen innerhalb des Netzwerkes, seine durch die berufliche Position gewonnene Authorität und das damit verbundene Vertrauen der anderen Nutzer eine riesige Welle erzeugte. Noch bevor US-Präsident Obama im Fernsehen an die Öffentlichkeit trat vermeldete er:

„So I’m told by a reputable person they have killed Osama Bin Laden.  Hot damn.“

Hierdurch wurde das Thema bereits eine ganze Stunde vor der eigendlichen Fernsehansprache heiß auf Twitter diskutiert.

Noch am ersten Mai betrug die Anzahl der Personen, die seine Nachrichten verfolgen („Followers“)  „nur“ 1,016 . Durch seine Rolle in der Informationsverbreitung dieses Themas stieg diese Zahl jedoch bis zum 2. Mai auf 6,125 Menschen; ein Plus von 5,109 binnen eines Tages.

 

 

Quellen:

http://blog.socialflow.com/

http://www.gizmodo.de/2011/05/09/wie-sich-die-nachricht-uber-bin-ladens-tod-bei-twitter-verbreitete.html

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article13325459/Keith-Urbahn-meldet-es-als-Erster.html

http://twittercounter.com/compare/keithurbahn/month/followers

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