Bescheuerte Sendung von Johannes B. Kerner
geschrieben von s2cacald in AllgemeinesKommentare deaktiviertIch kenne die Talkshow eigentlich als relativ seriös, zumindest, wenn man früher mit dem verglich, was die privat-kommerziellen Sender in der Sparte anzubieten hatten (schauder).
Ich hab wohl etwas verpasst.
Als ich das letzte Mal durch Zufall bei “Johannes B. Kerner” reingezappt habe musste ich staunen. Das Dispositiv war anders als gewohnt : Er hinterm hohen Schreibtisch; Gäste dekorativ nebeneinander aufgereiht auf schlichten Stühlen.
Nein, Kerner befand sich in einer “Sommer”-kulisse, bestehend aus einen Wohnwagen, Strandstühlen, Kunstrasen, Grill und noch mehr derartigem Klimbim.
Die Gäste waren die blondgebleichte und schönheitsoperierte Sonja Kraus (Talk,talk,talk), der “berühmteste Auswanderer Deutschlands”, der Hamburger Konny Reimann und Comedian Bernd Stelter, ausserdem “der Mann, dem der ICE die Beine abgefahren hat” mit seiner neuen Prothese.
Das Thema war “über Nützliches und Unnützes beim Campen, Grillen und über die Auswahl des richtigen Outfits am Strand”, wie die ZDF-Website behautet.
Ich jedenfalls habe selten so eine erschreckend belanglose, unnütze und schlechtgemachte Sendung erlebt.
Es wurden seichte Witzchen gerissen, dümmliche Fragen beantwortet, das meiste ging unter die Gürtellinie. Umständlich wurden präparierte Fleischbuletten aus dem Campingwagen geholt, dabei noch mehr oberflächlichen Schmonz von sich gegeben.
Als Höhepunkt war geplant, dass Konny Reimann ein paar Hamburger braten sollte. Er sollte allerdings auch vorher noch kurz demonstrieren, wie er die bei sich zu Hause selber macht.
Dazu hatte sich der Kerner einen mechanichen Fleischwolf besorgt.
Als Konny Reimann gab sich ja wirklich Mühe, aber egal wieviel Fleisch er oben reinstopfte und wie kräftig er drehte, unten kam statt Gehacktem immer nur Blut heraus.
Mir taten die Leute leid, Gäste wie Moderator. Man konnte den Beteiligten ansehen, dass sie das peinliche Schauspiel, in das sie da geraten waren, gerne schnellstens beendet hätten.
Für mich war spätestens an diesem Punkt die Sendung an ihrem Tiefpunkt angelangt.