Quod licet Iovi*…

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In dem letzten Jahrzehnt hat die Rolle der Russische Orthodoxe Kirche (ROK) in der politischen Situation in Russland ziemlich viel zugenommen. Und jetzt kann Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland nicht nur politische, sondern auch Medien-Figur genannt werden. Er gibt gerne Interviews und nimmt manchmal in Talkshows teil. Außerdem hat das Oberhaupt der ROK seit 2012 seine eigene Seite auf Facebook, die er selber mehrmals täglich mit Fotos und Beiträgen aktualisiert und auf der er mit den anderen Nutzern kommuniziert.

patriarch am PC

 

(Der Patriarch Kyrill am PC)

Auf dem ersten Blick kann man damit nur positiv beeindruckt werden – die Seelenhirte sind auch Menschen und sie anpassen sich der modernen Leben. Zum Beispiel hat der Papst Franziskus ein Twitter – so warum kann der orthodox Patriarch auf Facebook nicht präsent sein? Natürlich kann er, wie alle Bürger des säkularen Staates. Der Kyrill hat aber eine andere Meinung…

Auf seine Pilgerschaft zum Griechenland hat er vor der Bruderschaft eine Rede gehalten, in der er Internet ein versuchungsvolles Medium gennant hat. Er denkt, dass die Mönche darauf überhaupt verzichten sollen, weil das den geistlichen Dienst stört und bringt nur die Sünde mit. „Wenn ein Mönch sein Handy benutzt, um im Netz zu surfen, soll er dann nachdenklich werden, ob er noch im Kloster bleiben kann“ – sagte der Patriarch. (Interfax, eigene Übersetzung aus Russisch)
Das ist aber nicht die erste Aussage über Internet vom Kyrill. In 2011 hat er schon die soziale Netzwerke stark kritisiert und hat diese „sündhaft“ und „nicht vertrauenswürdig“ genannt. Seiner Meinung nach, werden die Russländer manipulierbar und verlieren sie die Basis-Werte, wenn sie online gehen. Das Oberhaupt der ROK hat auch die Pfarrer gebeten nicht nach fiktiver Beliebtheit in sozialen Medien zu streben, weil sie von den in Blogs und Kommentaren geäußerten Meinungen der Menschen abhängig werden können. Interessante Gedanken der Person, deren Facebook-Seite zur Zeit 8421 „Likes“ hat, nicht war?
Wahrscheinlich hat der Patriarch denn nur mit Manipulation Recht. Die Manipulation der ROK (oder seine eigene?) mit dem berühmten Foto, das auf der Webseite des Patriarchats 2012 veröffentlicht wurde.

patiarch

Vergleichen Sie die zwei Varianten: rechts hat Kyrill die 30,000 Euro Uhr am Handgelenk (Originalfoto), links sieht man nur ihr Spiegelbild auf der Oberflache des Tisches (Foto von der ROK-Webseite)
Braucht man hier ein Fazit? Die Fakten sprechen schon für sich…

Weitere Links:
https://www.facebook.com/PatriarhKirill?fref=ts (aufgerufen am 10.06.2013)
https://twitter.com/Pontifex_de (aufgerufen am 10.06.2013)

Quellen:
http://grani.ru/Society/Religion/m.215484.html
http://grani.ru/Internet/m.197741.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/russlands-patriarch-kirill-wegen-bildmanipulation-in-der-kritik-a-826122.html
(alle aufgerufen am 10.06.2013)

Fotos:

http://www.ntv.ru/novosti/285439/

http://zoyae.livejournal.com/94803.html

(alle aufgerufen am 10.06.2013)

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* Anfang des lateinischen Sprichworts „Quod licet Iovi, non licet bovi“ (Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt)

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Von Fußballgöttern und Himmelsstürmern…

geschrieben von in Allgemeines8 Kommentare »

Was haben Religion und Fußball gemeinsam? Beides ist Bestandteil unserer Kultur: der Glaube als Element unserer kulturellen Identität – nicht für alle, aber für viele – und Fußball als Freizeitkultur. Bisweilen sprechen manche sogar von einer Art `neuen Religion´. Das hieße,  Fußball wäre eine Form von Religion, deren Götter auf dem Feld stehen und Tore schießen, während der `Gläubige´ seine „Himmelsstürmer“ anbetet.

Oftmals wird diese These scherzhaft verwendet, weil viele Männer (und auch so manche Frau) am Sonntag lieber auf dem Sportplatz stehen und mit `ihrem´ Team mitfiebern als in die Kirche zu gehen. Begriffe wie Fußballgott und Himmelsstürmer sind auch schon seit ewiger Zeit im Umlauf. In Trier wird heute Abend dieser Zusammenhang zwischen Glaube und der wohl populärsten deutschen Sportart aus kirchlicher Sicht erörtert: um 19.30 wird sich Pastoralreferent Karsten Steil-Wilkes aus Luxemburg mit dem Vortrag „Helden, Heilige, Himmelsstürmer…Fußball & Religion“ in der Fetzenkneipe zu diesem Thema äußern. Selbstverständlich wird danach auch das Halbfinale Deutschland – Türkei übertragen. Wer also noch nichts vor haben sollte…es wird sicher interessant! Meine persönliche spontane Meinung zu Fußballgöttern und Ähnlichem: die Profis verdienen viel zu viel Geld dafür, als dass es als eine Art Religion angesehen werden könnte. Es ist schlicht und einfach ein Job! Er mag Zuschauer erfreuen und Hoffnung und eventuell auch Halt und Gemeinschaftsgefühle vermitteln, aber eine Religion ist Fußball für mich deshalb noch lange nicht.

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