„Blogs liest ja sowieso keiner.“

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Die meisten wissen noch nicht einmal recht, wo sie den Begriff einordnen sollen – geschweige denn, wie man ihn mit Inhalten füllt. Der „Blog“. Laut Definition eine Art Online-Tagebuch, das sich mit Hilfe von WordPress und Co. jeder aneignen kann, um nach Herzenslust sein Leben, seine Meinungen oder einfach nur lustige Bilder in die weite Welt des Internets hinaus zu posaunen.
Aber Blogs sind eben nicht nur eine frühe Variante des Facebookprofils. Sie dienen (vor allem für Journalisten) als Informationsquellen, spiegeln (gut und weniger gut belegte) Meinungen wieder und auch andere Social Media Accounts, wie Twitter oder eben Facebook können als „Blogs“ bezeichnet werden. Und selbst die „reinen“ Blogs sind trotzdem nicht zu unterschätzen:

Weltweit lesen mehr als 409 Millionen Menschen pro Monat WordPress Blogs, die unter anderem bekannte Größen wie die New York Times, Samsung oder ebay beinhalten. Von Internetzeitungen bis zu Infopages über die neusten technischen Errungenschaften ist also alles vertreten. Für Unternehmen ist es profitabel einen Blog zu unterhalten – sei das nun über WordPress, über eine Facebookseite oder einen Twitteraccount, denn sie können so Werbung machen. Um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, werden alle Mittel auf einmal genutzt. Die Anzahl der Blogs steigt ständig an, alleine auf tumblr fanden sich im Oktober diesen Jahres 207,3 Millionen. Eine Zahl, die man sich eigentlich schon gar nicht mehr vorstellen kann und trotzdem ist sie nur ein Bruchteil dessen, was sich in den Tiefen des World Wide Web tummelt. Doch worüber schreiben all diese Menschen und Unternehmen den lieben langen Tag?

Eine Studie von rankseller hat 2013 2.344 deutsche Blogger dazu befragt und das Fazit?

Die beliebtesten Themenbereiche sind Heim und Garten oder Erotik und Liebe, Schlusslicht bilden Shopping und (leider) auch Bildung und Wissen. Was erstmal kein besonders überraschendes Ergebnis ist, Klatschzeitschriften verkaufen sich schließlich auch am laufenden Band. Die deutsche Top 100-Liste der Blogs wird vom Postillon angeführt, einer Website die das aktuelle Mediengeschehen meist satirisch aufbereitet, gefolgt von mimikama, die sich auf  Betrugsfälle im Internet konzentriert, und Schlecky Silberstein (ehemals Spiegel Offline), die dem Leser einfach nur ein wenig den Tag versüßen möchte. Wobei man sicher auch bei diesen weniger ernsthaften Blogs über den ein oder anderen bemerkenswerten Eintrag stolpern könnte.

Wer selbst einen Blog schreiben möchte, wird mit Hilfestellungen und Ratschlägen geradezu überschüttet. Tippt man bei Google „Wie schreibe ich einen Blog“ ein, erhält man circa 44,3 Millionen Ergebnisse. Allerdings sind ein paar einfache Tipps schnell herausgefiltert:

  • Themenbezogenheit/Zielsetzung: Wer sich auf ein Thema spezialisiert und weiß, worauf er hinaus will bzw. für wen er da schreibt, hat einen guten Grundstein gelegt.
  • Ansprechendes Design: Wenn das Layout stimmt und die Seite übersichtlich ist, findet sich der Leser gleich besser zurecht.
  • Schlagworte/Beziehungen: Mit Schlagworten wird der Blog leichter gefunden – und Beziehungen (Links, Verweise, etc) zu Unternehmen, anderen Bloggern u. Ä. schaden nie – und schützen vor Plagiatsvorwürfen.
  • unvm.

Für den Erfolg eines Blog ist im Endeffekt aber der Inhalt entscheidend, damit er auch heute – in der Zeit von Facebook, Twitter und Co. Aufmerksamkeit erlangt. Oder ob der Inhaber des Blogs die National Football League ist.

 

 

Quellen:

WordPress Stats

WordPress Notable Users

Statista: Statistik Tumblr

Studie Basicthinking.de „So bloggt Deutschland“

Deutsche Blogcharts

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Medien, Feminismus und Morddrohungen

geschrieben von in Internet, Medienkritik1 Kommentar »

Gamer sind männlich, riesen Nerds, haben wenig soziale Kontakte und von Frauen auch keine Ahnung, beziehungsweise interessieren sich auch nicht wirklich für sie, außer sie kommen in ihren Spielen vor.

Sieht so aus als hätte da mal wieder jemand tief in die Klischeekiste gegriffen, oder?
Natürlich ist diese Darstellung mehr als nur übertrieben. Natürlich hat jemand, auch wenn er sich als Gamer bezeichnet, Freunde und geht duschen. Doch sieht man sich die momentane Diskussion an, welche auf diversen Plattformen unter dem Hashtag #GamerGate läuft, kann man schnell auf den Gedanken kommen, dass diese Klischees irgendwie doch eines wahren Ursprungs entspringen.
Bekannteste Opfer der #GamerGate-Debatte sind Zoe Quinn, Brianna Wu (beides Spiele-Entwicklerinnen) und die Feministin und Medienkritikerin Anita Sarkeesian. Diese wurden (und werden immer noch) von vielen aus der Gaming-Community auf das Schwerste beschimpft und sogar bedroht. Privatadressen wurden öffentlich gemacht und mittlerweile stehen sie sogar unter Polizeischutz. Doch was hat dieses extreme Verhalten ausgelöst?
Zunächst einmal ein Blogeintrag eines betrogenen Freundes. Dieser beschuldigte seine damalige Freundin Zoe Quinn darin, um gute Kritiken für eines ihrer Spiele zu bekommen, eine Affäre mit einem Spielejournalisten eingegangen zu sein. Auch wenn sich diese Annahme als falsch heraus stellte, zogen diese Anschuldigungen natürlich die übliche Entrüstung nach sich und wie man es so aus dem Internet kennt, waren auch verbale Entgleisungen unter all den Kommentaren dabei. Dennoch wurde durch diesen Zwischenfall etwas – oder besser – jemand stellvertretend für einige, wenn auch nicht viele in das Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt: Zoe Quinn beziehungsweise Frauen in der Spieleindustrie.
Ins Rollen kam der große #GamerGate Skandal dann durch die Erscheinung des neuesten Videos von Anita Sarkeesian, welche auf ihrem Youtube-Kanal die Darstellung von weiblichen Charakteren in Spielen beleuchtet. Einer ihrer Grundaussagen ist, dass weibliche Figuren meist nur den hübschen Rahmen für die männlichen Hauptfiguren bilden. Durch diese Äußerungen hatte sie einen empfindlichen Nerv in der Gaming-Community getroffen. Sie und Zoe Quinn rückten somit immer mehr in den Focus von ‚Kritikern‘, welche eigentlich keine sind. Zusammen mit Brianna Wu, welche sich auch kritisch zu Sexismus in Spielen äußerte, stehen die drei nun im Mittelpunkt von Anfeindungen, Drohungen und Beschimpfungen. Trauriger Höhepunkt war die Absage eines Vortrages von Anita Sarkeesian aufgrund von der Androhung eines Anschlages am Veranstaltungsort.
Reaktionen gab es viele. Unter anderem einen offenen Brief an die Gaming Community von Entwicklern, in dem sich dafür eingesetzt wird, dass jeder spielen darf, egal welches Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung er hat. Dennoch hat sich die gesamte Situation zu einem undurchdringlichen wirren Durcheinander von Meinungen, Drohungen und Vermischung der unterschiedlichsten Themen entwickelt. Festzuhalten ist, dass es um Sexismus in Spielen und gegenüber Frauen in der Spieleindustrie, sowie die Glaubwürdigkeit von Spielejournalisten, geht.

Nachdem dies schon vor ungefähr 3 Monaten im englisch sprachigen Raum ein viel diskutiertes Thema war, wird dies von den deutschen Medien erst jetzt aufgegriffen. Neben einer Vielzahl von Gaming-Portalen (u.a. Playnation.de oder auch Giga-Games),die allerdings seit einem längeren Zeitraum davon berichten, werden jetzt auch etablierte Medien wie zum Beispiel die Tagesschau, oder auch die FAZ auf dieses doch brisante Thema aufmerksam.
Bei letzterem ist jedoch folgendes anzumerken um wieder auf die am Anfang erwähnten Klischees einzugehen: Das im ersten Abschnitt des Artikels erläuterte ‚Utopia‘ ist bei weitem noch nicht erreicht. Natürlich gibt es wie in dem Artikel beschrieben neben den Spielen nun auch viele andere Medien, die diese aufgreifen, wie Bücher oder ähnliches. Doch ist dies lediglich Merchandise. Die Gruppe derer, die Spiele als Kulturgut ansehen ist weiterhin sehr gering und jemand der es geschafft hat eine beachtliche Summe von ca. 300 Stunden in Skyrim zu verbringen, bekommt wohl immer noch gesagt, dass er doch seine Zeit auch besser nutzen könnte.
Die Entwicklung, dass nicht jeder gleich als potenzieller Amokläufer gilt, wenn er einen Ego-Shooter spielt, steht selbst noch in den Kinderschuhen, wenn man die Diskussionen um Gewalt in Spielen verfolgt. Gewaltdarstellungen werden immer noch in den verschiedenen Gattungen Film und Spiel unterschiedlich gewertet, egal wie cineastisch ein Spiel inszeniert wurde.
In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird im Zuge der #GamerGate Affäre eine spannender Punkt aufgegriffen, der hier noch nicht im Mittelpunkt stand: Der Spieler – also Gamer – an sich mit seiner Identität; derjenige auf den die Klischees aufgedrückt werden. Halten wir kurz an dieser Stelle fest, dass in diesem Artikel der generische Maskulinum genutzt wird. Laut einer Studie der Entertainment Software Association aus diesem Jahr sind mittlerweile ungefähr die Hälfte aller Spieler weiblich.
Wer bin ich wenn ich spiele? Ich für meinen Teil: weiblich, 22 jährig, GTA V spielend mit vielen sozialen Kontakten, da ich mich aktiv an der Arbeit in einer Fachschaft beteilige. Passend wird in dem Artikel vom „Ende der Gamer-Identität“ gesprochen. Durch dieses ‚Ende‘, das Aufkommen von Frauen in der ‚Szene‘, die Kritik an der Darstellung von Frauen, seien die Reaktionen die im #GamerGate auftauchen fast eine logische Konsequenz. Leider trifft dieser Punkt nur auf einen kleinen Teil der Community zu, nämlich auf jenen in dem die Drohungen und Anfeindungen entstanden sind. Dieser kleine Teil ist aber auch im Rest der Gesellschaft zu finden und fühlt sich durch jedes kleinere aufkommen von feministischen Inhalten angegriffen ( vgl. hierzu zum Beispiel die Diskussion um das Video „10 Hours of Walking in NYC as a Woman“)

Der größere Teil findet es schön, dass nun auch die Damen der Schöpfung die Welt der Spiele für sich entdeckt hat. Es wird auch nicht kritisiert, dass kritisiert wird, sondern es wird auf das alte Thema aufmerksam gemacht, dass Pauschalisierungen immer schwierig sind. Zum Schluss bleibt nur noch kurz etwas Kritisches zu hinterfragen: Ja es wird diskutiert – und das ist auch gut so – aber kommen diejenigen, über die diskutiert wird, eigentlich auch zu Wort oder ist es wieder eine fremdbestimmte Diskussion?

 

 

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Ist die ZEIT vorbei?

geschrieben von in Internet, Printmedien, Zeitschriften, Zeitungskrise1 Kommentar »

Langsam schiebt sich die Masse über den überfüllten Bahnsteig. Sie kommen an einem Zeitungsstand vorbei. GRATIS steht in großen Buchstaben auf einem Schild. Ein alter Mann nimmt sich eine Zeitung. Alle anderen gehen weiter, ohne den Stand eines Blickes zu würdigen. Nach einer Weile sitzen alle im Zug. Taschen und Rucksäcke werden geöffnet, Laptops herausgeholt und Smartphones eingeschaltet. Der alte Mann geht den Gang hinunter. Er lässt sich auf einem freien Platz nieder und schlägt umständlich die Zeitung auf. Die Frau auf dem Platz neben ihm schaut genervt von ihrem Smartphone auf. „Was suchen Sie denn?“, fragt sie. „Die Bundesligaergebnisse!“, antwortet der alte Mann. „Die habe ich gestern schon nachgeschaut“, sagt sie und überreicht ihm ihr Smartphone.

Kein Überleben für die Zeitung?

Dass die Nachfrage nach Printmedien schwindet, ist nichts Neues. Doch gibt es den guten Journalismus nicht nur in der Zeitung? In der Zeitung überzeugen seit langen Jahren qualifizierte Journalisten mit gut recherchierter Arbeit, unterschiedlichen Themen und ausführlichen Hintergrundreportagen. Mit dem Kauf einer Zeitung wird versichert, dass die Artikel umfassend recherchiert und glaubwürdig sind. Dass die Journalisten Kenntnis haben, worüber sie schreiben und für den Leser die wirklich wichtigen Themen selektieren und aufbereiten.

Trotzdem greifen immer mehr Menschen zum Smartphone oder Tablet, um die Nachrichten online zu lesen.
Im Internet findet man die gesuchten Informationen schnell und zielsicher. Ohne großen Zeitaufwand. Und noch viel wichtiger ist, dass man NUR das erhält, was man wirklich möchte. Kauft man eine Zeitung, um sich über die neusten Ereignisse in Russland zu informieren, muss man auch den Rest, also den Sport und die Klatschspalte kaufen. Online ist das anders.
Kauft man eine Zeitung, entscheidet man sich nicht nur dafür mehr zu kaufen, als man eigentlich braucht, sondern es beschränkt auch auf die eine Sichtweise des Journalisten beziehungsweise die Quellen, die der schreibende Journalist wichtig hielt. Im Internet hingegen werden viele verschiedene Quellen präsentiert. Durch Verlinkungen findet man schnell viele Texte und Informationen zum selben Thema.

Natürlich hört man hier die Aufschreie der Zeitungsliebhaber. Denn Online birgt viele Risiken, die man nicht außer Acht lassen sollte. Im Internet kann jeder zum Journalist werden und jeder kann Informationen einstellen. Fehlinformationen werden nicht überprüft und verbreiten sich über das Internet wie ein Lauffeuer, bevor auffällt, dass es sich um eine Fehlinformation handelt.

Doch ist dieses Risiko nicht akzeptabel, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt?

So schön es auch sein mag eine echte Zeitung in der Hand zu halten – das bekannte Rascheln beim Umblättern der Seiten zu hören. Sind es doch trotzdem nur die Nachrichten von gestern.
Für schnelle und aktuelle Nachrichten bleibt nur der Griff zum Smartphone.

Was sich viele wünschen, sind Onlineartikel, die umfassend recherchiert sind und komplexe Sachverhalte verständlich zusammenfassen. Artikel, wie man sie zuweilen nur in der „echten“ Zeitung findet.

Die Süddeutsche Zeitung versucht zur Zeit durch den Bau eines Print – Online – Newsrooms Online und Print erfolgreich zu verbinden. „Die geschäftsführenden Redakteure, die dort arbeiten werden, sind künftig für Print, wie online gleichermaßen verantwortlich.“ (http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/) Dadurch soll es eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Print und Online geben. Es ist der Versuch „sowohl eine sehr gute Zeitung, als auch eine sehr gute Nachrichtenseite (zu) machen.“ (http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/)
Es könnte ein entscheidender Schritt sein, Online qualitativ nach vorne zu treiben, aber dabei die Zeitung nicht zu vergessen.

Kein Überleben für die Zeitung?
Das ist zur Zeit schwer zu ermessen. Aber bis jetzt schreibt sie auch noch keiner ab!

 

Quellen:

http://www.gutjahr.biz/2013/03/zukunft-zeitung/

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zukunft-der-zeitung-die-odyssee-der-online-onkels-12534852.html

http://verlag.faz.net/mediaportal/ueber-die-zukunft-von-zeitungen-ein-gespraech-mit-frank-schirrmacher-und-horizont-chef-juergen-scharrer-11885036.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zukunft-des-journalismus-das-heilige-versprechen-11970610.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-11/Tageszeitung

http://www.spiegel.de/thema/2020_die_zeitungsdebatte/

http://www.sueddeutsche.de/thema/Zukunft_des_Journalismus

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/zukunftdesjournalismus

http://www.arte.tv/guide/de/048392-000/journalismus-von-morgen-die-virtuelle-feder

http://www.theeuropean.de/debatte/342-zukunft-des-journalismus

http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/

 

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The German Dream

geschrieben von in Internet, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für The German Dream

Die Stadt New York steht vor einem großen Umbauprojekt: alte Telefonzellen sollen in 10 000 neue WLAN-Stationen umgebaut werden, welche 24/7 kostenlosen und zeitlich unbegrenzten Zugang zum Internet bieten. Sie sollen über einen Android Tablet Touchscreen bedient werden, mit welchem Inlandstelefonate und Notrufe getätigt werden können, als auch Ladestationen für Smartphones besitzen.

Das Projekt „LinkNYC“ ist für alle fünf Stadtteile New Yorks geplant und hat neben den Intentionen, das Straßenbild durch bunte Werbung an den modernen Stationen aufzubessern und die Attraktivität für  Touristen durch kostenloses WLAN zu steigern, ebenso den ökonomischen Aspekt des Wandels im Fokus: allein durch die Erstellung jener Säulen sollen 100-150 Vollzeit Arbeitsstellen geschaffen werden, hinzu kommen weitere, die für die Pflege und den Service der WLAN-Säulen zuständig sein sollen.

Realisierbar sei dieses Projekt mithilfe von Werbefinanzierung an den Hotspots und der finanziellen Beteiligung städtischer Firmen, wodurch des New Yorkers Geldbeutel verschont wird, da laut Bürgermeister Bill de Blasio „das Wifi-Netz keine Kosten für den Steuerzahler verursachen“ soll. In den nächsten 12 Jahren werden geschätzt mehr als 500 Millionen US-Dollar Einnahmen erzielt.

Warum also nicht in Deutschland?

Der erste deutsche Vorreiter ist die Stadt Pforzheim, die kostenfreies Surfen in der Innenstadt und am Stadtrand anbietet. Ab einer Nutzung von über 300 Megabyte Datenvolumen kann man den kostenlosen Service jedoch nicht mehr nutzen, es sei denn man zahlt 8,99€ und erhält einen Gigabyte Datenvolumen oder es wird eine Monatsflatrate für 19,99€ erworben und das Angebot der Stadt ist uneingeschränkt nutzbar.

Weitere Großstädte, wie zum Beispiel Hamburg, streben ganz nach dem Beispiel „LinkNYC“ das Offerieren von Hotspots an. Gänzlich unpraktisch ist jedoch die Rechtslage in Deutschland, da durch die Störerhaftung der Netzbetreiber die Verantwortung dafür trägt, wofür das WLAN genutzt wird. Dass deutsche Städte oder Kooperationspartner diese Bürde nicht auf sich nehmen wollen, lässt sich mit gesundem Menschenverstand nachvollziehen.

Eine Ausweichmöglichkeit fand die Non-Profit-Organisation „Medien-/IT-Initiative-Pforzheim“, welche für den dortigen WLAN Hotspot zuständig ist, indem sie die Firma Skytron mit der Betreiberhaftung beauftragte.

Zusätzlich dazu erschien bereits ein Antrag zur Abschaffung der Störerhaftung, der jedoch am 14.11 von der CDU und der SPD im Bundestag abgelehnt wurde. Fragwürdig ist hierbei, wieso ein entwickelter Staat wie Deutschland diese Regelung nicht abschaffen will, denn laut Chaos Computer Club Mitglied Michael Hirdes gebe es kaum ein Land mit dieser Regelung.

Quellen:

http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/hamburg-will-vorreiter-werden-kostenloses-wlan-in-der-innenstadt-/10990372.html

http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/wlan-experimente-moebel-werden-zum-hotspot/8786314-2.html

http://www.skytron.de/de/mobilesinternet/index.php

http://www.link.nyc/

http://www.welt.de/wirtschaft/article134462676/New-York-plant-groesstes-gratis-WLAN-Netz-der-Welt.html

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Internet für alle?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Internet für alle?

Aufmerksam auf das Thema wurde ich neulich durch einen Beitrag im Deutschlandfunk, es ging um das Internet in Afrika: wie weit ist das World Wide Web dort schon ausgebaut und wie viele Menschen können es überhaupt nutzen?
Für uns gehört es zum Alltag dazu, wir treten durch Mails und soziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt, bestellen unsere Weihnachtsgeschenke über Kaufportale und holen uns unser Lernmaterial für die Uni aus dem Internet. Sogar im Arbeitslosengeld Regelsatz wird das Nutzen von Medien (hier vor allem Internet und Fernsehen) einberechnet, es gilt quasi als Grundrecht. 1
Doch was wenn die Benutzung eines Computers und dann noch des Internets viel zu teuer für den Ottonormalverbraucher wäre? Würden wir sofort an den Rand der Gesellschaft katapultiert werden?

Ganz so drastisch sieht es in Afrika noch nicht aus, denn dort haben nur Wenige einen regelmäßigen Zugang zum Internet und die Mehrheit der Bevölkerung weiß noch nicht wie man einen Computer überhaupt benutzt. Es können sich nur die Reichen ein solches Gerät leisten und das heißt noch nicht, dass sie auch zwangsläufig mit dem Internet verbunden sind. In Zahlen: dreizehn Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind regelmäßig online. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 75 Prozent.
Es ergibt sich sogar noch ein weiteres Problem: das Stromnetz ist noch nicht genügend ausgebaut, in Kenia zum Beispiel haben die Menschen nur einige Stunden Strom am Tag, ein Computer würde da gar nicht funktionieren.

Man könnte vielleicht sagen, dass es heute vielleicht besser sei den Wahnsinn des Medienrummels nicht mitzumachen; doch heißt kein Internet heute, keine Beteiligung am Weltgeschehen. Die Bevölkerung Afrikas (wobei man dabei zwischen den reichen, z.B. Mosambik und armen Ländern, z.B. dem Tschad unterscheiden muss) kann nicht auf Wissen und Nachrichten zugreifen, wobei gerade der klassenübergreifende Gedanke dahinter so reizvoll ist:
Kinder aus Bildungsfernen Familien, die nicht zur Schule gehen können, könnten über Online-Portale unterrichtet werden, junge Erwachsene könnten sich auch privat weiterbilden und und und…
Der UN-Generalsekretär Kofi Annan geht laut „Zeit Online“ sogar so weit, auf dem zweiten Weltgipfel zur Informationsgesellschaft in Tunis 2005 zu sagen, dass ein Zugang zum Internet und damit zu freier Information für ein funktionierendes Staatswesen unabdingbar sei.2

Fakt ist: an der Ostküste Afrikas wurde 2009 ein neues Glasfaserkabel über 15.000 Kilometer Meeresboden verlegt, dass Kenia, Südafrika, Mosambik und Tansania mit Europa und Asien vernetzen sollte. Erstmal profitierten davon nur Firmen und wohlhabende Menschen, in Sierra Leone beispielsweise kostete eine satellitengestützte Verbindung mit einer Geschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde 8000 Dollar im Monat. Heute verbinden neun Glasfaserkabel Afrika mit Europa, wobei die Unterschiede in der Qualität, Geschwindigkeit und Nutzung immer noch zwischen den einzelnen Staaten und Regionen riesig sind.

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat Afrika auf jeden Fall einen großen Sprung nach vorne gemacht und vielleicht wird innerhalb der nächsten Jahre auch eine ganz einfache Angestellte in Kenia ungestört im Internet surfen können. Wenn der Strom reicht.

Quellen:
1 Hartz IV Ratgeber (http://www.hartz-iv.info/ratgeber/regelbedarf.html)
(abgerufen am 3.1.13, 15:02)
2 Dürr, Benjamin: Internet in Afrika – Ein Kabel bringt Hoffnung, Zeit Online (http://www.zeit.de/online/2009/33/afrika-internet-      seekabel/seite-2)
(abgerufen am 23.12.12, 16:39)
Rühl , Bettina: Afrika und das weltweite Netz – Chancen und Grenzen der digitalen Revolution, Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1955491/)
(abgerufen am 23.12.12, 16:37)

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Ein Link auf Papier(?)

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel, Printmedien, Zeitschriften, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Ein Link auf Papier(?)

Nun ist ein auf Papier abgedruckter Link in der heutigen Zeit nichts wirklich besonderes mehr, werden viele sagen. Dem ist auch so. Eine Variante allerdings, die mehr oder weniger neu ist, scheinen die so genannten Quick Response Codes (QR-Codes) zu sein.

Gesehen haben wir sie wahrscheinlich alle schon einmal: kleine schwarze Quadrate, auf deren Fläche noch kleinere, scheinbar willkürlich verteilte schwarze und weiße Kästchen zu sehen sind. Während sie für das menschliche Auge keinen Sinn ergeben, können Computer damit eine ganze Menge anfangen. Denn scannt man einen solchen QR-Code mit dem Handy ein, wird man unverzüglich auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet, die inhaltlich mit dem Artikel verknüpft ist, in dessen Frame der Code auftaucht.

Vorreiter dieser zweidimensionalen Barcodes ist der Springer-Verlag, genauer dessen Tabloid Welt kompakt. Schon 2007 erschienen die QR-Codes regelmäßig als inhaltliche Ergänzung zu den veröffentlichten Artikeln. Ob sie von den Rezipienten oft oder überhaupt genutzt werden, legt der Springer-Verlag nicht offen. Doch da die QR-Codes weder viel Platz brauchen, noch sonderlich kostenintensiv sind, erscheinen sie weiterhin als kleine Wegweiser zu weiteren Informationen. [1]

Durch einen Artikel in einer Ausgabe der Journalistik (s. Quellen) darauf aufmerksam geworden, begegnen mir diese Barcodes nun immer häufiger. Noch am selben Tag fiel ein Supplement aus der aktuellsten Ausgabe des aud!max (s. Quellen): Campus Cooking. In diesem Heftchen werden schnelle, unkomplizierte Gerichte für Studenten von den Köchen Stefan Wiertz und Kevin von Holt präsentiert. Blättert man Campus Cooking einmal durch, findet man insgesamt sechs Rezepte, denen jeweils ein QR-Code hinzugefügt wurde. All diese Codes führen zu Videos, in denen die beiden Köche die Zubereitung der besagten Rezepte präsentieren. [2] – Des Weiteren sind mir die QR-Codes nun auch in Prospekten diverser Supermärkte und Fachläden aufgefallen. Bei manchen dachte ich, dass das eine durchaus sinnvolle Ergänzung sein kann, bei anderen habe ich mich wiederum gefragt, was dabei denn herauskommen soll. (In Ermangelung eines Smartphones konnte ich dem auch leider nicht auf die Spur gehen.)

Bleibt die Frage zu klären, ob diese Barcodes eine nützliche Erfindung sind, die unser alltägliches Leben mit zusätzlichen Informationen o.ä. bereichern können. Oder ob sie doch in die Richtung verschwendeter Druckerschwärze gehen und getrost fallengelassen werden können. Wie so oft wird das wohl wieder jeder für sich entscheiden (und ggf. verwenden) müssen.

_____________

[1] Westermeier, Carola (2012): QR-Codes als „Links in der Zeitung“ – Erfolg oder Fehlschlag? in: Fengler, Susanne (2012): Journalistik. 2012/01, s. 8.

[2] Telekom Deutschland GmbH (2012): Campus Cooking. Supplement in: aud!max Medien GmbH (2012): aud!max. 2012/06.

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Wie die Medien zitieren

geschrieben von in Medienkritik, Medienwandel, QualitätKommentare deaktiviert für Wie die Medien zitieren

Bin gerade im graphitti-blog auf eine schöne Grafik gestoßen, die recht gut wiedergibt, wie in den Massenmedien mit Internetquellen umgegangen wird.

OK. Das ganze ist nicht ganz ernst gemeint. Und  Quellenangaben in Medien mit Quellenangaben beim wissenschaftlichen Arbeiten zu vergleichen hinkt auch ein bisschen. Aber tendenziell trifft das Ganze einen wahren Kern. Denn die Quellen Youtube oder Internet sind ungefähr so aussagekräftig, als würde man schreiben „Quelle:  Öffentlichkeit“, „Quelle: Zeitung“ oder ähnliches.  Vermutlich dienen die Quellengaben „Internet“ oder „youtube“ auch eher dazu, zu unterstreichen, dass man sich nicht der Authentizität verpflichtet.  Ich persönlich fände ja, dass es nicht nur weniger lächerlich wirken würde eine richtige Quelle anzugeben, sondern dem Rezipient auch eine Möglichkeit geben würde, sich selber ein Bild von der Gesamtquelle zu machen

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Die vierte Macht von wem?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Die vierte Macht von wem?

Ein kurzes Essay, warum das Internet das demokratischste aller Massenmedien ist.

Medien – ihnen fällt die Verantwortung zu, die politischen Akteure zu kontrollieren. Indem sie das politische Geschehen bewerten, aufbereiten, kommentieren und vor allem den Massen zugänglich machen, wirken sie stabilisierend auf politische Systeme ein. Aber nicht nur auf demokratische.

Klar, gerade Twitter, Facebook und Co. haben indirekt maßgeblichen Anteil am arabischen Frühling. Revolutionäre können sich hier organisieren, ohne dabei ihre Identität dem diktatorischen Heimatland zu offenbaren. Am wichtigsten, sie können Öffentlichkeit schaffen und den Stein ins Rollen bringen ohne gleich ins Kreuzfeuer der Behörden zu gelangen. Aber das Internet ist im Vergleich zu anderen Mediengattungen eine Ausnahme. Staaten haben, ohne einen enormen Aufwand zu betreiben, nur sehr bedingte Einflussmöglichkeiten auf das heutzutage oft drahtlose Netz. Eine Regierungen kann in der Tat (fast) das gesamte Internet in seinem Staat lahmlegen. Einschlägigen Berichten zufolge war Ägyptens Ex-Machthaber Mubarak das beste Beispiel dafür. Im Falle des kompletten Abschaltens wird jedoch nicht nur die angestrebte Zensur Andersdenkender erreicht. Der diktatorische Staat würde sich (zugegebenermaßen überspitzt formuliert) selbst in die Steinzeit zurückbefördern, und das will er nicht. Auch das Internet in Ägypten funktionierte bald wieder. Und so muss die Regierung das fleißige geblogge, getwittere der Aufsässigen ertragen, oder aber ein ganzes Heer an Zensierenden beschäftigen, um das Internet auch nur einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Welche Autokratie, China ausgenommen, soll sich das leisten können?

Anders sieht es bei allen anderen relevanten Massenmedien aus. Der in diesem Zusammenhang wesentliche Unterschied zum Internet: Zeitungen, Fernsehen und Radiosender sind in hohem Maße auf Personen hin institutionalisiert. Die für die politische Willensbildung der Bevölkerung eines autokraten oder totalitären Staates entscheidenden dieser drei Massenmedien, sind in eben jenem Staat ansässig (BBC und Co. werden nicht verstanden, nur bedingt empfangen, nicht als vertrauenswürdig erachtet usw.). Ihre Sendetürme, ihre Zeitungsverlage, Redaktionen und Mitarbeiter sind einem Regime unterworfen, denn von diesem werden sie für Kritik hart und lautlos (man beachte den Teufelskreis) bestraft. Nicht nur vor dem arabischen Frühling in den beteiligten nordafrikanischen Ländern, auch heute in uns vergleichsweise nahe stehende Staaten wie Russland, hinter deren autoritären Nebel die Regierung verkrampft versucht, eine Demokratie durchscheinen zu lassen. Was ihnen früher, als es nur Zeitungen, Radio und Fernsehen gab, zumindest bei der eigenen Bevölkerung besser gelang als heute. Dann kam das Internet.

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Google lädt zum Gespräch

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„Dadurch dass Sie mir gerade zuhören, stimmen Sie automatisch meinem Geschäftsbedingungen zu. Diese habe ich [in] winziger Schrift auf einen kleinen Zettel gedruckt und unter Ihrem Stuhl versteckt.“ – US-Blogger Cory Doctorow veranschaulicht das oftmals ebenso skandalöse, wie undurchsichtige Vorgehen verschiedener Internetdienste in Sachen Datenschutz durch eine simple Metapher. Der scheinbar einzige Unterschied zur Realität: Automatisch möchte man bei Doctorows Beispiel aufschreien und sich empören, wie man so etwas nur machen könne. Im Internet läuft alles viel umfangreicher und unübersichtlicher ab, sodass es vielen zu umständlich ist, genauer nachzuforschen, was denn so mit den eigenen Daten passiert.

Der Internetkonzern Google lud Politiker, Datenschützer und Journalisten dazu ein, über die Privatsphäre des Nutzers im Internet zu diskutieren, wobei natürlich das übergeordnete Thema „Datenschutz“ unweigerlich zur Sprache kam. Kurz nach Doctorow äußerte sich der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar folgendermaßen: „Der Bundesdatenschutzbeauftragte zu Gast bei Google: Geht das denn überhaupt zusammen?“ – Diese Aussage eine unterschwellige Kritik am Umgang Googles mit persönlichen Daten zu nennen, wäre reine Untertreibung. Doch Schaar selbst ist anderer Meinung, möchte Google offenbar gar nicht direkt kritisieren, sondern konzentriert sich vielmehr auf eine Art großen Rivalen des Internetkonzerns: facebook.

Prompt wird Google die Rolle der zeigefingerhebenden Instanz zugeschrieben, die sich über Datenschutzbestimmungen Gedanken macht und das soziale Netzwerk angreift. In der Zwischenzeit habe Google zudem eine Forschergruppe bzgl. „digitaler Privatheit und Öffentlichkeit“ finanziert und ebenso die Stelle für einen Manager ausgeschrieben, der sich um Abstimmung mit deutschen und europäischen Regierungen, sowie Behörden kümmern soll.

Des Weiteren befürwortet die Innen-Staatssekretärin Rogall-Grothe mehr „Selbstverpflichtungen im Datenschutz“ – Bundesdaten-schutzbeauftragtem Schaar gefällt das wiederum gar nicht. Doch eine Einigung war scheinbar nicht zu erwarten. Zwar gab es eine allgemeine starke Stimme in Richtung Verbraucherschutz, aber während die eine Seite wirtschaftliche Schäden befürchtet, erhoffen sich andere Meinungen eine erhöhte Qualität der Internetangebote durch eine positive Anpassung des Datenschutzes. Schaar selbst spricht sich schließlich für einen Online-Dienst aus, der es möglich macht, ähnlich der Werbungseinschränkung, genau zu kontrollieren, welche Daten gespeichert werden und vor allem: welche nicht.

Was in dieser langen Debatte wohl niemandem so wirklich auffiel: Google schwieg.

Für den Augenblick war die gute publicity sicher – der große Internetkonzern rückte die Diskussion um Datenschutzbe-stimmungen im Internet in den Fokus, ließ Meinungen äußern, hielt sich aber selbst dezent im Hintergrund. Immerhin sind bereits einige Angebote von Google in die öffentliche Kritik geraten: man denke nur an Google StreetView, den wohl umstrittensten Online-Dienst, der aktiviert wurde.

Man darf wohl zurecht gespannt sein, wie sich diese Debatte in Zukunft noch entwickeln und ob sie zu handfesten Ergebnissen führen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Verbraucher letzten Endes nicht auf den Stühlen sitzen, unter denen das Kleingedruckte versteckt wurde…

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Stegers, Fiete (24. Nov 2011): „Google will reden, aber nichts sagen“; http://www.tagesschau.de/inland/google402.html (24. Nov 2011; 22.46).

Wissenswertes zu Google StreetView:

Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Internetredaktion: „Google Street View“; http://www.bfdi.bund.de/DE/Themen/KommunikationsdiensteMedien/Internet/Artikel/GoogleStreetView.html?nn=409872 (25. Nov 2011; 00.40)

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Uni Trier jetzt bei google+

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Dass das Internet in der heutigen Zeit bereits eine elementare Rolle im Alltagsleben eines großen Teils der Gesellschaft eingenommen hat und sich weiterhin auf dem Vormarsch befindet, wurde hier im Medienblog unlängst diskutiert. Die Vielfalt an Internetangeboten ist faszinierend und erschreckend zugleich, denn scheinbar am laufenden Band werden neue Ideen bzgl. der Internetpräsenz entwickelt und ausgearbeitet. Verständlich, dass verschiedene Organisationen – so möchte ich es an dieser Stelle nennen – die grundlegenden Muster anderer Anbieter übernehmen – das Paradebeispiel ist und bleibt facebook. Das Prinzip ist einfach und (welt-)weit verbreitet: Eine Plattform wird erstellt und mit den unterschiedlichsten Funktionen zur Kommunikation und (Selbst-)Präsentation ausgestattet.

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen das Internet in erster Linie ein Königreich für die Information war? Suchen und finden – erstellen und abrufen – hinnehmen und hinterfragen. Alles schien möglich. Sehr populär wurde in dieser Zeit die allseits bekannte Suchmaschine Google, deren Einfluss auf das alltägliche Leben bald so groß wurde, dass für sie eigene Redewendungen erfunden wurden („Die Welt ist eine Google.“) und sie sogar einen Eintrag mindestens in der 25. Auflage (2011) des Duden bekam. In der Zwischenzeit hat sich bei Google einiges getan.

Von der reinen Suchmaschine für Informationen in reiner Textform wurde sie zu einer regelrechten Institution, was die Sammlung von Informationen angeht. Dies klingt zunächst danach, als habe sich nicht viel verändert. Doch es ist die Art und Weise wie Google mittlerweile vorgeht. Für GoogleMaps und GoogleStreetview fahren regelmäßig mit Kameras und Messgeräten ausge-stattete Fahrzeuge durch die Städte der Welt und archivieren eine globale Momentaufnahme, die stetig aktualisiert werden soll. Die großen Debatten über den fehlenden Datenschutz und den Eingriff in die Privatsphäre des Menschen sind noch nicht in Vergessenheit geraten. Bezüglich des mangelnden Datenschutzes sei die Übernahme von z.B. der Videoplattform youtube kurz erwähnt. Seit geraumer Zeit wurden youtube- und Google-Konten ohne Vorwarnung verknüpft und sind fortan nicht mehr einzeln zugänglich. So bleibt youtube-Nutzern mit eigenem Konto der Zugriff auf selbiges verwehrt, wenn kein Google-Konto vorhanden ist. Zwar soll es eine Art Hintertür geben, über die man das youtube-Konto auflösen kann, wenn man sich ggf. kein Google-Konto zulegen möchte, doch um die betreffende Seite zu erreichen, muss man sich erst einmal per Google-Zugangsdaten einloggen. Das macht stutzig, ist diese Vorgehensweise doch mehr als suspekt. Der Nutzen dieses Zusammenschlusses: mehr Daten, die gespeichert werden können, u.a. über das Konsumverhalten im Bereich des umfangreichen Videoangebots.

Lange Rede, kurzer Sinn: es hat sich viel verändert bei Google. Gerade heute wurde ich mit einer weiteren Funktion der Suchmaschine bekannt gemacht: Google+. Obwohl ich selbst aktiv und relativ begeistert das Internet nutze und mich durchaus regelmäßig über Neuerungen informiere, ist mir diese Einrichtung bisher fremd gewesen. Google+ wid als Social Media Plattform bezeichnet und funktioniert letzten Endes wie facebook und Konsorten. Klickt man sich auf der Startseite von Google umständlich zu den näheren Informationen zu Google+ durch und macht sich die Mühe, die sibene kurzen Infotexte zu den Funktionen von Google+ durchzulesen, stößt man auf Aussagen wie folgende:

„Interaktion mit Personen im Web ähnlich wie im richtigen Leben“ und „genau wie im richtigen Leben“ (man bemerke die implizit angesetzte Steigerung) (Rubrik auf einen Blick & Circles),

„erschaffen Sie neue Zivilisationen“ (Rubrik Spiele),

„Ab heute laden sich Ihre Fotos ganz von selbst hoch.“ (Rubrik Fotos, Sofort-Upload).

Google goes facebook! Schon wieder wird eine virtuelle Welt erschaffen, in der jeder mit jedem kommunizieren kann. Schön und gut, doch was sollen wir von den besagten „neuen Zivilisationen“ halten und davon, dass sich Fotos fortan scheinbar selbstständig ins Internet hochladen? Wie dies genau funktioniert, erfährt man nämlich auf dieser kurzen Infoseite nicht. Dafür müsste man sich durch die unzähligen weiteren Übersichten kämpfen, die Google über andere Links zur Verfügung stellt. Ich hatte leider recht schnell den Überblick darüber verloren, wo auf dieser Website ich mich eigentlich gerade befand.

Trotz allem bietet diese neue Plattform eine weitere Form der Informationspräsentation. Zwar lässt sich so ohne Weiteres kein Überblick über die Mitgliederzahlen finden, doch dieses Format existiert schließlich nur, wenn es ausreichend genutzt wird. Dass diese Nutzung nicht auf Privatpersonen beschränkt ist, erfuhr ich heute durch eine Mitteilung der Universität Trier: „Seit letzter Woche ist Google+, die Social Media Plattform von Google, auch für Firmen und Organisationen verfügbar.“ – und weiter heißt es: „Auch die Universität Trier ist dort mit einer Seite vertreten.“

Ich muss sagen, diese Nachricht hat mich doch sehr überrascht. Wusste ich doch bis heute gar nicht, dass es so etwas wie Google+ gibt, erfahre ich in unmittelbarem Zusammenhang, dass sich sogar zahlreiche Universitäten bereits in dieses Programm intergriert haben. Sucht man über Google+ mit den Stichworten „Universität“ bzw. „University“, erfolgt eine Auflistung aller teilnehmenden Hochschulen. Wenn man nun bedenkt, dass Google+ wohl überhaupt erst seit vergangener Woche die Eintragung für Firmen und Organisationen anbietet, ist die rege Teilnahme erstaunlich.

Im 21. Jahrhundert scheint sich ein nicht zu verkennender Teil der Gesellschaft auf soziale Plattformen und Netzwerke, sowie das Internet im Allgemeinen zu übertragen. Dass auf diese Weise neue Kontakte geknüpft, alte Kontakte erhalten und überhaupt die globale Vernetzung (zumindest in Bezug auf die Industrienationen) vorangetrieben wird, möchte ich nicht in Frage stellen. Kritisch hervorzuheben ist hingegen erneut die Frage nach Privatsphäre, Selbstbestimmung und Datenschutz:

„Google speichert Informationen über Ihre Aktivitäten, z. B. welche Beiträge Sie posten und mit welchen Nutzern Sie kommunizieren, um die Google-Dienste für Sie und andere zu verbessern.

Wir erfassen möglicherweise auch Informationen von anderen Nutzern über Sie, z. B. wenn jemand Sie zu einem Kreis hinzufügt oder Sie in einem Foto taggt. Manche Nutzer veröffentlichen möglicherweise Informationen über Sie, z. B. Ihren Profilnamen und Ihr Profilfoto in ihrem Google-Profil in einer Liste von Personen, die sie zu ihren Kreisen hinzugefügt haben.“ (Google+ -Datenschutzbestimmungen zur Erfassung und Verwendung von Informationen).

Die Welt ist also eine Google – auf dass sie uns nicht irgendwann überrollen mag.

 

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http://www.uni-trier.de/index.php?id=20500&tx_urtmaildigest_pi1%5Bcmd%5D=showMail&tx_urtmaildigest_pi1%5Bmail%5D=6082

http://www.google.com/intl/de/+/policy/

http://www.google.com/intl/de/+/learnmore/

https://accounts.google.com/ServiceLogin?uilel=3&service=youtube&passive=true&continue=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fsignin%3Faction_handle_signin%3Dtrue%26nomobiletemp%3D1%26hl%3Dde_DE%26next%3D%252F&hl=de_DE&ltmpl=sso

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Last.Fm – Die Revolution des Hörfunks?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internetradio3 Kommentare »

Von der Funktionsweise des letztes Radios

2002 ging Last.fm auf Sendung. Ziel des Projekts war es das Medium Radio aktiver zu gestalten. So ist es möglich auf der Seite anzugeben, welches Genre oder welchen Künstler man favorisiert, um dann ein auf den persönlichen Geschmack zugeschnittenes Programm zu erhalten.

Gebe ich beispielsweise Raggae an tönt schon im nächsten Moment – nach kurzer Werbung – Bob Marleys Stimme aus den Boxen.

Noch passender wird die Playlist, wenn der Nutzer sich einen Account erstellt und eine Software herunterlädt, die fortan alle gehörte Musik direkt in die Datenbank von Last.fm einspeist.

Dadurch sind einige lustige Spielereien möglich. Man kann sich beispielsweise Statistiken über das eigene Hörverhalten erstellen, bekommt gezielt Künstler und Konzerte vorgeschlagen oder kann einfach die prozentuale Übereinstimmung des eigenen Musikgeschmacks mit dem von Freunden einsehen.

Sicherlich sind diese Tools äußerst unterhaltsam, man sollte aber nicht vergessen, dass alles, was man hört, „gescrobbelt“ (d.h. aufgezeichnet) wird und auch für unangemeldete Nutzer einsehbar ist. Das Privatvergnügen Musik wird so zu einer transparenten Sache.

Social Music Revolution?

Last.Fm als social network

Vorteil an dieser Situation ist ganz sicher der Austausch mit anderen Leuten, denn ähnlich wie bei Facebook gibt es ziemlich überall Kommentarfunktionen, „Freunde“ und sogenannte Nachbarn, Menschen mit einem fast identischen Musikgeschmack.

Man kommt also leicht ins Gespräch und kann auch von den neuen Kontakten wertvolle Tipps bekommen. Zudem ist Last.Fm weltweit verbreitet, sodass eine internationale Kommunikation – meist auf Englisch – stattfindet.

Man könnte fast so weit gehen und Last.Fm als ein spezialisiertes Facebook bezeichnen. Doch hier liegt auch schon der Haken. Wer komplette Privatsphäre will, der ist in einem social network fehl am Platz.

2009 wurde Last.Fm von der Seite TechCrunch vorgeworfen den Datenschutz missachtet zu haben und die Daten von Hörern, die das Urheberrecht verletzen weitergegeben zu haben. Last.FM dementierte den Vorwurf mit den Worten: „Techcrunch are full of shit“.

 

Arbeitsosigkeit für die Musikredaktion?

2007 wurde Last.Fm von der amerikanischen Senderkette CBS für stolze 280 Mio. Dollar übernommen. CBS betreibt einige reguläre Hörfunksender. Die Idee: Weg vom Einheitsbrei des Chartadios und hin zu einem Programm, das die Musik spielt, die die Leute von ihrem PC aus hören. Das sollte durch die Nutzung von Last.Fm Charts geschehen, denn wer weiß besser, was die breite Masse gerne hört, wenn nicht die Masse selbst? Letztendlich unterscheiden sich die Last.Fm Charts aber wenig von den allgemeinen Radiocharts, weshalb der Gedanke dadurch vom Einheitsbrei abzukommen vielleicht etwas zu kurzsichtig war. Eine Schnittmenge aller verschiedenen Musikgeschmäcker ist zwangsläufig irgendetwas „in der Mitte“, etwas das jeder hören kann – Einheitsbrei.

Trotz allem konnte durch die Umstrukturierung der CBS Radiosender etwas erreicht werden: die Musikredaktion, die früher über das Programm entschied, konnte wegrationalisiert werden. Ein enormer Kostenfaktor konnte damit beseitigt werden.

Doch damit tat sich wieder ein Problem auf. Bis die breite Masse ein neues Lied von ihrem Rechner aus scrobbeln kann, vergeht einige Zeit, da es sich nach der Erscheinung erst noch verbreiten muss. Damit haben die 4 umstrukturierten CBS Radiosender keinen Aktualitätsbezug mehr, sondern senden das Neuste immer mit einer gewissen Verzögerung.

Ein Rechercheteam ist damit für einen Radiosender, der neue Erscheinungen präsentieren will, nach wie vor die Quintessenz.

Abschließend lässt sich sagen, dass Last.Fm speziell für große Musikjunkies viel Platz zum Stöbern, Diskutieren und Neuentdecken bereitstellt. Das Radio so wie wir es bisher kannten ersetzt es aber (nicht nur wegen der fehlenden Moderation und Informationsverbreitung (z.B. Nachrichten und Stauinfos)) nicht.

Damit wird Last.Fm nicht das letzte Radio bleiben, sondern wohl fröhlich neben der etwas älteren Version des Hörfunks existieren.

 

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Quellen:

  1. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,648332,00.html
  2. http://www.lastfm.de/download
  3. http://techcrunch.com/2009/02/20/did-lastfm-just-hand-over-user-listening-data-to-the-riaa/
  4. http://blog.last.fm/2009/02/23/techcrunch-are-full-of-shit
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Schöne neue Technikwelt vs Apple über alles?

geschrieben von in Allgemeines, Internet2 Kommentare »

Neue Kommunikationsmöglichkeiten, dutzende Studien, ein Technikhype folgt dem nächsten. Alles zu Gunsten der Endverbraucher? Eine gute Frage. Denn wo es früher „Content is King“ hieß, heißt es heute wohl eher „Verkaufszahlen über Inhalt“. Medienunternehmen wollen überleben und uns jede kleine Neuerung als das Ultimative verkaufen. Apple hat Ende Januar die magische Grenze von 10 Milliarden verkaufter Apps gebrochen. Doch wieviele davon brauchen wir tatsächlich und wer verdient bei einem ausgeklügelten Apfel-Bezahlsystem wirklich, Entwickler oder Anbieter? Immerhin kassiert Apple satte 30 Prozent an jeder App, die für Apple-Produkte verkauft werden. Auch zu dem umstrittenen Abo-Modell, dass künftig für die iPad-Ausgaben der Zeitungen eingeführt werden soll, müssen die Verleger 30 Prozent Gebühr an Apple abtreten.

Aktuell wird wieder viel über die kommenden Apple-Produkte spekuliert, steht doch die nächste Generation iPad kurz vor der Veröffentlichung. Ein neuer Schlag soll das iPhone nano sein. Der kleine Bruder des iPhones. Ein mutiger und gleichzeitig sehr gewagter und logischer Schritt. Längst ist das iPhone kein Eliteprodukt mehr, auch wenn uns die Werbung dies immer wieder suggerieren will. Apple will mehr und mehr versuchen neue Märkte zu erschliessen. Erst die Telekomexklusivität aufgegeben und sich neuen Anbietern geöffnet und nun entprechende Massenprodukte für alle. Sozusagen ein Mini-iPhone aus dem kalifornischen Königspalast. Kann das gutgehen? Wird es, denn egal was Applegründer Jobs anfasst, es wird zum Erfolg. Doch wiederum muss man sich fragen, ob dies aus Konsumentensicht der richtige Weg ist. Applejünger sind nämlich ein ganz eigenes Völkchen. Sie geniessen die Verbindung der Marke zu Kreativität und medialer Professionalität – und genau hier steigt die Angst. Wird die Marke jetzt zur Ramschmarke, Apple für alle? Wenden sich Konsumenten gerade deshalb wieder ab? Die nächsten Pressetermine bzw Verkaufszahlen werden es zeigen. Die Konkurrenz sitzt Apple jedenfalls dicht im Nacken.

Quellen

http://www.apple.com/de/pr/library/2011/01/22appstore.html (15.02.2011)

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/0,2828,741127,00.html (15.02.2011)

http://www.macerkopf.de/iphone-nano-gaenzlich-ohne-speicher-streaming-ueber-mobileme-02960.html (15.02.2011)

http://de.finance.yahoo.com/nachrichten/Apple-geht-minimal-Verleger-ftd-2003012638.html?x=0 (15.02.2011)

http://www.zeit.de/digital/mobil/2011-02/Apple-iPhone-mini-klein (15.02.2011)

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SuperRTL startet „Glee“ für multimediale Zuschauer

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet1 Kommentar »

Heute Abend startet die von vielen Teenies lang ersehnte US-Musical-Serie „Glee“ auf SuperRTL. Erstmals will der Sender das Feedback der Zuschauer gleich mitliefern. Via Twitter Nachrichten können sich die deutschen Zuschauer während der Ausstrahlung austauschen. Das ist ja erstmal nichts neues, denn häufig ist zu beobachten, wie sich die Internetgemeinde in sozialen Netzwerken über das aktuelle Fernsehgeschehen austauscht. (Ich habe den Eurovision Song Contest 2010 nur über Facebook Kommentare verfolgt).Heute Abend soll das aber möglich sein, ohne sich von Sofa zu erheben und den Blick vom Fernseher zu wenden, nämlich über den Teletext Umweg.

Alle Tweets, die mit dem Hashtag #glee gekennzeichnet sind und in Deutschland verfasst wurden, sollen demnach während der Ausstrahlung im Super RTL-Teletext auf Seite 777 abrufbar sein. „So können sich die TV-Zuschauer über die Diskussionen im Netz informieren – und verpassen trotzdem keine Sekunde „Glee“, wirbt der Sender. Gleichzeitig gehen dem Sender so natürlich auch keine Zuschauer durch das Twittern verloren.

Damit Glee auch in Deutschland an den Erfolg der Serie in den USA anknüpfen kann, legt sich SuperRTL ganz schön ins Zeug. Seit Wochen laufen bereits aufwendige Trailer auf SuperRTL, auch bei RTL gab es in den letzten Tagen einige Programmverweise. RTL leistete gestern schon Schützenhilfe und strahlte die Pilot-Serie im Anschluss an die DSDS Wiederholung mit dem Verweis auf den Serienstart bei SuperRTL aus. In Essen wurde sogar ein Glee-Musical-Flashmob auf die Beine gestellt. Mit dem neuen Feedback-Dienst will SuperRTL vor allem die jungen Zuschauer begeistern und (ein)binden.

Geschäftsführer Claude Schmit: „Mit dem neuen Angebot tragen wir den veränderten Sehgewohnheiten Rechnung: Insbesondere junge TV-Zuschauer wollen bereits während der Ausstrahlung einer Sendung mit ihren Freunden über das Gesehene diskutieren. Mit der Verbindung des sozialen Netzwerkes Twitter mit dem Super RTL-Teletext bieten wir eine neue Schnittstelle, die das einfache Mitlesen der Web-Diskussionen über den Fernsehbildschirm ermöglicht.“

Ob der Plan für SuperRTL aufgeht, wird sich zeigen, denn standesgemäß sind Tweets und Co ja immer eher kritischer Natur. Auch stellt sich die Frage, ob die Twitter-Diskussion moderiert stattfindet und Kommentare vor der Veröffentlichung im Videotext geprüft und gefiltert werden. Was die Weiterverbreitung von Twitter-Nachrichten angeht, gibt es noch keine klaren rechtlichen Vorgaben. Zwar sind einzelne Tweets nicht urheberrechtlich geschützt, allerdings sind sie auch nicht zur kommerziellen Veröffentlichung freigegeben. Grundsätzlich geht SuperRTL mit diesem Angebot einen richtigen Schritt in Richtung Interaktives Fernsehen.

Quellen:
http://www.presseportal.de/pm/6892/1748182/super_rtl

http://glee.superrtl.de/

http://twitter.com/about

http://www.rechtzweinull.de/index.php?/archives/94-Twitter-und-Recht-Sind-Tweets-urheberrechtlich-geschuetzt.html

www.youtube.com/watch?v=LGpuhl-tFfc

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Hbb TV – oder die Fusion von Internet und TV

geschrieben von in Fernsehen, InternetKommentare deaktiviert für Hbb TV – oder die Fusion von Internet und TV

Mist- schon wieder den Anfang der Serie verpasst!  Naja, mal schaun, was im Fernsehn gerade noch so anläuft. …
So oder ähnlich gehts doch vielen von uns. Eine Sendung oder ein interessanter Beitrag ist bereits vorüber oder man schaltet mittendrin dazu und ist reagiert entnervt,  weil einem der Anfang fehlt. So ist das mit dem linearen Medium TV oder „Fernsehn“.
Die individuellen möglichke3iten der Zuschauer hielten sich bisher in überschaubaren Grenzen.

Knut Hickethier beschrieb in seinem Text „Einführung in die Medienwissenschaft“ (2003) dazu folgendes :

„Die Fernbdienung hat den Zuschauer in einer neuen, nicht wieder rückholbaren Weise freigesetzt, ihn zu einem selbstbestimmteren Umgang mit dem Medium befähigt. Deshalb ist er jedoch noch nicht zu seinem eigenen „Programmdirektor“ geworden wie kommerzielle Anbieter behaupten, denn er ist immernoch auf die vorgegebenen Angebote angewiesen. Das Fernsehen verstärkt mit dieser Entwicklung gesellschaftliche Trends zur Individualisierung der Menschen.“

Mit dem Fernsehgerät selbst hatte man  im Normalfall also keine Möglichkeit,  einen verpassten Beitrag nachzuholen. Bisher! Denn nun steht dem eigentlich linearen Medium Fernsehen eine kleine Revolution befor:
HbbTV .
Das ist nicht etwa eine etwas umständliche Bezeichnung für einen neuen Sender, HbbTV soll künftig den altbekannten Videotext ablösen.
Mit HbbTV kann der Zuschauer  selbst aktiv werden. In einer  Sendung vorgestellte Produkte könnten direkt per Knopfdruck abgerufen werden Produktinformationen, alternative Videos zum Thema, Links zu verwandten Themen … alles  vom Sender bereitgestellt und per Fernbedienung leicht erreichbar. Zusätzlich kann das aktuelle TV Programm nebenher weiter verfolgt werden.
Schon seit längerem sind solche interaktiven Schaltflächen zwischen Internet und Rundfunk bekannt: Google TV, Yahoo,Youview und  Apple TV sind nur einige der Optionen, die die mediale, verschaltete, digitale Welt ihren Nutzern offeriert.
Eine Studie von „Mücke, Sturm & Company“ (MS&C) vom 22.11.2010 bestätigte jedoch die durchaus positiven Eigenschaften gerade von HbbTV. Patrik Sturm, Geschäftsführer der MS&C meint sogar :

„Sollte sich HbbTV durchsetzen, wird die Fernsehlandschaft umstrukturiert und TV-Sender könnten
die Hoheit über den Bildschirm verlieren“
(Pressemitteilung 22.11.2010)

Die Fernsehsender selbt könnten bestimmen, welche Online-Dienste sie auf ihren HbbTV Plattformen anbieten.
Somit könnten auch Online-Telefongespräche, oder ein „Online-Viedeothekenbesuch“ über den Bildschirm des Fernsehers erledigt werden.
Wie kommt man als Nutzer an diese Technologie?
Aktuell über einen spezialisierten Receiver oder über einige (bisher wenige) Angebote von HbbTV-spezifizierten Geräten.  Neuere TV Geräte könnten das begehrte HbbTV bereits per einfachem Benutzen eines roten Knöpfchens auf der Fernbedienung erreichbar machen. ARD und ZDF  hatten Mitte 2010 bereits als erste Sender  HbbTV ins Repertoire ihrer Angebote aufgenommen. Weitere werden folgen.
Wie weit wird diese Entwicklung gehen?
Eine interessante Frage. Wenn man bedenkt, wie schnell neue Entwicklungen den Markt überschwemmen.  Die bis vor kurzem noch mehr oder minder klar von einander getrennten Medientypen Rundfunk, Internet, Printmedien wachsen augenscheinlich immer weiter zusammen.
Könnte es in naher Zukunft etwa nur noch ein Empfängergerät für alle Medientypen geben? Alle ursprünglich getrennten Medientypen in einem vereint?

Quellen  (Stand 02.01.2011) :

http://www.news.de/technik/855068524/hbbtv-verschmilzt-internet-und-fernsehen/1/

http://www.hbbtv-infos.de

Hickethier, Knut (2003) “ Einführung in die Medienwissenschaft“, Metzler

http://www.muecke-sturm.de/static/content/File/PM%20HbbTV.pdf

http://www.irt.de/de/themengebiete/digitales-fernsehen/hybride-tv-empfaenger.html

Video ZDF :

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1130508/Mit+dem+Fernseher+ins+Internet#/beitrag/video/1130508/Mit-dem-Fernseher-ins-Internet

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„Bitte haben sie noch einen Moment Geduld, der nächste freie Mitarbeiter ist bereits für sie reserviert!“

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

Ich weiß zwar nicht genau ob das Folgende hier am richtigen Ort gepostet wird, doch denke ich es is eine interessante Geschichte mit zumindest einem kleinen Medienbezug.

Wer kennt das nicht? Die Internetverbindung spinnt, es gibt Probleme und man denkt sich „Hm! Zum Glück bin ich bei der Telekom, die bietet doch seit kurzem 24 h am Tag 7 Tage die Woche ihre schöne kostenlose Hotline an! Welch ein Glück!“

Doch was kann man da so alles erleben? Die folgenden Abschnitte sind mal ein kleiner Erfahrungsbericht, der nur wenige Minuten alt ist.

Da meine Internetverbindung immer wieder zusammengebrochen ist rufe ich die kostenlose Hotline der Telekom an. Alles scheint wie immer nach einer kurzen Frage nach meinem Problem werde ich auch direkt in die Warteschleife geschoben. Es ertönt die altbekannte Dudelmusik und man wartet und wartet und wartet… . Als sich nach 5 Minuten nichts tut denk ich mir, ach komm is egal wozu haste n Lautsprecher und legst das mal nebenhin. Ich mach wir was zu essen rede mit ein paar Freunden und räum die Wohnung auf, alles behutsam vom immer wiederkehrenden Sound der Warteschleife der Deutschen Telekom, lediglich unterbrochen von dem Satz: „Bitte haben sie noch einen Moment Geduld, der nächste freie Mitarbeiter ist bereits für sie reserviert!“. Soll ja irgendwie beruhigen oder? Immerhin ist der Platz ja schon reserviert. Top! Naja wenigstens ne längere Playlist hätten sie sich zulegen können. Egal! Nach 16 Minuten dann plötzlich ein Wunder. Eine Frau meldet sich und bittet mich das Problem zu beschreiben und möchte gerne die Kundennummer erfahren. Nach all der Zeit gut vorbereitet meistere ich diese Aufgabe mit Bravour. Ob die Frau dort arbeitet oder nur putzt? Ich weiß es nicht! Naja leider kann sie mir nich weiterhelfen. Wäre ja auch zu einfach gewesen oder? Aber nett wie sie ist verbindet sie mich direkt mit der Technik. Auch schön denk ich mir und siehe da, es läuft sogar mal ein anderes Lied. Schöne Abwechslung! Doch was ist das? Nach 3 Minuten wieder der alte Song? Naja egal immerhin werde ich ja grad verbunden, da sollte ich mich nich beschweren. Der Anruf dauert ja gerade einmal 20 Minuten, also kein Grund zur Hektik. Der Hörer liegt also wieder in der Wohnung und der Lautsprecher is eingeschaltet, man muss die Zeit ja irgendwie nutzen. Nach 33 Minuten dann der krönende Abschluss. Eine Frauenstimme teilt mir mit, dass leider kein Mitarbeiter für mich gefunden werden konnte. Schade eigentlich! Besser noch! Das Gespräch beendet sich von selbst. Wer jetzt denkt damit wäre es schon vorbei, der hat sich getäuscht. Nein! Die Telekom setzt noch einen oben drauf. Wieder meldet sich eine Frauenstimme und fragt höflich ob ich Zeit für eine kurze Befragung zu meiner Zufriedenheit mit diesem Anruf hätte. Hm! Kann ja nich schaden! Nett! Leicht höhnisch ist in diesem Zusammenhang allein schon die erste Frage: „Wie zufrieden waren sie mit diesem Anruf auf einer Skala von sehr zufrieden bis unzufrieden. Schwierige Frage…. Ähm „unzufrieden“? „Sie haben jetzt 1 Minute Zeit uns mitzuteilen warum sie mit diesem Gespräch unzufrieden waren.“ Oha, Danke! Nächste Frage: „Wurde ihr Problem gelöst?“ Auch das ist wohl eher dreist! „Ähm, Nein!“ „Haben sie schon einmal wegen dieses Problems bei uns angerufen?“ „Nein zum Glück noch nicht!“ „Sollen wir sie wegen des Problems zurückrufen?“ „Hm erst wenn ich auch ne Warteschleife beantrag habe!“ „Vielen Dank für ihren Anruf und die Teilnahme an der Umfrage zu ihrer Kundenzufriedenheit! Auf wiederhören!“

Wie gesagt ich dachte das muss vielleicht einfach mal raus!

Schönes Wochenende dem Rest noch ^^

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OH! Ein Sarkasmuszeichen – Wie nützlich!

geschrieben von in Internet, Zukunft des Internet5 Kommentare »

Die jüngere Generation mag das nicht unbedingt nachvollziehen können, aber ja – es gibt Menschen, die mit Sarkasmus in schriftlicher Form nicht immer klar kommen. (Geschweige den in mündlicher Form)

Der Amerikaner Paul Sak sah eine Gelegenheit, und erfand kurzerhand das „Sarcmark“. Ein Mischzeichen, bestehend aus einem Satzpunkt und dem „@“-Symbol.  Nicht als frei verfügbares Gimmick, sondern aus dem Netz herunterladbar für einmalig 1,99$ (momentan jedoch kostenlos).

Dass nicht jeder darüber glücklich ist, und den Sinn des Sarkasmus gefährdet sieht, ist eine nicht unlogische Schlussfolgerung. Knallhart sieht es da eine Gruppierung namens „Sarcasm Inc.“, die einen konsequenten Boykott des neuen Symbols fordert. Ihre Begründung: Es gibt bereits ein definiertes Zeichen für die Darstellung von Sarkasmus. Das „Temherte Slaqî“ aus dem Arabischen Raum, ein umgedrehtes Ausrufungszeichen (¡) . Im Gegensatz zum Sarcmark auch kostenlos nutzbar und bereits mit historischer Herkunft.

Aber hey, wozu ein etabliertes Symbol benutzen, wenn man auch zwei Dollar zahlen kann für ein nicht universell verfügbares (Sarcmark lässt sich zum Beispiel nicht auf dem iPhone nutzen) Zeichen, dass sich in wenigen Monaten wahrscheinlich sowieso einreiht in die Liste sinnfreier Modeerscheinungen.(¡)

Ich selbst werde übrigens keins der Zeichen benutzen. Es würde mir einfach den Spaß am Sarkasmus und der Verwirrung, die er bewirkt, verderben. Muss ja nicht immer jeder alles verstehen.

Quellen:

http://www.i-newswire.com/revolutionary-open-sarcasm-group/25403

http://opensarcasm.org/

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Googles Prinzipien

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Googles Prinzipien

Google droht China mit dem „Abschalten“ der chinesischen Version der Suchmaschine „google.cn“, nachdem unbekannte Hacker versucht haben, die E-Mails chinesischer Menschenrechtler auszuspionieren, die auf Google-Servern gespeichert sind. In den kommenden Wochen will Google mit der chinesischen Regierung beraten, ob und inwiefern eine unzensierte Suchmaschine im Rahmen der chinesischen Gesetzeslage funktionieren kann. Was diesen Gesprächen folgen könnte, benennt Googles Rechtsabteilungs-Chef David Drummond:“ „Wir sind uns bewusst, dass das auch die Abschaltung von google.cn und die Schließung unserer Büros in China bedeuten könnte“.

Bisher betrieb der Konzern laut Spiegel-Online eine klare Kosten-Nutzen-Abwägung: „Google ist seit 2006 auf dem chinesischen Markt aktiv – und hat sich, wie andere westliche Internetunternehmen auch, verpflichtet, die lokalen Gesetze einzuhalten. Suchergebnisse auf Google China werden zensiert – wofür der Konzern scharf kritisiert wurde. Der Image-Schaden ist groß: Zensur steht Googles Firmenphilosophie „Don’t be evil“ („Sei nicht böse“) diametral gegenüber.“ Kann es sein, dass Google den Vorfall ausnutzt, um sich vom chinesischen Markt zurückzuziehen und gleichzeitig Positiv-Marketing zu betreiben?

Klar ist: „Google betreibt die weltweit meist genutzte Suchmaschine, liegt in China aber immer noch hinter dem einheimischen Anbieter Baidu.“, so die Welt. Je nach Messverfahren habe Google einen Marktanteil von 17 oder 31 Prozent und rangiert damit weit hinter dem lokalen Konkurrenten. Ein unretables Geschäft? „Offensichtlich betrachtet sich der Konzern als so mächtig, dass er einerseits auf den chinesischen Markt, immerhin einen der größten der Welt ? verzichten kann. Und andererseits auch als stark genug, sich mit der chinesischen Regierung anzulegen. Etwas, das nicht einmal große Industrienationen wie Deutschland oder die USA ernsthaft wagen.“, meint der Tagesspiegel.

 Weiterhin sei die genaue Faktenlage unklar, es gebe keine Beweise dafür, ob die Hacker von der Regierung beauftragt waren und wie erfolgreich sie letztendlich bei der Spionage gewesen sind.  Außerdem fragt Spiegel-Online , warum die Hackerangriffe erst jetzt publik gemacht wurden, obwohl sie nach Konzernangaben schon im Dezember erfolgten. Auch die Zeit bestätigt:“ Der Hacker-Angriff im Dezember sei weitgehend erfolglos geblieben, schilderte Google. Die Angreifer hätten sich lediglich Zugang zu zwei E-Mail-Postfächern verschaffen können. Auch dabei hätten sie jedoch nur die Kontoinformationen und die Betreffzeilen der E-Mails einsehen können, nicht aber ihren Inhalt.“

Es spricht also einiges dafür, dass Google die Gunst der Stunde genutzt hat, um einen strategischen Rückzug in Angriff zu nehmen – alles unter dem Deckmantel der Menschenrechte.

Es ist fraglich, ob sich dieser Rückzug auszahlt. China ist ein riesiger Markt mit enormem Entwicklungspotenzial. Selbst wenn Google mit seinem Rückzug Geld einsparen wird: „Wenn Google nicht in China operieren darf, könnte das weitreichende Folgen für das langfristige Wachstum des Unternehmens haben“, sagte Imran Khan, Analyst bei JPMorgan, dem „Daily Telegraph“ ( via SPON).

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News crawling per „fast flip“

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für News crawling per „fast flip“

Der Nachrichtenservice des größten Suchmaschinenbetreibers soll zukünftig neben übersichtlicher Newssammlung auch Titelseiten-Stöbern per Tastendruck ermöglichen.

Am 14. September letzten Jahres startete der virtuelle Betaspielplatz Google Labs seinen „fast flip„-Testlauf und baute das Experiment wenig später in seine amerikanische Google News-Seite ein. Nutzer anderer Länder (bzw. IP-Adressen) müssen sich allerdings noch etwas gedulden, bis auch sie direkt auf der Newsseite in den Genuss ganzseitiger Titelvorschauen diverser Onlinemedien kommen (oder direkt per Google Labs stöbern). Über 90 englischsprachige Anbieter konnte Google überzeugen ihren Webcontent per „fast flip“ verlinken zu lassen, darunter BBC News, New York Times und Playboy. Letzterer allerdings zum Leidwesen einiger User, die überrascht feststellen mussten, dass ihre Kinderschutzsoftware mit dem neuen Feature noch nicht mithalten kann.

„fast flip“ bricht mit dem sterilen Minimalismus von GoogleNews und nutzt dennoch althergebrachte Features wie nutzergenerierte Themencluster oder Rankings der am häufigsten gesuchten Begriffe. Die Standardansicht präsentiert eine Vorauswahl verschiedener Titelscreenshots, basierend auf aktuellen Newstrends. Ein Klick auf ansprechende Artikel öffnet eine größere Vorschau (ohne Blockersoftware umrahmt von Werbung), erst der 3. Klick führt direkt zur Anbieterseite. Dies mag zwar vielen potentiellen Anbietern sauer aufstoßen (evtl. hat der Leser schon durch die recht generöse Vorschau genug erfahren und spart sich einen Besuch auf der „echten“ Homepage), immerhin werden Partner von Google an den Erlösen aus der geschalteten Werbung beteiligt.

In der „recommended“-Sektion verlässt sich Google nicht nur auf Algorithmen, sondern lässt User per Klick Empfehlungen aussprechen. Ähnlich wie bei social news sites wie reddit.com oder digg.com entscheiden Nutzer dann per Abstimmung über die Relevanz vorgeschlagener Beiträge. Das bei meinem Besuch allerdings „Vampire movies miss their ‚John Wayne‘ moment“ Rang 3 belegte sei mal dahin gestellt…

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Die Macht des Internets – Wie eine Facebook-Kampagne die britischen Charts auf den Kopf stellte

geschrieben von in Allgemeines, Internet4 Kommentare »

Eigentlich sollte Weihnachten 2009 der große Durchbruch für Joe McElderry werden. Er hatte die ITV Casting-Show „X-Factor“ (das britische Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“) gewonnen und war dank riesiger PR-Maschinerie und Medienrummel dazu prädestiniert, mit seinem Titel „The Climb“ die Spitze der britischen Charts zu erobern. Wie schon alle X-Factor Gewinner in den Jahren zuvor.

Doch im Internet fand sich eine Gruppe von Menschen um den Musikfan Jon Morter zusammen, die das X-Factor-Monopol von Medien- und Musikbranche nicht mehr länger ertragen wollte. Ihr Wunsch: anstelle des glattgebügelten McElderry einen Protestsong auf der Nr.1 zu sehen. Die Wahl fiel auf den Titel „Killing in the Name“ der amerikanischen Rockgruppe „Rage Against the Machine“, die  ultimative Hymne des Rebellentums der 90er-Jahre. So gründete Morter im Social Network Facebook die Gruppe „RATM for Christmas No.1“ und schuf damit das spannendste Internet-Phänomen dieses Jahres. Bereits zum 10. Dezember schlossen sich über 550.000 Menschen der Gruppe an, die zum Kauf von „Killing in the Name“ aufrief. In den britischen Medien wurde die Geschichte zum Reißer: „RATM vs X-Factor“ war in Fernsehen, Presse, Blogs und natürlich Internetplattformen wie Twitter omnipräsent.

Dieser Fall zeigt die außergewöhnlichen Möglichkeiten des Internets als interaktives Massenmedium. Abseits des Mainstreams der etablierten Massenmedien kann sich hier jeder an der öffentlichen Diskussion beteiligen und eine Plattform für sein Anliegen finden. Somit bietet das Internet ein riesiges Macht- bzw. Mobilisierungspotential, man denke an den aktuellen Fall in England oder die Kampagne des Präsidentschaftskandidaten Barack Obama.

Übrigens: „Rage Against the Machine“ eroberten mit „Killing in the Name“ tatsächlich die Spitze der britischen Charts zu Weihnachten, die Facebook-Gruppe zählt mittlerweile knapp 1.000 000 Mitglieder. Gründer Jon Morter konnte es selbst kaum fassen und kommentierte:

„It’s been absolutely mad this whole thing. To be Christmas Number one is insane isn’t it? It just goes to show if you use social networking in the right way you can do it.“

Marcel Wollscheid

Quellen:

http://www.nme.com/news/rage-against-the-machine/48816

http://www.welt.de/kultur/article5599608/Rage-Against-The-Machine-auf-Platz-1-mit-Uralt-Hit.html

http://www.nme.com/news/rage-against-the-machine/48972

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Wer ist eigentlich noch offline?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internetstatistik5 Kommentare »

Für den bloggenden und twitternden Medienwissenschaftsstudierenden unvorstellbar: Es gibt in Deutschland tatsächlich noch Menschen, die ihr Leben komplett offline führen!!!
Wer sind diese Menschen? Die ARD/ZDF-Offlinestudie 2009 hat erhoben, dass immerhin 32,4 % der Deutschen ab 14 Jahren, das Internet überhaupt nicht nutzen. In absoluten Zahlen: 21,34 Millionen.
Am höchsten ist der Anteil der Offliner bei den über 60-jährigen Frauen: Zwei Drittel dieser Gruppe meiden das Internet. Die Gründe für das Leben offline sind sehr verschieden und reichen von Berührungsängsten mit der neuen Technik über finanzielle Aspekte bis zum Suchtpotenzial, das das Internet haben soll.
Naja, wer die Wahlergebnisse erst nach 18 Uhr erfahren will…

Quelle: Media Perspektiven 7/2009

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