Wo bleiben eigentlich die Superheldinnen?

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Wenn ich von Superhelden spreche, dann hat jeder sofort ein Bild im Kopf. Superman , ganz offensichtlich, Batman oder Spiderman, diese Namen kann man inzwischen schon fast zum Allgemeinwissen zählen. Bei den weiblichen Kollegen wird es dann aber schon schwieriger. Superwoman? Gibt es die?, könnte sich manch einer fragen. Nicht ganz, Supermans weibliches Gegenstück heißt Wonder Woman. Catwoman? Spätestens bei Black Widow geben viele auf. Nie gehört. Natürlich gibt es noch unglaubliche viele Helden und Heldinnen mehr, jeder Comicbuch-Fan könnte diese Liste beliebig weiter führen, der Einfachheit halber bleiben wir hier aber bei den Bekannteren.

Marvel’s Avengers bestehen in ihren bekanntesten Filmen aus sechs legendären Superhelden und tatsächlich, Black Widow ist eine von ihnen. Um genau zu sein, die Einzige ohne exorbitant hohen Testosteronspiegel. Ihre Mitstreiter nämlich, tragen die Namen Iron Man, The Incredible Hulk, Captain America, Hawkeye und Thor. Neben ihren Hormonen haben die werten Herren auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind wesentlich bekannter als ihre Kollegin. Nun halte ich es schon für traurig genug, dass Black Widow, trotz ihrer Verkörperung durch die durchaus populäre Schauspielerin Scarlet Johansson, so unbekannt blieb, doch damit nicht genug.

So will der eingefleischte Fan natürlich nicht auf sein geliebtes Merchandise verzichten. Die Jungen und Männer haben es hier leicht, ihre Lieblingshelden finden sie in zahllosen Variationen auf T-Shirts, Pullovern, Taschen, Tassen und als Spielzeug. Für Mädchen und Frauen dagegen wird es jetzt in zweierlei Hinsicht schwierig. Zum Einen ist es erschreckend zu beobachten, dass einige Heldinnen, sind sie doch ohnehin schon in der Unterzahl, auf Shirts oder Taschen, wie hier Gamora von den Guardians of the Galaxy, einfach verschwinden oder sogar ausgetauscht werden. Zum Anderen gibt es an besagten Shirts zwar eine riesige Auswahl, die meisten davon sind allerdings nur für Männer geschnitten. Ist die Frau hier dennoch nach langer Suche erfolgreich, dann ist ihr Fund entweder pink oder besagt, dass die Trägerin am Liebsten einen der männlichen Helden heiraten würde. Oder beides.
Dem weiblichen Fan ein wohlbekanntes Problem.

Was aber vermittelt das den Mädchen und jungen Frauen in unserer Gesellschaft? Dass sie kein Recht haben selbst stark zu sein? Dass sie doch bitte wie eine Disney Prinzessin süß und hübsch und rosa sein sollen und letztendlich doch immer auf ihre Prinzen angewiesen sind.

Der amerikanische Medienwissenschaftler Christopher Bell erzählt in einem seiner Vorträge die Geschichte eines elfjährigen Jungen aus North Carolina, der My Little Pony schaut und dafür in der Schule so lange gemobbt und verprügelt wird, bis er eines Tages zu Hause versucht sich zu erhängen. Der Junge hat überlebt, doch das macht seine Geschichte meines Erachtens nicht weniger tragisch.

In was für einer Gesellschaft leben wir, deren Medien Mädchen und Frauen den Männern so klar unterstellt, während es für einen Jungen als Demütigung gesehen wird Ponys zu mögen? Ponys, die noch dazu wichtige Grundwerte verkörpern, wie jeder weiß, der sich einmal die Mühe gemacht hat die Kinderserie zu recherchieren. Also gebt den Heldinnen eine Chance. Nicht nur für Mädchen, auch für Jungen. Denn von ihnen lernen können wir alle.

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Spotlight – Ein Film über Investigativen Journalismus

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Am 28. Februar findet die diesjährige Verleihung der Academy Awards statt. Am 25. Februar starten, wie üblich an deutschen Donnerstagen, neue Filme in den Kinos. Mit von der Partie ist beide Male das mehrfach Oscar-nominierte und bereits jetzt preisgekrönte Drama „Spotlight“ von Regisseur Thomas McCarthy (u.a. AFI Award für Movie of the Year, Screen Actors Guild Award für Outstanding Performance by a Cast in a Motion Picture).

Der Film erzählt die wahre Geschichte der Investigativ-Abteilung des Boston Globe, genannt Spotlight, die 2001/02 systematischen Kindesmissbrauch durch katholische Priester im Großraum Boston aufdeckte. Hunderte von lokalen Einzelschicksalen wurden ans Licht gebracht, die schließlich zu nationalen sowie internationalen Fällen führten und somit die Katholische Kirche in ihren Grundfesten erschütterte.

SPOTLIGHT puts the power of journalism on the front page. With measure befitting the investigative method, Tom McCarthy presents The Boston Globe’s inquiry into cardinal sins without tabloid sensationalism — creating tension around the team’s dauntless pursuit of truth.“ (Begründung des American Film Institute)

Sachlich und ohne Hollywood-typische Überdramatisierung wird der Rechercheablauf auf authentische Weise dargestellt, als wäre der Film selbst Teil dieses Prozesses. In Zeiten von Lügenpresse und Click-Generierung ruft er somit in Erinnerung, was Journalismus leisten kann und wieso er ein bedeutsames Element der Gesellschaft ist. Dabei werden gleich mehrere relevante Aspekte beleuchtet. Kampf der Institutionen (Zeitung vs Kirche), Wettbewerbsdenken (Zeitpunkt der Veröffentlichung) sowie soziale Verflechtungen (52,8% Katholiken in Boston im Jahr 2001) sind nur einige Beispiele. Für Medienwissenschaftler ist „Spotlight“ also durchaus einen Blick wert.

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Die unmündige Miss Moneypenny – Das Kinojahr 2015 und der Bechdel-Test

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Mit 2015 ist vor nunmehr fast einer Woche ein in jedem Falle ergiebiges, spannendes und vor allem abwechslungsreiches Kinojahr zu Ende gegangen. Auf der großen Leinwand sahen wir die Rückkehr des härtesten britischen Agenten aller Zeiten, hörten auch nach Paul Walkers Tod endlich wieder das Quietschen von heißgelaufenen Gummireifen vor exotischen Kulissen und verfielen kurzzeitig in Schnappatmung, als ein kaum gealterter Harrison Ford zusammen mit einem übergroßen Wookie wieder nach Hause fand. Fällt Ihnen etwas auf? Vielleicht ja der kleine und dennoch wichtige Fakt, dass bei dieser in keinem Falle Anspruch auf Vollständigkeit erhebenden Kurzzusammenfassung des vergangenen Leinwandjahres und dessen Highlights von keiner einzigen Frau die Rede ist. Natürlich finden wir bei genauerem Nachdenken schnell einen Gegenbeweis, und zwar in dem in 2015 weltweit kommerziell neunt-erfolgreichsten Film, dem vierten Teil der „Tribute von Panem„-Saga – also genau jenem Film, in dessen Hauptrolle Jennifer Lawrence als Freiheitskämpferin Katniss Everdeen brilliert. Lawrence war es nämlich, die wohl für den größten Skandal, die größte öffentliche Debatte im Filmbusiness des vergangenen Jahres sorgte, als sie als Reaktion auf den Hackerangriff auf Sony Pictures im Sommer und die Veröffentlichung geheimer Vertragsdokumente offen über die ungleiche Gagen-Verteilung von Schauspielerinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sprach (die New York Times berichtete im Oktober).

Mehr als nur Staffage - Weibliche Präsenz in "Mad Max: Fury Road"

Mehr als nur Staffage –  Weibliche Präsenz in  „Mad Max: Fury Road“

Mehr als nur geschminkte Kleiderstangen?

Nun liegt die Vermutung oder gar der Vorwurf nahe, das weltoffene und dynamische Hollywood sei auch im fünfzehnten Jahr des neuen Jahrtausends alles andere als liberal was die Gleichberechtigung der Geschlechter angeht. Ein Einwand, der schon seit Jahrzehnten von verschiedenen Verbänden, Aktivisten, Bloggern und kritischen Privatleuten geäußert wird; Frauen im großen Blockbuster seien Platzhalter, Sexobjekte, letztlich oft nichts weiter als hübsche Kulisse. Eine der lautesten Kritikerinnen dieses vermeintlichen Skandals ist die US-amerikanische Comic-Autorin und Journalistin Allison Bechdel. Ihre ganz eigene und in der Vergangenheit bereits vereinzelt in Medien und Popkultur aufgegriffene Theorie bzw. Methode um herauszufinden, ob ein Film denn nun Frauen als Menschen oder nur als Kleiderstange darstellt – der sogenannte „Bechdel-Test“ – besteht  aus drei essentiellen Fragen an den Film selbst. Diese lauten, denkbar einfach, wie folgt:

1.) Hat der Film mindestens zwei (namentlich genannte) tragende weibliche Figuren?

2.) Führen die weiblichen Figuren eine Unterhaltung miteinander?

3. ) Dreht sich besagte Unterhaltung um etwas anderes als einen Mann?

Bechdel selbst betont immer wieder, dass ein Bestehen oder Nicht-Bestehen des Tests keine Aussage über die Qualität oder den feministischen Gehalt eines Films bedeutet. Viel mehr soll die mit dem Test verbundene Fragestellung und die mit den Jahren daraus erwachsene Datenbank auf ihrer Website  Aufschluss darüber geben, ob überhaupt weibliche Präsenz vorhanden ist, sprich Frauen in irgendeiner Form eine zumindest annähernd mehrdimensionale Rolle einnehmen.

2015 verspricht Besserung – besonders an der Spitze

Nun gestaltet sich der Blick auf das vergangene, mit Blockbustern wie „Jurassic World“ oder dem zweiten Teil von Marvels „The Avengers“ an den Kassen überdurchschnittlich erfolgreiche, Jahr besonders spannend, wendet man diese drei Fragen einmal auf dessen große und vor allem erfolgreiche Streifen an. Dabei zeigt sich relativ schnell: Das Ergebnis bleibt wie in den Jahren zuvor ausbaufähig. Wie die Journalistin Kelsey McKinney im US-Onlinemagazin Fusion darstellte, bestehen mit circa 54% nur knapp die Hälfte der hundert Top-Produktionen 2015 den Test; darunter für manche sicher überraschend auch erst einmal wenig auf Geschlechtergerechtigkeit bedachte Werke wie „Mad Max: Fury Road“, dessen oft in Trailern oder sonstigen Zusammenstellungen etwa im TV hervorgehobene leicht bekleidete Darstellerinnen trotz der deutlich fehlenden Dialoglastigkeit des Werkes weibliche Präsenz weit über ihre Körperlichkeit heraus zeigen.

Dem gegenüber stehen zwei sehr erfolgreiche und mit einer umso größeren Fangemeinde ausgestattete Filme, welche ihre seit Jahren als Erfolgsgarant geltenden Franchises auch im vergangenen Jahr fortzusetzen wussten; zum einen der neueste Teil der „Mission Impossible“-Reihe (‚Rogue Nation‘), zum anderen mit „Spectre“ der lang erwartete und in der Kritik hochgelobte aktuelle James Bond-Film. Stellt man hier Bechdels Fragen an das Drehbuch, so erfüllen diese nur ein (Spectre zeigt mehr als eine tragende weibliche Figur), beziehungsweise gar kein oben aufgestelltes Kriterium. Somit sind jene Produktionen die einzigen der Top 10-Filme 2015, welche den Test nicht bestehen – 2014  und in den Jahren zuvor waren es immerhin noch mindestens doppelt so viele.

Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in "Spectre"

          Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in „Spectre“

Lässt sich Emanzipation so messen?

So interessant dieser Befund auch sein mag, gerade im Bezug auf die Unterschiede zwischen den Genres und eine Wandlung in der geschlechtsbezogenen Figurenkonstellation im Popcorn-Kino; wissenschaftlich haltbar dürften weder Bechdels sehr simple und bei dem klassischen, stringenten Filmverlauf entgegengehenden Filmen wie „Gravity“ (2013) nur eingeschränkt anwendbare Theorie, noch die darauf fußende und in erster Linie von Usern generierte, kaum ernsthaft administrativ geprüfte Film-Datenbank sein. Doch das bedeutet wiederum bei weitem nicht, dass der Bechdel-Test sinnlos sei; im Gegenteil. Er lenkt Aufmerksamkeit auf eine durchaus problematische Entwicklung in der Drehbuchentwicklung und Filmrealisierung, nämlich in der Tat die Degradierung der Frau zum sexuellen oder schlicht unmündigen Objekt in bestimmten Hollywood-Genres wie primär an Männer gerichteten Action-Produktionen. So regt er zum Reden, zum Diskutieren an- und selbstverständlich zum Blick in die Zukunft.

So haben immerhin bereits zwei der mit Hochspannung erwarteten Blockbuster des neuen Jahres den Test durchlaufen dürfen: Zum einen Leonardo DiCaprios mysteriöse amerikanische Folklore „The Revenant“ und zum anderen der zweite Western aus der Feder des selbsternannten Frauenverehrers Quentin Tarantino, „The Hateful Eight“. Wer möchte, darf als Kinogänger also auch 2016 weiterhin mit Bechdels essentiellen drei Fragen den Popcorn-Beutel konzentriert bei Seite stellen – und zwar nicht bloß als weiblicher.

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Die Golden Globes unter der Lupe

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Am 10. Januar ist es wieder soweit. Die zweitgrößte Film- und Fernsehpreisverleihung der USA findet im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills statt und läutet somit die letzte Runde im jährlichen Oscar-Rennen ein. Doch obwohl die Golden Globes in der Filmbranche nur von eben jenen Oscars und in der Fernsehbranche nur von den Emmys überstrahlt werden, gibt es auch immer wieder Stimmen, die die Existenz dieser Zeremonie kritisch sehen.

Die Entscheidungsträger

1944 wurden sie zum ersten Mal vergeben – die Golden Globes. Damals zwar noch ohne Gold oder Kugeln für die Gewinner, stattdessen nur mit Schriftrollen, doch jeder fängt klein an. Was aber schon zu jener Zeit die Globes von anderen Preisverleihungen unterschied, waren die Abstimmungsberechtigten. Während sich bei den Academy Awards oder den später ins Leben gerufenen Emmy Awards, Grammy Awards (Musik) und Tony Awards (Theater) stets die jeweilige Unterhaltungsindustrie selbst ehrte und beschenkte, hatten bei den Globes seit jeher einzig Mitglieder der HFPA eine Stimme. HFPA steht für Hollywood Foreign Press Association und ist ein Zusammenschluss von ungefähr(!) 90 Journalisten, die außerhalb der US-Medien publizieren und weitestgehend der Qualitätskategorie Bunte angehören. Sofern sie überhaupt irgendeiner Kategorie zuzuordnen sind. Denn Informationen über die Mitglieder sind nicht in jedem Fall leicht zu finden, was in unserem Zeitalter und angesichts ihres angeblichen Berufes etwas befremdlich wirkt. Dieser Eindruck weitet sich auch auf die Golden Globes aus, je mehr man sich mit ihnen und ihren Herausgebern beschäftigt.

Die Vorzüge eines Entscheidungsträgers

It’s a meaningless event. The Hollywood Foreign Press Association is kidding you that something’s happening. They’re fucking ridiculous. There’s nothing going on at all. It’s 90 nobodies having a wank. Everybody’s getting drunk, and everybody’s sucking up to everybody.„, urteilte bereits 2014 der britische Schauspieler Gary Oldman in einem Interview. Und in der Tat scheint diese Preisverleihung ausschließlich dem individuellen Wohlergehen der HFPA-Mitglieder zu dienen. Zum einen durch die Möglichkeit in alkoholisierter Atmosphäre echte Stars zu umarmen, zum anderen durch die Entlastung des eigenen Geldbeutels, z. B. durch das Annehmen großzügig angebotener Geschenke, für die man sich nicht einmal persönlich bedanken muss. Das lässt sich bequem auf dem Stimmzettel erledigen wie im Fall Sony aus dem Jahr 2010. Darüber hinaus bietet sich für die „Journalisten“ die einmalige Gelegenheit Nachrichteninhalte zu erschaffen, statt nur über sie zu schreiben. Oder zumindest das eigene Ego dafür zu streicheln, während der Rest der Welt an einer Berichterstattung arbeitet. So kann man immerhin für Überraschungssieger oder – verlierer sorgen. Man kann dem medialen Hype um einen Film oder eine Person durch einen Sieg nochmals Rückenwind verleihen. Oder man engagiert einen Comedian als Moderator, dessen generelles Auftreten erhöhtes Schlagzeilenpotenzial bietet – nicht nur während, sondern auch schon im Vorfeld der eigentlichen Verleihung. Aber selbst wenn die Witze ausbleiben, besteht immer die Chance, die eine oder andere Information aufzuschnappen, die vom Alkohol ans Tageslicht gespült wurde, auch wenn es sich nur um ein heimliches und dennoch beobachtetes Händchenhalten handeln sollte. Einen netten Dreizeiler ist es sicher wert und irgendwo wird es irgendjemanden interessieren.

 

 

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WANTED: „Reality“ dead or alive

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Herr der Ringe, Harry Potter, Narnia? Oder lieber Operation Walküre, Der Soldat James Ryan und World Trade Center?

Nehh, zu viel Realität.

Bildschirmfoto 2015-11-23 um 22

Quelle: https://www.facebook.com/PoliticalCorrectnessGoneWild/photos

Es reicht ein einziges Foto. Mehr als ein Dutzend der Opfer vom 13. November 2015 sind darauf abgebildet, eine unzensierte Aufnahme direkt vom Tatort, dem Konzertsaal „Bataclan“ in Paris. Über 30.000 Mal auf Facebook geteilt, knapp 3000 Kommentare. „Das will doch niemand sehen!“, wettert die eine Partei. „Das ist unsere Wirklichkeit!“, wird dagegen gehalten.

Gerade jetzt, wo in den öffentlichen Medien Bilder und Videos der grausamen Realität der Pariser Anschläge kursieren und tausende Menschen sich zur nackten, unverfälschten Darstellung der Wahrheit äußern, stellt sich die Frage:

Wieviel Realität kann der Masse, dem Publikum überhaupt zugemutet werden?

Ein umstrittenes Thema, für das die Ereignisse des 9/11 und die Darstellung besagten Terrors in dem Massenmedium „Film“ uns als Beispiel dienen soll.

„Flug 93“ (Original: United 93) aus dem Jahre 2006, ganze 5 Jahre nach der Katastrophe, war einer der ersten markanten Spielfilme, der sich mit dem bis dato in der Filmindustrie so gut wie totgeschwiegenen Thema befasst hat. Unter der Regie von Paul Greengrass wurden die Ereignisse an Bord des Flugzeuges der United Airlines, Nummer 93 aufgearbeitet, welches am 11. September 2001 von Al-Quaida Terroristen entführt wurde.

Als einziges der vier entführten Flugzeuge gelang es hier den 33 an Bord befindlichen Passagieren, die Entführer zu überwältigen, sodass der Flieger nichtmal New York erreichte, sondern in einem Feld in Shanksville, Pennsylvania abstürzte. Niemand an Bord überlebte den Aufprall.

 

Der Umgang mit der schmerzlichen Wahrheit

Mit dem Ziel eine „glaubhafte Wahrheit“ zu konstruieren, besetzte Greengrass seinen Film mit Laien, unbekannten Schauspielern und Stewardessen, unter anderem auch Zeitzeugen und tatsächlich an den Geschehnissen beteiligt gewesenen Fluglotsen.

Schon der Trailer wurde von vielen US-amerikanischen Kinos aus dem Programm gestrichen mit der Begründung es wäre „zu früh“ und der Film würde die Geschehnisse zu real und wirklichkeitsnah abbilden.

Nach der Weltpremiere in New York dann aber die Stimmen der anderen Seite:

USA Today sprach von dem „aufwühlendsten und fesselndsten Film des Jahres und auch ein beächtlicher Teil der Kritiker schloss sich dieser Meinung an.

„Der Film ist eine brilliante, fast unerträgliche, aber absolut notwendige Rekonstruktion des Grauens.“ (Marc Pitzke, Spiegel Online)

Selbst Angehörige von Opfern des 9/11, denen der Spielfilm auf der Galapremiere vorgeführt wurde äußerten sich positiv gegenüber der unverfälschten Darstellung in Greengrass‘ Werk:

„Wer sich traut“, sagt Jack Grandcolas, der am 11. September 2001 seine Frau Lauren verlor, „sollte diesen Film unbedingt sehen.“ Sicher, es sei keine angenehme Erfahrung, ergänzt Ben Wainino, dessen Tochter Honor Elizabeth unter den Opfern war. „Doch ich will, dass die Leute sich unangenehm fühlen.“ (Marc Pitzke, Spiegel Online)

 

Was soll ausgelöst werden?

Es ist unbestreitbar, dass die Aufarbeitung von Ereignissen wie 9/11 ganz gleich in welcher Weise ein beklemmendes Gefühl hervorruft.

Ist das der Zweck solcher Filme, die die Realität nicht durch einen Schleier von Ideologie, Patriotismus oder politischen Einflusses aufdecken? Zu beklemmen?

Wofür sind sie da? Zeigen sie dem Zuschauer neue Facetten dessen, was sie glauben zu kennen? Bieten sie neue Perspektiven, einen vollkommen neuen Blickwinkel? Sind sie da um abzuschrecken, zu schockieren, wachzurütteln, auf ihre eigene Art und Weise zu informieren?

Gerade Letzteres sollte uns alle interessieren. Schließlich wäre es doch soviel einfacher, unschöne Ereignisse totzuschweigen, ihnen so gut es geht aus dem Weg zu gehen, um alles erst einmal sacken zu lassen. So ging es der Filmindustrie nach 9/11 schließlich auch, Drehbücher wurden komplett neu aufgesetzt, Szenenmaterial neu zusammengeschnitten und überarbeitet, „Spider Man“ Kinoplakate, auf denen der Superheld zwischen den Türmen des World Trade Centers zu sehen ist, wurden beseitigt, Filme wie der Thriller „Collateral Damage“ mit Arnold Schwarzenegger, der noch vor den Anschlägen produziert wurde und sich mit einem Terroranschlag befasste, in ihrer Veröffentlichung ein ganzes Jahr nach hinten verschoben. Nur einige wenige der zahlreichen Maßnahmen.

Dass dieser Tag jedoch nicht lange ein filmisches Tabu bleiben sollte, war absehbar. Dass Hollywood 9/11 nicht ewig aus dem Weg gehen konnte, vorausschaubar. Dass es Kritiken von allen Seiten hageln würde, Anschuldigungen des „zu real„, zu „wirklichkeitstreu„, von vornerein klar.

Doch die Frage:

Gibt es ein zu real? Gibt es ein zu wirklichkeitstreu? Wo ist die Grenze des Zumutbaren? Und ist es Sache des Einzelnen, des Individuums festzulegen, wieviel Realität er ertragen kann?

Was fühlst du, wenn du dieses Bild vom 13. November betrachtest?

Was ist deine Realität?

 

 

 

 

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Die Tribute von Panem – Wie viel Realität steckt im Film?

geschrieben von in Fernsehen, Medienkritik1 Kommentar »

„Wenn dieser Film wirklich ein Überraschungserfolg aufgrund der guten Nachfrage bei den jungen Menschen unseres Planeten ist, dann ist nichts verloren, die Jugend ist ganz in Ordnung trotz IPhones und Twitter.“

So lautet eines von vielen Kommentaren zum derzeitigen Kinohit „Die Tribute von Panem“.

Der aus vier Teilen bestehende US-amerikanische Science-Fiction Film basiert auf der gleichnamigen Romantrilogie von Suzanne Collins und legte mit dem dritten Teil „Mockingjay 1“ den erfolgreichsten Kinostart 2014 hin. Schon der erste Teil „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ kam im Jahre 2012 auf ca. 2.125.312  Besucher in Deutschland, während der zweite Teil „Catching Fire“ es auf stolze 3.741.820 Besucher schaffte.
Allein in den USA spielte der erste Teil des dritten Films der „Tribute-von-Panem“-Reihe an seinem ersten Wochenende satte 123 Millionen Dollar ein. Zum Vergleich: Die nächsten 35 Filme zusammengenommen spielten nur die Hälfte davon ein.

Worum geht es?

Die Handlung des Films spielt im von Naturkatastrophen und Kriegen zerstörten Nordamerika in naher Zukunft. Das aus den Trümmern entstandene neue Land „Panem“ besteht aus einem Regierungssitz, dem Kapitol,  und den zwölf Randgebieten, den Distrikten. Seitdem sich die Distrikte in einem blutig niedergeschlagenen Aufstand gegen das Kapitol erhoben haben, verlangt der siegreiche Präsident Snow als Wiedergutmachung und Mahnung einen Tribut: Jedes Jahr werden aus jedem Distrikt ein Junge und ein Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren ausgewählt, die dann im Rahmen der als Medienspektakel inszenierten Hungerspiele gegeneinander antreten. Unter freiem Himmel, in der sogenannten „Arena“, müssen sich die jugendlichen Tribute solange bekämpfen, bis nur noch einer von ihnen lebt, der dann als ruhmreicher Sieger in seinen Distrikt zurückkehren darf.
Begleitet wird das ganze Spektakel von Kameras und einer TV Show, um den wohlhabenden Bewohner des Kapitols Unterhaltung darzubieten.

Bloß Sciencefiction oder Anlehnung an die Realität?

„Die Handlung, leider so wie in der realen Welt, erklärt: Die Reichen können für Geld alles kaufen. Es ist traurig mit ansehen zu müssen, dass es der alleinigen Unterhaltung dient, wenn „Menschen sich gegenseitig abschlachten müssen“ damit irgendwelche Reichen ein Unterhaltungsprogramm zu sehen bekommen.“

Die Vorstellung, dass Jugendliche brutal gegeneinander kämpfen, morden und  ihr Überleben sichern müssen, und es Menschen gibt, die dem aus Zwecken der Unterhaltung in Form einer Reality Show zusehen, klingt unvorstellbar grausam und irreal.
Auf den ersten Blick sind also keinerlei Parallelen zur heutigen Gesellschaft zu ziehen. Doch denkt man einmal tiefer darüber nach, wird schnell klar: So unwahrscheinlich ist dies gar nicht.
Schon von etwa 200 vor Christus bis Anfang des fünften Jahrhunderts nach Christus konnten Schaulustige während der Gladiatorenkämpfe im römischen Reich zusehen, wie Sklaven und Gladiatoren solange gegeneinander kämpften, bis einer von beiden starb. Und auch heute noch sind Schadenfreude und der Wille nach Unterhaltung fester Bestandteil des Fernsehpublikums. Zu sehen ist dies zum Beispiel an der Sendung „Big Brother“, in der Z-Promis sich rund um die Uhr von Kameras beobachten lassen, Challanges bewältigen müssen und versuchen,  ihren Platz im Big Brother Haus durch Zuschaueranrufe zu sichern.  Ähnlich läuft es in der umstrittenen RTL Serie „Das Dschungelcamp“. Auch hier werden nicht  ganz so prominente Promis von Kameras begleitet, während sie unter grenzwertigen Bedingungen im Dschungel mit dem Hunger kämpfen und ekelerregende Prüfungen ablegen müssen, in denen sie zum Beispiel jegliches Dschungelgeziefer oder andere tierische Körperanhänge verzehren müssen. Alles zur Unterhaltung der Zuschauer, die dann am Ende der Show für ihren Liebling anrufen, um seinen Verbleib im Camp zu sichern. Auch  im Film „Die Tribute von Panem“ haben die Tribute die Möglichkeit vor den Hungerspielen, auch in Form einer TV Show, Sponsoren für sich zu gewinnen.
Der Film soll jedoch nicht nur auf Unterhaltungsmedien aufmerksam machen, sondern auch auf gesellschaftliche Verhältnisse hinweisen.
„Was soll man von der Tatsache halten, dass einige Menschen ihre nächste Mahlzeit für selbstverständlich nehmen, während so viele andere Menschen in der Welt hungern müssen?“ äußerte Suzanne Collins in einem Interview gegenüber der New York Times. Präsident Snow lässt die Menschen in den Distrikten harte körperliche Arbeit leisten, um dem Kapitol so Bodenschätze und andere Ressourcen zukommen zu lassen. Im Gegenzug hierfür erhalten die Bewohner der zwölf Distrikte die angebliche Sicherheit und den angeblichen Frieden. Leistet jemand Widerstand, wird er erschossen. Auch Hauptdarsteller Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson erkennen Parallelen zwischen Film und Gesellschaft: „Ich komme mir vor wie in der heutigen Welt. Es gibt die 99 Prozent und das eine Prozent und zwischen beiden klafft solch ein Graben. Darum geht es in den Tributen von Panem. Du hast diese Leute, die darum kämpfen, Essen auf den Tisch zu bekommen und dann hast du das Kapitol, das diese Welt absolut nicht wahrnimmt.“

Deutlich wird also, dass es sehr wohl Parallelen zwischen Film und Realität gibt, wenn auch in milderer und abgeschwächter Form. Man kann die Verfilmung der Buchreihe mögen oder auch nicht, doch klar ist: Der als Sciencefiction bezeichnete Film beinhaltet vielleicht gar nicht so viel Sciencefiction und Fantasy, wie auf den ersten Blick angenommen.

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Von Mann und Frau… in Film & TV

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik1 Kommentar »

Jahrzehntelang musste Mann sich im Bereich der Popcorn-Unterhaltung an Schießereien, Prügeleien und Verfolgungsjagden ergötzen, während Frau stets überfordert daneben saß und nur in Form von kleinen Seufzern ihr Missfallen zu kommunizieren wusste. Die Wahl des Abendprogrammes stellte über Jahre hinweg viele gesunde Beziehungen vor die Zerreißprobe und die tatsächliche Zahl der daraus resultierten, irreparablen Zerwürfnisse hat sich bis heute ins Unmessbare gesteigert. Doch nun scheint es, als habe die Unterhaltungsindustrie – allen voran die amerikanische – eine Lösung gefunden, von der beide Parteien profitieren könnten.

Ein Trend namens Frau

Der neueste Trend zur Bekämpfung des Beziehungssterbens durch Film und Fernsehen heißt Actionheldin. Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder vereinzelte Versuche dieses höchst experimentelle Storyelement zu etablieren, doch mangelte es allzu oft an Umsetzung oder Überzeugung. Zumindest letzteres hat sich im erfolgreichen Angesichte des „Hunger Games“-Franchise nun erneut intensiviert. So darf bereits seit Anfang des Jahres Agent Carter, einst Captain Americas Love Interest, ihre weiblichen Vorzüge im Serienformat präsentieren. Gleiches gilt seit letztem Monat für Supergirl, Supermans Cousine. Und noch diese Woche schickt Netflix Jessica Jones ins Rennen, die allerdings keine Verbindung zu einem starken Mann vorzuweisen hat – schade. Und vor allem unnötig riskant!

Denn dass es auch ohne jegliches Risiko geht, zeigt der amerikanische Fernsehsender Syfy, der vor kurzem grünes Licht für die Serienproduktion eines weiblichen Van Helsing gegeben hat. Anstatt also einer unbekannten Frau das gendertypische Minimum an Persönlichkeit herbeischreiben zu müssen, können die Produzenten hier auf vorhandene Beliebtheitswerte aus Film und Literatur vertrauen. Ein Erfolgsrezept, mit dem Hollywood fast ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht hat, so dass die Verlautbarungen bezüglich weiblicher Remakes von Ocean’s Eleven sowie Ghostbusters wenig Verwunderung auslösten, nichtsdestotrotz aber auch unbändige Vorfreude – speziell im Internet, versteht sich.

Win-Win-Win-Situation

Und Freude ist in der Tat allerseitens angebracht, bietet der derzeitige Trend zum Rollentausch schließlich nichts als Vorteile. Mann erfährt durch die geschmackvolle Darstellung makelloser Körper endlich eine Abwechslung zur ewig muskelbepackten Action-Tristesse und ist nicht mehr allein auf visuelle Stimulation durch Gewalt sowie Spezialeffekte angewiesen. Frau hingegen bekommt eine gleichgeschlechtliche Identifikationsfigur, die die Grenze des weiblichen Verstandes nicht sprengt und die Flucht in feministisches Gedankengut verhindert. Das Fortbestehen der häuslichen Harmonie ist damit sichergestellt, so dass es am Ende des Abends nur Gewinner gibt, zu denen auch die Produzenten selbst gehören. Schließlich sorgen sie durch das Anheuern arbeitswilliger Schauspielerinnen dafür, dass die Gehaltskosten im Vergleich zu einer männlichen Besetzung niedriger ausfallen, womit wiederum weitere Produktionen finanziert werden können. Die Zukunft der Unterhaltungsmaschinerie sieht also rosiger denn je aus und steht ganz im Zeichen der Liebe. Der Liebe zur Frau, der Liebe zum Zuschauer, der Liebe zum Geld.

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Und welcher Film hat Dich verändert?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen1 Kommentar »

Filme – es gibt sie in den unterschiedlichsten Facetten. Egal ob Schwarz-Weiß, Zeichentrick, Drama, Komödie, Liebesschnulze oder Horror-Thriller. Und wir schauen sie an. Egal ob zu Hause, im Kino, alleine, mit der Familie oder Freunden. Sie begleiten uns von klein auf und sie verändern uns, ob wir wollen oder nicht.

Unsere Kindheit ist geprägt von Disney-Filmen. Von klein auf bestaunen wir Filme über schöne Prinzessinnen, tapfere Ritter und mutige Rehe. Wir merken nicht, dass die Filmindustrie uns manipuliert. In unseren Köpfen entstehen Vorstellungen von der Natur, dem Leben und der Liebe, ob diese der Realität entsprechen sei dahin gestellt.

Filme können uns aber auch inspirieren. Manchmal sind es unsere Lieblings-Schauspieler, die uns durch ihre Filme motivieren. Sie geben uns den nötigen Input unser Leben in die Hand zu nehmen und mehr daraus zu machen. Manchmal sind sie es aber auch, die uns Gewalt veranschaulichen und einige von uns sogar dazu motivieren Kriminalität auszuüben.

Doch Filme können noch viel mehr. Sie vermitteln uns Wissen, Kriegsfilme zum Beispiel. Sie berichten uns von großen Schlachten, die unsere Vorfahren geführt haben. Sie geben uns die Möglichkeit Geschehnisse der damaligen Zeit zu verstehen und nachzuvollziehen. Es gibt Filme, welche uns fremde Kulturen näher bringen. Sie geben uns die Chance Einblicke in andere Länder zu gewinnen, ohne jemals dort gewesen zu sein Die Tatsache, dass Filme die Geschehnisse oft dramatisieren oder kürzen, sowie die übermäßige Verwendung von Vorurteilen und Stereotypen lassen wir dabei meist außer Acht.

Wir beschweren uns über minutenlange Werbepausen, aber Product-Placement während des gesamten Filmes fällt uns meist gar nicht auf. Unternehmen zahlen erhebliche Summen um ihre Produkte in Filmen präsentieren zu dürfen. Wir als Zuschauer nehmen diese Art von Werbung oft nur unterbewusst wahr und werden in unserem Kaufverhalten manipuliert, ohne es überhaupt zu merken.

Die Filmindustrie beeinflusst uns, so viel steht fest. Aber ob dieser Einfluss positiv oder negativ ausfällt, hängt von uns selbst ab. Wenn wir Filme nicht als die absolute Wahrheit annehmen, sondern hin und wieder kritisch hinterfragen, können wir in der Regel selbst beeinflussen welche Filme uns in welche Richtung verändern.

 

 

Quellen:

http://edictive.com/blog/influence-of-film-on-modern-society/

http://seitenwaelzer.de/man-ist-was-man-sah-wie-uns-fernsehserien-schon-als-kinder-beeinflusst-haben

http://de.wikipedia.org/wiki/Film

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Großes entsteht immer im Kleinen – das 36. Max-Ophüls-Preis Filmfestival in Saarbrücken

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

 

Max Ophüls Preis

Alle Jahre wieder im Januar dominieren in der Hauptstadt des Saarlandes Werbeplakate in magisch blauer Aufmachung. Dann steht Saarbrücken wieder ganz im Zeichen des Max-Ophüls-Filmfestivals. So auch in diesem Jahr. Vom 19.01 bis 25.01.2015 wird zum nun 36. Mal in Saarbrücken das Filmfestival, das seinen Fokus auf die Entdeckung und Förderung junger Talente der Filmbranche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz legt, veranstaltet.

Ins Leben gerufen wurde das Festival im Jahr 1980 durch den Saarländer Albrecht Stuby als kleines Festival in Erinnerung an Max Ophüls (1902 -1957), der ebenfalls aus dem Saarland stammt und zu den bedeutenderen Regisseuren des 20. Jahrhunderts  zählt. Das Festival nahm seinen Anfang in den bescheidenen Räumlichkeiten des Kinos „Camera 1“ mit gerade einmal ca. 700 Zuschauern, erfreute sich dann immer größerer Beliebtheit und entwickelte sich im Verlauf der letzten Jahre zu einem echten Publikumsmagnet: 2013 zählte die Veranstaltungsleitung ca. 42.000 Besucher.
Das Ziel des Max-Ophüls-Filmfestivals war und ist es, ausdrücklich den Nachwuchs der deutschsprachigen Filmbranche mit Preisgeldern zu fördern und ihm so weitere Schritte in seiner Karriere zu ermöglichen.
Zu den wohl bekanntesten Max-Ophüls-Preisträgern gehört Til Schweiger, der für seine Rolle in dem Film „Ebbies Bluff“ 1993 seine erste Auszeichung als Schauspieler erhielt, nämlich den Darstellerpreis für herausragende Leistungen eines Nachwuchsschauspielers.

Fachjuries verleihen jährlich neben dem gerade genannten Darstellerpreis, der mit 3000€ dotiert ist, auch einen Dokumentarfilmpreis (7500 €), einen Publikumspreis (3000 €), einen Kurzfilmpreis (5000 €) sowie den Preis der saarländischen Ministerpräsidentin (Regiepreis, 5500€). Zu den bereits erwähnten Preisen kommt noch der vom Saarländischen Rundfunk und ZDF gestiftete Drehbuchpreis (13000 €), der seit 2012 in Erinnerung an den 2011 verstorbenen Intendanten des Saarländischen Rundfunks Fritz-Raff-Preis heißt.
Den besten Spielfilm schließlich zeichnet die Jury mit dem am höchsten dotierten Max-Ophüls-Preis (36.000 €) aus, den sich Regisseur, Produzent und Verleih teilen.
2015 wird erstmals auch ein Preis für gesellschaftlich relevanten Film (5000 €) vergeben.

Dieses Jahr nehmen insgesamt 67 Filme in 4 Kategorien teil: 16 Filme in der Kategorie Spielfilm (Langfilm, ab einer Länge von ca. 65 Minuten), 12 in der Kategorie Dokumentarfilm(ab ca. 50 Minuten), 14 in der Kategorie mittellanger Film (zwischen ca. 30 und 65 Minuten) und 32 in der Kategorie Kurzfilm (bis ca. 30 Minuten). Wichtig zu erwähnen ist, dass sie alle im Zeitraum vom 01.01.2014 bis 20.01.2015 fertiggestellt wurden und somit einen guten Einblick in die aktuelle Situation der Nachwuchs- Filmbranche geben. Erwähnenswert ist auch, dass es während des Festivals 50 Uraufführungen geben wird, die sicherlich viele Zuschauer nach Saarbrücken locken werden.

Teilnehmende Kinos sind: Cinestar, FilmhausKino 8 1/2 und Camera Zwo.
Für alle Interessierte: Der Kartenverkauf beginnt ab dem 10.01.2015 in den aufgeführten Kinos beziehungsweise auch online.

 

Quellen:

http://www.max-ophuels-preis.de
http://www.tourismus.saarland.de/de/kultur-film-festival-max-ophuels-preis-saarbruecken-saarland
http://www.whoswho.de/bio/til-schweiger.html

Bildquelle:
http://www.max-ophuels-preis.de/informationen_fuer_pressevertreter/pressedownloads

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Bilder, die die Welt bewegen….. und mich!

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

In the US it’s Bling Bling but in Africa it’s Bling Bang“ – So lautete einer der Sprüche, die letzte Woche den Weg auf meine Facebook-Wall fanden. Nicht jedem Satz hefte ich das Prädikat „besonders ausdrucksstark“ an, gepostet wird nur was bewegt. Diese eine Zeile hatte es mir jedoch angetan: Sie stammt aus dem Film „Blood Diamond“ und war mir von der Sekunde an, als Protagonist Danny Archer (gespielt von Leonardo DiCaprio) sie aussprach, bis noch einige Stunden nach Auswurf der DVD im Gedächtnis geblieben. Es sind Sätze wie dieser, kurz und doch alles sagend, die mich faszinieren- und aufrütteln. Ob es nun, wie hier, um Konfliktdiamanten, Kindersoldaten, Korruption oder den illegalen Waffenhandel geht, oder um eines der tausend anderen Themen, die die Welt tagtäglich erschüttern- wann werden mehr Emotionen ausgelöst als beim Eintauchen in einen Film?

Richtig: Nie.

Die Tagesschau quillt derzeit förmlich über von Schauermeldungen des Islamischen Staats, Youtube, Instagram und Co. sind übersät mit Hinrichtungsvideos und auch beim Lesen der örtlichen Zeitung bleiben wir nicht verschont von Mitteilungen darüber, wie die Welt um uns herum scheinbar langsam, aber sicher, unterzugehen scheint. Auf dem gemütlichen Sofa im Wohnzimmer des Elternhauses schockieren diese Bilder die Zuschauer jedoch nur bis zu einem gewissen Grad- dann wird umgeschaltet (oder -geblättert) und die neueste Folge von „The Big Bang Theory“ geschaut, die ist unterhaltsamer.

Und genau hierin liegt die Macht eines Films: Die Kunst der Kombination.

Eingepackt in eine actiongeladene Story mit vielen markanten Bildern, sowie einem Hauch Romanze, kann jedes sozialkritische Thema dem breiten Publikum nahe gebracht werden. Besetzen dann noch ein zwei bekannte Gesichter die Hauptrollen, ist das Kino nahezu perfekt. In seinem politischen Drama hat sich der Regisseur Edward Zwick genau dieses Potentials bedient: „Blood Diamond“ erzählt die packende Geschichte dreier Menschen, die auf ihrem Weg über die Leinwand die Massen berührten. Wer verspürte nicht den unmenschlichen Drang, aus dem Kinositz aufzuspringen und die Mitglieder der Rebellengruppe „Revolutionary United Front“ eigenhändig zu erdrosseln, als sie bereits kurz nach Anlauf des Films einem Jungen aus Hauptcharakter Solomon Vandys Dorf die Arme abhackten? Also ich tat es. Und eben diese Gefühlsausbrüche, das Mitfiebern, welches wir als Zuschauer bei bewegenden Szenen empfinden, sind es, die Filme zu solch einem mächtigen Werkzeug werden lassen.

In der Filmsoziologie wird dieser Effekt die Manipulationstheorie (nach Dieter Prokop) genannt: Nach diesem Modell nimmt der Inhalt eines Films direkten Einfluss auf die Handlungen der Rezipienten, sprich die Zuschauer. Es entsteht also eine bestimmte Wechselwirkung zwischen ihnen und dem Medium, also dem Film. Seit sich dieser in den 20er Jahren als Massenmedium etabliert hat, beschäftigt sein, Einfluss Wissenschaftler aus unterschiedlichen Branchen. Auch Margrit Tröhler und Julia Zutavern haben diesem Thema eine Studie gewidmet: Bezogen auf die Stadt Zürich analysierten die Filmwissenschaftlerinnen der lokalen Universität in ihrem Vortrag  „Wachstumsschmerzen- Gesellschaftliche Herausforderungen der Stadtentwicklung und ihre Bedeutung für Zürich“ die Auswirkungen, welche Filme seit den 70er Jahren auf soziale Bewegungen hatten. “ Es gibt überall auf der Welt Filme, die die Gesellschaft prägen oder zu einem Umdenken führen, etwa wenn sie durch gewisse Szenen einen Skandal hervorrufen, weil sie zensiert werden oder weil sie Demonstrationen auslösen“, berichtete Tröhler dem Tagblatt Zürich im Oktober letzten Jahres. Bereits im Zweiten Weltkrieg seien sich die Autoritäten der Wirkung von visuellen Medien bewusst gewesen, und haben gezielt Filme mit (teils versteckter) Propaganda ausgestrahlt. Hierbei wird schnell deutlich, dass der Einfluss von Filmen nicht gezwungenermaßen eine positive Veränderung beim Publikum hervorrufen muss, er kann auch als massentaugliche Gehirnwäsche missbraucht werden.

Vandy, Archer und Co. setzten jedenfalls eine zu befürwortende Reaktion in Gange: Bereits vor Kinostart im Dezember  2006 war das bis dato wenig behandelte Thema der „Blutdiamanten“ in allen Medien. 15 Millionen US-Dollar flossen in Aufklärungs- und Werbekampagnen des „World Diamond Council“, es wurde sogar eine eigene Website (ttp://diamondfacts.org/) mit Fakten über den Diamantenhandel eingerichtet –  alles aus Angst, der Film könnte die Kaufbestände von Diamanten beeinflussen. Seit 2002 sei die Existenz von Konfliktdiamanten auf dem Weltmarkt von 4-15% auf weniger als 1% gesunken, so heißt es von offizieller Seite. Zwick legte mit seinem Werk den Fokus jedoch bereits auf eine früher eintreffende Ebene: „Was ich mit dem Film bewirken wollte, war Bewusstsein.“ Und aus einem solchen Bewusstsein heraus können Tatendrang und konkrete Handlungen wachsen, bestes Beispiel hierfür wäre wahrscheinlich der Kurzfilm/Spot „KONY 2012“ der Organisation Invisible Children, welcher vor zwei Jahren massiv Jugendliche gegen den Einsatz von Kindersoldaten in Afrika mobilisierte.

Ob und welchen Beitrag DiCaprios schauspielerische Leistung nun zur Verbesserung der Situation rund um Konfliktdiamanten geleistet hat, lässt sich statistisch nicht nachweisen, klar ist jedoch eins: Die fiktiven Bilder der Kino-Leinwand lassen die Augen der Zuschauer nicht nur feucht werden – sie machen sie auch auf.

 

 

 

Quellen:

http://www.tagblattzuerich.ch/aktuell/interview/interview-detail/article/filme-koennen-die-gesellschaft-praegen.html

http://www.bleyenberg.de/kultfilme/12.htm

http://www.halem-verlag.de/wp-content/uploads/2011/05/3938258047_lese.pdf

http://www.carnegiecouncil.org/education/002/film/reviews/0002.html

http://www.brilliantearth.com/blood-diamond/

http://thescriptlab.com/features/the-lists/954-top-10-films-that-changed-the-social-landscape?showall=&start=1

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Are you in time? – ‚Cause time is money.

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„Wie schnell doch die Zeit vergeht!“ – Ein gern gesagter Satz, der heutzutage einen teils erschreckend hohen Wahrheitsgehalt hat. Die Uhr ist ein elementarer Bestandteil unseres Alltags geworden, auch wenn manch einer nun fragen wird, warum gerade so etwas eigentlich Altmodisches wie die Uhr? Weil sie uns den Wert vorschreibt, nach dem wir uns inzwischen pausenlos richten – im wahrsten Sinne des Wortes. Für alles vereinbart man Termine, jeder muss seinen Zeitplan einhalten, bloß nicht zu spät kommen, bloß nichts verpassen – und wehe, dabei geht etwas schief. Katastrophe!

Katastrophe? Mag sein – jetzt, wo man’s hört, fällt uns ein, stimmt ja schon irgendwie. Seltsam, dass uns ein so beeinträchtigender Faktor unseres Lebens eigentlich derart unbewusst ist. Zwar schauen nahezu alle Menschen ständig auf die Uhr, aber wer von ihnen würde tatsächlich behaupten, von Zeiteinheiten abhängig zu sein? Niemand? Ja, kommt hin.

Obwohl allein der Studienbeginn viel Chaos und Stress verursacht hat – man denke nur an all die Texte, die man noch immer nicht gelesen hat, eben aufgrund fehlender Zeit –, musste ich feststellen, dass mir diese Thematik auch erst kürzlich wirklich wieder bewusst geworden ist. Dass man in der heutigen Zeit scheinbar stets zu viel Arbeit in zu wenig Zeit zu erledigen hat; dass alles, was man unternimmt, an Uhrzeiten fest gemacht wird; dass man jederzeit erreichbar sein kann/soll/muss/…; dass der einzelne Tag an sich besser 30 Stunden hätte. Über all das denkt doch niemand nach, denn man ist es inzwischen gewohnt.

Ich habe mir hierzu Gedanken gemacht, als bei der vorletzten „Wetten, dass…?“-Sendung ein neuer Kinofilm vorgestellt wurde: „In Time“ von Regisseur Andrew Niccol (Gattaca, Lord of War). Diese Idee, Zeit als Währung zu gebrauchen, klingt erschreckend, wirkt aber auf den zweiten Blick gar nicht so dumm.

Die Gedanken der Vorrede im Hinterkopf behaltend, zunächst ein kurzer Einblick in den Plot des Films: In einer unbestimmten, aber nahen Zukunft existiert das Zahlungsmittel „Geld“, wie wir es heute kennen, nicht mehr. Die Währung ist Zeit. Wird ein Mensch geboren, altert er – bis zu seinem 25. Lebensjahr. Denn dann endet die physische Alterung und auf dem linken Unterarm beginnt eine dreizehnstellige Uhr zu ticken: ein Jahr abwärts (001:00:00:00:00:00, also jjj:mt:ww:tt:hh:mm:ss). Nun wird das folgende Prinzip wirksam: „Die Armen sterben, die Reichen sind unsterblich.“ (vgl. Trailer) Je mehr Zeit (also Mittel) man auf seiner Uhr hat, desto reicher ist man. Zeit kann verdient und ausgegeben, sowie abgegeben, aber auch gestohlen werden. Zeit ist hier im absolut wahrsten Sinne des Wortes Geld. Ein Kaffee kostet vier Minuten, eine Busfahrt zwei Stunden. Während die Menschen in der zwölften, und damit letzten, Zeitzone, dem so genannten Ghetto, täglich um ihr Leben bangen müssen, wird in der vierten Zone langsam gelebt: die meisten Menschen verfügen dort über mehrere Jahrhunderte Lebenszeit.

Dass damit eine Situation der völligen Ungleichheit beschrieben wird, wie wir sie in unserer globalen Gesellschaft auch kennen, ist offensichtlich, sei aber in diesem Artikel nicht weiter thematisiert. Vielmehr soll es darum gehen, dass im Film „In Time“ der Gedanke umgesetzt wird, wie sehr die Gesellschaft von der Einheit „Zeit“ abhängig ist. Es ist nicht einfach die Zeit als Anhaltspunkt, auch nicht nur als Lebensinhalt, sondern als das Leben selbst. „His crime wasn’t taking time. It was giving it away.“ (vgl. Trailer). Zwar mag diese drastische Darstellung überspitzt sein, doch enthält sie einen wahren Kern, wie es eingangs erläutert wurde.

Betrachtet man in diesem Zusammenhang die aktuellen Medien, zeigt sich ein ähnliches Muster. Es besteht ein ständiger Wettbewerb, wer brisante Informationen und sensationelle Neuigkeiten zuerst veröffentlicht. Elementar wichtig ist hinzu-kommend die durchgehende Aktualität der Medieninhalte, weil es niemals soweit kommen darf, dass die Konkurrenz zum selben Zeitpunkt Informationen verbreitet, die viel aktueller sind als die eigenen. Und dieser Wettbewerb ist nicht nur intern bei den verschiedenen Mediengattungen zu beobachten, sondern insbesondere zwischen den Medien. Wer informert sich heute noch primär über das Radio? Wer wartet die nächste Tageszeitung ab, wenn man doch genauso gut – oder gar besser? – den Internetbrowser öffnet und dort die neuesten der neuen Neuigkeiten recherchiert? Niemand? Soweit ist es bisher nicht, aber es sind zumindest nur noch sehr wenige Menschen. Inhalte im Internet sind oftmals topaktuell und können sich minütlich, sogar alle paar Sekunden ändern (sofern die Verfasser dementsprechend schnell genug tippen können).

Die Zeit ist mächtig. Sie scheint alles zu kontrollieren. Überall wird sich Zeit erbeten, wird Zeit herausgehandelt, wird Zeit verplant, wird ihr regelrecht nachgerannt. Sogar heilende Kräfte werden ihr zugesprochen, heilt sie doch alle Wunden. Doch wer nimmt sich heute noch Zeit? Wer genießt Zeit? Wer kann Zeit auch mal vergessen? „In Time“ hat mich zum Nachdenken gebracht, weil die Idee manches womöglich vor Augen führen kann, was man vor lauter Uhren nicht mehr sieht. Nämlich, dass unsere Zeit wirklich begrenzt ist und nicht so einfach übertragen werden kann wie im Film. Die Zeit mag unendlich sein, jedoch nur für sich selbst.

Eine kleine Anmerkung am Rande: Exakt diesen Film habe ich mir allein im Kino angesehen. Niemand kam mit. Warum? – Nun, weil viele Leute dafür keine Zeit gefunden haben.

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Quellen & Verweise:

www.intimemovie.com/ (off. Homepage mit Originaltrailer auf der Startseite; 7. Dez 2011, 0:44am)

Interaktivfabrik GmbH (2011): In Time Trailer (deutsch); http://www.trailerlounge.de/film/in-time/video/in-time-trailer-deutsch-100313 , [7. Dez 2011, 1:26am].

Interaktivfabrik GmbH (2011): In Time Clip: Das Geheimnis der Langlebigkeit; http://www.trailerlounge.de/film/in-time/video/in-time-clip-das-geheimnis-der-langlebigkeit-100995 , [7. Dez 2011, 1:32am].

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Hollywood’s Love for Raping Franchises

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medienkritik, Medienwandel2 Kommentare »

Heutzutage sind gute, einfallsreiche, aber vor allem Neue Ideen selten in der Filmindustrie. Wir leben in einer Zeit, in der Hollywood sehr faul zu sein scheint. Wohin man auch sieht, stellt man fest, dass sogut wie nur Sequels (Fortsetzungen), Prequels (Vorgeschichten), Spin-Offs (Nebengeschichten), Reboots (Neuauflagen), Remakes (Neuverfilmungen), etc. von bereits erfolgreichen aber schon älteren Filmen ins Kino kommen.

Man denke zurück an die 70er, 80er und 90er. Zugegeben, auch diese Jahre weisen eine Reihe von Fortsetzungen auf, allerdings bei weitem nicht so stark wie es heutzutage der Fall ist. Man erinnere sich an seine Kindheit, als sogut wie nur originelle, neuartige Ideen/Filme erschienen waren, wie z.B.: Jurassic Park, The Matrix, Face Off, Men in Black, Ghostbusters, Alien, etc.. All diese Filme präsentierten den Zuschauern neue Ideen, welche so populär und berühmt geworden sind, dass sie heute als Filmikonen angesehen und in der Popkultur gefeiert werden. Neue, originelle Filme waren überall und nahezu niemand sprach über Spin-offs, Remakes, etc. in einem so gewaltigen Ausmaß wie heute. Obwohl Fortsetzungen langsam aber deutlich an Bedeutung gewannen (wie z.B. bei der „Stirb Langsam“ Reihe) wurden Begriffe wie „Reboot“ sehr selten gebraucht, welche jedoch heute weit bekannt und gebräuchlich sind. Man sollte allerdings nicht augeblicklich denken, dass Remakes und Reboots aufgrund der Tatsache, dass sie wegen dem Erfolg des Vorgängers entstanden sind, sofort weniger wert sind. „Die Fliege“ ist ein großartiger Film auch obwohl er ein Remake ist (was nicht viele wissen), oder der von Kritikern gefeierte Film „The Dark Knight“ wäre nie zustande gekommen, wäre die Batman Reihe nicht „rebootet“ worden. Allerdings sollten Fortsetzungen etc. nur in seltenen Fällen produziert werden und nicht zu einem Werkzeug Hollywoods werden garantiert Geld machen zu können. Leider ist (natürlich) letzteres der Fall.

Es scheint als würde Hollywood heutzutage wesentlich weniger Risiken eingehen wollen als in der Vergangenheit. Die Filmindustrie sieht in dem „Aussaugen“ einer erfolgreichen Filmreihe durch die Produktion unendlich vieler Fortsetzung eine sichere Geldquelle. Berühmte Beispiele dafür sind Filmreihen wie: Alien (4 Teile + 2 Spin offs + geplante Prequels), Star Wars (3 Teile + 3 Prequels) und besonders diverse Horrorfilmreihen (welche teils über 10 Fortsetzungen besitzen). Neue Ideen deren Erfolg ungewiss ist, sind ein großes Risiko für eine Filmproduktionsfirma. Möglicherweise hat sich dieses Risiko heute nur noch vergrößert, da sich die durchschnittlichen Kosten eines „Hollywoodfilms“  von Jahr zu Jahr steigern, und der Film nicht nur seine Produktionskosten einspielen, sondern ebenso profitabel sein muss. Die Produzenten können selbstverständlich nicht in die Zukunft sehen. Die Einspielergebnisse an den Kinokassen lassen sich stets nur einschätzen, wenn auch beispielsweise ein weiterer Film von einem Starregiesseur wie Spielberg höchstwahrscheinlich sehr erfolgreich sein würde. Fortsetzungen geben der Produktionsfirma daher eine Art Absicherung, dass diese auch einen bestimmten Erfolg (gesichert durch einen erfolgreichen ersten Teil) haben wird. Diese Strategie der Filmindustrie mag zwar sehr profitabel sein, jedoch schränkt sie die Vielfalt der heutigen Filmwelt extrem stark ein. Ebenso kann dadurch eine nahezu perfekte Filmreihe durch Fortsetzungen (oder sogar nur eine) in Lächerlichkeit gezogen werden (z.B wie bei: Indiana Jones 4, Star Wars Episode 1-3). Das Tragische ist, dass wir große Namen und Titel von Filmen egal ob es die Millionste Fortsetzung ist, immer mit den Erinnerungen an den ersten erfolgreichen „guten“ Teil verbinden und uns somit die Filmindustrie bewegen kann uns sogar den 12878324sten Teil von Indiana Jones anzusehen. In dem Sinne scheinen wir alle wie Schafe zu sein.

Die Filmgeschichte ist eine ständige Entwicklung. Regiesseure und Schauspieler der Vergangenheit inspirierten heutige Regiesseure und Schauspieler usw.. Hitchcock inspirierte durch seine Kamerafahrten, Filme, etc. Regiesseure wie Spielberg, der widerum jüngere Talente inspiriert. Doch wenn die Filmindustrie einen solchen Weg beschreitet, der ausnahmslos auf Profit getrimmt ist, bleibt der künstlerische Aspekt komplett auf der Strecke. Es ist klar, dass Filme eine große Geldquelle sind und widerum aus diesem Geld neue Filme entstehen, allerdings existiert bei einem solchen „Fortsetzungs-Trend“ bald keine wirkliche filmgeschichtliche Entwicklung mehr.

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Britney Spears mit Zeitmaschine ins Nazi-Deutschland?

geschrieben von in Allgemeines, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel, QualitätKommentare deaktiviert für Britney Spears mit Zeitmaschine ins Nazi-Deutschland?
Bildquelle: flickr Anirudh Koul CC Lizenz

Bildquelle: flickr loveyousave CC Lizenz

Da es es diesem Blog seit geraumer Zeit an Beiträgen über Britney Spears mangelt und die Qualität wie zu jedem Ende der Vorlesungszeit mal wieder ins bodenlose abgleitet, wollte ich mal mit dem Strom schwimmen dagegen ankämpfen. (Und das obwohl ich noch nichtmal ein Seminar hab, in dem ich bloggen müsste.^^)

Wie medienhandbuch mit Berufung auf BILD.de schreibt, soll Britney Spears in dem Film ?The Yellow Star of Sophia and Eton? die Hauptrolle spielen. In dem Drama geht es um eine Frau (Britney) die mit ihrer Zeitmaschine in die Vergangenheit reist und sich in Nazi-Deutschland in KZ Häftling verliebt.

Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland ist nicht so ganz begeistert von der Idee:

?Bei Filmen, die sich mit dem Holocaust auseinandersetzen, sollte das Drehbuch sorgfältig ausgewählt und die Besetzung der Schauspieler mit Bedacht vorgenommen werden. Effekthascherei ist gerade bei diesem sensiblen Thema völlig unangebracht.

Laut IMDB sollen die Dreharbeiten zu diesem etwas anderen Holocaust Filmprojekt Ende September beginnen. Wobei auf Britneys IMDB Seite derzeit noch keine Infos stehen.

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Tom Cruise, Nazis und die bösen Online Medien

geschrieben von in Allgemeines3 Kommentare »

Der/Das Blog Blog Fünf Filmfreunde berichtet, dass bei der Pressevorführung von Tom Cruise`s Nazispektakel Redakteure von Onlien Medien wieder ausgeladen wurden. Kann ich mir zwar irgendwie nicht vorstellen, weil die Presseabteilung von FOX nicht so bescheuert sein kann. Aber wenn es stimmt, dürfte der Film vermutlich ein ziemliches Trash Spektakel werden.

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Brand in den Universal Studios – Viele Filmkulissen zerstört

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Brand in den Universal Studios – Viele Filmkulissen zerstört

Bei einem Großbrand in den Universal Studios in Los Angeles am 1.6. wurden zahlreiche hölzerne Filmkulissen, darunter ganze Nachbauten von New Yorker Straßen und eine riesige King-Kong-Attrappe sowie ein Lager mit über 40.000 Videos und Filmrollen zerstört. Auch die berühmte Rathaus-Kulisse aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ wurde Opfer der 30 Meter hohen Flammen. Bei der gewaltigen Löschaktion, die mehrere Stunden dauerte, wurden zehn Feuerwehrleute verletzt.

Die Ursache für den Brand wurde erst heute bekannt: Offenbar wurde das Feuer durch eine Lötlampe ausgelöst, die bei Bauarbeiten auf dem Dach eines Hauses auf einem Filmset benutzt wurde. Im Gegensatz zu dem Brand im Jahre 1990, der ebenfalls Schäden in Millionenhöhe anrichtete und auf Brandstiftung zurückzuführen war, handelte es sich also um einen Unfall – wenn auch ein folgenschwerer. Viele der zerstörten Kulissen dürften wohl unwiederbringlich verloren sein.

So ist das nun mal mit den Filmkulissen: Hinter dem schönen Schein steckt nichts als Sperrholz, und das brennt unglücklicherweise sehr gut. Vielleicht sollten die Studios ihre Brandschutzmaßnahmen noch einmal überdenken.

Quelle:

Spiegel Online vom 1.6.2008

Spiegel Online vom 3.6.2008

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