Youtuber: die neuen Werbefiguren?

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Jeder, der ab und zu auf dem Videoportal Youtube unterwegs ist, sollte es kennen: Produktplatzierungen. Für manche vielleicht offensichtlicher erkennbar als für andere.
Denn nicht selten kommt es vor, dass Star-Youtuber wie Bibis Beautypalace, Y-Titty, Dagi Bee und co. Produkte mit Jubel begrüßen, die ihnen von Unternehmen und Firmen kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. In der Regel werden sie dafür sogar bezahlt. Natürlich ist die Abonnenten Anzahl des Kanals für die Unternehmen dabei nicht unwichtig. Denn je mehr Abonnenten – desto größer ist die Reichweite.

Doch worin liegt der Vorteil Youtuber als Werbeträger zu nutzen?

Bianca Heinike alias Bibis Beauty Palace ist eine der erfolgreichesten deutschen Youtuberinnen.
Auf ihrem Kanal findet man hauptsächlich Beauty und Lifestyle Videos und mit ihren knapp 4 Millionen Abonnenten hat sie einen hohen Aufmerksamkeitswert. So nutzt auch sie diese Art des Marketings um ihre Fangemeinde für eine Reihe von Produkten zu begeistern. Mittlerweile wirbt sie sogar für ihre eigenen: Duschschäume mit außergewöhnlichen Geruchsrichtungen – und das mit Erfolg. Denn Youtuber sind gute Werbefiguren: Sie wirken sympathisch, authentisch, sprechen von eigenen Erfahrungen und sind näher an ihrem jungen Publikum. Oft wird die, für den Einen oder Anderen offensichtliche Werbung in den Videos von den jungen Zuschauern gar nicht erst als diese wahrgenommen.
Ein Grund dafür: Die Darstellung von Produkten wird meist geschickt in das Video eingestrickt und so ist – konträr zu den Werbeeinschaltungen im Fernsehen – nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich im Grunde um klassisches Marketing handelt. Zusätzlich kann die Werbung genau an die gewünscht Zielgruppe angepasst werden. Für eine Kosmetikfirma wäre Bibi beispielsweise eine perfekte Werbeträgerin. Zudem wirkt eine gut eingesetzte Produktplatzierung nicht störend, was man von den teilweise fünf-minütigen Werbepausen im Fernsehen nicht behaupten kann. Dazu kommt noch, dass der Großteil der abgespielten Werbespots im Fernsehen aufgrund von Informationsüberlastung vom Zuschauer garnicht richtig aufgenommen werden.
Man könnte also sagen: Die Mischung aus Unterhaltung und passend eingesetzter Werbung machts! Und genau das macht Youtube als Werbeplattform so effizient.

Hauptsächlich erreichen Youtuber diejenigen, die sich vom Fernsehen abgewendet haben, sprich Kinder und Jugendliche von 12-20 Jahren bzw. die sogenannte Generation-C (Creation, Connection), also die Generation, die mit dem Internet aufwächst.
Man könnte meinen Youtube ist eine Art Jugendfernsehen geworden. Grund dafür ist die große Flexibilität von Youtube in Ort, Interessefaktor und Zeit. Sozusagen nach dem Motto: „Ich kann sehen was ich will, wann ich will, wo ich will.“

Genau nach diesem Motto beschreiben es die Jungs von Y-Titty. So sagt Phillip Laude: „Wir gucken alle kein Fernsehen mehr“, sein Freund und Kollege OG ergänzt: „Es ist absurd, sich eine Zeit zu merken,zu der man einschalten muss, weil man sonst die Sendung verpasst. Das ist absolut nicht mehr mit dem heutigen Lebensrhythmus vereinbar“
Kurz gesagt: Fernsehen ist von gestern, Youtube geht mit der Zeit.

Vielleicht könnte dies ebenfalls ein Grund dafür sein, dass immer mehr Unternehmen auf Youtuber als Werbeträger zählen und eventuell in Zukunft zunehmend auf Werbeeinschaltungen im Fernsehen verzichten werden.
Denn eins steht fest: Bibi und co., sind mit ihrem Erfolg die lebenden Beweise dafür, dass diese Art des Marketings Potenzial hat.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/youtube-star-bibi-wirbt-junge-menschen-das-neue-werbe-business-a-1066678.html

http://www.texter-in.at/themen/gruende-fuer-den-einsatz-von-product-placement.php

http://www.zeit.de/2013/42/jugendliche-generation-youtube-medien

Schleichwerbung oder Product Placement? Youtuber in der Grauzone

Bild:

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Schleichwerbung auf YouTube – Ist jetzt Schluss damit?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Knapp 60% Marktanteil unter den Videoplattformen, knapp 70% der Jugendliche im Alter von 14-29 Jahre nutzen die Plattform regelmäßig, die beliebteste Social-Media-Plattform deutlich vor Facebook, 300 Stunden neues Videomaterial pro Minute und über 4 Milliarden Videoaufrufe pro Tag weltweit. Das alles ist YouTube. Die Videoplattform Nummer 1, die mittlerweile in der jugendlichen Zielgruppe (12-19 Jahre) dem klassischen Fernsehen den Rang abgelaufen hat. So nannten bei einer Studie nur noch 84% Fernsehen als Zeitvertreib, wobei YouTube von 93% der Befragten Jugendlichen eine Freizeitbeschäftigung ist.

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Mittlerweile nutzen knapp 50% der User die Angebote von Youtube mobil.

Klar, dass das Phänomen YouTube und seine Reichweite bei Unternehmen und vor allen Dingen bei Werbetreibenden nicht unbemerkt bleibt und das riesige Potenzial erkannt wird und genutzt werden will. Was YouTube über die Marktmacht und Reichweite hinaus überaus interessant für Werbung macht, ist die persönliche, gar freundschaftliche Bindung, die viele Fans zu ihren Idolen spüren und die auch so von den YouTubern nach außen hin vermittelt wird. Dadurch wurden Produktplatzierung immer wieder als eine ungekennzeichnete, persönliche Empfehlung von den YouTubern an ihre Fans dargestellt. Dadurch ist es vor allen Dingen für die leichtgläubigen, jungen Fans extrem schwierig nachzuvollziehen, was man davon ernst nehmen kann und was in Wirklichkeit nur bezahlte Werbung ist.

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Phil und TC von Y-Titty halten das damals neue Galaxy S4 in die Kamera, ohne irgendeine Kennzeichnung. Schleichwerbung?

Bekannt sind natürlich nur wenige Fälle von ungekennzeichneten Produktplatzierungen, man würde sich freilich ein Eigentor schießen, sollte man dies öffentlich zugeben. Verdachtsmomente gibt es aber zu genüge und auch heute auch noch immer wieder. So stehen die überaus beliebten „Haul-Videos„, in denen meistens weibliche YouTuber ihre neuesten Errungenschaften aus angesagten Geschäften, wie DM oder H&M, präsentieren und in die Kamera halten, unter Verdacht eigentlich nur Marketingmaßnahme zu sein. Darüber hinaus gibt es auch klassischere, versteckte Produktplatzierung wie man sie aus dem Fernsehen oder Kino kennt. So trank das Comedy-Trio Y-Titty in ihren Videos immer wieder Coca-Cola und präsentierte in ihren Musikvideos ein Samsung-Handy. Bei knapp 3,2 Millionen Abonnenten über die der Kanal verfügt, sicherlich kein Zufall.

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Ein klassischer DM-Haul der YouTuberin DagiBee. Darin präsensiert aktuelle Produkte der Firma DM, angeblich aus eigenem Antrieb.

So setzt auf YouTube eine zunehmende Kommerzialisierung des Contents ein, immer mehr der Videos sind gesponsert oder gar reine Werbevideos. Vom eigentlichen und ursprünglichen Kredo „Broadcast Yourself“ ist immer weniger zu sehen. Dass diese Werbevideos oftmals nicht als solche gekennzeichnet sind, beschäftigt die Medienanstalten schon länger. Bislang bewegten sich allerdings sowohl die Content-Producer, als auch die Werbetreibenden in einer Grauzone, da es noch keine eindeutigen Regelungen für den Bereich Social-Media, also auch nicht für YouTube, gab. Nun allerdings gaben die Medienanstalten in einem FAQ klare Rahmenbedingungen heraus, wie sie schon bei Film, Radio und Fernsehen längst existierten und gelten.

Darin werden alle wichtigen Fragen zur korrekten Kennzeichnung von verschiedenen Sachverhalten erklärt und vor allen Dingen auch die Konsequenz eines Imageschadens und Glaubwürdigkeitsverlusts für YouTuber bei Nichtbeachtung aufgezeigt. Wirklich neu sind die Regelungen allerdings nicht, denn auch auf YouTube gilt, wie überall: „Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen durch optische und akustische Mittel oder räumlich abgesetzt sein (§ 58 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag).“Unbenannt

Wer dies in der Vergangenheit nicht richtig getan hat, Stichwort Y-Titty, hatte allerdings keine Strafen oder Sanktionen zu fürchten. Inwiefern sich das jetzt ändern wird und überhaupt kann, in Anbetracht der riesigen Mengen an Content, die täglich hochgeladen werden, bleibt weiterhin völlig offen und spannend.

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