Wie den Anonymen die Identität gestohlen wurde

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Anonymous erklärt dem Islamischen Staat den Krieg – und wird im Internet gefeiert. Berichte werden begeistert kommentiert, Videos geteilt und die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch das Netz. Manche Onlineangebote titeln mit Schlagzeilen wie „den IS zerschlagen“. Der Hype ist groß.

Die Likezahl auf der Facebookseite facebook.de/anonymous.kollektiv explodiert. In diesem Moment sind es 1.379.207 Nutzer, die die Seite mit „Gefällt mir“ markiert haben. Vor allem in den letzten Tagen, seit der Online-Kriegserklärung, lässt sich beobachten wie die Zahl rasant steigt. Wendet man sich jedoch dem Inhalt der Facebookseite zu, stellt sich die Frage: Seit wann ist Anonymous eine rechte Verschwörungsplattform?

Quelle: https://de.nachrichten.yahoo.com/anonymous-gegen-is--was-die-hacktivisten-k%C3%B6nnen-und-was-nicht-100548491.html

Quelle: https://de.nachrichten.yahoo.com/anonymous-gegen-is–was-die-hacktivisten-k%C3%B6nnen-und-was-nicht-100548491.html

Rechtes Gedankengut im Namen des gefeierten Kollektivs

Anonymous ist ein Kollektiv, in dessen Namen Hacktivismus betrieben wird. Als Ziele werden beispielsweise der Schutz des Internets genannt. Nicht selten bewegt es sich dabei an der Grenze zur Legalität. In den letzten Tagen wurden Twitter-Accounts von IS-Mitgliedern aufgespürt, Hackangriffe ausgeführt und Daten den US-Behörden zugespielt. Einer der Grundsätze Anonymous‘ lautet jedoch, sich nicht politisch zu positionieren. Die Facebookseite anonymous.kollektiv tut aber genau das: Es werden im Namen des Internetkollektivs rechtes Gedankengut verbreitet und pro-russische Beiträge veröffentlicht. Den deutschen Medien wird dabei unterstellt, falsche Berichterstattung zu leisten. So wird beispielsweise in einem Bericht über syrische Flüchtlinge ein rechts orientiertes Onlinemagazin zitiert. Kommentare, die sich gegen dieses Gedankengut richten, werden gelöscht.

Anonymous distanziert sich von anonymous.kollektiv

Es wurden Annahmen über den Betreiber der Facebookseite angestellt, so gehöre dieser der rechten Szene an. Diesen Vorwürfen folgte ein gerichtliches Verfahren bei dem es nicht gelang, sie zu beweisen. Anonymous Deutschland veröffentlichte ein Video mit einer Stellungnahme zu der Seite und distanzierte sich deutlich von dieser.

Unzählige junge Menschen folgen der Facebookseite und vermuten hinter dem Auftritt die Helden des Internetzeitalters, die endlich etwas gegen den Terror auszurichten scheinen. Dass aber die Seite und ihre Inhalte von Personen mit rechtem Hintergrund zu stammen scheint, ist offensichtlich nicht jedem bewusst.

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Girls und Boys – OMG!

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Die Bravo – ihr erinnert euch, diese Zeitung aus der ihr den Starschnitt von den Backstreet Boys ausgeschnitten habt – war in den letzten Tagen in den Schlagzeilen. Grund war ein Shitstorm, der sich anlässlich eines Listicles entwickelte, den die Bravo kurz zuvor veröffentlichte. „So fällst Du Jungs auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung!“ hieß die Zusammenstellung von Ratschlägen, die die Bravo jungen Mädchen ans Herz legte. Der Link führt zu einer Cache-Version des Artikels, der eigentliche Artikel ist inzwischen verschwunden und die Stelle ziert nun eine Stellungnahme anlässlich des Backlash. Den Kern des Problems treffen sie darin ganz gut:

„Kritik ist, dass wir ein rückständiges Frauenbild transportieren.“

Bei Tipps wie

„Wirf öfter mal Dein Haar lässig zurück. Das wirkt überlegen und zeigt, dass ein Junge sich ins Zeug legen muss, um Dich zu erobern. So weckst Du seinen Jagdinstinkt!“

oder

„Guck Jungs eher immer leicht von unten an. Das wirkt am süßesten auf Typen!“

ist das auch nicht besonders weit hergeholt. Weitere Tipps, die zum Beispiel empfehlen, sich auch mal alleine in der Nähe von Jungs aufzuhalten um mysteriöser zu wirken sind vielleicht auch einfach fahrlässig. Die Problematik der Bravo-Empfehlungen ist schon umfassend erörtert worden – VICE hat z.B. die gruseligsten zusammengetragen und diskutiert – aber der Shitstorm bietet eine gute Gelegenheit das Jugendmedium Bravo näher zu betrachten und zwar dort, wo sicher auch die meisten Jugendlichen mit ihr in  Berührung kommen: im Internet.

Hundeparkplätze bei IKEA

Auf den ersten Blick hat die Internetpräsenz der Bravo weit mehr mit Werbung als mit Sexismus zu tun. Die Seite zeigt meist ein Skyscraper-Banner, das höchstwahrscheinlich von Google beliefert wird, mir wird hier nämlich eine Versicherung angeboten – ziemlich sicher nicht das, worauf ich aus bin, wenn ich mir diese Seite anschaue. Die Werbung geht aber allem Anschein nach auch im redaktionellen Teil weiter. Auf der Startseite laufen heute (am 21.07) gleich zwei Artikel über IKEA, klickt man durch, erscheint auch noch ein dritter. Wir lernen, dass es bei IKEA Hundeparkplätze gibt, dass man dort Möbel kaufen kann, die das Smartphone ohne Kabel aufladen (Bravo dazu: „geil!“) und dass Jennifer Lawrence dort einkauft. Niedliche Tiere, Handy, Star – gelungene Zielgruppenansprache also.

STINKSAUER auf SNAPCHAT!

Auf den zweiten Blick, kann ich auf der Startseite etwas wichtiges einfach nicht finden: die Social Links. Die Bravo weist mich an keiner Stelle auf ihre Facebook-Seite hin. Auch nicht auf ihr Instagram-Profil oder ihren Snapchat-Usernamen, dabei ist das doch grade das neue Trend-Netzwerk. Eine Facebookseite hat die Bravo natürlich trotzdem, die Inhalte sind im Prinzip identisch mit der Website. Ein Snapchat-Profil findet sich zwar nicht, aber immerhin so etwas wie eine Erklärung: „Wir sind STINKSAUER auf SNAPCHAT!“ Die dezent click-baitige Headline führt zu einem Artikel, der darauf hinweist dass Snapchat (ein Netzwerk also, in dem unter anderem Videos versendet werden können) viel Datenvolumen aufsaugt.

YAY! WTF!

Clickbait-Headlines finden sich überdies bei mindestens jedem zweiten Artikel. Sie fangen mit „So“ an, oder mit „Krass!“ und wirken wie eine Kreuzung zwischen der Bildzeitung und Seiten wie heftig.co mit viel vermeintlicher Jugendsprache (OMG! Schock! YAY! WTF! WIN! FAIL!) und extra vielen Ausrufezeichen dazwischen. Nun bin ich keine vierzehn, aber das ganze wirkt schon ziemlich aufgesetzt. Thematisch dreht sich die Bravo größtenteils um (meist junge, weibliche) „Stars“, drauf folgen Smartphone-Themen und etwas, was man als „human touch“ beschreiben könnte. Artikel mit Überschriften wie „4-Jährige heiratet Erwachsenen – und der Grund dafür ist wunderschön“ – ihr kennt das.

Abgesehen von ihrer jüngeren Zielgruppe wirkt die Bravo online wie jedes andere Internet-Magazin, das vor allem auf Werbung und Klicks angewiesen ist. Mit Ausnahme der Ausstrahlung-Tipps ist es auch nicht sexistischer als andere. Auffällig ist hier höchstens noch der Kontrast zwischen den umfassenden Bildergalerien von Geschlechtsteilen, die den jungen Menschen zeigen sollen, dass ihre Körperteile ganz normal sind, und der „Skandal!“-Meldung über angebliche Brüste im Video eines YouTube-Stars. Wie das zusammen passt, mag sich jeder selbst überlegen.

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Hitlers Werwölfe im Multimedia-Format

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„mir ist klargeworden, dass ich von zwei unrühmlichen Bastarden groß gezogen worden bin.“

– Cordt Schnibben

Mit „Mein Vater ein Werwolf“ aus dem Jahr 2014 liefert der Spiegel eine Multimedia-Reportage im Scrollytelling-Stil. Der Journalist Cordt Schnibben arbeitet darin seine Familiengeschichte während des Nationalsozialismus auf. Sein Vater war damals Oberleutnant und arbeitete mit den sogenannten Werwölfen zusammen, einer Untergrundbewegung, die ab 1944 in feindlich besetzten Regionen zahlreiche Attentate auf deutsche Kollaborateure verübte.

Der Leser scrollt durch eine Melange aus animierten Comicausschnitten, Fotos, Videos sowie Textteilen und findet sich in einem dichten Geflecht an Ereignissen wieder, die in Zusammenhang mit der Ermordung des Bauerns Willi Rogge stehen, an der auch Schnibbens Vater beteiligt war. Rogge war kein Nazi-Sympathisant. Er machte sich durch eine kritische Haltung gegenüber des Regimes als Volksverräter strafbar und wurde spontan verurteilt. Die Werwölfe dienten als Vollstrecker. Auf dem Leichnam klebte ein Zettel: „Wer sein Volk verrät, stirbt!“

Nach dem Krieg mussten sich die Werwölfe für die Tat vor Gericht verantworten. Der eigentliche Erzählstrang rund um die Ermordung wird daher immer wieder durch Berichte aus dem Prozess unterbrochen. Cordt Schnibben will dadurch deutlich machen, „ wie schwer sich deutsche Gerichte damit taten, kleine Nazis gerecht zu bestrafen.“ Außerdem erreicht er eine multiperspektivische Darstellung rund um den Fall.

Durch einen vorgeschobenen Trailers ist von Anfang an ist klar, welchen Ausgang die Geschichte nehmen wird. Auf der einen Seite bietet dies dem Leser die Möglichkeit, die wenig chronologische Erzählung besser zu erfassen. Auf der anderen Seite wir der Spannungsaufbau dadurch eher flach gehalten. Tatsächlich ist es angesichts der Detailfülle, die über verschiedene multimodale Elemente transportiert wird, schwer, den dramaturgischen Verlauf nachvollziehen zu können. Die Zeitsprünge zwischen Prozess und Ermordung sind nicht immer leicht zu verfolgen. Die Intention scheint klar: die Verworrenheit des gesamten Falls wird unterstützt und nur langsam Licht ins Dunkle gebracht. Für bestimmte Lesergruppen kann dies jedoch zum Abbruchkriterium werden. Wer abends auf seinem Sofa hängt und nette Unterhaltung sucht, kann sich schnell erschlagen fühlen. Wirklich leichte Kost geht anders.

Etwas auflockernd wirkt der Comic-Stil, der in manchen Abschnitten tragendes Handlungselement ist. Technisch durch Parallax Scrolling realisiert, kann so visualisiert werden, wozu es keine Zeitdokumente gibt. In Graustufen bewegen sich die Werwölfe durchs Bild und geben dem Terror eine Gestalt. Mit dem Scrollen erscheinen Sprechblasen. Gelegentlich sind auch Audioeffekte eingebunden. Die gesamte Zeit über dudelt das „Radio Werwolf“ vor sich hin. Düstere Klangschwaden ergießen sich so durch die Lautsprecher eines jeden Users. Die Atmosphäre, die kreiert wird, verheißt Unheil, kann durch ihre Monotonie aber auch nerven.

Sprachlich wirkt „Mein Vater ein Werwolf“ sehr ausgewogen. Cordt Schnibben schreckt nicht vor einer Personalisierung zurück und macht seine persönliche Betroffenheit immer wieder deutlich, wenn er von „mein Vater“ spricht. Der gesamte Inhalt gewinnt dadurch an Nähe. Eine Verbindung zum Leben 70 Jahre nach dem dritten Reich wird geschaffen. Und letztendlich bleibt die immer gleiche Frage: Wie soll man mit dem Erbe dieser Zeit umgehen?

„Mein Vater ein Werwolf“ ist technisch gut gemacht und verdeutlicht, was Online-Journalismus kann. Das Stück ist gerade wegen seiner Länge und Komplexität aber nichts für die Mittagspause. Wer sich für den Nachrichtenfaktor Nationalsozialismus dennoch ein Stündchen nehmen will, dem sei die Reportage wärmstens empfohlen.


Lust bekommen? Die Multimedia-Reportage gibt’s hier:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nazi-werwolf-spiegel-reporter-schnibben-ueber-seinen-vater-moerder-a-963465.html

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Ein Schlag ins Gesicht? Nicht für Martina!

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                      „Was passiert, wenn du einen Jungen einem Mädchen gegenüberstellst und ihn bittest, es zu ohrfeigen?“

Darf man Mädchen schlagen oder nicht?

„Slap Her!“ – Der Spot wirbt gegen häusliche Gewalt gegenüber Frauen

Die herzerweichende Antwort auf diese eher ungewöhnliche Frage geben Pietro, Fulvio, Domenico und Co. Seit Anfangs des Jahres rührt der drei-minütige Werbespot „Slap Her!“ die Nutzer sämtlicher sozialen Netzwerke weltweit. Mithilfe des Experiments mit vermeintlich versteckter Kamera spricht die italienische Nachrichten-Website „fanpage.it“ ein immer noch heikles Thema an: Häusliche Gewalt, speziell gegenüber Frauen. Insbesondere im eher patriarchisch ausgerichteten Südstaat stellt heimische Brutalität ein großes Problem für Private und Staat dar. Das negative Ideal des männlichen Machos setzt sich bis heute leider in vielen südländischen Familien durch –  und dies muss sich ändern.

Die Message der Website ist klar: Gewalt, ebenso wie Pazifismus, sind Charaktereigenschaften, die bereits in Kindertagen geprägt werden. Deshalb haben die Macher von „Slap Her!“ genau diese Zielgruppe in den Mittelpunkt der Kampagne gestellt: Kinder. Die Protagonisten des Videos sind zwischen sieben und elf Jahre alt, ein Alter der Verspieltheit und Sorglosigkeit. Nacheinander werden die freundlich aufgeschlossenen Jungs durch persönliche Fragen vorgestellt: Aussagen wie „Ich will Feuerwehrmann werden, um Leute zu retten!“ und „Ich werde Pizzaiolo, weil ich Pizzas liebe!“ machen die Kids sympatisch und sollen ein gezieltes Beziehungsempfinden beim Zuschauer wecken.

Dann kommt Martina ins Spiel: blond, schlank, große Augen – Ein Bild eines Mädchens. Die Jungs mögen sie auf Anhieb, schüchterne Verliebtheit macht sich breit. Den Aufforderungen, Martina zu streicheln und ihr eine Grimasse zu schneiden, folgen Domenico und die anderen gerne. Auf einmal der Schock: Der Sprecher fordert sie auf, das unbekannte Mädchen zu ohrfeigen. Auf den Gesichtern der Italiener spiegeln sich Verwirrung und Unsicherheit. Meint der Mann das ernst? Darf ich mich dieser älteren Autoritätsperson widersetzen? Nach kurzem Zögern ist die Reaktion jedoch eindeutig: Allesamt verweigern die Aufgabe. Wieso? „Mädchen soll man nicht schlagen, nicht einmal mit einer Blume!“, „Ich bin gegen Gewalt“ – oder, am wohl ausdrucksstärksten:

„Wieso? Weil ich ein Mann bin!“ 

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Ganz gezielt wirft der Spot mit der naiven Weltsicht aus Kinderaugen die Frage auf, ab wann diese Einstellung kippt und welche Umstände dazu führen, dass genau solche Jungs in Erwachsenentagen möglicherweise zu Gewalttaten bereit werden. Auf Facebook wurde das Video des Regisseurs Luca Iavarone seit der Veröffentlichung im Dezember bereits über 40 Millionen Mal geklickt, 7 Millionen Plays waren es nach nur drei Tagen bei Youtube. Doch obwohl die Resonanz beim Publikum größtenteils positiv ist, gibt es Stimmen, die den Viral-Hit im Netz arg anprangern:

Martina würde nur auf ihre Äußerlichkeit reduziert, außer ihrem Namen erfahre der Zuschauer nichts über das Mädchen, welches noch dazu das Klischee-Bild einer „perfekten“ Frau wiedergibt. Auch ihr freier Wille würde nicht respektiert, die Jungs dürfen ihren Körper ohne jegliche Zustimmung ihrerseits anfassen, dies schüre – kontraproduktiv zur eigentlichen Message des Spots – noch das Macho-Empfinden der Männer, die sich alles erlauben können. Ebenfalls der letzte Grund gegen die Verletzung des Mädchens löst bei einigen Online-Usern heftige Reaktionen aus: Ist es diese Definition eines „Mannes“, welche insbesondere Kindern vermittelt werden soll? Macht die Entscheidung für oder gegen Gewalt den Unterschied zwischen einem „richtigen Kerl“und einem… ja was denn eigentlich? Sollte diese Einstellung nicht für jeden als selbstverständlich empfunden werden, egal welchen Geschlechts? Als letzter kritischer Gedanke wird der „Missbrauch“ von Kindern für Werbezwecke formuliert: Natürlich löst der unschuldige Blick eines Kindes beim Zuschauer eine Woge der Empathie aus, dies sei jedoch ein abzulehnender Marketing-Trick, welcher weder die eigentliche Aussage des Spots zum Ausdruck bringe, noch Rücksicht auf die Menschenwürde nehme.

Gewiss, bei genauerer Analyse des Videos findet man ohne weiteres Aspekte, welche sich für Kritik regelrecht anbieten. Ob es jedoch wirklich gerechtfertigt ist, eine Sache schlecht zu reden, die eigentlich für ein positives Umdenken in der Gesellschaft wirbt und sich eben gewisser Strategien bedient, die sich bereits in der Vergangenheit beim Publikum als wirkungsvoll bewährt haben, ist jedoch fraglich. Ob und wann gezielte Manipulation sich als empfehlenswert herausstellt liegt wohl im Auge des Betrachters. Wie heißt es so schön: Der Zweck heiligt bekanntlicherweise die Mittel…

Quellen:

http://www.stern.de/familie/beziehung/italienische-video-kampagne-slap-her-kinder-gegen-gewalt-an-frauen-2164192.html

http://www.spiegel.de/video/kampagne-gegen-gewalt-slap-her-video-von-fanpage-in-italien-video-1546770.html

http://rebeccahains.com/2015/01/06/slap-her-fanpage-it-video-objectifies-girls-exploits-boys-and-trivializes-domestic-violence/

 

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„Das Internet wird verschwinden.“

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Auf dem diesjährig zum 45. Mal stattfindenden Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz machte der Google-Vorstandsvorsitzende Erik Schmidt eine Aufsehen erregende Behauptung in Bezug auf seine Vorstellung vom zukünftigen Internet: „I will answer very simply that the Internet will disappear.“

Gemeint ist mit dieser Aussage nicht, dass das Internet bald nicht mehr existieren wird (was wohl in unserer Gesellschaft auch nicht mehr vorstellbar ist), sondern im Gegenteil: „Das Internet wird verschwinden. – Weil es überall sein wird.“ Es wird nicht mehr „da“ sein, weil es so selbstverständlich werden wird, dass wir es nicht mehr bemerken, bzw. als gesondert ansehen. Gerade durch das kommende Web 3.0, das “Internet of Things”, das all unsere Geräte miteinander vernetzt, wird die eigentliche Interaktion mit dem Internet von unseren alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr zu unterscheiden sein. Laut Schmidt wird es keine Barriere zwischen Online- und Offline-Sein mehr geben; das Internet wird zu einem Teil unserer eigenen Präsenz werden.

“There will be so many IP addresses, so many devices, sensors, things that you are wearing, things that you are interacting with that you won’t even sense it.
It will be part of your presence all the time. Imagine you walk into a room, and the room is dynamic. And with your permission and all of that, you are interacting with the things going on in the room.”

Seine Vorhersagen fanden im Zuge der Diskussion „The Future of Digital Economy“ statt, an der auch weitere hochrangige Personen der IT-Branche teilnahmen:
Neben Erik Schmidt beteiligten sich auch Microsoft-Chef Satya Nadella, Vodafone-CEO Vittorio Colao und Facebook-Managerin Sheryl Sandberg am Gespräch.
Letztere unterstützte Schmidt in seiner optimistischen Sicht und fügte hinzu: „Leute, die früher keine Stimme hatten, können sich heute einbringen. Jeder kann posten und teilen.“
Laut Schmidt ist das Internet eine der größten Errungenschaften der Menschheit und birgt immense Vorteile – nicht nur für das Individuum bei der persönlichen Beratung und Informationsbeschaffung, sondern auch für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Globale Kommunikation und Vernetzung helfen laut ihm der Bildung, Gleichberechtigung und Staatsführung.
Vom Google-Chairman werden aber ebenso wichtige, mit der Verbreitung der Internetnutzung einhergehende, negative Entwicklungen wie zum Beispiel die Verstärkung des „digital divide“, also der steigenden Ungleichheit zwischen Internetnutzern und Nicht-Nutzern nicht beachtet. Momentan haben laut dem Global Internet Report 2014 40% der Menschen Zugriff auf das Internet und können von dessen Vorteilen profitieren. Doch der Rest wird zunehmend von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, was die ohnehin schon extreme Kluft zwischen hochmodernen Industriestaaten und Entwicklungsländern vergrößert.

Quellen:
http://www.weforum.org/sessions/summary/future-digital-economy
http://www.hollywoodreporter.com/news/google-chairman-eric-schmidt-internet-765989
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/google-praesident-eric-schmidt-das-internet-wird-verschwinden-id3428753.html
http://www.internetsociety.org/sites/default/files/Global_Internet_Report_2014_0.pdf
http://wearesocial.sg/blog/2015/01/digital-social-mobile-2015/#more-10068
http://www.globalisierung-fakten.de/globalisierung-informationen/gruende/globalisierung-durch-kommunikation-und-internet/

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„Krieg“ auf Wikipedia

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Ein Suchbegriff wird bei Google eingegeben – das erste Ergebnis stammt meist von Wikipedia. Mit rund 1,8 Millionen Artikeln alleine in der deutschen Sprache ist Wikipedia die führende Online-Enzyklopädie. Beiträge können von jedem verfasst werden, der sich gerne mit einbringen möchte – demnach kommen Informationen zu allen erdenklichen Themen zusammen. Als Nutzer der Website interessiert man sich hauptsächlich für ein paar Punkte im entsprechenden Artikel, liest ihn durch, schließt die Seite wieder und beschäftigt sich mit etwas Anderem. Dabei weisen solche Artikel manchmal eine eigene kleine Geschichte vor.

Das mag sich im ersten Moment komisch anhören. Angesprochen wird hier das Thema der „Edit Wars“, welche regelmäßig auf Wikipedia (und auch anderen Websites) ausbrechen. Alles beginnt mit einem Artikel, dem andere Mitglieder nicht zustimmen. Er wird geändert und stellt nun einen anderen Sachverhalt dar, als zu Beginn. Um den ursprünglichen Gehalt zurück zu erlangen, überschreibt der Autor den Artikel erneut. So kann es zu einer langen Reihe von Änderungen oder auch dem Löschen ganzer Artikel kommen, wenn mindestens zwei Parteien stur auf der Richtigkeit ihres Wissens beharren und keinen Kompromiss schließen.

Grund dafür können persönliche Probleme zwischen den Betreffenden sein oder das Gefühl, mehr Ahnung von einem Thema zu haben. Typische Themen sind beispielsweise Religion, kriegsbetroffene Länder und Globale Erwärmung. In Deutschland ist „Adolf Hitler“ unter den meist geänderten Artikeln (Quelle).

Vermieden beziehungsweise gelöst werden können solche Konflikte durch Kommunikation der Betreffenden und Austausch über den jeweiligen Standpunkt. Außerdem hilft das Miteinbeziehen neutraler Mitglieder, die nicht am Edit War beteiligt waren. Falls auch das nicht zu einer Lösung führt, können Administratoren von Wikipedia eingreifen, was Folgen bis hin zur zeitweisen Sperrung eines Mitglieds haben kann.

Gerade bei sehr meinungsabhängigen Themen kann ein Wikipedia-Artikel also viel Wirbel erzeugen. Nutzer sehen nur das Endprodukt – oder eines der vielen Stadien – des Edit-Wars. Es gibt nicht nur eine Meinung zum entsprechenden Thema, und deshalb macht die offene Form von Wikipedia öfter Probleme – gerade wenn Laien Artikel verfassen.

 

 

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/edit-war-auf-wikipedia-die-lotsen-bleiben-an-bord-16331.html

http://www.heise.de/tp/news/Wikipedia-Edit-Wars-2029867.html

http://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1305/1305.5566.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Edit-War

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EU Parlament Vs. Suchmachinenmonopole

geschrieben von in Internet, Internet und Politik, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Das EU Parlament hat in einer nicht bindenden Resolution dafür gestimmt, dass Großkonzerne sich künftig in der EU gewissen Spielregeln unterwerfen sollen. Gemeint sind Unternehmen wie Google, die eine unglaublich facettenreiche Palette an Angeboten haben: von emails über youtube, android und maps ist alles miteinander verbunden. Was ja eigentlich kein Problem ist. Problematisch wird es dann, wenn alle Bereiche des Unternehmens Daten sammeln und diese für das Erstellen von Suchergebnissen mit einfliessen lassen, sodass die Angebote der eigenen Firma vorne stehen, denn das verstösst gegen die Europäische Vorstellung von Kompetitivität.

Fairnesshalber muss man sagen, dass der Europäische Markt den Anschluss an die Innovation der Suchmaschinen weitgehend verpasst hat. Das benutzt die Amerikanische Regierung jetzt, um zu Argumentieren dass Europa einen Sündenbock dafür sucht, dass weitgehend Amerikanische Unternehmen den Großteil dieses Marktsektors in Europa kontrollieren. Die Entscheidung, Suchmachinenmonople wie Google an die Eurpäischen Marktverhältnisse anzupassen könnte somit zu Problemen in den Handelsbeziehungen mit den USA zur Folge haben.

Die USA jedoch, als Sitz dieser Unternehmen, sind viel weniger sensibel im Umgang mit persönlichen Daten im Internet wie Europa, weshalb die meisten Nutzer hierzulande auch kein Vertrauen in eine Kontrollfunktion der Unternehmen durch die USA haben. Eine Aufspaltung der Verschiedenen Funktionen ist also der bisher beste Lösungsvorschlag, denn das würde für Mediennutzer bedeuten, dass sie sich keine Gedanken mehr machen müssen, wieviele Daten denn jetzt welcher Account wozu speichert: Um einen Youtube Account zu eröffnen, bracht man eine Google-mail Adresse, diese ist mit Google+ verlinkt, wer ein Android Smartphone hat braucht die email Adresse also in vielen Fällen auch, um das Telefon überhaupt in Betrieb zu nehmen. Also benutzt man entweder für jeden einzelne Funktion eine andere email Adresse oder man stellt seinen ganzen Alltag Google zur Verfügung.

Nur wie will das Europäische Parlament und die Kommission dagegen vorgehen?

Das Unternehmen ist Amerikanisch, schon allein rechtlich stellt sich also die Frage ob überhaupt etwas gemacht werden kann, und wenn ja was? wie? und vor allem: wer ist dann zuständig? Transparenz in den Medien zu fordern ist schön und gut, aber viele von uns würden sich sicher auch wünschen, in der Politik einen besseren Durchblick zu haben.

 

Quellen:

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Netzwelt/d/5777194/eu-parlament-stimmt-fuer-aufspaltung-von-suchmaschinengiganten.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/maechtige-internetriesen/vorschlaege-des-eu-parlaments-washington-warnt-vor-zerschlagung-von-google-13287188.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/ipsos-umfrage-bezahlbares-internet-ist-ein-menschenrecht-13284964.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/eu-verfahren-gegen-google-eine-aufspaltung-koennte-die-beste-loesung-sein-13285316-p2.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/maechtige-internetriesen/europaeisches-parlament-fordert-aufspaltung-von-google-13289643.html

http://www.zeit.de/digital/internet/2014-11/google-eu-parlament-zerschlagung-suchmaschinen

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-europaparlament-fuer-aufspaltung-von-suchmaschinen-a-1005317.html

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Kann man noch ohne Internet Student sein?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, MedienkritikKommentare deaktiviert für Kann man noch ohne Internet Student sein?

95% der deutschen Schüler/-innen und Studierende nutzen täglich das Internet. Doch was passiert wenn das Internet beispielsweise in einer Studenten-WG plötzlich ausfällt?

Mal kurz nach schauen in welchem Raum die Vorlesung am nächsten Tag stattfindet, sich für eine Prüfung anmelden, ein Buch aus der BIB vormerken oder auch nur einen Blick auf das Mensa-Menü werfen, stellt sich auf einmal problematisch dar.

Ohne Internet ist das Studieren nicht mehr möglich. Schon allein die Bewerbung an Universitäten oder Hochschulen ist nur noch online möglich.

Wird das Internet zu einem Zwang-Medium für Studenten? Die Liste der universitätsrelevanten Internetbenutzung scheint mit jedem Jahr immer länger zu werden. Recherchieren für Hausarbeiten, mit Dozenten per E-Mail kommunizieren oder Funktionen einer Campus-App zu nutzen, sind nur einige Tätigkeiten im Alltagsleben eines Studenten. Täglich halten sich Studenten im Internet auf. Ob für schulische Zwecke oder eher aus Freizeitamüsement gesurft wird sei dahingestellt.

Das Verleiten noch schnell etwas zu „googeln“ oder kurz ein bisschen zu chatten, online-shoppen oder noch eine Episode der aktuellen Lieblingsserie zu „streamen“, ist stark, wenn man schon vor dem Computer oder Laptop sitzt oder das Smartphone in der Hand hat.

Durch dieses breite Angebot des Massenmediums „Internet“ wird aus einer Stunde schnell drei vier des täglichen Internetgebrauchs.

Als Abhängigkeit bezeichnet man den häufigen und starken, nicht zu kontrollierenden Wunsch bestimmte Handlungen zu wiederholen. E-Mails abrufen, in sozialen Netzwerken erreichbar sein und auf einfache Weise Google und Co befragen und schnelle Antworten bekommen, sind Handlungen einer Internetabhängigkeit.

Das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand, welches den Kräften des Verstandes übergeordnet ist, wird als Sucht beschrieben. Soziale Bindungen und die Entfaltung des Individium werden durch die Zuflucht in die Online-Welt stark beeinträchtigt.

Offiziell wird der übermäßige Konsum des Internets nicht zu den International Classification of Diseases gezählt, doch Diskussionen darüber werden schon geführt.

Der ständige und abhängige Internetkonsum kann schnell zur Sucht ausarten. Schon 1998 wurde von einer Internetsucht bei Studierenden im Alter von 18-22 Jahren berichtet. Die Internetnutzung hat sich in den letzten 16 Jahren stark weiterentwickelt und so auch seine Tragweite. Laut dem statistischen Bundesamt haben von vor zwei Jahren alle Schüler/-innen und Student/ -innen in Deutschland das Internet genutzt.

Ja, studieren ohne Internet ist nicht mehr möglich. Vor /-und Nachteile zu diesem Umstand gibt es in großen Mengen. Die zeitliche Unabhängigkeit (bsp. Onlineshops), globale Kommunikation und Verbreitung und die Geschwindigkeit des Mediums sind nur einige positive Aspekte. Oft wird aufgrund der Sicherheitsproblematik, Qualität der Informationen oder das Cybermobbing vor dem Internet gewarnt.

Der Umgang mit dem Medium muss gelernt sein, das steht fest. Doch zu wissen, wie man auch ohne Internet den Busfahrplan zur Universität findet, die Bibliothek als Informationsquelle zu nutzen oder sich mit Kommilitonen auch außerhalb des Chatraumes verabredet kann nicht schaden.

 

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/StatistischesJahrbuch/KulturMedienFreizeit.pdf?__blob=publicationFile

http://www.suchtmittel.de/info/sucht/000208.php

http://de.statista.com/statistik/suche/?q=Internetzugang

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Internetsucht.shtml http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2010/09/14/das-internet-ist-medien-eins-bei-jugendlichen-1863/

http://drogenbeauftragte.de/presse/pressemitteilungen/2011-03/pinta-studie.html

http://www.informatik.uni-oldenburg.de/~iug10/sli/index67da.html?q=node/34

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/aktionismus-der-drogenbeauftragten-wir-tun-was-gegen-onlinesucht-wogegen-a-815463.html

 

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Die Sicherheit unserer Daten

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Ob Facebook, Whatsapp oder diverse andere andere Applikationen, sie alle nehmen, speichern und geben unsere Daten weiter. In welchem Ausmaß ist nicht bekannt und wird es wohl so schnell auch nicht werden.

Doch sind wir zu leichtsinnig mit unseren Daten? Fortwährend werden neue Abhörskandale bekannt, ob von der NSA oder dem BND. Doch kaum einer verschwendet einen zweiten Gedanken darüber, was mit unseren Daten passiert: „Was wollen die schon machen? Ich habe nichts zu verheimlichen.“

Aber dieses Phänomen haben wir im Verlauf der Geschichte schon häufig gesehen. Zum Beispiel in der DDR, dort gab es auch immer wieder Gerüchte, dass Telefone abgehört, oder die Post gelesen wurde. Manche Menschen waren sich dessen auch sehr wohl bewusst. Heute denken wir: Wie konnten die Menschen damals so leichtsinnig sein? Wieso haben sie nicht gemerkt, dass sie abgehört wurden? So etwas merkt man doch. Aber hinterher ist man immer schlauer. Die Chance, dass wir in zwanzig Jahren ebenso über unsere Leichtsinnigkeit denken ist hoch.

Da bleibt nur zu hoffen, dass wir Whatsapp und Konsorten vertrauen können, dass sie neue Datenschutzrichtlinien umsetzen und ihre Verschlüsselungsprogramme auch keine Lücken haben.

Immerhin veröffentlichte Facebook gerade heute erst neue Datenschutzrichtlinien, die ab 1.1.2015 in Kraft treten sollen. Und das, obwohl Facebook als die größte Datenquelle überhaupt gilt und die Fotos und Posts ihrer Nutzer unwiderruflich im Internet und auf ihren Servern speichert. Verbraucherschützer haben sich lange für neue Richtlinien im Datenschutz eingesetzt, doch jetzt zeigen sie sich skeptisch. Es sei der nette Tonfall, der die Nutzer glauben lässt ihre Daten sein jetzt sicherer. Doch tatsächlich sei das Gegenteil der Fall:

Beim Verbraucherzentrale Bundesverband warnt man davor, sich vom Tonfall täuschen zu lassen. „Letztendlich bedeuten die Änderungen, dass Facebook künftig noch mehr Daten sammelt und verknüpft und ein noch größeres Profil von jedem seiner Nutzer erstellt“, erklärt Internet-Experte Dennis Romberg…

Doch was tun um sich und seine Daten zu schützen?

Hier zeigt sich nun das größte Problem der Datensicherheit. In unserer heutigen modernisierten und auch technisierten Gesellschaft kommt man kaum drumherum Daten von sich preis zugeben, es sei denn man verzichtet bewusst auf die Benutzung des Internets, oder sogar die eines Smartphones. Dies wiederum zieht ebenfalls Konsequenzen mit sich. Wie oft am Tag benutzen wir das Internet? Nur um mal eben kurz zu gucken, wann der nächste Bus kommt, oder um die Mails zu checken während wir auf diesen warten. Auch der komplette Uni-Alltag wird über das Internet geregelt. Dort meldet man sich für Vorlesungen und Prüfungen an. Ein Studium ohne Internet? Undenkbar!

Wer will auf solche Annehmlichkeiten denn schon verzichten? Niemand. Also müssen wir damit leben, dass unsere Daten weitergegeben oder gespeichert werden. Zur Zeit ist das nicht vermeidbar, aber wer weiß welche Datenschutzrichtlinien die Zukunft bringt?

 

Quellen:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/internet-ueberwachung-datensicherheit-kommentar

http://www.augsburger-allgemeine.de/digital/Was-hinter-den-neuen-Bedingungen-und-Richtlinien-bei-Facebook-steckt-id32142292.html

http://www.tagesspiegel.de/themen/nsa/

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/whatsapp-android-update-mit-verschluesselung-von-textsecure-a-1003660.html

http://www.berliner-zeitung.de/politik/neue-dokumente-im-abhoerskandal-bnd-und-nsa-kooperieren-ueberaus-eng,10808018,27937746.html

 

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„Blogs liest ja sowieso keiner.“

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Die meisten wissen noch nicht einmal recht, wo sie den Begriff einordnen sollen – geschweige denn, wie man ihn mit Inhalten füllt. Der „Blog“. Laut Definition eine Art Online-Tagebuch, das sich mit Hilfe von WordPress und Co. jeder aneignen kann, um nach Herzenslust sein Leben, seine Meinungen oder einfach nur lustige Bilder in die weite Welt des Internets hinaus zu posaunen.
Aber Blogs sind eben nicht nur eine frühe Variante des Facebookprofils. Sie dienen (vor allem für Journalisten) als Informationsquellen, spiegeln (gut und weniger gut belegte) Meinungen wieder und auch andere Social Media Accounts, wie Twitter oder eben Facebook können als „Blogs“ bezeichnet werden. Und selbst die „reinen“ Blogs sind trotzdem nicht zu unterschätzen:

Weltweit lesen mehr als 409 Millionen Menschen pro Monat WordPress Blogs, die unter anderem bekannte Größen wie die New York Times, Samsung oder ebay beinhalten. Von Internetzeitungen bis zu Infopages über die neusten technischen Errungenschaften ist also alles vertreten. Für Unternehmen ist es profitabel einen Blog zu unterhalten – sei das nun über WordPress, über eine Facebookseite oder einen Twitteraccount, denn sie können so Werbung machen. Um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, werden alle Mittel auf einmal genutzt. Die Anzahl der Blogs steigt ständig an, alleine auf tumblr fanden sich im Oktober diesen Jahres 207,3 Millionen. Eine Zahl, die man sich eigentlich schon gar nicht mehr vorstellen kann und trotzdem ist sie nur ein Bruchteil dessen, was sich in den Tiefen des World Wide Web tummelt. Doch worüber schreiben all diese Menschen und Unternehmen den lieben langen Tag?

Eine Studie von rankseller hat 2013 2.344 deutsche Blogger dazu befragt und das Fazit?

Die beliebtesten Themenbereiche sind Heim und Garten oder Erotik und Liebe, Schlusslicht bilden Shopping und (leider) auch Bildung und Wissen. Was erstmal kein besonders überraschendes Ergebnis ist, Klatschzeitschriften verkaufen sich schließlich auch am laufenden Band. Die deutsche Top 100-Liste der Blogs wird vom Postillon angeführt, einer Website die das aktuelle Mediengeschehen meist satirisch aufbereitet, gefolgt von mimikama, die sich auf  Betrugsfälle im Internet konzentriert, und Schlecky Silberstein (ehemals Spiegel Offline), die dem Leser einfach nur ein wenig den Tag versüßen möchte. Wobei man sicher auch bei diesen weniger ernsthaften Blogs über den ein oder anderen bemerkenswerten Eintrag stolpern könnte.

Wer selbst einen Blog schreiben möchte, wird mit Hilfestellungen und Ratschlägen geradezu überschüttet. Tippt man bei Google „Wie schreibe ich einen Blog“ ein, erhält man circa 44,3 Millionen Ergebnisse. Allerdings sind ein paar einfache Tipps schnell herausgefiltert:

  • Themenbezogenheit/Zielsetzung: Wer sich auf ein Thema spezialisiert und weiß, worauf er hinaus will bzw. für wen er da schreibt, hat einen guten Grundstein gelegt.
  • Ansprechendes Design: Wenn das Layout stimmt und die Seite übersichtlich ist, findet sich der Leser gleich besser zurecht.
  • Schlagworte/Beziehungen: Mit Schlagworten wird der Blog leichter gefunden – und Beziehungen (Links, Verweise, etc) zu Unternehmen, anderen Bloggern u. Ä. schaden nie – und schützen vor Plagiatsvorwürfen.
  • unvm.

Für den Erfolg eines Blog ist im Endeffekt aber der Inhalt entscheidend, damit er auch heute – in der Zeit von Facebook, Twitter und Co. Aufmerksamkeit erlangt. Oder ob der Inhaber des Blogs die National Football League ist.

 

 

Quellen:

WordPress Stats

WordPress Notable Users

Statista: Statistik Tumblr

Studie Basicthinking.de „So bloggt Deutschland“

Deutsche Blogcharts

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Medien, Feminismus und Morddrohungen

geschrieben von in Internet, Medienkritik1 Kommentar »

Gamer sind männlich, riesen Nerds, haben wenig soziale Kontakte und von Frauen auch keine Ahnung, beziehungsweise interessieren sich auch nicht wirklich für sie, außer sie kommen in ihren Spielen vor.

Sieht so aus als hätte da mal wieder jemand tief in die Klischeekiste gegriffen, oder?
Natürlich ist diese Darstellung mehr als nur übertrieben. Natürlich hat jemand, auch wenn er sich als Gamer bezeichnet, Freunde und geht duschen. Doch sieht man sich die momentane Diskussion an, welche auf diversen Plattformen unter dem Hashtag #GamerGate läuft, kann man schnell auf den Gedanken kommen, dass diese Klischees irgendwie doch eines wahren Ursprungs entspringen.
Bekannteste Opfer der #GamerGate-Debatte sind Zoe Quinn, Brianna Wu (beides Spiele-Entwicklerinnen) und die Feministin und Medienkritikerin Anita Sarkeesian. Diese wurden (und werden immer noch) von vielen aus der Gaming-Community auf das Schwerste beschimpft und sogar bedroht. Privatadressen wurden öffentlich gemacht und mittlerweile stehen sie sogar unter Polizeischutz. Doch was hat dieses extreme Verhalten ausgelöst?
Zunächst einmal ein Blogeintrag eines betrogenen Freundes. Dieser beschuldigte seine damalige Freundin Zoe Quinn darin, um gute Kritiken für eines ihrer Spiele zu bekommen, eine Affäre mit einem Spielejournalisten eingegangen zu sein. Auch wenn sich diese Annahme als falsch heraus stellte, zogen diese Anschuldigungen natürlich die übliche Entrüstung nach sich und wie man es so aus dem Internet kennt, waren auch verbale Entgleisungen unter all den Kommentaren dabei. Dennoch wurde durch diesen Zwischenfall etwas – oder besser – jemand stellvertretend für einige, wenn auch nicht viele in das Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt: Zoe Quinn beziehungsweise Frauen in der Spieleindustrie.
Ins Rollen kam der große #GamerGate Skandal dann durch die Erscheinung des neuesten Videos von Anita Sarkeesian, welche auf ihrem Youtube-Kanal die Darstellung von weiblichen Charakteren in Spielen beleuchtet. Einer ihrer Grundaussagen ist, dass weibliche Figuren meist nur den hübschen Rahmen für die männlichen Hauptfiguren bilden. Durch diese Äußerungen hatte sie einen empfindlichen Nerv in der Gaming-Community getroffen. Sie und Zoe Quinn rückten somit immer mehr in den Focus von ‚Kritikern‘, welche eigentlich keine sind. Zusammen mit Brianna Wu, welche sich auch kritisch zu Sexismus in Spielen äußerte, stehen die drei nun im Mittelpunkt von Anfeindungen, Drohungen und Beschimpfungen. Trauriger Höhepunkt war die Absage eines Vortrages von Anita Sarkeesian aufgrund von der Androhung eines Anschlages am Veranstaltungsort.
Reaktionen gab es viele. Unter anderem einen offenen Brief an die Gaming Community von Entwicklern, in dem sich dafür eingesetzt wird, dass jeder spielen darf, egal welches Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung er hat. Dennoch hat sich die gesamte Situation zu einem undurchdringlichen wirren Durcheinander von Meinungen, Drohungen und Vermischung der unterschiedlichsten Themen entwickelt. Festzuhalten ist, dass es um Sexismus in Spielen und gegenüber Frauen in der Spieleindustrie, sowie die Glaubwürdigkeit von Spielejournalisten, geht.

Nachdem dies schon vor ungefähr 3 Monaten im englisch sprachigen Raum ein viel diskutiertes Thema war, wird dies von den deutschen Medien erst jetzt aufgegriffen. Neben einer Vielzahl von Gaming-Portalen (u.a. Playnation.de oder auch Giga-Games),die allerdings seit einem längeren Zeitraum davon berichten, werden jetzt auch etablierte Medien wie zum Beispiel die Tagesschau, oder auch die FAZ auf dieses doch brisante Thema aufmerksam.
Bei letzterem ist jedoch folgendes anzumerken um wieder auf die am Anfang erwähnten Klischees einzugehen: Das im ersten Abschnitt des Artikels erläuterte ‚Utopia‘ ist bei weitem noch nicht erreicht. Natürlich gibt es wie in dem Artikel beschrieben neben den Spielen nun auch viele andere Medien, die diese aufgreifen, wie Bücher oder ähnliches. Doch ist dies lediglich Merchandise. Die Gruppe derer, die Spiele als Kulturgut ansehen ist weiterhin sehr gering und jemand der es geschafft hat eine beachtliche Summe von ca. 300 Stunden in Skyrim zu verbringen, bekommt wohl immer noch gesagt, dass er doch seine Zeit auch besser nutzen könnte.
Die Entwicklung, dass nicht jeder gleich als potenzieller Amokläufer gilt, wenn er einen Ego-Shooter spielt, steht selbst noch in den Kinderschuhen, wenn man die Diskussionen um Gewalt in Spielen verfolgt. Gewaltdarstellungen werden immer noch in den verschiedenen Gattungen Film und Spiel unterschiedlich gewertet, egal wie cineastisch ein Spiel inszeniert wurde.
In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird im Zuge der #GamerGate Affäre eine spannender Punkt aufgegriffen, der hier noch nicht im Mittelpunkt stand: Der Spieler – also Gamer – an sich mit seiner Identität; derjenige auf den die Klischees aufgedrückt werden. Halten wir kurz an dieser Stelle fest, dass in diesem Artikel der generische Maskulinum genutzt wird. Laut einer Studie der Entertainment Software Association aus diesem Jahr sind mittlerweile ungefähr die Hälfte aller Spieler weiblich.
Wer bin ich wenn ich spiele? Ich für meinen Teil: weiblich, 22 jährig, GTA V spielend mit vielen sozialen Kontakten, da ich mich aktiv an der Arbeit in einer Fachschaft beteilige. Passend wird in dem Artikel vom „Ende der Gamer-Identität“ gesprochen. Durch dieses ‚Ende‘, das Aufkommen von Frauen in der ‚Szene‘, die Kritik an der Darstellung von Frauen, seien die Reaktionen die im #GamerGate auftauchen fast eine logische Konsequenz. Leider trifft dieser Punkt nur auf einen kleinen Teil der Community zu, nämlich auf jenen in dem die Drohungen und Anfeindungen entstanden sind. Dieser kleine Teil ist aber auch im Rest der Gesellschaft zu finden und fühlt sich durch jedes kleinere aufkommen von feministischen Inhalten angegriffen ( vgl. hierzu zum Beispiel die Diskussion um das Video „10 Hours of Walking in NYC as a Woman“)

Der größere Teil findet es schön, dass nun auch die Damen der Schöpfung die Welt der Spiele für sich entdeckt hat. Es wird auch nicht kritisiert, dass kritisiert wird, sondern es wird auf das alte Thema aufmerksam gemacht, dass Pauschalisierungen immer schwierig sind. Zum Schluss bleibt nur noch kurz etwas Kritisches zu hinterfragen: Ja es wird diskutiert – und das ist auch gut so – aber kommen diejenigen, über die diskutiert wird, eigentlich auch zu Wort oder ist es wieder eine fremdbestimmte Diskussion?

 

 

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Ist die ZEIT vorbei?

geschrieben von in Internet, Printmedien, Zeitschriften, Zeitungskrise1 Kommentar »

Langsam schiebt sich die Masse über den überfüllten Bahnsteig. Sie kommen an einem Zeitungsstand vorbei. GRATIS steht in großen Buchstaben auf einem Schild. Ein alter Mann nimmt sich eine Zeitung. Alle anderen gehen weiter, ohne den Stand eines Blickes zu würdigen. Nach einer Weile sitzen alle im Zug. Taschen und Rucksäcke werden geöffnet, Laptops herausgeholt und Smartphones eingeschaltet. Der alte Mann geht den Gang hinunter. Er lässt sich auf einem freien Platz nieder und schlägt umständlich die Zeitung auf. Die Frau auf dem Platz neben ihm schaut genervt von ihrem Smartphone auf. „Was suchen Sie denn?“, fragt sie. „Die Bundesligaergebnisse!“, antwortet der alte Mann. „Die habe ich gestern schon nachgeschaut“, sagt sie und überreicht ihm ihr Smartphone.

Kein Überleben für die Zeitung?

Dass die Nachfrage nach Printmedien schwindet, ist nichts Neues. Doch gibt es den guten Journalismus nicht nur in der Zeitung? In der Zeitung überzeugen seit langen Jahren qualifizierte Journalisten mit gut recherchierter Arbeit, unterschiedlichen Themen und ausführlichen Hintergrundreportagen. Mit dem Kauf einer Zeitung wird versichert, dass die Artikel umfassend recherchiert und glaubwürdig sind. Dass die Journalisten Kenntnis haben, worüber sie schreiben und für den Leser die wirklich wichtigen Themen selektieren und aufbereiten.

Trotzdem greifen immer mehr Menschen zum Smartphone oder Tablet, um die Nachrichten online zu lesen.
Im Internet findet man die gesuchten Informationen schnell und zielsicher. Ohne großen Zeitaufwand. Und noch viel wichtiger ist, dass man NUR das erhält, was man wirklich möchte. Kauft man eine Zeitung, um sich über die neusten Ereignisse in Russland zu informieren, muss man auch den Rest, also den Sport und die Klatschspalte kaufen. Online ist das anders.
Kauft man eine Zeitung, entscheidet man sich nicht nur dafür mehr zu kaufen, als man eigentlich braucht, sondern es beschränkt auch auf die eine Sichtweise des Journalisten beziehungsweise die Quellen, die der schreibende Journalist wichtig hielt. Im Internet hingegen werden viele verschiedene Quellen präsentiert. Durch Verlinkungen findet man schnell viele Texte und Informationen zum selben Thema.

Natürlich hört man hier die Aufschreie der Zeitungsliebhaber. Denn Online birgt viele Risiken, die man nicht außer Acht lassen sollte. Im Internet kann jeder zum Journalist werden und jeder kann Informationen einstellen. Fehlinformationen werden nicht überprüft und verbreiten sich über das Internet wie ein Lauffeuer, bevor auffällt, dass es sich um eine Fehlinformation handelt.

Doch ist dieses Risiko nicht akzeptabel, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt?

So schön es auch sein mag eine echte Zeitung in der Hand zu halten – das bekannte Rascheln beim Umblättern der Seiten zu hören. Sind es doch trotzdem nur die Nachrichten von gestern.
Für schnelle und aktuelle Nachrichten bleibt nur der Griff zum Smartphone.

Was sich viele wünschen, sind Onlineartikel, die umfassend recherchiert sind und komplexe Sachverhalte verständlich zusammenfassen. Artikel, wie man sie zuweilen nur in der „echten“ Zeitung findet.

Die Süddeutsche Zeitung versucht zur Zeit durch den Bau eines Print – Online – Newsrooms Online und Print erfolgreich zu verbinden. „Die geschäftsführenden Redakteure, die dort arbeiten werden, sind künftig für Print, wie online gleichermaßen verantwortlich.“ (http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/) Dadurch soll es eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Print und Online geben. Es ist der Versuch „sowohl eine sehr gute Zeitung, als auch eine sehr gute Nachrichtenseite (zu) machen.“ (http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/)
Es könnte ein entscheidender Schritt sein, Online qualitativ nach vorne zu treiben, aber dabei die Zeitung nicht zu vergessen.

Kein Überleben für die Zeitung?
Das ist zur Zeit schwer zu ermessen. Aber bis jetzt schreibt sie auch noch keiner ab!

 

Quellen:

http://www.gutjahr.biz/2013/03/zukunft-zeitung/

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zukunft-der-zeitung-die-odyssee-der-online-onkels-12534852.html

http://verlag.faz.net/mediaportal/ueber-die-zukunft-von-zeitungen-ein-gespraech-mit-frank-schirrmacher-und-horizont-chef-juergen-scharrer-11885036.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zukunft-des-journalismus-das-heilige-versprechen-11970610.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-11/Tageszeitung

http://www.spiegel.de/thema/2020_die_zeitungsdebatte/

http://www.sueddeutsche.de/thema/Zukunft_des_Journalismus

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/zukunftdesjournalismus

http://www.arte.tv/guide/de/048392-000/journalismus-von-morgen-die-virtuelle-feder

http://www.theeuropean.de/debatte/342-zukunft-des-journalismus

http://www.turi2.de/heute/sueddeutsche-zeitung-baut-print-online-newsroom/

 

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The German Dream

geschrieben von in Internet, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für The German Dream

Die Stadt New York steht vor einem großen Umbauprojekt: alte Telefonzellen sollen in 10 000 neue WLAN-Stationen umgebaut werden, welche 24/7 kostenlosen und zeitlich unbegrenzten Zugang zum Internet bieten. Sie sollen über einen Android Tablet Touchscreen bedient werden, mit welchem Inlandstelefonate und Notrufe getätigt werden können, als auch Ladestationen für Smartphones besitzen.

Das Projekt „LinkNYC“ ist für alle fünf Stadtteile New Yorks geplant und hat neben den Intentionen, das Straßenbild durch bunte Werbung an den modernen Stationen aufzubessern und die Attraktivität für  Touristen durch kostenloses WLAN zu steigern, ebenso den ökonomischen Aspekt des Wandels im Fokus: allein durch die Erstellung jener Säulen sollen 100-150 Vollzeit Arbeitsstellen geschaffen werden, hinzu kommen weitere, die für die Pflege und den Service der WLAN-Säulen zuständig sein sollen.

Realisierbar sei dieses Projekt mithilfe von Werbefinanzierung an den Hotspots und der finanziellen Beteiligung städtischer Firmen, wodurch des New Yorkers Geldbeutel verschont wird, da laut Bürgermeister Bill de Blasio „das Wifi-Netz keine Kosten für den Steuerzahler verursachen“ soll. In den nächsten 12 Jahren werden geschätzt mehr als 500 Millionen US-Dollar Einnahmen erzielt.

Warum also nicht in Deutschland?

Der erste deutsche Vorreiter ist die Stadt Pforzheim, die kostenfreies Surfen in der Innenstadt und am Stadtrand anbietet. Ab einer Nutzung von über 300 Megabyte Datenvolumen kann man den kostenlosen Service jedoch nicht mehr nutzen, es sei denn man zahlt 8,99€ und erhält einen Gigabyte Datenvolumen oder es wird eine Monatsflatrate für 19,99€ erworben und das Angebot der Stadt ist uneingeschränkt nutzbar.

Weitere Großstädte, wie zum Beispiel Hamburg, streben ganz nach dem Beispiel „LinkNYC“ das Offerieren von Hotspots an. Gänzlich unpraktisch ist jedoch die Rechtslage in Deutschland, da durch die Störerhaftung der Netzbetreiber die Verantwortung dafür trägt, wofür das WLAN genutzt wird. Dass deutsche Städte oder Kooperationspartner diese Bürde nicht auf sich nehmen wollen, lässt sich mit gesundem Menschenverstand nachvollziehen.

Eine Ausweichmöglichkeit fand die Non-Profit-Organisation „Medien-/IT-Initiative-Pforzheim“, welche für den dortigen WLAN Hotspot zuständig ist, indem sie die Firma Skytron mit der Betreiberhaftung beauftragte.

Zusätzlich dazu erschien bereits ein Antrag zur Abschaffung der Störerhaftung, der jedoch am 14.11 von der CDU und der SPD im Bundestag abgelehnt wurde. Fragwürdig ist hierbei, wieso ein entwickelter Staat wie Deutschland diese Regelung nicht abschaffen will, denn laut Chaos Computer Club Mitglied Michael Hirdes gebe es kaum ein Land mit dieser Regelung.

Quellen:

http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/hamburg-will-vorreiter-werden-kostenloses-wlan-in-der-innenstadt-/10990372.html

http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/wlan-experimente-moebel-werden-zum-hotspot/8786314-2.html

http://www.skytron.de/de/mobilesinternet/index.php

http://www.link.nyc/

http://www.welt.de/wirtschaft/article134462676/New-York-plant-groesstes-gratis-WLAN-Netz-der-Welt.html

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Internet für alle?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Internet für alle?

Aufmerksam auf das Thema wurde ich neulich durch einen Beitrag im Deutschlandfunk, es ging um das Internet in Afrika: wie weit ist das World Wide Web dort schon ausgebaut und wie viele Menschen können es überhaupt nutzen?
Für uns gehört es zum Alltag dazu, wir treten durch Mails und soziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt, bestellen unsere Weihnachtsgeschenke über Kaufportale und holen uns unser Lernmaterial für die Uni aus dem Internet. Sogar im Arbeitslosengeld Regelsatz wird das Nutzen von Medien (hier vor allem Internet und Fernsehen) einberechnet, es gilt quasi als Grundrecht. 1
Doch was wenn die Benutzung eines Computers und dann noch des Internets viel zu teuer für den Ottonormalverbraucher wäre? Würden wir sofort an den Rand der Gesellschaft katapultiert werden?

Ganz so drastisch sieht es in Afrika noch nicht aus, denn dort haben nur Wenige einen regelmäßigen Zugang zum Internet und die Mehrheit der Bevölkerung weiß noch nicht wie man einen Computer überhaupt benutzt. Es können sich nur die Reichen ein solches Gerät leisten und das heißt noch nicht, dass sie auch zwangsläufig mit dem Internet verbunden sind. In Zahlen: dreizehn Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind regelmäßig online. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 75 Prozent.
Es ergibt sich sogar noch ein weiteres Problem: das Stromnetz ist noch nicht genügend ausgebaut, in Kenia zum Beispiel haben die Menschen nur einige Stunden Strom am Tag, ein Computer würde da gar nicht funktionieren.

Man könnte vielleicht sagen, dass es heute vielleicht besser sei den Wahnsinn des Medienrummels nicht mitzumachen; doch heißt kein Internet heute, keine Beteiligung am Weltgeschehen. Die Bevölkerung Afrikas (wobei man dabei zwischen den reichen, z.B. Mosambik und armen Ländern, z.B. dem Tschad unterscheiden muss) kann nicht auf Wissen und Nachrichten zugreifen, wobei gerade der klassenübergreifende Gedanke dahinter so reizvoll ist:
Kinder aus Bildungsfernen Familien, die nicht zur Schule gehen können, könnten über Online-Portale unterrichtet werden, junge Erwachsene könnten sich auch privat weiterbilden und und und…
Der UN-Generalsekretär Kofi Annan geht laut „Zeit Online“ sogar so weit, auf dem zweiten Weltgipfel zur Informationsgesellschaft in Tunis 2005 zu sagen, dass ein Zugang zum Internet und damit zu freier Information für ein funktionierendes Staatswesen unabdingbar sei.2

Fakt ist: an der Ostküste Afrikas wurde 2009 ein neues Glasfaserkabel über 15.000 Kilometer Meeresboden verlegt, dass Kenia, Südafrika, Mosambik und Tansania mit Europa und Asien vernetzen sollte. Erstmal profitierten davon nur Firmen und wohlhabende Menschen, in Sierra Leone beispielsweise kostete eine satellitengestützte Verbindung mit einer Geschwindigkeit von zwei Megabit pro Sekunde 8000 Dollar im Monat. Heute verbinden neun Glasfaserkabel Afrika mit Europa, wobei die Unterschiede in der Qualität, Geschwindigkeit und Nutzung immer noch zwischen den einzelnen Staaten und Regionen riesig sind.

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat Afrika auf jeden Fall einen großen Sprung nach vorne gemacht und vielleicht wird innerhalb der nächsten Jahre auch eine ganz einfache Angestellte in Kenia ungestört im Internet surfen können. Wenn der Strom reicht.

Quellen:
1 Hartz IV Ratgeber (http://www.hartz-iv.info/ratgeber/regelbedarf.html)
(abgerufen am 3.1.13, 15:02)
2 Dürr, Benjamin: Internet in Afrika – Ein Kabel bringt Hoffnung, Zeit Online (http://www.zeit.de/online/2009/33/afrika-internet-      seekabel/seite-2)
(abgerufen am 23.12.12, 16:39)
Rühl , Bettina: Afrika und das weltweite Netz – Chancen und Grenzen der digitalen Revolution, Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1955491/)
(abgerufen am 23.12.12, 16:37)

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Ein Link auf Papier(?)

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel, Printmedien, Zeitschriften, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Ein Link auf Papier(?)

Nun ist ein auf Papier abgedruckter Link in der heutigen Zeit nichts wirklich besonderes mehr, werden viele sagen. Dem ist auch so. Eine Variante allerdings, die mehr oder weniger neu ist, scheinen die so genannten Quick Response Codes (QR-Codes) zu sein.

Gesehen haben wir sie wahrscheinlich alle schon einmal: kleine schwarze Quadrate, auf deren Fläche noch kleinere, scheinbar willkürlich verteilte schwarze und weiße Kästchen zu sehen sind. Während sie für das menschliche Auge keinen Sinn ergeben, können Computer damit eine ganze Menge anfangen. Denn scannt man einen solchen QR-Code mit dem Handy ein, wird man unverzüglich auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet, die inhaltlich mit dem Artikel verknüpft ist, in dessen Frame der Code auftaucht.

Vorreiter dieser zweidimensionalen Barcodes ist der Springer-Verlag, genauer dessen Tabloid Welt kompakt. Schon 2007 erschienen die QR-Codes regelmäßig als inhaltliche Ergänzung zu den veröffentlichten Artikeln. Ob sie von den Rezipienten oft oder überhaupt genutzt werden, legt der Springer-Verlag nicht offen. Doch da die QR-Codes weder viel Platz brauchen, noch sonderlich kostenintensiv sind, erscheinen sie weiterhin als kleine Wegweiser zu weiteren Informationen. [1]

Durch einen Artikel in einer Ausgabe der Journalistik (s. Quellen) darauf aufmerksam geworden, begegnen mir diese Barcodes nun immer häufiger. Noch am selben Tag fiel ein Supplement aus der aktuellsten Ausgabe des aud!max (s. Quellen): Campus Cooking. In diesem Heftchen werden schnelle, unkomplizierte Gerichte für Studenten von den Köchen Stefan Wiertz und Kevin von Holt präsentiert. Blättert man Campus Cooking einmal durch, findet man insgesamt sechs Rezepte, denen jeweils ein QR-Code hinzugefügt wurde. All diese Codes führen zu Videos, in denen die beiden Köche die Zubereitung der besagten Rezepte präsentieren. [2] – Des Weiteren sind mir die QR-Codes nun auch in Prospekten diverser Supermärkte und Fachläden aufgefallen. Bei manchen dachte ich, dass das eine durchaus sinnvolle Ergänzung sein kann, bei anderen habe ich mich wiederum gefragt, was dabei denn herauskommen soll. (In Ermangelung eines Smartphones konnte ich dem auch leider nicht auf die Spur gehen.)

Bleibt die Frage zu klären, ob diese Barcodes eine nützliche Erfindung sind, die unser alltägliches Leben mit zusätzlichen Informationen o.ä. bereichern können. Oder ob sie doch in die Richtung verschwendeter Druckerschwärze gehen und getrost fallengelassen werden können. Wie so oft wird das wohl wieder jeder für sich entscheiden (und ggf. verwenden) müssen.

_____________

[1] Westermeier, Carola (2012): QR-Codes als „Links in der Zeitung“ – Erfolg oder Fehlschlag? in: Fengler, Susanne (2012): Journalistik. 2012/01, s. 8.

[2] Telekom Deutschland GmbH (2012): Campus Cooking. Supplement in: aud!max Medien GmbH (2012): aud!max. 2012/06.

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Wie die Medien zitieren

geschrieben von in Medienkritik, Medienwandel, QualitätKommentare deaktiviert für Wie die Medien zitieren

Bin gerade im graphitti-blog auf eine schöne Grafik gestoßen, die recht gut wiedergibt, wie in den Massenmedien mit Internetquellen umgegangen wird.

OK. Das ganze ist nicht ganz ernst gemeint. Und  Quellenangaben in Medien mit Quellenangaben beim wissenschaftlichen Arbeiten zu vergleichen hinkt auch ein bisschen. Aber tendenziell trifft das Ganze einen wahren Kern. Denn die Quellen Youtube oder Internet sind ungefähr so aussagekräftig, als würde man schreiben „Quelle:  Öffentlichkeit“, „Quelle: Zeitung“ oder ähnliches.  Vermutlich dienen die Quellengaben „Internet“ oder „youtube“ auch eher dazu, zu unterstreichen, dass man sich nicht der Authentizität verpflichtet.  Ich persönlich fände ja, dass es nicht nur weniger lächerlich wirken würde eine richtige Quelle anzugeben, sondern dem Rezipient auch eine Möglichkeit geben würde, sich selber ein Bild von der Gesamtquelle zu machen

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Die vierte Macht von wem?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Die vierte Macht von wem?

Ein kurzes Essay, warum das Internet das demokratischste aller Massenmedien ist.

Medien – ihnen fällt die Verantwortung zu, die politischen Akteure zu kontrollieren. Indem sie das politische Geschehen bewerten, aufbereiten, kommentieren und vor allem den Massen zugänglich machen, wirken sie stabilisierend auf politische Systeme ein. Aber nicht nur auf demokratische.

Klar, gerade Twitter, Facebook und Co. haben indirekt maßgeblichen Anteil am arabischen Frühling. Revolutionäre können sich hier organisieren, ohne dabei ihre Identität dem diktatorischen Heimatland zu offenbaren. Am wichtigsten, sie können Öffentlichkeit schaffen und den Stein ins Rollen bringen ohne gleich ins Kreuzfeuer der Behörden zu gelangen. Aber das Internet ist im Vergleich zu anderen Mediengattungen eine Ausnahme. Staaten haben, ohne einen enormen Aufwand zu betreiben, nur sehr bedingte Einflussmöglichkeiten auf das heutzutage oft drahtlose Netz. Eine Regierungen kann in der Tat (fast) das gesamte Internet in seinem Staat lahmlegen. Einschlägigen Berichten zufolge war Ägyptens Ex-Machthaber Mubarak das beste Beispiel dafür. Im Falle des kompletten Abschaltens wird jedoch nicht nur die angestrebte Zensur Andersdenkender erreicht. Der diktatorische Staat würde sich (zugegebenermaßen überspitzt formuliert) selbst in die Steinzeit zurückbefördern, und das will er nicht. Auch das Internet in Ägypten funktionierte bald wieder. Und so muss die Regierung das fleißige geblogge, getwittere der Aufsässigen ertragen, oder aber ein ganzes Heer an Zensierenden beschäftigen, um das Internet auch nur einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Welche Autokratie, China ausgenommen, soll sich das leisten können?

Anders sieht es bei allen anderen relevanten Massenmedien aus. Der in diesem Zusammenhang wesentliche Unterschied zum Internet: Zeitungen, Fernsehen und Radiosender sind in hohem Maße auf Personen hin institutionalisiert. Die für die politische Willensbildung der Bevölkerung eines autokraten oder totalitären Staates entscheidenden dieser drei Massenmedien, sind in eben jenem Staat ansässig (BBC und Co. werden nicht verstanden, nur bedingt empfangen, nicht als vertrauenswürdig erachtet usw.). Ihre Sendetürme, ihre Zeitungsverlage, Redaktionen und Mitarbeiter sind einem Regime unterworfen, denn von diesem werden sie für Kritik hart und lautlos (man beachte den Teufelskreis) bestraft. Nicht nur vor dem arabischen Frühling in den beteiligten nordafrikanischen Ländern, auch heute in uns vergleichsweise nahe stehende Staaten wie Russland, hinter deren autoritären Nebel die Regierung verkrampft versucht, eine Demokratie durchscheinen zu lassen. Was ihnen früher, als es nur Zeitungen, Radio und Fernsehen gab, zumindest bei der eigenen Bevölkerung besser gelang als heute. Dann kam das Internet.

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Google lädt zum Gespräch

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„Dadurch dass Sie mir gerade zuhören, stimmen Sie automatisch meinem Geschäftsbedingungen zu. Diese habe ich [in] winziger Schrift auf einen kleinen Zettel gedruckt und unter Ihrem Stuhl versteckt.“ – US-Blogger Cory Doctorow veranschaulicht das oftmals ebenso skandalöse, wie undurchsichtige Vorgehen verschiedener Internetdienste in Sachen Datenschutz durch eine simple Metapher. Der scheinbar einzige Unterschied zur Realität: Automatisch möchte man bei Doctorows Beispiel aufschreien und sich empören, wie man so etwas nur machen könne. Im Internet läuft alles viel umfangreicher und unübersichtlicher ab, sodass es vielen zu umständlich ist, genauer nachzuforschen, was denn so mit den eigenen Daten passiert.

Der Internetkonzern Google lud Politiker, Datenschützer und Journalisten dazu ein, über die Privatsphäre des Nutzers im Internet zu diskutieren, wobei natürlich das übergeordnete Thema „Datenschutz“ unweigerlich zur Sprache kam. Kurz nach Doctorow äußerte sich der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar folgendermaßen: „Der Bundesdatenschutzbeauftragte zu Gast bei Google: Geht das denn überhaupt zusammen?“ – Diese Aussage eine unterschwellige Kritik am Umgang Googles mit persönlichen Daten zu nennen, wäre reine Untertreibung. Doch Schaar selbst ist anderer Meinung, möchte Google offenbar gar nicht direkt kritisieren, sondern konzentriert sich vielmehr auf eine Art großen Rivalen des Internetkonzerns: facebook.

Prompt wird Google die Rolle der zeigefingerhebenden Instanz zugeschrieben, die sich über Datenschutzbestimmungen Gedanken macht und das soziale Netzwerk angreift. In der Zwischenzeit habe Google zudem eine Forschergruppe bzgl. „digitaler Privatheit und Öffentlichkeit“ finanziert und ebenso die Stelle für einen Manager ausgeschrieben, der sich um Abstimmung mit deutschen und europäischen Regierungen, sowie Behörden kümmern soll.

Des Weiteren befürwortet die Innen-Staatssekretärin Rogall-Grothe mehr „Selbstverpflichtungen im Datenschutz“ – Bundesdaten-schutzbeauftragtem Schaar gefällt das wiederum gar nicht. Doch eine Einigung war scheinbar nicht zu erwarten. Zwar gab es eine allgemeine starke Stimme in Richtung Verbraucherschutz, aber während die eine Seite wirtschaftliche Schäden befürchtet, erhoffen sich andere Meinungen eine erhöhte Qualität der Internetangebote durch eine positive Anpassung des Datenschutzes. Schaar selbst spricht sich schließlich für einen Online-Dienst aus, der es möglich macht, ähnlich der Werbungseinschränkung, genau zu kontrollieren, welche Daten gespeichert werden und vor allem: welche nicht.

Was in dieser langen Debatte wohl niemandem so wirklich auffiel: Google schwieg.

Für den Augenblick war die gute publicity sicher – der große Internetkonzern rückte die Diskussion um Datenschutzbe-stimmungen im Internet in den Fokus, ließ Meinungen äußern, hielt sich aber selbst dezent im Hintergrund. Immerhin sind bereits einige Angebote von Google in die öffentliche Kritik geraten: man denke nur an Google StreetView, den wohl umstrittensten Online-Dienst, der aktiviert wurde.

Man darf wohl zurecht gespannt sein, wie sich diese Debatte in Zukunft noch entwickeln und ob sie zu handfesten Ergebnissen führen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Verbraucher letzten Endes nicht auf den Stühlen sitzen, unter denen das Kleingedruckte versteckt wurde…

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Stegers, Fiete (24. Nov 2011): „Google will reden, aber nichts sagen“; http://www.tagesschau.de/inland/google402.html (24. Nov 2011; 22.46).

Wissenswertes zu Google StreetView:

Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Internetredaktion: „Google Street View“; http://www.bfdi.bund.de/DE/Themen/KommunikationsdiensteMedien/Internet/Artikel/GoogleStreetView.html?nn=409872 (25. Nov 2011; 00.40)

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Uni Trier jetzt bei google+

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Dass das Internet in der heutigen Zeit bereits eine elementare Rolle im Alltagsleben eines großen Teils der Gesellschaft eingenommen hat und sich weiterhin auf dem Vormarsch befindet, wurde hier im Medienblog unlängst diskutiert. Die Vielfalt an Internetangeboten ist faszinierend und erschreckend zugleich, denn scheinbar am laufenden Band werden neue Ideen bzgl. der Internetpräsenz entwickelt und ausgearbeitet. Verständlich, dass verschiedene Organisationen – so möchte ich es an dieser Stelle nennen – die grundlegenden Muster anderer Anbieter übernehmen – das Paradebeispiel ist und bleibt facebook. Das Prinzip ist einfach und (welt-)weit verbreitet: Eine Plattform wird erstellt und mit den unterschiedlichsten Funktionen zur Kommunikation und (Selbst-)Präsentation ausgestattet.

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen das Internet in erster Linie ein Königreich für die Information war? Suchen und finden – erstellen und abrufen – hinnehmen und hinterfragen. Alles schien möglich. Sehr populär wurde in dieser Zeit die allseits bekannte Suchmaschine Google, deren Einfluss auf das alltägliche Leben bald so groß wurde, dass für sie eigene Redewendungen erfunden wurden („Die Welt ist eine Google.“) und sie sogar einen Eintrag mindestens in der 25. Auflage (2011) des Duden bekam. In der Zwischenzeit hat sich bei Google einiges getan.

Von der reinen Suchmaschine für Informationen in reiner Textform wurde sie zu einer regelrechten Institution, was die Sammlung von Informationen angeht. Dies klingt zunächst danach, als habe sich nicht viel verändert. Doch es ist die Art und Weise wie Google mittlerweile vorgeht. Für GoogleMaps und GoogleStreetview fahren regelmäßig mit Kameras und Messgeräten ausge-stattete Fahrzeuge durch die Städte der Welt und archivieren eine globale Momentaufnahme, die stetig aktualisiert werden soll. Die großen Debatten über den fehlenden Datenschutz und den Eingriff in die Privatsphäre des Menschen sind noch nicht in Vergessenheit geraten. Bezüglich des mangelnden Datenschutzes sei die Übernahme von z.B. der Videoplattform youtube kurz erwähnt. Seit geraumer Zeit wurden youtube- und Google-Konten ohne Vorwarnung verknüpft und sind fortan nicht mehr einzeln zugänglich. So bleibt youtube-Nutzern mit eigenem Konto der Zugriff auf selbiges verwehrt, wenn kein Google-Konto vorhanden ist. Zwar soll es eine Art Hintertür geben, über die man das youtube-Konto auflösen kann, wenn man sich ggf. kein Google-Konto zulegen möchte, doch um die betreffende Seite zu erreichen, muss man sich erst einmal per Google-Zugangsdaten einloggen. Das macht stutzig, ist diese Vorgehensweise doch mehr als suspekt. Der Nutzen dieses Zusammenschlusses: mehr Daten, die gespeichert werden können, u.a. über das Konsumverhalten im Bereich des umfangreichen Videoangebots.

Lange Rede, kurzer Sinn: es hat sich viel verändert bei Google. Gerade heute wurde ich mit einer weiteren Funktion der Suchmaschine bekannt gemacht: Google+. Obwohl ich selbst aktiv und relativ begeistert das Internet nutze und mich durchaus regelmäßig über Neuerungen informiere, ist mir diese Einrichtung bisher fremd gewesen. Google+ wid als Social Media Plattform bezeichnet und funktioniert letzten Endes wie facebook und Konsorten. Klickt man sich auf der Startseite von Google umständlich zu den näheren Informationen zu Google+ durch und macht sich die Mühe, die sibene kurzen Infotexte zu den Funktionen von Google+ durchzulesen, stößt man auf Aussagen wie folgende:

„Interaktion mit Personen im Web ähnlich wie im richtigen Leben“ und „genau wie im richtigen Leben“ (man bemerke die implizit angesetzte Steigerung) (Rubrik auf einen Blick & Circles),

„erschaffen Sie neue Zivilisationen“ (Rubrik Spiele),

„Ab heute laden sich Ihre Fotos ganz von selbst hoch.“ (Rubrik Fotos, Sofort-Upload).

Google goes facebook! Schon wieder wird eine virtuelle Welt erschaffen, in der jeder mit jedem kommunizieren kann. Schön und gut, doch was sollen wir von den besagten „neuen Zivilisationen“ halten und davon, dass sich Fotos fortan scheinbar selbstständig ins Internet hochladen? Wie dies genau funktioniert, erfährt man nämlich auf dieser kurzen Infoseite nicht. Dafür müsste man sich durch die unzähligen weiteren Übersichten kämpfen, die Google über andere Links zur Verfügung stellt. Ich hatte leider recht schnell den Überblick darüber verloren, wo auf dieser Website ich mich eigentlich gerade befand.

Trotz allem bietet diese neue Plattform eine weitere Form der Informationspräsentation. Zwar lässt sich so ohne Weiteres kein Überblick über die Mitgliederzahlen finden, doch dieses Format existiert schließlich nur, wenn es ausreichend genutzt wird. Dass diese Nutzung nicht auf Privatpersonen beschränkt ist, erfuhr ich heute durch eine Mitteilung der Universität Trier: „Seit letzter Woche ist Google+, die Social Media Plattform von Google, auch für Firmen und Organisationen verfügbar.“ – und weiter heißt es: „Auch die Universität Trier ist dort mit einer Seite vertreten.“

Ich muss sagen, diese Nachricht hat mich doch sehr überrascht. Wusste ich doch bis heute gar nicht, dass es so etwas wie Google+ gibt, erfahre ich in unmittelbarem Zusammenhang, dass sich sogar zahlreiche Universitäten bereits in dieses Programm intergriert haben. Sucht man über Google+ mit den Stichworten „Universität“ bzw. „University“, erfolgt eine Auflistung aller teilnehmenden Hochschulen. Wenn man nun bedenkt, dass Google+ wohl überhaupt erst seit vergangener Woche die Eintragung für Firmen und Organisationen anbietet, ist die rege Teilnahme erstaunlich.

Im 21. Jahrhundert scheint sich ein nicht zu verkennender Teil der Gesellschaft auf soziale Plattformen und Netzwerke, sowie das Internet im Allgemeinen zu übertragen. Dass auf diese Weise neue Kontakte geknüpft, alte Kontakte erhalten und überhaupt die globale Vernetzung (zumindest in Bezug auf die Industrienationen) vorangetrieben wird, möchte ich nicht in Frage stellen. Kritisch hervorzuheben ist hingegen erneut die Frage nach Privatsphäre, Selbstbestimmung und Datenschutz:

„Google speichert Informationen über Ihre Aktivitäten, z. B. welche Beiträge Sie posten und mit welchen Nutzern Sie kommunizieren, um die Google-Dienste für Sie und andere zu verbessern.

Wir erfassen möglicherweise auch Informationen von anderen Nutzern über Sie, z. B. wenn jemand Sie zu einem Kreis hinzufügt oder Sie in einem Foto taggt. Manche Nutzer veröffentlichen möglicherweise Informationen über Sie, z. B. Ihren Profilnamen und Ihr Profilfoto in ihrem Google-Profil in einer Liste von Personen, die sie zu ihren Kreisen hinzugefügt haben.“ (Google+ -Datenschutzbestimmungen zur Erfassung und Verwendung von Informationen).

Die Welt ist also eine Google – auf dass sie uns nicht irgendwann überrollen mag.

 

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http://www.uni-trier.de/index.php?id=20500&tx_urtmaildigest_pi1%5Bcmd%5D=showMail&tx_urtmaildigest_pi1%5Bmail%5D=6082

http://www.google.com/intl/de/+/policy/

http://www.google.com/intl/de/+/learnmore/

https://accounts.google.com/ServiceLogin?uilel=3&service=youtube&passive=true&continue=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fsignin%3Faction_handle_signin%3Dtrue%26nomobiletemp%3D1%26hl%3Dde_DE%26next%3D%252F&hl=de_DE&ltmpl=sso

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Last.Fm – Die Revolution des Hörfunks?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internetradio3 Kommentare »

Von der Funktionsweise des letztes Radios

2002 ging Last.fm auf Sendung. Ziel des Projekts war es das Medium Radio aktiver zu gestalten. So ist es möglich auf der Seite anzugeben, welches Genre oder welchen Künstler man favorisiert, um dann ein auf den persönlichen Geschmack zugeschnittenes Programm zu erhalten.

Gebe ich beispielsweise Raggae an tönt schon im nächsten Moment – nach kurzer Werbung – Bob Marleys Stimme aus den Boxen.

Noch passender wird die Playlist, wenn der Nutzer sich einen Account erstellt und eine Software herunterlädt, die fortan alle gehörte Musik direkt in die Datenbank von Last.fm einspeist.

Dadurch sind einige lustige Spielereien möglich. Man kann sich beispielsweise Statistiken über das eigene Hörverhalten erstellen, bekommt gezielt Künstler und Konzerte vorgeschlagen oder kann einfach die prozentuale Übereinstimmung des eigenen Musikgeschmacks mit dem von Freunden einsehen.

Sicherlich sind diese Tools äußerst unterhaltsam, man sollte aber nicht vergessen, dass alles, was man hört, „gescrobbelt“ (d.h. aufgezeichnet) wird und auch für unangemeldete Nutzer einsehbar ist. Das Privatvergnügen Musik wird so zu einer transparenten Sache.

Social Music Revolution?

Last.Fm als social network

Vorteil an dieser Situation ist ganz sicher der Austausch mit anderen Leuten, denn ähnlich wie bei Facebook gibt es ziemlich überall Kommentarfunktionen, „Freunde“ und sogenannte Nachbarn, Menschen mit einem fast identischen Musikgeschmack.

Man kommt also leicht ins Gespräch und kann auch von den neuen Kontakten wertvolle Tipps bekommen. Zudem ist Last.Fm weltweit verbreitet, sodass eine internationale Kommunikation – meist auf Englisch – stattfindet.

Man könnte fast so weit gehen und Last.Fm als ein spezialisiertes Facebook bezeichnen. Doch hier liegt auch schon der Haken. Wer komplette Privatsphäre will, der ist in einem social network fehl am Platz.

2009 wurde Last.Fm von der Seite TechCrunch vorgeworfen den Datenschutz missachtet zu haben und die Daten von Hörern, die das Urheberrecht verletzen weitergegeben zu haben. Last.FM dementierte den Vorwurf mit den Worten: „Techcrunch are full of shit“.

 

Arbeitsosigkeit für die Musikredaktion?

2007 wurde Last.Fm von der amerikanischen Senderkette CBS für stolze 280 Mio. Dollar übernommen. CBS betreibt einige reguläre Hörfunksender. Die Idee: Weg vom Einheitsbrei des Chartadios und hin zu einem Programm, das die Musik spielt, die die Leute von ihrem PC aus hören. Das sollte durch die Nutzung von Last.Fm Charts geschehen, denn wer weiß besser, was die breite Masse gerne hört, wenn nicht die Masse selbst? Letztendlich unterscheiden sich die Last.Fm Charts aber wenig von den allgemeinen Radiocharts, weshalb der Gedanke dadurch vom Einheitsbrei abzukommen vielleicht etwas zu kurzsichtig war. Eine Schnittmenge aller verschiedenen Musikgeschmäcker ist zwangsläufig irgendetwas „in der Mitte“, etwas das jeder hören kann – Einheitsbrei.

Trotz allem konnte durch die Umstrukturierung der CBS Radiosender etwas erreicht werden: die Musikredaktion, die früher über das Programm entschied, konnte wegrationalisiert werden. Ein enormer Kostenfaktor konnte damit beseitigt werden.

Doch damit tat sich wieder ein Problem auf. Bis die breite Masse ein neues Lied von ihrem Rechner aus scrobbeln kann, vergeht einige Zeit, da es sich nach der Erscheinung erst noch verbreiten muss. Damit haben die 4 umstrukturierten CBS Radiosender keinen Aktualitätsbezug mehr, sondern senden das Neuste immer mit einer gewissen Verzögerung.

Ein Rechercheteam ist damit für einen Radiosender, der neue Erscheinungen präsentieren will, nach wie vor die Quintessenz.

Abschließend lässt sich sagen, dass Last.Fm speziell für große Musikjunkies viel Platz zum Stöbern, Diskutieren und Neuentdecken bereitstellt. Das Radio so wie wir es bisher kannten ersetzt es aber (nicht nur wegen der fehlenden Moderation und Informationsverbreitung (z.B. Nachrichten und Stauinfos)) nicht.

Damit wird Last.Fm nicht das letzte Radio bleiben, sondern wohl fröhlich neben der etwas älteren Version des Hörfunks existieren.

 

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Quellen:

  1. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,648332,00.html
  2. http://www.lastfm.de/download
  3. http://techcrunch.com/2009/02/20/did-lastfm-just-hand-over-user-listening-data-to-the-riaa/
  4. http://blog.last.fm/2009/02/23/techcrunch-are-full-of-shit
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