Call for Papers: How I got lost six feet under your mother

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Die Kritische Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien bittet um schriftliche Beiträge zum Thema Fernsehserien. Dabei schlägt sie Töne an die eine Frankfurter-Schule-Richtung vorgeben: “Statt Subversion in die eigene Lieblingsserie hinein zu lesen, soll die Kritik regressiver Elemente ins Zentrum gerückt und damit auch ihre jeweilige Rezeption untersucht werden. Was passiert mit den kulturindustriellen Produkten in der warenproduzierenden Gesellschaft und wie gehen wir als Rezipient_innen darin ein?”

Am 3. und 4. März 2012 gibt es im Rahmen eines Workshop-Wochenendes in Wien die Möglichkeit, sich mit den anderen AutorInnen auszutauschen und den eigenen Beitrag zur Diskussion zu stellen. Genauere Infos zum geplanten Workshop gibt es hier.

Bis 10. Januar können die Beiträge eingereicht werden. Sie sollen in einem Sammelband veröffentlicht werden. Viel Spaß!

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Kritische Theater-, Film- und Medienwissenschaft Wien (2011): Call for Papers: How I got lost six feet under your mother. http://krittfm.blogspot.com/2011/11/call-for-papers-how-i-got-lost-six-feet.html [15/12/11]

Fernseher kaputt (2011): How I got lost six feet under your mother. http://fernseherkaputt.blogspot.com/2011/11/how-i-got-lost-six-feet-under-your.html [15/12/11]

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Lie to me: “Die Wahrheit steht dir ins Gesicht geschrieben.“

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Dritte Staffel von „Lie to me“ ab Februar auf DVD erhältlich

Seit 2010 läuft bei VOX die US-amerikanische TV-Serie „Lie to me“. In der Serie geht es darum, wie Dr. Cal Lightman (Tim Roth) und sein Team anhand sogenannter „Mikroausdrücke“ Lügen von Verbrechern aufdecken und auf diese Art und Weise die Verbrechen lösen. Die Serie basiert zum grössten Teil auf den Forschungen des Psychologieprofessors Dr. Paul Ekman. Ihm zufolge sind Emotionen universal, das heisst jeder kann die gleichen Basisemotionen – Angst, Wut, Trauer, Ekel, Freude und Überraschung – empfinden. Ebenso universal sind die Gesichtsausdrücke, die bei diesen Emotionen entstehen.  Bei jeder Emotion werden spezifische Muskeln im Gesicht des Menschen aktiviert. Dies wird auch als „action unit“ bezeichnet. Das System, in dem alle „action units“ beschrieben und erklärt werden, ist das „Facial Action Coding System“ (FACS) von Dr. Paul Ekman.
Ein Mikroausdruck ist eine minimale Bewegung der Gesichtsmuskeln, die stattfindet wenn eine Person versucht, den emotionalen Gesichtsausdruck zu verbergen. Mikroausdrücke dauern nur ein Fünftel einer Sekunde und sind somit schwer zu identifizieren. Allerdings gibt es spezielle Training Tools, um seine Fähigkeit, die Mikroausdrücke zu erkennen, zu verbessern.

In der Serie „Lie to me“ spielen diese Mikroausdrücke die ausschlaggebende Rolle. Dr. Cal Lightman merkt, wenn ein Verdächtiger lügt, weil er es in dessen Gesicht „lesen“ kann. Wenn ein Täter lügt und behauptet, die Tat nicht begangen zu haben, dann findet Lightman das dadurch heraus, dass der Täter einen bestimmten Mikroausdruck hat, weil er zum Beispiel versucht seinen Ärger oder seine Verachtung dem Opfer gegenüber, zu verbergen. Anhand dieses Wissens kann Lightman den Täter dann so lange verunsichern, bis dieser schlussendlich zugibt, die Tat begangen zu haben. Dr. Cal Lightman lässt sich nicht verunsichern, auch wenn viele vom FBI nicht an den Erfolg seiner Methode glauben und sich über ihn lustig machen. Am Ende ist es trotzdem immer er, der die Verbrechen auflöst.

Inzwischen läuft seit dem 26. Oktober bereits die dritte Staffel im Fernsehen. Hierbei handelt es sich allerdings leider um die letzte Staffel  -  FOX gab im Mai 2011 bekannt, dass die Serie nicht verlängert wird. Am  24. Februar 2012 soll die dritte Staffel schliesslich auch auf DVD erscheinen.

Quellen:
Ekman, Paul (2010): Gefühle lesen: Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren. Spektrum Akademischer Verlag
http://www.paulekman.com/
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,682640,00.html
http://www.cinefacts.de/dvd-news/28307-dritte-staffel-von-lie-to-me-im-februar-2012.html
http://www.movieworlds.com/news/Lie_to_me_-_Season_3_-_Finale_der_faszinierenden_Crime-Serie-881540.php

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Are you in time? – ‘Cause time is money.

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„Wie schnell doch die Zeit vergeht!“ – Ein gern gesagter Satz, der heutzutage einen teils erschreckend hohen Wahrheitsgehalt hat. Die Uhr ist ein elementarer Bestandteil unseres Alltags geworden, auch wenn manch einer nun fragen wird, warum gerade so etwas eigentlich Altmodisches wie die Uhr? Weil sie uns den Wert vorschreibt, nach dem wir uns inzwischen pausenlos richten – im wahrsten Sinne des Wortes. Für alles vereinbart man Termine, jeder muss seinen Zeitplan einhalten, bloß nicht zu spät kommen, bloß nichts verpassen – und wehe, dabei geht etwas schief. Katastrophe!

Katastrophe? Mag sein – jetzt, wo man’s hört, fällt uns ein, stimmt ja schon irgendwie. Seltsam, dass uns ein so beeinträchtigender Faktor unseres Lebens eigentlich derart unbewusst ist. Zwar schauen nahezu alle Menschen ständig auf die Uhr, aber wer von ihnen würde tatsächlich behaupten, von Zeiteinheiten abhängig zu sein? Niemand? Ja, kommt hin.

Obwohl allein der Studienbeginn viel Chaos und Stress verursacht hat – man denke nur an all die Texte, die man noch immer nicht gelesen hat, eben aufgrund fehlender Zeit –, musste ich feststellen, dass mir diese Thematik auch erst kürzlich wirklich wieder bewusst geworden ist. Dass man in der heutigen Zeit scheinbar stets zu viel Arbeit in zu wenig Zeit zu erledigen hat; dass alles, was man unternimmt, an Uhrzeiten fest gemacht wird; dass man jederzeit erreichbar sein kann/soll/muss/…; dass der einzelne Tag an sich besser 30 Stunden hätte. Über all das denkt doch niemand nach, denn man ist es inzwischen gewohnt.

Ich habe mir hierzu Gedanken gemacht, als bei der vorletzten „Wetten, dass…?“-Sendung ein neuer Kinofilm vorgestellt wurde: “In Time” von Regisseur Andrew Niccol (Gattaca, Lord of War). Diese Idee, Zeit als Währung zu gebrauchen, klingt erschreckend, wirkt aber auf den zweiten Blick gar nicht so dumm.

Die Gedanken der Vorrede im Hinterkopf behaltend, zunächst ein kurzer Einblick in den Plot des Films: In einer unbestimmten, aber nahen Zukunft existiert das Zahlungsmittel „Geld“, wie wir es heute kennen, nicht mehr. Die Währung ist Zeit. Wird ein Mensch geboren, altert er – bis zu seinem 25. Lebensjahr. Denn dann endet die physische Alterung und auf dem linken Unterarm beginnt eine dreizehnstellige Uhr zu ticken: ein Jahr abwärts (001:00:00:00:00:00, also jjj:mt:ww:tt:hh:mm:ss). Nun wird das folgende Prinzip wirksam: „Die Armen sterben, die Reichen sind unsterblich.“ (vgl. Trailer) Je mehr Zeit (also Mittel) man auf seiner Uhr hat, desto reicher ist man. Zeit kann verdient und ausgegeben, sowie abgegeben, aber auch gestohlen werden. Zeit ist hier im absolut wahrsten Sinne des Wortes Geld. Ein Kaffee kostet vier Minuten, eine Busfahrt zwei Stunden. Während die Menschen in der zwölften, und damit letzten, Zeitzone, dem so genannten Ghetto, täglich um ihr Leben bangen müssen, wird in der vierten Zone langsam gelebt: die meisten Menschen verfügen dort über mehrere Jahrhunderte Lebenszeit.

Dass damit eine Situation der völligen Ungleichheit beschrieben wird, wie wir sie in unserer globalen Gesellschaft auch kennen, ist offensichtlich, sei aber in diesem Artikel nicht weiter thematisiert. Vielmehr soll es darum gehen, dass im Film „In Time“ der Gedanke umgesetzt wird, wie sehr die Gesellschaft von der Einheit „Zeit“ abhängig ist. Es ist nicht einfach die Zeit als Anhaltspunkt, auch nicht nur als Lebensinhalt, sondern als das Leben selbst. „His crime wasn’t taking time. It was giving it away.“ (vgl. Trailer). Zwar mag diese drastische Darstellung überspitzt sein, doch enthält sie einen wahren Kern, wie es eingangs erläutert wurde.

Betrachtet man in diesem Zusammenhang die aktuellen Medien, zeigt sich ein ähnliches Muster. Es besteht ein ständiger Wettbewerb, wer brisante Informationen und sensationelle Neuigkeiten zuerst veröffentlicht. Elementar wichtig ist hinzu-kommend die durchgehende Aktualität der Medieninhalte, weil es niemals soweit kommen darf, dass die Konkurrenz zum selben Zeitpunkt Informationen verbreitet, die viel aktueller sind als die eigenen. Und dieser Wettbewerb ist nicht nur intern bei den verschiedenen Mediengattungen zu beobachten, sondern insbesondere zwischen den Medien. Wer informert sich heute noch primär über das Radio? Wer wartet die nächste Tageszeitung ab, wenn man doch genauso gut – oder gar besser? – den Internetbrowser öffnet und dort die neuesten der neuen Neuigkeiten recherchiert? Niemand? Soweit ist es bisher nicht, aber es sind zumindest nur noch sehr wenige Menschen. Inhalte im Internet sind oftmals topaktuell und können sich minütlich, sogar alle paar Sekunden ändern (sofern die Verfasser dementsprechend schnell genug tippen können).

Die Zeit ist mächtig. Sie scheint alles zu kontrollieren. Überall wird sich Zeit erbeten, wird Zeit herausgehandelt, wird Zeit verplant, wird ihr regelrecht nachgerannt. Sogar heilende Kräfte werden ihr zugesprochen, heilt sie doch alle Wunden. Doch wer nimmt sich heute noch Zeit? Wer genießt Zeit? Wer kann Zeit auch mal vergessen? „In Time“ hat mich zum Nachdenken gebracht, weil die Idee manches womöglich vor Augen führen kann, was man vor lauter Uhren nicht mehr sieht. Nämlich, dass unsere Zeit wirklich begrenzt ist und nicht so einfach übertragen werden kann wie im Film. Die Zeit mag unendlich sein, jedoch nur für sich selbst.

Eine kleine Anmerkung am Rande: Exakt diesen Film habe ich mir allein im Kino angesehen. Niemand kam mit. Warum? – Nun, weil viele Leute dafür keine Zeit gefunden haben.

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Quellen & Verweise:

www.intimemovie.com/ (off. Homepage mit Originaltrailer auf der Startseite; 7. Dez 2011, 0:44am)

Interaktivfabrik GmbH (2011): In Time Trailer (deutsch); http://www.trailerlounge.de/film/in-time/video/in-time-trailer-deutsch-100313 , [7. Dez 2011, 1:26am].

Interaktivfabrik GmbH (2011): In Time Clip: Das Geheimnis der Langlebigkeit; http://www.trailerlounge.de/film/in-time/video/in-time-clip-das-geheimnis-der-langlebigkeit-100995 , [7. Dez 2011, 1:32am].

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Internethumor: Soziopathische Lamas und depressive Einhörner

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Es gibt zahlreiche Phänomene, die sich in rasanter Geschwindigkeit im Netz ausbreiten. Ganz oben auf der Liste neben der Websprache stehen Kultvideos und Bilder, meist mit humoristischen Inhalten.

Man kann feststellen, dass Humorarten stark an Medien gebunden sind. Der klassische Humor, meist durch Witze mit Pointe vertreten, findet sich eher in Zeitungen und Magazinen, während neue Medien wie das Internet eine andere Art von Sinnloshumor zu Tage gefördert hat. Sinnfreier Humor, was soll das sein? Diese Frage beantwortet man am besten, wenn man ein paar der berühmtesten Beispiele für sich sprechen lässt.

Im deutsprachigen Raum ist die Künstlergruppe Hgicht derzeit mit ihren 500.000 Klicks relativ populär. In ihren Texten spiegelt sich teils eine wirre Gesellschaftskritik, teils schlichter Kulturverfall.

ein polizist mit laserschwert, ja
mit diesem laserschwert schreibt er was auf.. ahh
ein polizist mit laserschwert
mit diesem laserschwert schreibt er was auf..

ein lächeln kommt vom herzen hoch, ja! ja
ein lächen von tuenchamun, ja! ja
ick bin tuenchamun, ja! ja
tut tut tut tut, ja! ja

Die Sendung Kulturzeit auf 3sat bezeichnet das, was hier vor sich geht als “unsubventionierte Tiefe des Trash” und dadaistische Ausdrucksform. Andere Stimmen können mit dem bunten Mix aus komischen Gestalten und dröhnender Musik wenig anfangen.

Charlie the Unicorn, ein englisches Format, bringt es sogar auf fast 35 Millionen Klicks. In diesem Trickfilm geht es um die Reisen eines depressiven Einhorns durch eine seltsame Welt. Vom selben Macher ist auch Lamas mit Hüten, das sogar in mehere Sprachen und Dialekte wie Bayrisch und Schwäbisch übersetzt wurde und von zwei Lamas handelt, die über einen toten Menschen reden, der in der Ecke liegt. Inzwischen kann sogar Merchandise der beiden Kultvideos erworben werden.

Die taz deckt das Erfolgsgeheimnis des vermeintlich sinnlosen Internethumors in dem Artikel “Vorsicht vor soziopathischen Lamas” auf. Die Videos bieten die Möglichkeit als gemeinsame Zitierstelle zu dienen. Die Gags können scheinbar unendlich oft in Alltagssituationen integriert werden um sie so ein wenig lustiger und weniger ernst zu gestalten. Der Macher der Videos, Jason Steele, antwortet auf die Frage wie er auf solche abstrusen Ideen kommt: “Ich schlafe einfach an meinem Arbeitsplatz ein, wache auf und BÄM, Borreliose.

Insgesamt kann man sagen, dass der Internethumor vielleicht eine kleine Gegenbewegung zum konservativ-konventionellen Humor ist und speziell durch seine betonte Sinnentleerung dem Rezipienten die Möglichkeit bietet alles in dem oft straff durchorganisierten Alltag für einen Moment liegen zu lassen.

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Videos: (Punkt nach yout bitte zum Ansehen löschen)

http://www.yout.ube.com/watch?v=qnEjFvu-Rsw

http://www.yout.ube.com/watch?v=hweknZwUhTI

http://www.yout.ube.com/watch?v=QFCSXr6qnv4

Textquellen:

http://www.taz.de/!63253/

http://www.cafepress.com/filmcow/1457783

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/tips/148933/index.html

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Der letzte Zukunftsmarkt für schlecht informierte Journalisten

geschrieben von in Medienkritik, Printmedien, Qualität1 Kommentar »

Beim Lesen der Wochenzeitung DIE ZEIT kann man manchmal erschrecken. Marcus Rohwetter schreibt über das westafrikanische Land Ghana und macht dabei entscheidende Fehler.

Das Thema des Artikels ist unterstützenswert. Es geht um die Modernisierung der Abläufe in der Landwirtschaft, wie sie der Softwarekonzern SAP in Ghana voran treibt. Dabei ist gut, dass Rohwetter nicht so penetrant Mitleid erzeugen will wie das an vielen anderen Artikeln über Afrika beobachtet werden kann.

Die Umrechnung von Bauer Darris Jahresumsatz auf “Pro-Kopf-Tagessatz” deutet jedoch eine Mitleidsnummer an. Nur fünfzig Cent am Tag. Die Armen.

Rassismus ist im Artikel kaum zu spüren.

Nur, dass der Paramount Chief “Häuptling” genannt wird…

“Häuptling”. Da denkt man gleich an “Stamm”. Oder von mir aus “Neger”. (vgl. Arndt)

Der Artikel versucht keine großen Ausführungen über die ghanaische Kultur. Vielmehr wird eine leichte Ignoranz gegenüber derselben in folgender Aufzählung deutlich:

“Uhr, Mütze, Cola, Telefon. Das sind die Statussymbole von John Darri.”

Ein Handy hat fast jede_r in Ghana. Auf dem Bild trägt der Bauer Darri ein traditionelles Chief-Oberteil, das aus Kente gefertigt wurde. Das ist ein Statussymbol. (vgl. Andanquah)

Wie ein Geist erscheint mir der letzte Satz des Infokastens am Rande des Artikels:

“Vor allem die Region südlich der Sahara dürfte auch weiterhin stark wachsen.”

Was heißt hier Region? Dutzende Staaten, hunderte Millionen von Menschen.

Herr Rohwetter hat eben Ahnung von Wirtschaft und Technik. Er erklärt ein System, mit dem SAP den Handel optimiert. Ghana dient nur als Hintergrund. Schade eigentlich.

Vielleicht muss jemand ja auch gar nicht so genau wissen, wie es da ist, in Afrika, um darüber zu schreiben.

Nein, im Ernst. In China essen sie Hunde. Und bei DER ZEIT, da schreiben sie Texte.

 

Quellen:

Rohwetter, Marcus (2011): Der letzte Zukunftsmarkt; in: DIE ZEIT, Nr. 45, [http://www.zeit.de/2011/45/Ghana-SAP] 07/11/2011

Arndt, Susan (2004): Kolonialismus, Rassismus und Sprache, [http://www.bpb.de/themen/2IQNTS,0,0,Kolonialismus_Rassismus_und_Sprache.html] 07/11/2011

Anquandah, James (2006): Splendour of Traditional Art, S. 2f, [http://www.ghanaculture.gov.gh/modules/mod_pdf.php?sectionid=506] 07/11/2011

Wenn ich von Rassismus spreche gehe ich von der Definition von Memmi aus: „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“ Albert Memmi (1994), Rassismus, Europäische Verlagsanstalt, Hamburg, S. 103 u. 164

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Debatte ohne Wirklichkeit?

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Seminarlinks2 Kommentare »
Das Feuilleton ist nicht nur der Ort, an dem die neueste Theatervorstellung, der aktuellste Bestseller und der meistverkaufte Hit besprochen werden. Das Feuilleton ist auch der Ort für Debatten über den Zustand und die Entwicklung der eigenen (oder einer anderen) Kultur. Wie aber entstehen solche Debatten eigentlich?
Ein Beispiel mag eine kürzlich in der Zeit angestoßenen Debatte zur Jugendkultur sein. Jens Jessen, Chef-Feuilletonist der Zeit, beklagte in einem Artikel den angepassten Charakter der heutigen Jugend. Eine Woche später erwiderten Manuel Hartung, Chefredakteur des Zeit-Campus-Magazins und Cosima Schmitt. In ihrem Artikel verteidigten sie die Jugend von heute und diagnostizierten sehr wohl Idealismus, vom Boom der Ökoläden bis zur Vergabe von Mikrokrediten an arme Afrikaner via Internet. Die Debatte wurde weitergeführt von Evelyn Finger, die die rebellische Jugend weniger bei den Uni-Absolventen entdeckte, die im Bioladen einkaufen, sondern eher bei den sozialen Schichten, die sich derlei nicht leisten könnten und ihre Wut vorerst vor allem in Hip-Hop-Texten à la Bushido artikulierten.
 
Interessant an der Debatte ist vor allem die starke Selbstbezüglichkeit des Feuilletons. In keinem der Artikel wird Bezug zur realen Welt genommen. Nie kommen tatsächlich Jugendliche und junge Erwachsene zu Wort. Stattdessen bezieht sich ein Artikel auf den nächsten und alle beziehen sich maximal auf Statistiken (Boom der Ökoläden) und Bushido-Texte. Mindestens drei große Artikel konnte aber alleine die Zeit drucken – so werden die Seiten auch voll! (Damit soll nicht gesagt sein, die Texte seien uninteressant oder langweilig geschrieben – es geht nur um die Frage, wie solche Debatten eigentlich entstehen). Könnte es also sein, dass das Feuilleton hier vor allem für sich selbst schreibt, Debatten initiiert und am Laufen hält? Und könnte es nicht auch sein, dass zahlreiche kulturjournalistische Artikel auf diese Weise entstehen?
 
Wenn dies der Fall ist, bietet sich gerade hier für PR-Arbeiter eine enorme Chance, ihre Anliegen unterzubringen. Denn wenn Debatten schon funktionieren, sobald sie von den Medien selbst angestoßen werden, genügt es ja, diesen Start-Impuls zu setzen. Dies bietet sich nicht nur für politische Debatten an, auch Produkte (z.B. von bestimmten Künstlern) ließen sich bereits vermarkten, wenn dieser Künstler als ein Symbol für eine Entwicklung verstanden wird, die anschließend im Feuilleton durchdiskutiert wird. Das wäre in der Tat eine Beziehung zum beiderseitigen Nutzen: für die Journalisten, die etwas zu schreiben haben, und für die Künstler, die ihre Platten verkaufen können. Nur die Wirklichkeit, die müsste nicht unbedingt Berücksichtigung finden.
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Obama überall

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Es ist Wahlkampf in den USA. Im Kampf um die mediale Aufmerksamkeit offenbaren die Kandidaten dabei alles, was noch ein paar positive Artikel zusätzlich bringt ? zum Beispiel der Musikgeschmack. Barack Obama präsentierte deshalb dem Rolling Stone Magazine seine aktuelle Playlist. Der Kandidat steht also auf Stevie Wonder und Bob Dylan und Rapper Jay-Z, ein paar Gangster-Rapper dürfen nicht fehlen, auch wenn sich Obama bei deren Liedern ?bekümmert? ob der Frauenfeindlichkeit und Gewalt zeigt. Nun ja, man darf getrost davon ausgehen, dass es sich hier um Wahlkampf handelt und kein Musiker und kein Song zufällig ausgewählt wurden.

Interessant ist aber die Medienberichterstattung darüber: In welches Ressort ordnet man das Thema ein? Politik, weil es sich um den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten handelt? Oder Kultur, weil es eben in erster Linie um Musik geht? Für beide Seiten sprechen gute Argumente, sicherlich kann man im eigentlichen Artikel auch noch einen eigenen Schwerpunkt setzen. Was aber auffällt (und diese Diskussion hatten wir zum Thema ?68er? ja auch schon im Seminar kurz angeschnitten), ist die Schwammigkeit des Ressorts Kultur. Letztlich bietet es Platz für eine extrem breite Palette an Themen ? Politische Kultur, Kulturbewegungen, Wirtschaftskultur, Alltagsreportagen, Kritiken des letzten Wiener Opernballs. Gerade dies macht das Ressort für mich so interessant ? hier findet sich Platz für Reportagen und Berichte, die in anderen Ressorts schwer zu platzieren sind und die dennoch oder gerade deshalb interessante Einblicke geben können. Entscheidend ist dabei, dass ein möglichst weiter Kulturbegriff verwendet wird. Die Berichterstattung darf sich eben nicht nur auf Karajan und das Avantgarde-Kino konzentrieren, sondern muss auch Phänomene aufnehmen können, die mit der klassischen ?Hochkultur? (im Gegensatz zur ?Populärkultur?) nicht ohne weiteres zu vereinbaren sind. Die ?Welt? hat sich jedenfalls entschieden und bringt die Geschichte von Obama und dessen iPod im Ressort Kultur. Gute Wahl!

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Kritiken im Netz: Amateurjournalismus oder Schund?

geschrieben von in Medienwandel2 Kommentare »

Während in der Vor-Internet-Zeit kritische Besprechungen von Büchern, Filmen oder Musik fast ausschließlich von Journalisten in den klassischen Printmedien, Radio und TV verbreitet werden konnten, können Kritiken heute einfach im Internet verbreitet werden ? entweder auf privaten Homepages und Blogs, oder direkt bei großen Onlinehändlern direkt neben (oder unter) dem besprochenen Werk.

Klar, viele dieser Kritiken erfüllen ihren Zweck maximal leidlich. Aber möglicherweise findet sich bei genauerem Hinschauen auch die eine oder andere qualitativ anspruchsvolle Besprechung darunter. In jedem Fall scheinen Kritiken eine überaus beliebte Form der Partizipation im Internet zu sein, sowohl was den produzierenden Teil der User angeht (man braucht sich nur die enormen Mengen an Beiträgen bei den einschlägigen Online-Shops anschauen), als auch was den nur lesenden Teil der Nutzer betrifft ? Kunden überfliegen wohl so gut wie immer die vorhandenden Erfahrungsberichte.

Gerade bei den anspruchsvollen Beiträgen kommt bei mir die Frage auf, ob es sich hierbei schon um eine Form des Journalismus handeln könnte. Denn wo liegt eigentlich die Grenze zwischen Amateur und Profi bei diesem kulturjournalistischen Kerngeschäft? Nur am Renommee des Veröffentlichungsorgans kann es ja wohl nicht hängen, oder etwa doch? Und was sind eigentlich die Kernanforderungen an einen guten Kritiker ? im Gegensatz zu einem amateurhaften ?Leseerfahrungsbericht??

Ich bin mir unsicher, wo so eine Abgrenzung gezogen werden könnte, wahrscheinlich ist eine 100%ige Trennung auch gar nicht möglich. Wenn das so ist, könnten die besseren Kunden?rezensionen? aber durchaus journalistische Kriterien erfüllen.

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Der schmale Grat zwischen Rebellion und Akzeptanz

geschrieben von in Allgemeines, SeminarlinksKommentare deaktiviert

Die Festival-Saison läuft. Jahr für Jahr, Sommer für Sommer ? egal ob das Wetter mitspielt ?pilgern tausende Jugendliche und junge Erwachsene zu den großen (und natürlich auch kleinen) Events. So auch am letzten Wochenende auf das Southside Festival, das schon seit Jahren zu den großen Vier im Lande zählt. Es war das zehnte. 50.000 Besucher. Das Programm war äußerst bunt durchmischt und sprach wie immer den breit gefächerten Geschmack der Musikinteressierten jenseits (zumindest meist) des Mainstream an. Da war für jeden etwas dabei. Egal ob großer Megaseller wie die Foo Fighters, Speerspitzen der neuesten englischen Welle wie The Kooks, Vertreter der Sparten Hip Hop, Neo-Wave (oder wie auch immer man die trendige Elektroinfizierung des Rock nun nennen mag), Punk, und und und.
Darüber liest man überall. Interessant, wenn man zwischendurch im Schatten seinen Akku wieder lädt, ist aber vor allem das Publikum. Bunt gemischt, durch alle Altersklassen. Da hat man einerseits wild tätowierte Menschen, andererseits recht normal aussehen Schulbuben und ?mädchen, und alles möglich dazwischen. Viele laufen recht spleenig rum. Ob das Super-mankostüme sind oder seltsame Stirnbänder – die Frage aller Fragen: Auffallen um des Auf-fallens Willen oder ein noch tieferer Schritt in die Alltagsflucht. Weg von der gewohnten Umgebung und weg vom gewohnten Outfit. Viele scheinen hier spezieller zu sein, sein zu WOLLEN als sie es wirklich sind.
Es geht jedenfalls nicht nur um Musik. Konzerte gibt es immer und überall. Hier allerdings steht die Alltagsflucht im Vordergrund. Drei Tage abseits vom alltäglichen Einerlei, von Stress und Ähnlichem. Weg von zuhause. Irgendwo auf dem Land. Fast jenseits der Zivilisation. Menschen kennenlernen, die die selben Interessen und Ansichten haben. Heute schwerer als früher, als das Besuchen eines Festivals nicht zur Mode und zum guten Ton gehörte, sondern Lebenseinstellung war. Jedoch immer noch leichter als im täglichen Nine-to-Five-Job oder dem langen Schultages mit den immer selben Menschen rundherum.

Da stellte sich doch im Rahmen des 68er-Anniversary die Frage nach fehlenden Kultur-bewegungen. Ohne Woodstock würde es diese Festivals heute nicht geben.
Nichts neues also. Ob die teure Teilnahme an den Veranstaltungen gut und ausreichend ist, oder auf kulturpessimistische Weise gerade der Grund dafür, dass sich in diesem Rahmen nichts mehr in unserer Gesellschaft tut (die es aber damals wahrscheinlich nötiger hatte als heute), warum es keine neuen Bewegungen mehr gibt??
Dass gerade die Macher damit Unmengen an Geld scheffeln, dass wir ihnen in den Rachen werfen, spricht eher für letzteres. In den meisten Fällen ? auch wenn manche wie Marek Lieberberg heute zwar ihre sogenannten Wurzeln angeblich kennen (aber wohl nur zur besseren Selbstdarstellung) ? kommen diese ja aber aus dem selben Milieu. Unternehmergeist, Abenteuerlust, Risiko ? vor allem finanzielles ? hat sie vom konsumierenden Teilnehmer zum organisierendem Fan gemacht. Zumindest klingt das auf der abschließenden Pressekonferenz so an. Man glaubt es gerne.
Und auch wenn das vielleicht viele denken: Der Zuschauer/Zuhörer ist nicht so blöd wie er oft scheint. Falls etwas nicht authentisch wirkt, er sich ?verarscht? fühlt, quittiert er das mit dem zuhause bleiben. Zumindest hat er diese Option. Und gerade in diesem kulturellen Bereich, der tief in Rebellion verwurzelt ist, sollte man den Glauben nicht daran verlieren, dass recht schnell eine ausreichend große Menge bestehende Strukturen ins Wanken bringen könnte.

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Plattenrezension ? Mein Freund und Hinderer

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik2 Kommentare »

Plattenkritiken sind gut und wichtig. Sie geben uns einen Überblick über den unendlichen Wust an Veröffentlichungen. Die Auswahl ist oft fragwürdig, aber irgendwie durch das System gerechtfertigt. Sicher gibt es viele Künstler irgendwo da draußen, die besser sind, als das, was uns unter kommt. Aber oft macht den kleinen unterschied eben der Biss aus oder die nötige Connection, der richtige Manager, das auffälligere Bühnengebahren oder das Image. So war es schon immer, so wird es immer sein.
Um mich für den Kauf einer Cd zu entscheiden, brauche ich neben der Möglichkeit, etwas anzuhören auch fachmännischen Rat, stilistische Einordnung, Bewertung. All dies sollte in ein einer Rezension vorhanden sein. Ich will wissen, welche Musik Band xy macht. Ist diese nicht wirklich in ein Genre einzuordnen, sollte man versuchen den Sound zu umschreiben. Ich möchte wissen, ob der Rezensent die Platte gut findet und wenn ja, was an ihr und warum genau. Ebenso umgekehrt. Leider verliert sich der gemeine Musikkritiker oft in Floskeln, erzählt unnötiges über Bandhistorie, was für den Neueinsteiger eventuell interessant, problemorientiert aber nicht weiterhelfend ist. Zu schlimmer letzt wird oft in zig Zeilen viel geredet und nichts gesagt.
Ein mittelprächtiges Beispiel wäre die aktuelle Kritik des neuen Offspring-Albums im Kultur-journal ?treff.region? der Saarbrücker Zeitung. Dort wird an sich kein negatives Wort ver-loren, bis auf den Schluss: ?Das neue Album hat einige Höhen ? aber leider genau so viele Tiefen. Nichts bedeutend Neues also von der Neo-Punk-Front.?
Was soll man nun mit den positiven Aussagen des Textes anfangen wie z.B. ? ??Half-Truism? ist jedenfalls ein echter Punk-Gassenhauer??
Etc.
Richtig einzuordnen ist dies nun nicht mehr. Denn wenn ich a) weiß was die Höhen sind, dann möchte ich auch b) genau wissen, was der Autor unter als Tiefen verortet. Da all dies ja schließlich Geschmacksache ist, muss ich für mich entscheiden können, ob diese Aspekte für mich relevant sind. Im Endeffekt erreicht die Rezension natürlich das Ziel: Die Platte wird wahrgenommen, der Leser ist interessiert, und offene Fragen werden über das Anhören in einem der raren Plattenläden in der Umgebung geklärt.
Von einer Service-Leistung wie einer CD-Rezension erwarte ich aber mehr. Beim TÜV zählt man mir ja auch nicht die nur Dinge auf, die an meinem Auto ?okay? waren, nur um da dann pauschal zu sagen: Aber es war mindest genauso viel kaputt.

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Von Fußballgöttern und Himmelsstürmern…

geschrieben von in Allgemeines8 Kommentare »

Was haben Religion und Fußball gemeinsam? Beides ist Bestandteil unserer Kultur: der Glaube als Element unserer kulturellen Identität – nicht für alle, aber für viele – und Fußball als Freizeitkultur. Bisweilen sprechen manche sogar von einer Art `neuen Religion´. Das hieße,  Fußball wäre eine Form von Religion, deren Götter auf dem Feld stehen und Tore schießen, während der `Gläubige´ seine “Himmelsstürmer” anbetet.

Oftmals wird diese These scherzhaft verwendet, weil viele Männer (und auch so manche Frau) am Sonntag lieber auf dem Sportplatz stehen und mit `ihrem´ Team mitfiebern als in die Kirche zu gehen. Begriffe wie Fußballgott und Himmelsstürmer sind auch schon seit ewiger Zeit im Umlauf. In Trier wird heute Abend dieser Zusammenhang zwischen Glaube und der wohl populärsten deutschen Sportart aus kirchlicher Sicht erörtert: um 19.30 wird sich Pastoralreferent Karsten Steil-Wilkes aus Luxemburg mit dem Vortrag “Helden, Heilige, Himmelsstürmer…Fußball & Religion” in der Fetzenkneipe zu diesem Thema äußern. Selbstverständlich wird danach auch das Halbfinale Deutschland – Türkei übertragen. Wer also noch nichts vor haben sollte…es wird sicher interessant! Meine persönliche spontane Meinung zu Fußballgöttern und Ähnlichem: die Profis verdienen viel zu viel Geld dafür, als dass es als eine Art Religion angesehen werden könnte. Es ist schlicht und einfach ein Job! Er mag Zuschauer erfreuen und Hoffnung und eventuell auch Halt und Gemeinschaftsgefühle vermitteln, aber eine Religion ist Fußball für mich deshalb noch lange nicht.

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Wenn Pop-Literaten baden gehen: Stuckrad-Barre auf dem absteigenden Ast?

geschrieben von in Allgemeines7 Kommentare »

Der Autor des erfolgreichen und später auch verfilmten Romans Soloalbum, Benjamin Stuckrad-Barre, ist “bekannt als von vielen jungen Fans angehimmelter, von vielen Kritikern verrissener Pop-Literat und als schrille Medienfigur” (spiegel.de). Nach heftiger Schmähkritik bezüglich seiner schriftstellerischen und schauspielerischen Fähigkeiten sowie nach seinen Enthüllungen zu Drogenexzessen sorgt Stuckrad-Barre bei Medienlese.com nun erneut für Schlagzeilen: Scheinbar hat sich der 33-jährige mit der taz verworfen und schreibt fortan für ausgewählte Blätter des Axel-Springer-Verlags, unter anderem für die B.Z. und die Welt. Wird das ein Abgang vom eigensinnigen Pop-Kulturjournalismus zur Massenabfertigung der Boulevardpresse? Oder war Stuckrad-Barre wirklich nie so grandios, wie es ihm seine Kritiker immer vorgeworfen haben? Medienlese.com scheint diese Meinung zu vertreten. In diesem Artikel soll seine mangelnde Kreativität herausgearbeitet und seine Haltung gegenüber journalistischen Tätigkeiten im Allgemeinen und der taz im Speziellen hinterfragt werden. Egal wer welche Meinung zu dieser Person vertritt, der Artikel lohnt sich!

Quelle: www.medienlese.com

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Sport und Kultur ? oder: Was macht eine Fußballkolumne im Ressort ?Kultur??

geschrieben von in Internet, Medienkritik, Seminarlinks7 Kommentare »

Keine Frage: Sport und gerade Fußball gehören zu unserer Kultur.

Ich musste mich trotzdem sehr wundern als ich im Kultur-Ressort von Spiegel-Online ?Goosens Grätsche? fand, eine Kolumne zur aktuell laufenden Europameisterschaft. Womit beschäftigt sie sich also? Mit dem interkulturellen Aspekt der Europameisterschaft? Mit Spielkultur? Weit gefehlt! Frank Goosen schreibt über die Bambini-Spiele seiner Söhne, über Public Viewing im Garten des Nachbarn und allerlei anderes, das mehr oder minder alltäglich ist.

Ist das nun Kultur?

Zumindest ist es keine Hochkultur. Es ist nichts, das man in einem Kulturressort erwarten würde, oder gar im Feuilleton. Dort möchte man über Neuinszenierungen bekannter Bühnenstücke, die Rezensionen von Walsers ?Ein liebender Mann? und über die neueste Aufnahme von Beethovens Fünfter durch das Berliner Symphonieorchester lesen. Aber über Fußball?

Spiegel-Online ordnet ?Goosens Grätsche? in die Unterkategorie Gesellschaft ein. Nun schaut man sich das Feuilleton der ZEIT an: Regelmäßig berichtet die über gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen, über Kommunismus und Kirche, über den ?neuen Kapitalismus? und die deutschen Gesundheitsfanatiker. Gesellschaft, das ist festzustellen, ist also zuhause im Ressort Kultur, im Feuilleton.  Aber Fußball?

Fußball, die EM ist ein Gesellschaftsphänomen. Fußball, das ist Alltagskultur. Irgendwie gehört es also schon ins Ressort Kultur. Aber nur irgendwie. Besser würde die Kolumne ?Goosens Grätsche? ins Ressort Sport passen, wo auch alle anderen Reportagen, Berichte und Kommentare zur Europameisterschaft zu finden sind.

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