Oct23
Auf einen 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag verständigten sich heute die Ministerpräsidenten der Länder. Am 18. Dezember werden sie den aufgesetzten Vertrag voraussichtlich unterzeichnen. Wenn er von den Länderparlamenten bestätigt wird, kann der Vertrag dann im Mai 2009 in Kraft treten. wesentliche Änderungspunkte:
- Die finanzielle Obergrenze für die Internetangebote der ARD und des ZDF fällt weg (bisher waren das 0,75% ihrer Gebühreneinnahmen)
- keine presseähnlichen Angebote von ARD und ZDF im Internet denen der Sendungsbezug fehlt
- Unterhaltung wird als Auftrag der öffentlich-rechtlichen Programme formuliert
- Die momentanen und künftigen Internetangebote der ARD und ZDF sollen einen sog. ?3-Stufen-Test? absolvieren (d.h. die internen Aufsichtsgremien der Sender prüfen ob Internet-Angebote dem ö.-r. Charakter gerecht werden, ob sie notwendig sind und welche finanziellen Mittel dafür aufgebracht werden müssen.)
- Verweildauer der ö.-r. Angebote im Netz wird auf 7 Tage beschränkt ( Aktuelles im Sport nur 24 h)
Quellen:
www.tagesschau.de
http://www.faz.net > Feuilleton > Medien
http://www.rlp.de/rlp/broker.jsp?uMen=ae548eae-0433-0116-e24b-95c3899d11eb
Sep03
Eine zentrale Aufgabe der Medien – sei es in Presse, Hörfunk, Fernsehen oder Internet – ist das Filtern der Nachrichtenflut, die sich tagein tagaus aus den Nachrichtenagenturen ergießt. Filtern, so dass bei den Lesern, Hörern, Zuschauern und Surfern die relevantesten, interessantesten, wichtigsten Nachrichten in verständlicher Weise ankommen. Dass dies nicht immer in optimaler Weise gelingt, steht außer Frage, denn was relevant und interessant ist, empfindet nicht jeder gleich. Die Vielfalt der Medienlandschaft beweist dies.
Doch wo hört diese Gatekeeper-Funktion auf und fängt Zensur an? In unserer westlichen Gesellschaft bilden wir uns nur zu gerne etwas auf unsere Presse- und Meinungsfreiheit ein. Zustände wie in China oder Russland? – Undenkbar! Auch wenn die meisten Menschen, die solche Äußerungen von sich geben wahrscheinlich nur eine vage Vorstellung von der tatsächlichen Lage in diesen Ländern haben. Dass es auch bei uns nicht immer rosig aussieht beweisen die zahlreichen Watchblogs, die es sich zur Aufgabe gemacht haben unseriöse oder gar falsche Berichterstattung aufzudecken.
Als eines von zahlreichen Beispielen sei hier der Spiegelfechter genannt. Der Betreiber dieses privaten Blogs macht auf das kuriose Kürzen eines Interviews mit Wladimir Putin seitens ARD-Journalist Thomas Roth aufmerksam. Das einstündige Interview, bei dem es keine Themenbeschränkung gab, wurde auf zehn Minuten Sendezeit gekürzt. Das vollständige Interview wurde auch nicht im Internet zur Verfügung gestellt. Nach vielfacher Kritik von Zuschauern im Tagesschau-Blog wurde das vollständige Interview nun gestern Morgen um 6.20 Uhr (!!!) im WDR ausgestrahlt. Wenn man sich das Interview nun durchliest – die weggekürzten Passagen sind farbig markiert – fragt man sich doch, nach welchen Maßstäben hier gekürzt wurde. Um das Verständnis zu erhöhen? Um das Wesentlichste zu berichten? Um das sorgsam aufgebaute Feindbild nicht zu zerstören? Eines ist jedenfalls klar: Mit neutraler Berichterstattung hat das nichts zu tun. Leider ist es nur ein Beispiel für die tendenziöse Berichterstattung über den Kaukasus-Konflikt seitens westlicher Medien.
Gatekeeper oder Zensor? Das ist wohl eine Frage der Perspektive.
May21
Der Sender rbb hat heute bekannt gegeben, dass sowohl das Fernsehmagazin Polylux als auch das Programm Radiomultikulti zum Jahresende eingestellt werden. Als Grund gab der Sender finanzielle Schwierigkeiten an: 2009 werden rund 54 Millionen Euro weniger Gebühreneinnahmen erwartet. Begründet wird die Einschätzung mit der hohen Arbeitslosenzahl im Sendebiet von rbb.
Ich finde es schade, dass in der ARD-Gruppe kein Sender bereit zu sein scheint, rbb in dieser Krise zu unterstützen, um so zu verhindern, dass Sendungen mit höherem qualitativen Anspruch der “Gebührennot” zum Opfer fallen. Stattdessen ist man ja beim Ersten eher darauf bedacht, Geld für schlechtes Vorabendprogramm auszugeben, nur um die entsprechenden Sendungen dann wieder zu verwerfen und am Ende doch eine alte Serie laufen zu lassen. Da bleibt wohl weder Zeit noch Geld, einem Regionalsender unter die Arme zu greifen. Und zu Recht stellt Thomas Gigold von Medienrauschen die Frage, ob diese Struktur mit einzelnen Regionalsendern unter den gegebenen Umständen überhaupt noch zukunftsfähig sein kann.
Feb14
geschrieben von ohofm in Fernsehen
Nachdem die ARD mit ihrer neuen Vorabend-Show “Bruce” den Privatsendern um 19:00 Uhr Konkurenz machen wollten, und sie damit vorallem ein junges Publikum dem ARD zuführen wollte. Erweisst sich die Sendung bereits nach der zweiten Folge als regelrechter Quotenflop, doch anders als die Privatsender, die in der letzten Zeit Ihre schlecht anlaufenden Sendungen sofort aus dem Programm nahmen, will die ARD die Sendung erstmal beibehalten, dazu sagte ein Sprecher: “Über eine vorzeitige Beendigung der Reihe wird derzeit nicht nachgedacht.” Man müsse diesem Format eine Chance geben. Erst nach der Ausstrahlung der ersten Staffel mit 20 Folgen werde entschieden, ob die Show fortgesetzt werde.” So manche Kritiker werden sich bestimmt über die schlechten Quoten freuen, denn die Sendung “Bruce” war schon vor ihrem Start ein Dorn im Auge so mancher, die der ARD vorwarfen, mit einer solchen Sendung auf die Ebene der Privatsender abzurutschen. Wobei man sich darüber streiten kann ob und in wie weit das Programm der öffentlich-rechtlichen Besser oder anders ausgedrückt kulturell ansprechender und hochwertiger ist als das der Privatsender!
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,535234,00.html
Apr26
geschrieben von hami3301 in Fernsehen
Im Jahr 2005 erschütterte der Skandal um Schleichwerbung und Product Placement in der ARD Vorabendserie Marienhof das öffentlich rechtliche Fernsehen.
Wie sich nun herausstellte, soll es bereits im Jahre 1985 Gespräche zwischen der ARD Tochter Bavaria und dem Westdeutschen Rundfunk gegeben haben. In der Folgezeit sei zum Beispiel in den ?Tatort? Folgen “Zahn um Zahn”, “Freunde” oder “Bazooka Bande” gezielt Werbung eingebaut worden.
Ans Licht gekommen sind diese Fälle von Schleichwerbung durch Aktennotizen des ehemaligen Produktionsleiters der Bavaria, Lutz Hengst. Laut diesem habe der Leiter einer WDR Vertriebsfirma Dr. Schering vom Product Placement gewusst.
Die Darstellung des bereits verstorbenen Hengsts wird von Seiten des WDR bestritten. Laut einer Sprecherin des WDR habe, die Geschäftsleitung keine Schleichwerbung geduldet.
Quelle: stern.de