Sport und Kultur ? oder: Was macht eine Fußballkolumne im Ressort ?Kultur??

geschrieben von Karin Goeres in Internet, Medienkritik, Seminarlinks7 Kommentare »

Keine Frage: Sport und gerade Fußball gehören zu unserer Kultur.

Ich musste mich trotzdem sehr wundern als ich im Kultur-Ressort von Spiegel-Online ?Goosens Grätsche? fand, eine Kolumne zur aktuell laufenden Europameisterschaft. Womit beschäftigt sie sich also? Mit dem interkulturellen Aspekt der Europameisterschaft? Mit Spielkultur? Weit gefehlt! Frank Goosen schreibt über die Bambini-Spiele seiner Söhne, über Public Viewing im Garten des Nachbarn und allerlei anderes, das mehr oder minder alltäglich ist.

Ist das nun Kultur?

Zumindest ist es keine Hochkultur. Es ist nichts, das man in einem Kulturressort erwarten würde, oder gar im Feuilleton. Dort möchte man über Neuinszenierungen bekannter Bühnenstücke, die Rezensionen von Walsers ?Ein liebender Mann? und über die neueste Aufnahme von Beethovens Fünfter durch das Berliner Symphonieorchester lesen. Aber über Fußball?

Spiegel-Online ordnet ?Goosens Grätsche? in die Unterkategorie Gesellschaft ein. Nun schaut man sich das Feuilleton der ZEIT an: Regelmäßig berichtet die über gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen, über Kommunismus und Kirche, über den ?neuen Kapitalismus? und die deutschen Gesundheitsfanatiker. Gesellschaft, das ist festzustellen, ist also zuhause im Ressort Kultur, im Feuilleton.  Aber Fußball?

Fußball, die EM ist ein Gesellschaftsphänomen. Fußball, das ist Alltagskultur. Irgendwie gehört es also schon ins Ressort Kultur. Aber nur irgendwie. Besser würde die Kolumne ?Goosens Grätsche? ins Ressort Sport passen, wo auch alle anderen Reportagen, Berichte und Kommentare zur Europameisterschaft zu finden sind.

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Das “TV-Sportereigniss” jährt sich zum 42. Mal

geschrieben von Cletus in Allgemeines4 Kommentare »

Wenn heute Abend die amerikanischen Städte wie ausgestorben wirken und die amerikanischen Wasserwerke sich für über 100 Millionen gleichzeitig betätigter Toilettenspülungen wappnen ist klar: “Es ist wieder soweit!” Der Super Bowl steht vor der Tür.

Jedes Jahr aufs neue treten die beiden Top-Teams der AFL und NFL, die amerikanischen Profiligen im amerikanischen Sporthighlight des Jahres gegeneinander an. Der “Super Bowl XLII” wird wie seine Vorgänger weltweit die Milliardengrenze an Zuschauern überschreiten. Allein in den USA werden über 140 Millionen Menschen zu Hause vor dem Fernseher sitzen und für ausgestorbene Straßen sorgen. Kein Wunder bei durchschnittlichen Ticketpreisen von 4900 Dollar und auf Höhe der Mittelline bis zu 10.000 Dollar, ganz zu schweigen von den Schwarzmarktpreisen. Das Sportereigniss überhaupt ist ein einziges Medienspektakel. Von umfangreicher Vermarktung und Halbzeitshow hin zu den Werbespotpreisen von 2,6 Millionen Dollar für 30 Sekunden (2007) präsentiert sich das Football-Finale als reinster Zuschauermagnet. Und dass in der Sportart die am gewaltigsten am Marketing-Tropf hängt. So werden die Spiele in regelmäßigen Abständen für Werbeblocks unterbrochen und dass schon seit Jahren. Wenn der Sport sich an der Werbung orientiert und nicht mehr andersrum ist dass schon eine ganz andere Dimension. Skandale liefert der Super Bowl auch, so z.B. die Entblößung der Brust Janet Jacksons durch Justin Timberlake. Seit diesem Ereigniss übertragen die US-Sender nur noch mit einer 10 Sekunden Verzögerung um reagieren zu können.

Naja! Aber trotzdem werden weltweit wieder die Fernseher laufen und auch ich werde zu der 1 Milliarde Zuschauer gehören die sich die neue Auflage des Super Bowls anschaut. Allein um Teil an dieser gewaltigen Show, der Atmosphäre und der Sportspitzenleistung zu haben.

Für alle interessierten die ARD überträgt ab  0 Uhr Live das Spiel der New England Patriots gegen die New York Giants

Also Kick Off für das “TV-Sportereigniss”!!!

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