Mar11
Um den “Kinder- und Jugendschutz, den Verbraucherschutz und den Datenschutz bei der Nutzung von Social Communities in Deutschland zu verbessern” haben sich die Betreiber von wer-kennt-wen.de, Lokalisten.de, Studi-, Schüler- und MeinVZ im Verein FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) zusammengefunden und einen 17-seitigen Verhaltenskodex formuliert.
So sollen vor allem Kinder eindeutiger auf Einstellung zur Wahrung der Privatssphäre hingewiesen werden, die AGBs (insbesondere bei StudiVZ kritisiert) verständlicher formuliert werden. Auch soll von nun an die komplette Löschung eines bereits angelegten Profils ermöglicht werden, sowie die Erfassung von Profilseiten durch Suchmaschinen ausgeschlossen werden können. Letzteres soll für Kinder unter 16 Jahren verpflichtende Einstellung werden, die nicht aufgehoben werden kann. Weitere Maßnahmen beinhalten Blacklists (Wortlisten mit verbotenem Inhalt) um unerlaubte Namensgebung zu verhindern, sowie prominent platzierte “Melden-Buttons”, um fragwürdige Profile vom Betreiber prüfen zu lassen.
Nun liest sich das ersteinmal ganz schön, doch werden bereits kritische Stimmen laut:
Gerade weil die Betreiber der werbefinanzierten Plattformen bei der Vertreibung ihrer Reklame von einer Opt-In-Option absehen und weiterhin am streitbaren Opt-Out-Prinzip festhalten, wird von Inkonsistenz der Aufklärungskampagne gesprochen.
Die Klausel “Keine Weitergabe von Daten an Dritte” wird dagegen als Heuchelei bezeichnet, gehören die Plattformen selbst meist Großunternehmen wie Verlagsgruppe Holtzbrinck (…VZ-Reihe), ProSiebenSat1-Media (seit Mai 2008 90% Beteiligung bei Lokalisten.de) oder RTL interactive (wer-kennt-wen.de, knuddels.de) denen die Eigennutzung der personenbezogenen Daten weitaus mehr einbringt als deren Verkauf.
Ob es sich nun um geschickte PR oder wegweisende web2.0-Ethik handelt ist unklar, Fakt sind aber das leichte Umgehen von Alterskontrollen und ein finanziell geprägtes Handlungsinteresse.
via heise.de
Quellen:
Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter
SpiegelOnline: Studenten protestieren gegen das SchnüffelVZ
netzwertig.com: RTL übernimmt “Volksnetzwerk” wer-kennt-wen.de
May26
Der allseits bekannte Suchmaschinen-Riese wird sein neues Angebot Google Street View, über das hier im Blog bereits kurz berichtet wurde, nun auch auf europäische Städte ausweiten, wie taz.de meldet. Um die Panorama-Ansichten von Straßenzügen zu erhalten, werden von speziellen Kamerawagen hochauflösende Fotos geschossen, die dann zusammengesetzt werden. Das hierbei auch arglose Passanten abgelichtet werden, versteht sich von selbst. Zwar wird von Seiten des Unternehmens versichert, den Schutz der Persönlichkeitsrechte zu gewährleisten, doch gibt es bereits jetzt eine Vielzahl an Blogs, die sich den oftmals etwas unvorteilhaften Schnappschüssen widmen. Ob man beim Verlassen eines Strip-Clubs oder beim Sonnenbaden fotografiert wurde, die Bilder machen in Blogs wie Streetviewfun.com oder Streetviewvoyeur.com schnell die Runde und geben oft genug Anlass zu despektierlichen Bemerkungen der User. In Frankreich gibt es bereits Erwägungen, rechtliche Schritte einzuleiten, wegen Verstoßes gegen das dortige sehr streng gehandhabte Recht am eigenen Bild. Es bleibt abzuwarten, ob in Deutschland Ähnliches geschehen wird.
Jan26
geschrieben von Christian L. in Internet
Es ist nicht das erste mal, dass das Social Network MySpace mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen hat und es wird wohl auch nicht das letzte mal sein: Wie das Onlinemagazin Wired berichtet hat ein Hacker sich über eine Sicherheitslücke automatisiert Zugriff zu den als “privat” gekennzeichneten Fotos von über 44 000 Profilen verschafft und diese dann über das Peer-2-Peer Netzwerk Bittorrent veröffentlicht.
Die im Umlauf befindliche – und auch nicht mehr aus selbigen entfernbare – Datei enthält laut Wired über eine halbe Million Bilder und hat eine Größe von 17 Gigabyte. Normalerweise sollen als “privat” gekennzeichnete Bilder bei MySpace nur den jeweiligen Freunden zugänglich sein und nicht auch Dritten. Besondere Brisanz erlangt der Fall dadurch, dass MySpace im Ruf steht ein Tummelplatz für Pädophile zu sein und erst letzte Woche versprochen hatte mehr für den Schutz von Minderjährigen zu tun.
Der Vorfall zeigt einmal wieder, dass man auch bei etablierten Web2.0-Angeboten Vorsicht walten lassen sollte hinsichtlich der Daten die man dort veröffentlicht.