Memes – Was steckt hinter dem Internetphänomen?

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Nahezu jeder hat schon mal von ihnen gehört, sie selbst verschickt oder ist zumindest auf einer der heutzutage zahllosen Social Media Websites über sie gestolpert – Memes. Doch was verbirgt sich hinter den kleinen Bildern, die mittlerweile ein fester Bestandteil der sozialen Medien und unserer Kommunikation sind?

Was sind Memes?

Bevor man sich näher mit dem Thema auseinandersetzten kann, muss zunächst geklärt werden, worum es sich bei Memes überhaupt handelt. Der Begriff an sich stammt von dem griechischen Wort „mimema„, was „etwas Nachgeahmtes“ bedeutet. Autor Patrick Davison definiert ein Meme, als „piece of culture, typically a joke, which gains influence through online transmission„. Es kann sich also eigentlich um alles handeln, was sich viral im Netz verbreitet, doch üblicherweise sind es Videos, GIFs oder Bilder. Der aktuelle Trend sind Memes in Form von Bildern, die darauf ausgelegt sind, Menschen zu unterhalten und sie zum Lachen zu bringen.

Nun stellt sich die Frage, waeshalb sich Memes solch einer großen Popularität erfreuen. Der Hype um die Bilder begründet sich darin, dass sie eine einfache und schnelle Möglichkeit bieten um Leute zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln zu bringen, ohne dass man sich einen langen Text durchlesen oder sich für eine längere Zeit mit einer Sache auseinandersetzen muss. Denn alles, was man braucht, um den Witz zu verstehen, ist auf den ersten Blick erkennbar. Des Weiteren gibt es für nahezu jede Situation ein passendes Meme, weshalb es so verlockend ist, sie in Chats einzubauen oder mit anderen Personen zu teilen.

Forever Alone, Philosoraptor & Bad Luck Brian – Was ist das ?

Die Zahlen der im Internet herumschwirrenden Memes steigt immer weiter an; einige sind sogar so beliebt, dass sie einen Namen bekommen haben. Ob „Forever Alone“, „Bad Luck Brian“ oder „Philosoraptor„; die Liste der mittlerweile namentlich bekannten Memes ist lang. Wer wissen möchte, welches Meme sich hinter welchem Namen versteckt, kann dies ganz leicht auf der Website http://knowyourmeme.com/  herausfinden.

Bad Luck Brian

„Forever Alone“

 

Wie es in Zukunft mit Memes weitergehen wird, und wie lange der Hype um sie noch andauern wird, kann niemand genau sagen. Doch ich denke, dass sie uns noch eine ganze Weile begleiten und uns den ein oder anderen Lacher schenken werden.

 

Quellen:

https://www.collinsdictionary.com/de/worterbuch/englisch/meme

http://www.bento.de/gadgets/memes-erklaert-wie-sie-unsere-kommunikation-veraendern-713560/

The History of Internet Memes

http://www.veryinteractive.net/content/4-library/25-the-language-of-internet-memes/davison-thelanguageofinternetmemes.pdf

 

 

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Dafuq is meme?

geschrieben von in Internet, Medienwandel5 Kommentare »

Jeder Internet-User kennt sie, sie verbreiten sich mit unfassbarer Geschwindigkeit und niemand weiß, wo genau sie eigentlich hergekommen sind – die Rede ist nicht von Computerviren, sondern von memes.

Unter diesem Begriff vielleicht nicht jedem bekannt, kann ein einziges Bild dagegen schon Klärung verschaffen:

Memes

Richtig, die „lustigen“ oder „nervigen“ (– ganz im Sinne des Betrachters –) Comics und Bilder, die sich täglich im Internet tummeln, besitzen einen eigenen mehr oder weniger wissenschaftlichen Namen. Als memes also werden Internetphänomene bezeichnet, die sich in Form eines Links oder einer Bild-, Ton- und Videodatei schnell im WWW verbreiten. Der Begriff  meme geht ursprünglich auf den Evolutionsbiologen Richard Dawkins zurück, der damit Verhaltensformen innerhalb einer Kultur bezeichnete, die sich nach und nach verbreitet haben, wie z.B. das „High Five“-Hand-Einschlagen.  Als Wortspiel von “Gene”, sollte das meme eine Weiterverbreitung beschreiben, die nicht biologisch, sondern soziologisch, bzw. psychologisch funktioniert. Wichtig dabei ist vor allem der Vorgang des Kopierens, wodurch dann eine identische oder leicht abgeänderte Verbreitung der Verhaltensform stattfindet, wie beispielsweise in der Kopie bestimmter Strukturen von Songs oder Filmen. Der von Dawkins geprägte Begriff stammt also ursprünglich aus der Offline-Welt, wurde aber zum Begriff für Online-Phänomene.

Zumindest den meisten Facebook-Usern dürften die obigen Gesichter bekannt vorkommen und Besucher von www.ragecomics.memebase.com, www.allmemecomics.tumblr.com, www.9gag.com oder www.4chan.com erhalten auf eigens für die Verbeitung von memes geschaffenen Webseiten ihre tägliche Dosis Humor. Worin das Erfolgsgeheimnis liegt, wird schnell klar, denn es handelt sich bei den thematisierten Bildern meist um aktuelle Medienphänomene, Politiker oder Stars, wie z.B. die zurzeit fast überall kursierenden memes zum italienischen Nationalspieler Mario Balotelli:

Aber nicht nur Celebrities werden parodiert, sondern auch memes, die auf Alltagssituationen anspielen und ein hohes Identifikationspotenzial aufweisen, sind erfolgreich:

Besonders beliebt sind auch Tier-memes oder Wortspiel-memes:

Der springende Punkt bei memes ist, dass sie langlebig und schwer künstlich zu erzeugen sind. Verschiedene Internet-Celebrities haben versucht, sich selbst zu memes zu stilisieren, sind aber gescheitert. Auch beim viralen Marketing wird oft versucht, eigene memes zu erschaffen, aber meistens bleibt es bei einem kurzlebigen Trend. Memes sind vor allem bei jüngeren Zielgruppen erfolgreich, da oftmals jugendsprachliche Begriffe verwendet, oder Popkulturphänomene thematisiert werden, deren Bedeutung sich älteren Usern entzieht. Hier lässt sich ein zirkuläres System erkennen, bei dem einzelne meme-Slogans und Schreibweisen in den Chatsprachgebrauch von Jugendlichen eindringen („Dafuq“, „Bitch, please“, „Troll“, …) und umgekehrt wiederum Alltagsbegriffe von memes aufgegriffen werden. Als Zielgruppenbeispiel sei die Community „4chan“ genannt, die im April 2009 450.000 Postings pro Tag aufwies. Der durchschnittliche 4chan Besucher ist Nordamerikaner, Europäer oder Asiate, zwischen 18 und 25 Jahre alt und vornehmlich männlich. (vgl: http://de.wikipedia.org/wiki/4chan)

Gerade durch soziale Netzwerke wie Facebook verbreiten sich memes in den letzten Jahren deutlich schneller, obwohl sie schon seit über zwanzig Jahren im Internet kursieren, nämlich seit der zunehmenden Verbreitung des Internets im privaten und gewerblichen Umfeld und dessen Etablierung als Massenmedium. Seit Mitte der 1990er Jahre nahmen die Möglichkeiten Einzelner, Informationen schnell und kostenlos zu verbreiten, stetig zu. Websites, E-Mails, Blogs, Wikis und Co. erleichtern die Verbreitung von Links und Fotos und vor allem Websites, die das Einstellen von Videos und Bildern durch Nutzer gestatten, ohne dass dieser über eigenen  Speicherplatz auf einem Server verfügt, treiben die Entwicklung voran. Auch User, die kaum Videobearbeitungskenntnisse besitzen, können mit einem Viral Video Ruhm erlangen, in dem sie beispielsweise den Memegenerator verwenden, um dort  bereits verwendete Bilder oder eigens hoch geladene Bilder mit den typischen Sprüchen versehen (eine obere Zeile und eine untere Zeile, die üblicherweise die Punchline darstellt). Wortspiele, Abkürzungen und beabsichtigte Rechtschreibfehler dürfen dabei nicht fehlen.

Ob sich der aktuelle meme-Hype weiterhin fortsetzen wird, oder ob sich der Trend aufgrund von schlichter Übersättigung im Sande verlaufen wird, bleibt abzuwarten.

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Internet-Ph%C3%A4nomen

http://blogwatch.germanblogs.de/archive/2011/05/20/internet-memes-im-ueberblick-wo-sie-herkommen-und-was-sie-bedeuten.htm

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