Verkauf des Süddeutschen Verlages in 2008

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Berichten der Süddeutschen Zeitung und Spiegel.Online zufolge geht der Süddeutsche Verlag, am 29. Februar 2008, in den Besitz der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) über. Bisher hielten neben der SWMH noch fünf weitere Familien Anteile an dem Verlag. Während der Zeitungskrise in 2002 war die Stuttgarter Südwestdeutsche Medienholding als sechster Gesellschafter in den Süddeutschen Verlag eingestiegen und hatte sich so das Vorkaufsrecht sichern können. Das Handelsblatt spricht in der Zeitungsausgabe vom Freitag, den 22. Dezember 2007, von der Bildung eines “neuen Zeitungsriesen im Süden Deutschlands”.

Die Berichterstattung über den Verkauf des Süddeutschen Verlages fällt in allen von mir konsultierten Blättern gleichermaßen neutral aus. Ich frage mich dennoch, ob es nicht unter dem Aspekt der Pressekonzentration kritisch zu werten ist, wenn unter anderem das Qualitätsblatt Süddeutsche Zeitung aus seinem einstigen Gesellschafterverhältnis heraustritt und in den Besitz der SWMH überführt wird.

Hintergrund:

- Frankfurter Allgemeine Zeitung

- SWR.de

- SpiegelOnline

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Das Ende des Presseausweises?

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“Das Journalistenprivileg steht auf dem Prüfstand”, so lautete die Überschrift unter der Rubrik Medien der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 06. Dezember 2007. Bisher befand sich auf der Rückseite des Presseausweises ein Vermerk der Innenministerkonferenz (IMK), ab heute soll dieses qualitätssichernde Merkmal vielleicht fern bleiben.

Am 6. Dezember sind die Innenminister zu einem Gespräch zusammengekommen, indem sie über den Fortbestand des vom IMK herausgegebenen Presseausweises, debattieren wollen. Grund für die Zusammenkunft  sind die Klagen von jenen Verlegern und Journalistenverbänden, die bisher ihren Mitgliedern keine amtlichen Dokumente anbieten dürfen und sich so gegenüber ihren Mitstreitern im Nachteil sehen, berichtete die FAZ.

Seit vier Jahren ist die Ausstellung des bundeseinheitlichen und anerkannten Presseausweises vier Institutionen vorbehalten: Dem Deutschen Journalisten Verband, dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union. Diese Tatsache hindert jedoch die verschiedensten Firmen nicht daran täuschend ähnliche Presseausweise auch für “Hobbyjournalisten” zu erstellen, da die Berufsbezeichnung Journalist oder Publizist von Rechtsseite bisher keine gesicherte Berufsbezeichnung ist.

Diente einst der Presseausweis der Abgrenzung beruflich hochqualifizierter Journalisten von der sogenannten “Spreu vom Weizen”, so kommt nun ein “Jedermann” durch die Zahlung von ca. ? 150 Euro in den Genuss einer schicken Plastikkarte zuzüglich Journalistenstatus.

“Weil die Politik sich nicht in der Lage sieht, die Bewerberverbände auf ihre Seriosität hin zu überprüfen – also die Spreu vom Weizen zu trennen-, ist ihr vollständiger Rückzug aus der Ausweisvergabe wahrscheinlich.”, so beurteilt die FAZ die Situation in der heutigen Ausgabe.

Die Debatte um die Ausstellung des Presseausweises ist alles andere als neu: In 2006 initiierte BILD eine “Bild-Leser-Reporter” Rekrutierung. Hier sollten Hobbyfotografen nach dem Einsenden des ersten Bildes einen Presseausweis erhalten und ihre Schnappschüsse durch die “Bild-Leser-Reporter” – Redaktion “1414″ veröffentlicht sehen.

Ich stimme der FAZ vollkommen zu, dass mit der Inflationierung der zur Ausstellung eines anerkannten Presseausweises berechtigten Institutionen, die Medienberichterstattung im Allgemeinen in Mitleidenschaft gezogen wird. Vermutlich wird – sollte der nicht wünschenswerte Fall eintreten- in naher Zukunft auch jenen Journalisten der Zugang zu öffentlichen und politisch herausragenden Ereignissen verwehrt/erschwert, die aus Sicht ihrer Ausbildung und Berufserfahrung dazu befähigt sind. Insbesondere in Zeiten des Internets werden qualitätssichernde Institutionen wie der bundeseinheitliche Presseausweis benötigt, um die Medienberichterstattung in den deutschen Medien nicht nur aus quantitativer sondern auch als qualitativer Sicht im internationalen Vergleich als beachtlich erscheinen zu lassen.

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Kerner, vom 21. November 2007

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Bei KERNER (ZDF) haben sich am 21. November 2007 unter anderem Roberto Blanco, Christoph Drösser und Tokio Hotel eingefunden. Der Einstieg in die Gesprächsrunde wird mit Herrn Drösser gewählt. Weniger seine Person, sondern vielmehr die Vermarktung seiner Buchreihe scheint hier im Vordergrund zu stehen (vgl. auch den Internetauftritt zur Sendung). Mehr als fünf Minuten widmet sich Kerner der Thematisierung des Buchinhaltes. Auch die Studiogäste werden in die Buchbewerbung eingebunden. Denn durch das heitere Frage-Antwortspiel von Moderator und Studiogästen wird nicht zuletzt auch die Aufmerksamkeit für das Produkt gesteigert.

Roberto Blanco setzt sich im Rahmen einer Anti-Raucher-Kampagne gegen Lungenkrebs ein. Blanco hat sich vor laufender Kamera sogar einer Lungenspiegelung unterzogen. Auch an dieser Stelle gilt es für mich zu fragen, inwieweit hier neben der Promotion der Kampagne auch PR-Strategien in Bezug auf den Sänger mitschwingen.

Die Präsenz von Tokio-Hotel im Studio wird nicht nur durch das stete Gekreische der jungen Fangemeinde offenbar, auch Kerner ist im Besonderen darauf bedacht die “Jungen Wilden” immer wieder im Studiotalk herauszuheben. Welche Bedeutung Gesprächseinflechtungen zukommt, die sich zum Beispiel auf die campende Fangemeinde auf dem Studiogelände beziehen, gilt es an dieser ebenfalls Stelle kritisch zu reflektieren. Kerner ist zudem im Besonderen darauf bedacht, die beiden Brüder als sehr angenehme, eloquente und reife Studiogäste herauszustellen. Spätestens als Kerner dann gegen Mitte der Sendung mit den Jungs über “Sex im Auto” und Drogen zu sprechen beginnt, komme ich mir als Zuschauerin eher vor als hätte ich soeben nicht nur das Format, sondern auch gänzlich die Zielgruppe gewechselt.

Quotensteigerung und die Bindung neuer Zielgruppen scheint insbesondere bei dieser Sendung ein großes Thema zu sein.

Die Anwesenheit von Tokio Hotel emotionalisiert die Studioatmosphäre den gesamten Sendeverlauf hindurch. Doch das euphorische Fangekreische wandelt sich dann mit den letzten Studiogästen eher in einen ?Schrei des Schreckens?. Hier berichtet eine stets in Tränen gehüllte Mutter vom plötzlichen und bisher ungeklärten Verschwinden ihres Sohnes. Die Zuschauer werden nicht nur durch den Aufruf der verzweifelten Mutter, sondern auch durch den Moderator motiviert sich an der Suche nach dem Sohn zu beteiligen. Doch die “Emotionalisierungsmaschine” arbeitet tapfer weiter, denn auch die Schwiegertochter hat in der Runde Platz genommen. Ihre Präsenz wird auf die Rollen alleinstehende, nicht geschiedene Ehefrau und alleinerziehende Mutter beschränkt.

Tokio-Hotel fungieren als Quotenmacher, insbesondere die junge Zielgruppe soll so für das Format begeistert werden. Vermarktung und PR scheinen insgesamt für das ZDF eigene Talkrundenformat von großer Bedeutung zu sein. (Diesbezüglich möchte ich auch auf die Künstlervorstellungen auf der Website verweisen.) Unterhaltung und Emotionalisierung dienen zudem als weitere Werkzeuge, um das Publikum an die gesamte Sendung zu binden.

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