Legales oder illegales Streaming – Darf ich meinen Netflix Account teilen?

geschrieben von in Fernsehen, Internet, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Legales oder illegales Streaming – Darf ich meinen Netflix Account teilen?

Für Film- und Serienbegeisterte in Deutschland und in 190 weiteren Ländern ist der amerikanische Video-on-Demand Anbieter Netflix einer der ersten Anlaufstellen, wenn es um das legale Online-Streaming geht. Mit seiner monatlichen Kündigungsfrist und der Möglichkeit auf 4 verschiedenen Geräten gleichzeitig zu schauen, ist es Netflix gelungen über 80 Millionen Abonnenten weltweit zu gewinnen. Besonders die Möglichkeit des gleichzeitig Schauens nutzen viele junge Menschen, um Geld zu sparen und sich einen Account zu teilen. Ob das sogenannte Account-Sharing in Deutschland jedoch legal ist oder nicht, ist auch heute noch nicht eindeutig geklärt.

Netflix bietet seinen Kunden die Möglichkeit unterschiedliche Abonnements abzuschließen. Es wird zwischen Basis, Standard und Premium unterschieden. Bei einem Premium Abonnement hat der Kunde die Möglichkeit auf vier Geräten gleichzeitig Filme und Serien zu schauen. Auch Netflix selbst bewirbt das Premium Abonnement damit, dass Familien den Account innerhalb eines Haushalts teilen können. Somit gibt es kein Verbot für das Teilen eines Accounts. Im Gegenteil, durch die Möglichkeit vier unterschiedliche Benutzer einrichten zu können wird das Account-Sharing sogar noch benutzerfreundlicher gestaltet.

In den Allgemeinen Nutzungsbedingungen ist jedoch der Hinweis gegeben: „Um die Kontrolle über das Konto zu bewahren und den Zugriff durch Unbefugte zu vermeiden […], sollte der Kontoinhaber das Passwort oder die Angaben zur gewählten Zahlungsmethode […] nicht mit Dritten teilen.“, was jedoch ein unvermeidliches Muss beim Account-Sharing ist, da es nur einen Benutzernamen und ein Passwort gibt. Hier ist deutlich zu erkennen, dass das Teilen des Accounts nicht im Sinne des Erfinders ist.

Ein direktes Verbot ist jedoch in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen nicht zu finden, da der Kunde lediglich darauf hingewiesen wird, dass er seine Zugangsdaten nicht weitergeben soll, um die exklusive Kontrolle zu behalten, erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke. So befinden sich die Netflix Nutzer, die sich einen Account teilen, in einer „Grauzone“, da weder ein eindeutiges Verbot noch eine direkte Erlaubnis des Account-Sharing ausgesprochen ist.

 

Schlagwörter: , , ,

Netflix worldwide – Globales Internet-Fernsehen

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Der Online-Streaming Dienst Netflix ist seit dem 6. Januar nun in 130 weiteren Ländern verfügbar. Bisher waren es 60 Länder. Somit agiert der ehemalige DVD-Verleiher frei nach dem Motto: „Netflix gibt es jetzt überall – fast.“ Denn mit China fehlt der größte Absatzmarkt mit 1,4 Milliarden Einwohnern. Auch auf der Krim, in Syrien und Nordkorea wird Netflix vorerst aufgrund von US-Sanktionen, denen amerikanische Unternehmen unterliegen, nicht verfügbar sein. In Indien dagegen schon. Bereits ein Fünftel der 1,3 Milliarden Einwohner ist online und der Breitbandausbau zieht massiv an, wodurch sich dieser Absatzmarkt als äußert lukrativ und zukunftsträchtig erweist.

Netflix wurde zunächst als Verleih bekannt, der DVDs in roten Briefumschlägen lieferte. Seit dem Börsengang 2002 boomt das Geschäft aber. Das zeigt auch die aktuelle Expansion, nach deren Bekanntgabe die Netflix-Aktie um ganze neun Prozent stieg. Ungefähr 70 Millionen Mitglieder nutzen den populären Streaming Dienst. Neben einer Vielzahl von bekannten Serien und Filmen, werden seit einiger Zeit auch kostenintensiv eigene Serien produziert, die mittlerweile zum Steckenpferd von Netflix geworden sind, wie zum Beispiel die Polit-Drama-Serie „House of Cards“.

Doch damit nicht genug: Reed Hastings, Gründer von Netflix, kündigte auf der Tech-Messe „CES“ in Las Vegas für 2016 31 neue Eigenproduktionen an, mit denen über 600 Stunden neues Material zur Verfügung gestellt werden. So können sich Fans von „Netflix & Chill“ bald über weitere Serien á la „Daredevil“ oder „Orange is the new black“ freuen.

Doch solche Erweiterungen und Fortschritte sind nötig. Netflix will in punkto Streaming das Fernsehen revolutionieren und hierzulande sitzen dem Unternehmen aus dem Silicon Valley zahlreiche Konkurrenten wie Amazon Instant Video oder Maxdome im Nacken, die ihr Angebot auch stetig erweitern..

Quellen: Spiegel Online, Meedia.de, Handelsblatt.com

Schlagwörter: ,

Aus Alt mach Neu: Das läuft bald (wieder) im TV

geschrieben von in Fernsehen, Medienwandel1 Kommentar »

2016 werden zahlreiche Filme und Serien wieder neu aufgelegt. Unter anderem erwartet uns ein Revival der 90er-Jahre-Kultserien „Akte X“, „Full House“ und „Baywatch“. Warum ist das so? Fehlen den Produzenten neue Ideen?

Kein ganz neues Phänomen
In den letzten Jahren gibt es sowohl positive als auch negative Beispiele für das Aufwärmen bekannter Filme und Serien. So wurde „Knight Rider“ mit Justin Bruening als Michael Knight bereits nach einer Staffel wieder eingestellt. Fargo hingegen, basierend auf dem Film der Brüder Ethan und Joel Coen, wurde bereits um eine zweite und dritte Staffel verlängert. Zwischen den einzelnen Staffeln gibt es hier Zeitsprünge von mehreren Jahrzehnten, sodass Figuren von anderen Schauspielern gespielt werden, unter anderem „Hobbit“ und „Dr. Watson“-Darsteller Martin Freeman, Billy Bob Thornton und Kirsten Dunst.

2016 geht es rund
Auffällig ist, dass für das Jahr 2016 gleich mehrere Wiederansetzungen geplant sind. Und bis dahin ist es gar nicht mehr so weit: Bereits am 24. Januar läuft in den USA die zehnte Staffel von „Akte X“ an. Dana Scully und Fox Mulder werden dann in sechs neuen Fällen versuchen, weiteres über die geheimen X-Akten herauszufinden. Mit von der Partie sind nicht nur die gealterten Hauptdarsteller David Duchovny und Dana Scully, sondern auch noch weitere Nebendarsteller und Serienschöpfer Chris Carter. Großartige Änderungen am Setting wird es wohl nicht geben, die erste Episode der zehnten Staffel wurde bereits auf der MIPCOM in Cannes gezeigt.
Ende Februar, genauer gesagt am 26.2., läuft dann beim Video on Demand-Anbieter Netflix eine neue Staffel von „Full House“ unter dem Titel „Fuller House“ an. Hier gibt es einige Wechsel in der Besetzung: Statt Danny Tanner steht jetzt dessen Serientochter D.J. (immer noch gespielt von Candace Cameron-Bure) im Mittelpunkt. Unterstützung bekommt die alleinerziehende Mutter von ihren beiden Onkeln Joey (Dave Coulier) und Jesse (John Stamos). Die Süddeutsche Zeitung hat also nicht ganz damit unrecht, wenn sie hier von einem Spin-Off, einem Reboot und einem Revival in nur einer Serie schreibt.
Ebenfalls neu aufgelegt wird die Serie „Eine schrecklich nette Familie“ um Schuhverkäufer Al Bundy. Ob Ed O’Neill allerdings wieder mitspielt, ist noch nicht bekannt. Fest steht nur, dass die Hauptrolle diesmal Sohn Bud zukommen wird. Bislang gibt es nur Pläne für eine Pilotfolge, alles weitere ist noch nicht geklärt. In diesem wird vermutlich auch Serientochter Kelly Bundy (Christina Applegate) zu sehen sein.

Ein erneuter Gefängnisausbruch?
Die Serie „Prison Break“, die eine Gruppe Gefängnisinsassen um Michael Scofield (Wentworth Miller) beim Ausbruch und bei der Flucht vor Polizei und FBI zeigt, war ursrpünglich nur für zwei Staffeln konzipiert. Da die Quoten zu gut waren, um abgesetzt zu werden, wurde die Geschichte schließlich für eine dritte und vierte Staffel erweitert und schließlich noch um den Film „The Final Break“ erweitert. Doch damit nicht genug: Sieben Jahre nach dem Ende werden voraussichtlich noch in diesem Jahr zehn Folgen einer neuen Ministaffel gezeigt. Mit dabei: Die beiden Brüder Michael Scofield und Lincoln Burrows (Dominic Purcell)! Vermutlich dürften auch weitere Ausbrecher wieder mit von der Partie sein. Thematisch sollen offene Fragen der Originalserie geklärt werden, weiteres ist über die Handlung noch nicht bekannt.
Auch für Fans von Serien, die auf Filmen aufbauen, wird es neues altes Futter geben: Der 1999er-Klamaukfilm „Galaxy Quest“ (auch bekannt als „Planlos durchs Weltall“) mit Tim Allen und Sigourney Weaver dient als Vorlage für die gleichnamige Serie. Obwohl für die Serie die gleichen Produzenten und Autoren wie im Film verpflichtet wurden, kehren Allen und Weaver wohl nicht zurück, da die Geschichte nicht direkt an den Film anschließen wird. Platz für einen weiteren Film? Läuft die Serie im nächsten Jahr an, haben die Filmemacher sogar Wort gehalten: Im Abspann des Films wird auf eine Fortsetzung der Serie (der Film handelt von den Hauptdarstellern einer Serie, die von Aliens für „echte“ Astronauten gehalten werden) nach 18 Jahren hingewiesen.

Mehr (oder weniger) Stoff für Wassernixen

„Knight Rider“ bleibt nicht die einzige Hasselhoff-Serie, die erneut verfilmt wurde. Für einen Kinofilm, der in den nächsten Monaten gedreht werden soll, hat sich Regisseur Seth Gordon den Stoff von „Baywatch“ vorgenommen. Warum David Hasselhoff seine alte Rolle nicht spielen darf, ist unbekannt. Für ihn dürfen Dwayne „The Rock“ Johnson und Zac Efron oberkörperfrei am Sandstrand entlang joggen. Auch Pamela Anderson kehrt nicht zurück, ihre Rolle übernimmt das Model Kelly Rohrbach. Verglichen mit „Knight Rider“ für Hasselhoff ein schlechtes Signal?

Keine neuen Ideen?

Doch warum werden aktuell so viele Filme und Serien noch einmal neu aufgelegt? „Akte X“ mit den gleichen Schauspielern, ebenso wie „Twin Peaks“ und „Gilmore Girls“, von denen auch neues Material kommt – gibt es keine kreativen Köpfe mehr? Der Grund ist ein anderer: Viele Revivals werden von Streamingportalen produziert. Im Gegensatz zum TV sind diese nicht direkt von Einschaltquoten abhängig. Eine neue Serie benötigt wesentlich mehr Vorausplanung, auch sind die Marketingkosten für ein unbekanntes Produkt deutlich höher. Streamingportale benötigen Abonnenten, um Geld zu verdienen. Dies geht am ehesten mit bereits bekannten Serien: Wer schließt schon ein Abo ab, wenn er nicht weiß, was er dafür bekommt? Im Gegensatz dazu schließt ein Nutzer eher ein Abo ab, wenn neue Folgen einer Serie (vorerst) exklusiv ausgestrahlt werden. Es geht also letztlich doch ums Geld – wobei auch bei einem Flop die Kasse klingelt. Aus diesem Grund bekommen die Fans der „Gilmore Girls“ sogar nur vier neue Episoden präsentiert.

Schlagwörter: , , ,

„Und wo ist meine Lieblingsserie?“ – Enttäuschendes Angebot bei Netflix in Deutschland

geschrieben von in Internet1 Kommentar »

„Filme und Serien jederzeit und überall ansehen“ (https://www.netflix.com/?locale=de-DE) -so lautet der Slogan des seit einigen Monaten auch in Deutschland verfügbaren Video-On-Demand-Riesens Netflix. Doch hält Netflix wirklich was es verspricht? Und kann es seine Erfolgsgeschichte aus den USA auch in Europa wiederholen? Oder scheitert es an den hohen Erwartungen der Nutzer?

Netflix wurde 1997 in Kalifornien als Online-Videothek gegründet. Damals standen gerade mal 925 Filme zur Auswahl, das besondere an Netflix damals war, dass keine Gebühren bei verspäteter Rückgabe gezahlt werden mussten. Bereits zwei Jahre später, stieg Netflix auf das Flatrate- Preismodell um, 2007 wurden neben dem DVD-Postversand die ersten Filme Online gestreamt. Heute hat Netflix in über 40 Ländern mehr als 50 Millionen Nutzer und setzt im Jahr über vier Milliarden Dollar um.

Doch was ist Netflix überhaupt?

Netflix ist ein Video-On-Demand- Anbieter, also ein „Video-auf-Forderung“-Anbieter. Das wiederum heißt, wenn man ein Abo abgeschlossen hat, kann man Videos, die in der Mediathek von Netflix verfügbar sind, auf „klick“ abrufen. Dies ist auch in Deutschland kein neues Konzept, so bieten Maxdome, Watchever oder Amazon ähnliches seit Jahren an, doch trotzdem wurde die Verfügbarkeit von Netflix in Deutschland mit großer Spannung erwartet. Man hoffte auf ein vergleichbares Angebot an Filmen und Serien, wie etwa in den USA, doch schnell hielt die Ernüchterung Einzug.
So titelte FAZ.net bereits einige Tage nach der „Eröffnung“ der Seite „Die angekündigte Enttäuschung“ (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/netflix-in-deutschland-enttaeuschung-mit-ansage-13157035.html) und auch beim FOCUS fiel das Urteil nicht besser aus „Keine Revolution-Netflix enttäuscht mit Angebot“ (http://www.focus.de/digital/internet/inhalte-im-test-netflix-bringt-keine-streaming-revolution_id_4137574.html).

Zwar loben Vergleichsportale wie Chip.de oder Computer Bild die einfache Handhabung und Personalisierungsmöglichkeiten von Netflix, doch sind sich alle einig: Das Angebot an Serien und Filmen ist enttäuschend. Als Beispiel dient dazu, dass von den 50 erfolgreichsten Filmen aller Zeiten (laut IMDb) gerade mal 8 auf Netflix verfügbar sind. Selbst die hauseigne Serie „House of Cards“ kann nicht exklusiv und als erstes auf Netflix geschaut werden, die Rechte dafür liegen in Deutschland bei Sky. Dieses Problem gibt auch bei anderen Serien. Für viele aktuelle US-Serien Hits liegen die Rechte in Deutschland beim Pay-TV. Außerdem sucht man auch bei vorhanden Serien wie „The Big Bang Theory“ vergebens nach den aktuellsten Folgen.

Die hohen Erwartungen der Nutzer konnte Netflix in Europa also bis jetzt nicht erfüllen und auch den Erfolg in den Vereinigten Staaten nicht wiederholen. Doch Chief Content Officer Ted Sarandos versprach, dass sich das Angebot in dem nächsten Jahr verdoppeln soll. Man wolle von den Gewohnheiten der Nutzer lernen und dann die neuen Inhalte auf diese abstimmen.

So bleibt also abzuwarten, ob Netflix auch in Deutschland die Spitze der Video-On-Demand- Anbieter nicht doch bald anführt.

Quellen:

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Tests-Internet-Netflix-Deutschland-iOS-Streaming-9137629.html
http://www.chip.de/artikel/Vergleichs-Test-Netflix-Watchever-Maxdome-Amazon-Prime-Instant-Video-Sky-snap_72939482.html
http://blog.zeit.de/netzfilmblog/2014/09/16/netflix-deutschland-start-preise-angebot/
http://www.netzwelt.de/news/148862-netflix-test-bietet-streaming-portal-deutschland.html
http://www.taz.de/Zuschauermessung-bei-Netflix–Co-/!149798/
https://www.netflix.com/?locale=en-DE
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/netflix-kommt-nach-deutschland-was-bedeutet-das-13058387.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/netflix-in-deutschland-enttaeuschung-mit-ansage-13157035.html
http://www.focus.de/digital/internet/inhalte-im-test-netflix-bringt-keine-streaming-revolution_id_4137574.html
http://ir.netflix.com/management.cfm
http://de.wikipedia.org/wiki/Netflix

Schlagwörter: ,
Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO